• Ines von Ledebur-Beddies
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  • Ines von Ledebur-Beddies

Panamericana Teil 2

Nachdem wir zwei Monate "Urlaub vom Reisen" zu Hause gemacht habe, starten wir nun den 2.Teil unserer Reise auf dem amerikanischen Kontinent. Die nächsten drei Monate wollen wir Brasilien bereisen. Read more
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    Iguaba Grande

    Die nächsten zwei Tage gönnen wir uns etwas ganz Spezielles. Wir fahren zum Santuário do Caraça, ein Kloster, das in der Serra (Gebirge) do Caraça liegt. Da man hier nicht im Wohnmobil übernachten kann und es auch keine Stellplatzmöglichkeit in der näheren Umgebung gibt, quartieren wir uns für zwei Nächte ein. Das Kloster ist herrlich in der Bergwelt auf etwa 1000m gelegen, ringsherum gibt es viel schöne Wanderrouten. Für eine Nacht bezahlt man etwa 60 Euro pro Person, aber mit Vollpension. Und wie lecker das Essen ist!! Mann oh Mann, wir schlagen uns zu jeder Mahlzeit die Bäuche voll!! Vor allem das Frühstück ist der Hammer! Im Speisesaal, der noch ursprünglich klostermaßig aussieht, kann man sich Ei und Schinken oder was auch immer auf dem riesigen gußeisernen Ofen braten. Der wahre Grund, warum wir uns in dem Kloster einquartieren, ist aber weder das Essen noch die herrliche Lage. Sondern: Mähnenwölfe. Hier sollen nämlich fast jeden Abend ein oder zwei Mähnenwölfe auf die Treppe zum Kircheneingang kommen, da vor vielen Jahren ein Priester angefangen hat, diesen Futter zu geben. Am ersten Abend warten wir lange lange, aber leider kommt keiner. Das Futter wird so gegen halb 8 vor das Kirchenportal gestellt und alle Gäste setzen sich auf die Bänke, die rings um die Empore stehen. Nach einigen Stunden geben wir es auf. Kein Wolf da. Es regnet auch. Vielleicht hält das die Wölfe ab. Am nächsten Vormittag machen wir eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Leider regnet es am Nachmittag wieder, so dass wir gar nicht das Kloster verlassen wollen. Ist aber auch nicht schlimm. So haben wir mal ein bisschen Zeit zum Lesen. Am frühen Abend, muss ich nochmal zum Parkplatz, um aus dem Wohnmobil etwas zu holen. Nur bis 18 Uhr darf man den Parkplatz betreten, der genau vor der Treppe zur Kirche liegt. Bis morgens 6 Uhr ist es verboten, die Treppe hinunter zu gehen, da dann die Wölfe da sein könnten. Also gehe ich noch 15 Minuten vorher schnell hinunter. Als ich wieder zurück ins Kloster will, bemerke ich eine Bewegung im Augenwinkel. Als ich mich auf der Treppe umdrehe, läuft gerade ein Mähnenwolf hinter mir her. Mein Herz bleibt einen Moment stehen! Ich gehe langsam zur Empore hoch und stelle mich seitlich in die Tür. Der Wolf scheint mich völlig zu ignorieren. Er läuft zur Empore hinauf und sucht sein Futter. Das allerdings steht ja noch nicht da. Der Arme! Er hat Hunger und der Tisch wurde noch nicht gedeckt. Frustriert geht er die Treppe hinunter und läuft auf dem Parkplatz herum. In der Zwischenzeit gehe ich Micha holen. Als wir beide zurück kommen, sehen wir nur noch, wie er im Wald verschwindet. Micha bleibt noch an der Treppe und wartet, während ich mich umziehe. Als ich zurück komme, steht Micha ganz allein mit dem zurückgekehrten Mähnenwolf auf der Empore. Gleich darauf kommt noch eine andere Besucherin und wir beobachten das Treiben des Wolfes, der aber feststellen muss, dass es immer noch kein Futter gibt. So läuft er von dannen und wir gehen zu Abend essen. Nach dem Abendessen, versammeln sich alle Gäste auf der Empore. Wir setzen uns auf die Bänke und ganz ruhig verhält sich jeder. Ein Mann von der Naturschutzbehörde stellt dem Mähnenwölfen einen großen Teller mit Fleisch und Früchten hin. Und tatsächlich, nach einer Weile kommt derselbe Wolf wieder die Treppe hoch und macht sich ans Essen. Von den Touristen lässt er sich überhaupt nicht stören. Er dreht sich nur immer wieder um und schaut ängstlich die Treppe hinunter. Der Mann von der Naturbehörde erzählt uns später, dass dieser Wolf erst ein Jahr alt ist und nachdem er seine Eltern beim "sich Futter abholen" das erste Jahr nur beobachtet hat, hat er sich im Juli das erste Mal selbst getraut, die Treppe hinauf zu laufen. Das ist nun die dritte Generation von Wölfen, die sich füttern lassen. Es wird aber immer nur abends ein Teller dahin gestellt, damit die Wölfe auch nicht völlig auf das gefüttert werden einstellen und gar nicht mehr selbst jagen. Ein beeindruckendes Erlebnis war Diesel für uns und wir sind sehr glücklich, dass wir daran teilhaben konnten.Read more

  • Gruta da Máquine

    October 1 in Brazil ⋅ ☁️ 32 °C

    Mehr durch Zufall, weil wir einen hübschen Stellplatz suchen, denn die Nacht zuvor an der Tankstelle war anders als angenehm, finden wir die Gruta da Maquiné. Hier im Bundesstaat Minas Gerais gibt es viele dieser Tropfsteinhöhlen. Da wir aber lange fahren mussten, kommen wir erst nach Schließung der Höhle an. Dürfen allerdings davor übernachten. Es ist wunderschön hier. Wir stehen, mitten im Urwald auf dem Parkplatz direkt vor der Höhle, ganz allein. Es gibt nur einen Wachposten und ansonsten lauschen wir im Dunkeln den Geräuschen des Waldes. Und diese sind hier so intensiv. Vor allem die Milliarden Grillen machen ein wahnsinnig lautes Konzert. Am Morgen werden wir vom Geschrei der Papageien geweckt. Gleich 9 Uhr mit der ersten Führung gehen wir in die Höhle, denn 10 Uhr sollen mehrere Schulklassen kommen. Die Höhle hat mehrere große Kammern, tolle Stalagmiten und war wohl schon mehrmals Drehort für einige Telenovelas. Leider ist nur noch eine Höhlenmalerei übrig. Von den anderen ist nichts mehr übrig.Read more

  • Brasília, die künstliche Hauptstadt

    September 29 in Brazil ⋅ ☀️ 34 °C

    Von den Kolonialstädtchen bis nach Brasília ist es noch ein ganzes Stückchen zu fahren. Wir schaffen es aber noch am frühen Abend in Brasília anzukommen und finden einen tollen Stellplatz am Ufer des künstlichen Sees Paranoá. Ein riesiger Parkplatz, auf dem schon einige Wohnmobile, die meisten aus Brasilien, stehen. Hier kann man sogar sein Schmutzwasser entsorgen und Trinkwasser tanken. Der Ort ist fantastisch. Wenn man will, kann man baden gehen, direkt vor uns laufen Capivaras herum und an der anderen Seite schaut man auf Brasília. Eigentlich müsste man hier länger verweilen, aber leider haben wir nicht so viel Zeit. Am nächsten Morgen fahren wir in die Hauptstadt hinein. Alles, alles ist enorm weit voneinander entfernt. Ohne Auto ist es nicht möglich, die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Überhaupt wurde beim Bau der Hauptstadt nicht an Fußgänger gedacht. Nirgendwo gibt es Fußgängerwege. In den 1950er Jahren wurde die Stadt mitten im Binnenland Brasiliens errichtet, um Rio de Janeiro als alte Hauptstadt abzulösen, die wir zu negativ mit der kolonialen Vergangenheit verbunden war. Betrachtet man Brasilia von oben, fällt auf, dass es wie ein Flugzeug aussieht. Wir steuern die Zentralachse (Eixo Monumental) an. Dort befinden sich alle Ministerien, die aneinander gereiht, sehr hässlich an DDR- Wohnblöcke en erinnern, die Hauptattraktionen, wie der Congresso Nacional, die Praça dos três Poderes, also der Platz der drei Gewalten und der Fernsehturm mit einem tollen Wasserspiel davor. Die meisten Bauwerke sind aus der Feder von Oscar Niemeyer, dem Star-Architekten Brasiliens. Leider ist der Fernsehturm für die nächsten Jahre wegen Bauarbeiten geschlossen. Schon allein, um sich diese Gebäude anzuschauen, läuft man sich einen Wolf. Außerdem ist es wieder mal sehr heiß und in dieser sengenden Sonne zu laufen, ist kein Spaß. Sehr schön ist die Kathedrale Metropolitana. Wir sind der Meinung, dass das die schönste moderne Kirche ist, die wir bisher gesehen haben. Wenn sich eine Person neben den Eingang an die gerundete Wand stellt und die anderen Person auf die andere Seite an die Wand, dann kann man sich gegenseitig hören, auch wenn man ganz leise spricht. Lustiger Klangeffekt.
    Danach fahren wir noch zum Santuário Dom Bosco, aber vorher machen wir einen Halt vor einer Schule, bei der junge Leute Mittagessen verkaufen, was frisch zubereitet wird und wirklich sehr lecker ist. Die Kirche Dom Bosco landet bei uns auf Platz 2.der schönsten, modernen Kirchen der Welt. Die Fassade besteht von Boden bis zur Decke aus blauen Glaswürfeln, die die gesamte Kirche in vielen unterschiedlichen Blautönen taucht. Von der Decke hängt ein Leuchter herab, der über 2 Tonnen schwer sein soll und aus Murano-Glas besteht. Also schon allein, um diese beiden Kirchen zu sehen, hat sich der kleine Umweg nach Brasília gelohnt. Für uns geht es am Nachmittag weiter. Morgen wollen wir uns eine der vielen Höhlen hier in Minas Gerais anschauen.
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  • Goiás und Pirenópolis

    September 28 in Brazil ⋅ ⛅ 37 °C

    Nachdem wir einen ganzen Tag nur gefahren sind - die Strecken hier sind so unvorstellbar groß, besuchen wir am selben Tag die Städtchen Goiás und Pirenópolis
    Eine Nacht stehen wir an einer Tankstelle. Ja, nicht immer findet man romantische, ruhige Übernachtungsplätze! Das Praktische an Tankstellen ist, dass es oft saubere Toiletten gibt, oft sogar Duschen und meistens kleine Restaurants. Außerdem steht man da sehr sicher, ist eben nur dem Lärm der ankommenden und abfahrenden LKWs ausgesetzt. Es scheint so zu sein, dass auch hier die LKW-Fahrer Schlafzeiten einhalten müssen, denn die Tankstellen füllen sich schon früh am Abend und man kann froh sein, noch ein Plätzchen zu finden. Die nächste Nacht können wir in einer Club-Anlage in Goiás übernachten. Da stehen wir unter riesigen Mangobäumen, Papageien und Aras fliegen über uns und es gibt einen Swimmingpool, über den wir uns in der Hitze besonders freuen!! Am nächsten Morgen fahren wir in den niedlichen Ort, bei dem es sich überraschend um ein UNESCO Weltkulturerbe handelt. Ein Kolonialhaus reiht sich nach dem anderen im historischen Zentrum. Was für eine bezaubernde Stadt! Dann geht es weiter nach Pirenópolis. Auch diese Stadt hat wundervolle Gebäude im Kolonialstil aufzuweisen. Die frühere Goldwäscherstadt zieht heute viele Touristen an. Eine schöne Holzbrücke führt über einen Fluss, in dem Familien mit Kindern im Wasser tollen. Würde ich jetzt auch gern machen, aber wir müssen weiter fahren, denn wir haben noch ein ganzes Stück Fahrt vor uns, um am Abend in der Hauptstadt Brasiliens anzukommen.Read more

  • Chapada dos Guimarães

    Sep 25–27 in Brazil ⋅ ☀️ 31 °C

    Wir wollen unbedingt in die Chapada dos Guimarães. Eine Berglandschaft (nur etwa 800m hoch), aber die wunderschön sein soll. Allerdings steht in der I-Overlander App, dass man zur Hauptattraktion, nämlich einem über 70m hohen Wasserfall von beiden Richtungen nicht mit schweren Fahrzeugen hin gelangt. Als morgens zufällig die Umwelt-Polizei auf den Campingplatz kommt, erzählen diese mir, dass man diesen schon von einer Seite erreichen kann, man muss halt nur einen Umweg fahren. Ein Glück, dass ich gefragt habe!! Micha wollte nämlich schon gar nicht mehr dahin. Gleich bei unserer Ankunft gehen wir auf einem kleinen, etwa 600m langen Pfad zum Aussichtspunkt des Wasserfalls Veú da Noiva (Brautschleier). Der ist wunderschön anzuschauen, wie er im dichten Urwaldgrün über die Klippen fällt und über uns fliegen die kunterbunten Aras. Von dort kann man auch eine Wanderung zu vielen kleinen Wasserfällen machen, die wir am nächsten Tag in Angriff nehmen. Zunächst übernachten wir auf einem Campingplatz in dem sehr hübschen gleichnamigen Ort wie der Nationalpark. Am Abend schlendern wir auf der Restaurant-Meile und gehen lecker Picanha (beste Fleisch in Brasilien) essen und Eis, das aus den hier vorkommenden Früchten gemacht wird. Und so viele für uns unbekannte Früchte sind dies!!
    Morgens stehen wir sehr früh auf, denn wie uns am Eingang des N.P.mitgeteilt wurde, sollte man früh vor Ort sein, denn immer nur 150 Personen dürfen pro Tag die Wanderwege entlang gehen. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass die Brasilianer so früh aufstehen, um zu wandern. Aber ich werde eines besseren belehrt. Kurz vor 9 ist der Parkplatz voll und eine ganze Menge Leute sind im Park. Auch heute ist es wieder sehr heiß (und das schon morgens!) Wir freuen wir uns deshalb über die zahlreichen Badestellen, die es jeweils unter den vielen Wasserfällen gibt. An manchen Wasserfällen sind mehrere Leute drin, aber an anderen sind wir fast allein. Überhaupt verläuft sich die Anzahl der Wanderer in dem großen Gebiet. Am frühen Nachmittag kommen wir wieder am Ausgang an, wir fahren noch kurz in den Ort, um der tollen Eisdiele einen erneuten Besuch abzustatten und fahren dann weiter Richtung Goiás, dem nächsten Ziel unserer Reise.
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  • Flucht vor den Moskitos und der Hitze

    September 22 in Brazil ⋅ ⛅ 34 °C

    So wundervoll die Tierwelt im Pantanal auch ist, wir wollen das Gebiet nun doch schnell verlassen, denn die Moskitos und die Hitze in Kombination sind nicht zu ertragen. Wir fahren die berühmte Transpantaneira entlang. Diese Straße sollte von vor einigen Jahren quer durch den Pantanal geschlagen werden. Gott sei Dank wurde in Porto Jofre der Bau gestoppt. Der Bau dieser Straße hätte den Pantanal völlig zerschnitten und hätte verheerende Folgen für das gesamte Ökosystem gehabt. Nun ist die Transpantaneira eine staubige Sandpiste, auf der man immer wieder meistens Holzbrücken, ab und zu Betonbrücken überqueren muss. Normalerweise soll es hier ab und zu Anakondas geben, die sich zum Wärmen auf das Holz der Brücken legen, aber da momentan so eine Hitze herrscht, liegen diese wahrscheinlich träge im Schatten oder noch besser in den zahlreichen Wasserlöchern. Auf jeden Fall gibt es wahnsinnig viele Vögel zu sehen und Krokodile. Am Nachmittag gelangen wir mit Thomas und Sihong zu einer Fazenda, wo wir über Nacht stehen bleiben können. Auch das andere Schweizer Ehepaar, die mit uns schon auf dem Ponton und auf der Bootstour waren, treffen wir hier wieder.
    Alles ist etwas runter gekommen, aber die Menschen sind sehr nett und die Lage an einem kleinen See mit vielen Krokodilen, Capivaras, Hyazinth -Aras und riesigen Leguanen ist unschlagbar. Glücklicherweise gibt es hier auch nur sehr wenige Moskitos. Am Abend mache ich noch eine geführte Nachtwanderung mit anderen Touristen (fast alles Deutsche und Schweizer ), die hier auf der Fazenda übernachten. Micha und die anderen haben keine Lust. Unser Guide ist noch sehr jung, hat aber ein unglaubliches Wissen über Flora und Fauna. Wir sehen eine Tarantel (deren Gift für einen Menschen eigentlich nicht tödlich ist, weil die Menge zu gering ist, jedoch die Haare von ihr bei Kontakt lebensgefährlich ist) und zwei Schlangen. Eine davon ist giftig. Man erkennt das laut Guide daran, dass giftige Schlangen zwischen Augen und Mund ein "Loch", eine Drüse haben, wo das Gift produziert wird. Naja, schön und gut: und wie nah soll man an die Schlange heran kommen, um diese Drüse zu sehen??? Unser Guide nimmt einen Stock und hält damit den Kopf der Schlange fest. Mutig, mutig!! Und das, wo das nächste Gegenserum nicht so einfach zu erreichen ist! Mit uns ist ein deutsches junges Pärchen, von denen die Frau nicht besonders entspannt bei der Nachtwanderung scheint. Und als wir dann die Schlangen sehen, schaut sie verängstigt nach rechts und links und man merkt ihr an, dass sie so schnell wie möglich in ihre Unterkunft zurück will. Als sie im Dunkeln noch von einem Ast im Gesicht gestreift wird, fängt sie an zu schreien. Etwas lustig ist das schon 🙈😅.
    Am nächsten Tag verabschieden wir uns nun von Thomas und Sihong. Ihr stehen die Tränen in den Augen und wir sind alle sehr traurig. Es war sehr schön, die beiden als Reisepartner zu haben. Die beiden müssen nun aber zurück nach Paraguay, um ihre notwendigen Reparaturen durchzuführen. Vielleicht treffen wir uns nächstes Jahr wieder.
    Wir beide unternehmen noch einen kleinen Spaziergang rund um die Fazenda, auf der es mehrere Spazierwege gibt und dann geht es weiter nach Poconé, da wo die Transpantaneira beginnt. In dem kleinen Ort können wir einkaufen und unser Womo bekommt eine äußerst notwendige Wäsche. Dann fahren wir weiter bis Cuiabá, wo wir auf einen nahegelegenen Campingplatz eine Nacht bleiben, der wunderschön an einem Fluss liegt, in dem wir bei den Temperaturen, wieder über 40 Grad, ein erfrischendes Bad nehmen können.
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  • Jaguare, Jaguare, Jaguare

    Sep 21–22 in Brazil ⋅ ☀️ 36 °C

    Schon auf dem Ponton buchten wir mit den beiden Schweizer Ehepaaren eine Jaguar-Bootstour in Porto Jofre beim Anbieter Photo-Expedition. Raquelle, die Besitzerin kommt noch am Abend, nach unserer Ankunft zum Hafen und kassiert das Geld und gibt uns Hinweise für die Tour am nächsten Morgen. Wir stehen die Nacht direkt neben der Landebahn (ja, hier in dem kleinen Ort gibt es einen kleinen Flughafen, auf dem wahrscheinlich einmal pro Woche ein Flugzeug landet) und am nächsten Morgen müssen wir schon 7 Uhr am Boot sein. Das frühe Aufstehen hier fällt uns nicht schwer. Direkt nach Sonnenaufgang wird es so brüllend warm im Wohnmobil, dass man schnurstracks raus will. Etwa eine dreiviertel Stunde fahren wir auf dem Fluss entlang, als wir schon eine Traube Boote mit Touristen an einer Uferstelle sehen. Da sitzt nämlich schon der erste Jaguar. Die erste. Es ist ein Weibchen, das sich jeden Tag zur etwa derselben Uhrzeit auf diesen Baum setzt. Als würde sie Geld dafür bekommen, lässt sie sich von den Touristen fotografieren und bewundern!! Interessant ist, wie uns der Guide erzählt, dass nur weibliche Jaguare auf Bäume klettern. Lange bleibt sie da sitzen, bevor sie ins Wasser geht und ein Stück schwimmt, um dann wieder ans Ufer zu springen und im Gestrüpp zu verschwinden.
    Unser Guide fährt mit uns in einen kleinen Seitenarm und gerade als wir denken, was will er hier und warum sind wir nicht bei den anderen Booten, taucht ein Jaguar auf, schwimmt direkt vor uns zum anderen Ufer und taucht im Dickicht ab. Ist das beeindruckend!! Kurze Zeit später erscheint noch ein Jaguar. Dieser hat einen Peilsender dran. Der wurde ihm vor vielen Jahren, in den Anfängen des Jaguar -Schutzes um den Hals befestigt. Allerdings ist dieses "Halsband" nun etwas zu eng geworden. Der Arme! Ich verstehe nicht, warum er nicht eingefangen wird und der Sender entfernt wird. Man sieht auch, dass das Tier schon ziemlich alt ist. Seine Leidenschaft scheint Schwimmen zu sein. Die meiste Zeit sieht man ihm im Wasser. Wie uns unser Guide erzählt, macht ihm vielleicht die Hitze etwas zu schaffen. Aha, wir sind also nicht die Einzigen. Aber weil er wohl schon so lange an die Touristen gewöhnt ist, nähert er sich uns bis auf 5 Meter!! Ist das beeindruckend! Dann verschwindet er im Dickicht und wir fahren zu einer Stelle am Fluss, wo es Mittagessen im Boot gibt. Hier wird viel Wert auf Umweltschutz gelegt und so wird uns das Essen auch in Glasbehältern gereicht. Keinerlei Plastik gibt es. Für die "Toilette" muss man in den Busch gehen. Dafür wurde sogar eine große Mülltüte an einem Baum gehängt, wo man das Klopapier rein wirft. Überhaupt gibt es nirgendwo Müll zu sehen. Sehr angenehm!
    Nach dem Essen fahren wir noch zu einer anderen Fluss-Stelle. Dort sitzt gerade wieder ein Jaguar auf dem Baum. Auch dieser geht ins Wasser und schwimmt ein paar Meter weiter, um an einer anderen Stelle ans Ufer zu gelangen. Auf dem Rückweg nach Porto Jofre sehen wir ein Stückchen von einem Jaguar Weibchen, dass gerade Mittagsschlaf unter einem Baum hält. Interessant, dass sie sich so nah am Ufer einen Schlafplatz sucht, wo sie doch die ganze Zeit von Touristen beobachtet wird. Wir fahren nach einer längeren Wartezeit, in der sich der Jaguar nicht von der Stelle rührt, zurück zum Dorf. Glücklich über so eine erfolgreiche Wildtier-Beobachtung - nun ist endlich auch ein Traum von mir erfüllt wurden (vor einigen Jahren waren wir schon einmal im Pantanal, wo wir, zu meiner großen Enttäuschung keinen Jaguar gesehen hatten), - suchen wir uns ein Stellplatz bei Porto Jofre. Auf einen Campingplatz wollen wir nicht, denn die wenigen Möglichkeiten hier sind unverhältnismäßig teuer. Ein Weilchen sitzen wir vier noch vor unseren Fahrzeugen, aber als die Dämmerung herein bricht, werden wir von Mückenschwärmen attackiert. Es ist so schlimm: unser schwarzer Moskitovorhang an der Tür sieht aus wie eine Dichte schwarze Decke: alles Mücken!! Außerdem scheint es heute der heißeste Tag auf unserer bisherigen Reise zu sein: 41 Grad. Selbst in der Nacht sinkt die Temperatur nur um wenige Grad. Der Pantanal ist zwar ein traumhaftes Tierparadies, aber eine wahre Herausforderung für den Körper!
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  • 3-tägige Ponton-Fahrt durchs Pantanal

    Sep 17–20 in Brazil ⋅ ☀️ 31 °C

    Nachdem wir die aufregende Verschiffung hinter uns gebracht haben, schippern wir gemütlich drei Tage auf dem Rio Paraguay mitten durchs Pantanal. Es gibt nicht viel zu tun. Man bekommt Vollverpflegung, wenn man will. Nachdem aber gleich am ersten Abend vom nicht ganz so perfekt laufenden Schiffsmotor eine Ruß-Wolke auf meinem Teller landete, das Besteck aussah, als ob es mal eben in den Fluss getaucht wurde, Sandkörner im Essen waren und es sowieso das traditionelle Essen: Bohnen, Reis und Spaghetti gab, habe ich lieber auf unseren reichhaltig gefüllten Kühlschrank zurück gegriffen. Nur meinem Allesfresser Michael schmeckte es wieder mal fantastisch 😅.
    Die Tage verbringen wir auf 'unserer Terrasse' mit Vogelbeobachtungen (auf dem Boot ist der deutsche Ornithologe Gregor mit seiner Frau Hannah, ein sehr nettes junges Paar und er gibt uns viele tolle Informationen über die hiesige Vogelwelt), mit Spielen und netten Gesprächen. Ab und zu hält das Ponton an. Dann werden Waren an einigen Fazendas abgeladen. Die wenigen Menschen, die hier leben, sind darauf angewiesen, dass ein Mal pro Woche das Boot vorbei kommt und ihnen Vorräte bringt, denn Straßen gibt es hier nicht. Das Leben der Fazendeiros ist hart und spartanisch.
    Am letzten Tag, wir beide sitzen gerade am Frühstück und schauen auf das Ufer, da sehen wir plötzlich einen Jaguar. Er steht am Wasser und gerade als wir vorbei fahren, springt er nach oben auf die Uferböschung. Leider haben wir gerade kein Fotoapparat dabei. Wir sind beeindruckt von dem großen, kräftigen Körperbau der Raubkatze. Ich hatte mir die Onça doch kleiner vorgestellt. Im Dunkeln des dritten Tages kommen wir an und alle Fahrzeuge müssen nun rückwärts auf zwei Holzplanken wieder vom Schiff herunter fahren. Dieses Mal passiert aber kein Malheur. Alle Fahrer schaffen es, ohne dass ihre Wohnmobile Schaden nehmen. Nun sind wir schon wahre Profis im Verschiffen 😅
    Fazit der Ponton-Fahrt von Corumbá nach Porto Jofre: auch wenn es lange dauert, manchmal etwas langweilig ist, die Hitze oft unerträglich, die Moskitos am Abend eine regelrechte Plage sind: wir würden es wieder machen! Es ist auf jeden Fall interessanter als die 1600km Straße zu fahren. Und es ist ja auch mal angenehm, sich auf das ruhige Treiben auf dem Fluss einzulassen, auf das nicht enden wollende Grün der Flusslandschaft zu schauen und die wunderschönen Sonnenuntergänge über dem Rio Paraguay zu genießen.
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  • Corumbá und eine aufregende Verschiffung

    September 16 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C

    Nach einer ruhigen, aber kurzen Nacht (der Fährverkehr über den Rio Paraguay geht schon morgens halb 7 los, frühstücken wir noch gemütlich und lassen uns schließlich auch mit der Fähre über den Fluss bringen. Bis zum frühen Nachmittag brauchen wir noch bis Corumbá. Am Ende der Estrada do Parque wird die Straße sehr wellbelchpistig, langweilig und nervend. Hier hat es wohl auch gerade heftig gebrannt, denn weite Teile der Landschaft sind nur noch verkohlte Baumstämme. Wir sind froh, als wir endlich in Corumbá ankommen. Überraschend ist die Stadt ganz hübsch und vor allem viel größer als wir vermuteten. Schade, dass wir morgen schon aufs Boot kommen. Hier hätte man noch ein, zwei Tage verbringen können. Thomas und Sihong bleiben an der Fluss-Promenade stehen, aber wir fahren auf den Stellplatz Pousada do Cachimbo. Die Besitzerin ist nicht besonders freundlich, aber vor allem am Geld interessiert. Aber dafür ist der Platz traumhaft gelegen, mit Blick über den Rio Paraguay, auf das Pantanal und auf Bolivien. Corumbá ist nämlich eine Grenzstadt. Der Stellplatz ist eigentlich eine Pension, aber es lässt sich ja auch noch etwas Geld mit Wohnmobilen verdienen. Bei den Temperaturen über 30 Grad sind wir froh, dass wir den hiesigen Pool nutzen dürfen, genießen den Blick über die schöne Landschaft und hören dem Geschrei der Aras zu, die hier überall in den Bäumen sitzen. Am nächsten Tag, mein Micha hat heute 60. Geburtstag, starten wir ins nächste Abenteuer. 14 Uhr sollen wir an so etwas Ähnlichem, wie einem Hafen sein. Die anderen Womos, die wir auf dem Weg getroffen haben, stehen schon brav aufgereiht da. Nach einer Stunde kommt Relbert. Weil ich die einzige von allen bin, die Portugiesisch spricht, muss ich allen übersetzen. Relbert sagt uns, dass wir und Thomas uns ganz hinten auf den Ponton stellen sollen. Das ist auch der Logenplatz!😍
    Dann fahren die einzelnen Fahrzeuge auf den Ponton. Schon der erste hat Probleme. Es werden nämlich einfach zwei Holzplanken vom Ufer auf das Boot gelegt, um den nicht geringen Höhenunterschied auszugleichen und nun muss mit den Rädern genau diese schmalen Planken getroffen werden. Das stellt jeden Fahrer vor enormen Herausforderungen!! Das erste Fahrzeug, ein Landrover, fährt drauf und eine Sekunde, nachdem er mit dem letzten Rad auf dem Boot ist, rutscht eine der Planken ab. Das war gerade nochmal gut gegangen. Aber ich breche in Panik aus. Wenn unser Wohnmobil hier abrutscht, kippt es um und dann war's das!😰. Micha ist aber ziemlich gelassen. Das nächste Wohnmobil kippt bei der Auffahrt etwas zur Seite und schrammt ein Verriegelungsscharnier. Die haben nun eine "nette" Erinnerungsdelle in ihrem Aufbau!
    Am Schluss kommen wir mit Thomas dran. Bei uns läuft alles - Gott sei Dank - ohne Probleme. Unsere beiden Autofahrer sind wahre Profis!!! Die Verladung nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Als alles beladen ist, fahren wir direkt los. Gleich gibt es auch Abendessen. Die Ponton-Reise beinhaltet auch drei Mahlzeiten. Aber das Essen mag ich gar nicht. Es gibt natürlich, wie immer in Brasilien, Feijão e Arroz (Bohnen und Reis), ab und zu aufgepeppt mit Fleisch und Spaghetti. Außerdem ist der Motor des Bootes nicht richtig in Ordnung und deshalb stößt er viel Dreck aus und dieser Dreck weht auf das Geschirr und das Essen. Ich bin froh, dass wir unsere eigene Küche an Bord haben. Den Geburtstagsabend von Micha lassen wir auf unserer eigenen Terrasse 😅 bei reichlich viel Rebensaft und inspirierenden Gesprächen mit den anderen Reisenden ausklingen. Was für ein aufregender und trotzdem schöner 60.Geburtstag!
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  • Von Bonito zur Estrada Parque Pantanal

    September 12 in Brazil ⋅ 🌧 27 °C

    Von Bonito wollen wir ins südliche Pantanal fahren. Allerdings müssen wir uns entscheiden, ob wir von Corumbá mit dem Ponton (das ist eine schwimmende Plattform, auf der Fahrzeuge, Tiere und Waren auf dem Fluss transportiert werden) fahren oder die langweilige 1200km lange Straße nach Porto Jofre nehmen. Entfernungen sind das hier😰!! Die Entscheidung wird dadurch behindert, dass wir den Organisator des Boottransports (Relbert, Kontakt steht bei I-Overlander) zwar schon kontaktiert haben und er uns auch den Preis und voraussichtliche Abfahrt genannt hat, aber danach ist zwei Tage Funkstille. So sitzen wir etwas zwischen Baum und Borke, wissen nicht, was wir machen sollen und setzen uns ein Ultimatum bis übermorgen. Danach müssen wir uns für die eine oder andere Strecke entscheiden. Allerdings fahren wir schon mal bis Miranda. Der Ort ist ziemlich unscheinbar, bietet aber einen netten, bewachten Parkplatz vor dem alten Bahnhof. Dort stehen zwei weitere Wohnmobile aus Deutschland und die sind in derselben Entscheidungs-Situation wie wir. Genau am Morgen unseres Ultimatums antwortet Relbert. Wir können den Flussweg nehmen. Auf geht's nach Corumbá. Kurz vor dem Passo de Lontra gibt es die Wahl zwischen einer gut befahrbaren Straße oder der Estrada do Parque, einer staubigen Wellblechpiste, an der man viele Tiere sehen kann. Ist ja klar, wofür wir uns entscheiden 😅!
    Zwei Tage benötigen wir dafür. Viele, viele Holzbrücken, die über kleinere Flüsse und Wasserlöcher führen und gar nicht immer so stabil aussehen, müssen wir überqueren. An den Ufern tummeln sich Krokodile. Ab und zu laufen Capivaras herum, viele schöne Vögel sind zu sehen und sogar Rehe und ein Wildschweinrudel mit Babys. Dass wir nun im Pantanal angekommen sind, stellt man vor allem abends fest. Hier in einem der größten Sumpfgebiete der Welt, halb so groß wie Deutschland, stürzen sich kurz nach Sonnenuntergang die Moskitoschwärme auf uns drauf. Die letzten zwei Tage habe ich unsere Moskitonetze im Wohnmobil verbessert. Nun sind alle Fenster zweilagig ausgestattet. Aber gegen so ganz kleine Fliegen hilft selbst das nicht. Am Abend des zweiten Tages erreichen wir den Rio Paraguay. Dort stehen wir gemütlich mit Thomas und Sihong am Flussufer und genießen bei einem 🍷den Sonnenuntergang. Durch den Wind am Ufer gibt es sogar verhältnismäßig wenig Mücken.
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  • Bonito

    September 8 in Brazil ⋅ ⛅ 25 °C

    Mit Thomas und Sihong fahren wir nach Bonito. Die Stadt hat viele "bonitos" Ausflugsziele. Allerdings sind alle Ausflüge über Reiseagenturen zu buchen. Denn egal, worum es sich handelt, alle Ziele liegen auf irgendwelchen Fazendas (großen Farmen) und die Besitzer lassen sich das sehr gut bezahlen. Überhaupt ist Brasilien in den letzten Jahren ganz schön teuer geworden. So auch die Campingplätze. Wir fahren in der Stadt zum Campingplatz "pé na Jaca". César, der Besitzer ist sehr liebenswürdig und bucht gleich Ausflüge für uns. Fast alles ist schon ausgebucht und die einzige Möglichkeit ist am nächsten Morgen 7 Uhr. Na, OK, dann bleibt uns nichts anderes übrig als wieder mal im Morgengrauen aufzustehen. Das fällt hier auch nicht schwer, denn sobald die Sonne aufgeht, fangen Vögel an zu schreien. Allen voran die wunderschönen Aras. Am nächsten Morgen fahren wir zum Rio da Prata. Der Fluss ist wie noch einige andere hier sehr klar und hier kann man mit vielen bunten Fischen schnorcheln. Der Zugang liegt auch auf einer Fazenda, dem Refúgio Ecológico Rio da Prata. Die Farm ist seit mehreren Jahrzehnten rein ökologisch geführt. Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit. Hier gibt es sogar eine Regenwurmfarm, damit die Regenwürmer den Boden schön bearbeiten. Und Klopapier wird zu Dünger umgewandelt. Das Schmutzwasser, für Abwasch z.B. wird in eine Grube, in die bestimmte Pflanzenreste hinein gelegt werden, gekippt und dann werden um die Grube Bananen gepflanzt, die wiederum die Rückstände nutzen können. Nachdem der Guide uns alles ausführlich erklärt hat, geht es zum Fluss. Vorher werden wir noch mit Schnorchelausrüstung ausgestattet und dann geht es schon los. Wir fahren bis an die Quelle des Flusses, wo es überall aus dem Boden sprudelt. Und von da muss man sich nur noch treiben lassen und zieht durch das sehr klare Wasser an tausenden Fischen vorbei. Das Wasser hat nur eine Temperatur von 24 Grad, aber wir haben einen Neopren an.
    Im Anschluss geht Micha in die nahe gelegenes Lagoa Misteriosa tauchen. Das Taucherlebnis findet Micha nicht ganz so spannend. Es handelt sich um ein mindestens 220 m tiefes Loch in einem Felsen. Also er findet, dass es erstmal spannend ist, wenn man hinab gleitet und weil das Wasser so klar ist, kann man auch bei einer Tiefe von 30 Metern alles oben erkennen. Aber es gibt kaum Fische darin und dann wird es schnell langweilig. Nach anderthalb Stunden kommt er zurück und wir lassen uns das im Preis inbegriffene Essen auf der Fazenda schmecken. Am selben Tag fahren wir ins Buraco das Araras. Das ist eine große Schlucht, an deren Hängen alles voller Aras sitzt. Ist das ein Geschrei!! Interessant ist, dass bis in die 90er Jahre hinein diese Schlucht nur als Müllentsorgung diente. Dann fand ein Besitzerwechsel statt und der neue Eigentümer ließ den gesamten Müll rausholen, u.a. wurden dabei auch die Leichen von 23 Menschen (wohl alle ermordet) gefunden. Dann wurde ringsherum der Wald wieder aufgeforstet und als sich die Natur wieder erholte, kamen auch die Aras zurück. Wahrscheinlich ist der neue Besitzer nun mittlerweile Millionär, denn auch dieses Ausflugsziel ist ziemlich teuer und trotzdem ständig gut besucht.
    Noch drei Tage bleiben wir in Bonito. Gehen lecker essen und wechseln noch auf den Campingplatz Rio Formosa. Der liegt direkt an einem schönen Fluss, wo man schwimmen gehen kann. Leider beginnt es am nächsten Tag zu regnen, so dass wir die schöne Bademöglichkeit nicht mehr nutzen können.
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  • Zurück in Paraguay

    September 1 in Paraguay ⋅ 🌧 23 °C

    "Nobel geht die Welt zugrunde" sagen wir uns und genießen wieder einen Business-Class-Flug mit Swiss, überaus lohnenswert, nach Asunción. Der Flug vergeht im Fluge😅und schwupps sind wir wieder da, wo wir vor zwei Monaten endeten. Wir bleiben noch einen Tag in der Hauptstadt, denn für deren Besichtigung war bei unserem Abflug keine Zeit mehr. Da wir schon vormittags ankommen, bleibt für eine Stadtbesichtigung der gesamte Nachmittag. Und das reicht auch völlig, denn Asuncion hat nun wirklich nicht viel Sehenswertes zu bieten. Aber lecker essen kann man hier. Wir freuen uns, wieder ein südamerikanisches Steak zu genießen.
    Komisch ist das Gefühl, wieder hier zu sein. So richtig ist unserer Seele noch nicht angekommen. Alles erscheint uns sehr ärmlich und fremd. Ich denke, ein, zwei Wochen brauchen wir wieder, um uns einzugewöhnen.
    Am nächsten Tag holen uns die Schweizer Thomas und Sihong ab, mit denen wir schon in Argentinien und Chile zusammen gereist sind und für die wir ein paar Autoteile mitgebracht haben. Drei Nächte bleiben wir noch auf dem Campingplatz Chris pequeña Baviera, bauen mitgebrachte Ersatzteile ein, lassen uns von Nandus und dem Affen Luki das Essen klauen. Ach, und Ersatzteile. Im Schlund eines Nandus landen drei Schrauben und den mitgebrachten Reifendruckkontrollsensor. Nur eine Schraube finden wir in seinem Kot wieder. Alles andere ist lost.
    Dann fahren wir mit unseren Schweizern los, Richtung brasilianische Grenze. Unser Ziel ist zunächst der Pantanal.
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    Trip start
    September 1, 2026