• Mariana und Ouro Preto

    Oct 4–5 in Brazil ☁️ 22 °C

    Nach viel Natur gibt es mal wieder Kultur. Wir fahren zunächst nach Mariana, eine Barockstadt im Bundesstaat Minas Gerais. Hier in diesem Bundesstaat gibt es mehrere Städte, in denen immer noch der Prunk der Zeiten des Goldabbaus an jeder Ecke zu sehen ist. Mariana ist der älteste Ort in Minas Gerais. Weil wir wieder den ganzen Tag mit Fahren beschäftigt sind, kommen wir am frühen Abend an und finden außer einem Parkplatz vor einem Stadion keine andere Möglichkeit zur Übernachtung. Gerade hat sich Micha mal kurz hingelegt, um sich etwas auszuruhen, da gibt es einen Knall. Jemand ist an unser Womo gefahren!🥺. Schock!! Wir rennen schnell raus. Glücklicherweise hörte es sich schlimmer an, als es tatsächlich ist. Eine junge Frau hat beim Rückwärtsparken unser Wohnmobil nur leicht tuschiert. Keiner hat irgendeinen Schaden genommen. Wir parken daraufhin jedoch nochmals um, damit wir sicherer stehen. Ansonsten scheint es hier in der Stadt aber auch ziemlich sicher zu sein. Die Nacht ist auch sehr ruhig, obwohl wir gegenüber einer Bar stehen, die allerdings - außergewöhnlicher Weise - schon 23 Uhr schließt. Was ist mit den feierlustigen Brasilianern los?? Das sehen wir am nächsten Morgen. Da werden wir schon ziemlich früh wach, weil ein Auto nach dem anderen dabei ist, uns zuzuparken. Hmh? Komisch! Es ist doch Sonntag. Was wollen die alle hier? Dann fällt es uns wie Schuppen von den Augen. Heute ist Präsidentschaftswahl in Brasilien!! Die Menschenmassen fahren in die Stadt zu ihren Wahllokalen. In Brasilien ist Wählen Pflicht und die Einheimischen nehmen dies auch sehr genau. Für uns heißt das: nochmals umparken, bevor wir nach dem Frühstück gar nicht mehr den Parkplatz verlassen können. Später, als wir die Stadt besichtigen, sind wir ziemlich überfordert nach den mehr oder weniger einsamen Tagen mit diesem Menschen-Trubel. Mariana hat sehr schön barocke Kirchen und Gebäude. Aber nach einer Stunde ist man auch durch und hat alles gesehen. So fahren wir weiter nach Ouro Preto. Hier wurde vor dreihundert Jahren das reinste Gold in ganz Brasilien gefunden. Als wir uns der Stadt nähern, wählen wir die falsche Zufahrt. Es geht mitten ins historische Zentrum hinein. Die Straßen werden immer enger, von den barocken Gebäuden stehen Balkone hervor, die Stromleitungen hängen so tief und zusätzlich geht es in der Stadt steil hinauf oder hinunter, so dass Michas Fahrkünste auf die absolute Probe gestellt werden. Irgendwann finden wir einen Parkplatz auf einer schmalen Straße, bei dem Daumen drückend davon auszugehen ist, dass alle Autos gut vorbeifahren können. Auch zur Stadtbesichtigung wird man herausgefordert. Auf Pflastersteinen quält man sich bei über 30 Grad hinauf und hinunter. Die vielen Barock-Kirchen sind schon sehr hübsch anzusehen, aber alle sehr weit voneinander entfernt. Nach einer Weile haben wir keine Lust mehr. Von Ouro Preto hatten wir uns mehr versprochen. So fahren wir lieber noch ein paar Kilometer. Unser Ziel ist die Atlantikküste und auch, wenn alles nicht so weit auf der Karte entfernt aussieht, braucht man auf den Straßen sehr sehr viel Zeit. Ein Blitzer und eine Bodenschwelle nach der anderen.Read more