• Die Missionen - Route: argentinische Seite

    12. juni, Argentina ⋅ ☁️ 17 °C

    Die letzten Tage sind wir auf den Spuren der Jesuiten in Argentinien und Paraguay unterwegs. 1588 kamen die ersten Jesuiten nach Paraguay und gründeten bald Siedlungen, sogenannte Reduktionen, in denen mehrere tausend Indigene gemeinsam mit den Padres lebten und von ihnen missioniert wurden. Heute sind noch einige Ruinen, mal mehr, mal weniger gut erhalten, zu besichtigen. Zunächst fahren wir zur argentinischen Mission Santa Ana. Eigentlich versprechen wir uns nicht viel davon, da die Ruinen schon sehr vom Urwald wieder eingenommen wurden. Überraschenderweise bietet aber genau das einen wahrlich mystischen Eindruck. Die enormen Bäume zersprengen die Mauern der Mission. Ein früherer Friedhof wird immer wieder von den kriechenden Schlingpflanzen eingenommen. Überall liegen geöffnete (leere) Särge herum und offene vom Urwald überwucherte Gruften versetzen uns in einen Roman von Edgar Allan Poe.
    Danach fahren wir zur Mission Loreto. Nun ist es allerdings schon 18 Uhr. Die Mission öffnet erst am nächsten Tag. Wir fragen, ob wir dort übernachten können. Der Wachmann öffnet uns extra das Tor und wir fühlen uns gut bewacht. Denken wir! Gegen 23 Uhr klopft es an die Tür. Vorsichtig steckt Micha seinen Kopf raus. Eine Polizistin steht davor und erzählt uns, dass wenige Meter hier entfernt ein Gefängnis ist und heute eine Häftling geflohen ist. Ob wir eine verdächtige Person hier gesehen hätten. Na, toll! Da fühlt man sich gerade ganz sicher und dann so was! Richtig ruhig schlafen wir demzufolge auch nicht. Am nächsten Tag besichtigen wir die Mission. Der Wachmann erzählt uns, dass der Häftling in der Nacht gefangen wurde. Von der Mission ist nicht mehr viel erhalten. Auch hier hat der Urwald alles überwuchert. Doch wir bekommen eine private Führung, auf der uns vom Guide so viel Interessantes erzählt wird, dass die fehlenden Bauwerke ausgleicht. Im Anschluss geht es noch zur letzten größeren Mission auf argentinischer Seite, nämlich zur Mission San Ignacio Mini. Die ist am besten erhalten, aber sehr touristisch und gefällt uns nicht ganz so gut, wie die anderen. Nun wollen wir eigentlich mit der Fähre nach Paraguay über den kleinen nahegelegenen Grenzübergang. Doch dieser ist schon geschlossen. Am Wochenende (ab morgen) ist er auch nicht geöffnet, ach, und an Feiertagen auch nicht und der ist am Montag. Also gut. So bleiben wir noch in Argentinien. Micha will sowieso das Deutschlandspiel sehen. (Es ist ja gerade WM) Und so verbringen wir die Nacht am Ufer des Rio Paraná schon mit Blick auf Paraguay.
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