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  • Nach dem schweren Abschied unserer heiß geliebten Gemma (deren Klimaanlage zwar manchmal ausfällt, die aber so schön lila war) ging es zu unserer neuen Unterkunft. Am der Hausnummer angekommen waren wir von dem 50 stöckigen Wolkenkratzer erstmal erschlagen (1. Foto)! Das Ding sah ganz schön luxuriös aus und wird zu 99,9 % von Studenten aus China bewohnt (die fehlenden 0,1 % waren wir :)). Unser Gastgeber spricht wenig englisch aber das Zimmer war der Hammer und im Haus gab es Swimming Pool und Dachterrasse im 9. Stock! Der Ausblick auf die weiteren 50 Wolkenkratzer der Umgebung war natürlich unglaublich ;) Ich hab selten eine Stadt gesehen, die aus so viel Hochhäusern - und viele zusätzlich in Bau - besteht. Abends sind wir zu einem großen Nachtmarkt gegangen und haben uns die Bäuche vollschlagen. Ich konnte mich nicht zurückhalten und hab beim 'Italiener' Nudeln geholt - das war ein Fehler weil sie die italienische Küche wohl nicht überall so gut beherrschen wie bei uns ;) Mein Herz hat schon einen Freudensprung gemacht, als ich den bayerischen Brezn-Stand gesehen hab. Doch die Freude hielt bei Schokobreze oder Breze mit Zuckerstreusel nur kurz :) Am nächsten Tag haben wir die kostenlose City Führung mitgemacht und sind 3 Stunden durch die ganze Stadt gelaufen. Von kulturellen Stopps wie Bücherei, Goldschatzkammer, Kirchen usw. bis zu neumoderner Street Art und Graffiti haben wir alles mitgenommen. Abends wollten wir uns kulturell etwas weiterbilden und sind zu einem 'Theater/Kabarett/irgendwas' in den ButterflyClub gegangen. Der Mann am Ticketschalter hat uns extra noch geraten, früher hinzugehen weil die Bar dort so nett ist. Dort angekommen wurden von einem total verrückten Interieur empfangen - ein rotes Zimmer voll gestopft mit Sachen (von der Gummipuppe über Jesusbilder bis zu Sonntagsgeschirr war alles mit dabei). Das kam uns dann schon ein bisschen spanisch vor und wir waren gespannt auf das Stück! Und das war dann auch wirklich das merkwürdigste, was ich je gesehen hab ;) Eine Dame mit sehr freizügigem, unvorteilhaften Outfit erzählt bzw singt ihr Liebesleben, begleitet von einem Pianisten im Anzug und zwei Frauen, die mit Bikini (voll geklebt mit Gänsefedern) über die Bühne gehüpft sind. Die ersten Minuten musste ich mich so fassungslos zusammenreißen, damit ich nicht laut zu lachen anfange aber man gewöhnt sich schnell und so habe ich die dreiviertel Stunde gut überstanden ;)
    Am nächsten Tag haben wir uns ein richtig gutes Frühstück in einem schönen alten Cafe gegönnt und wollten dann gestärkt in den Tag aufbrechen. Bis mittags hat die Energie noch gereicht und wir haben uns die alte Rüstung von Ned Kelly (australischer Robin Hood) angeschaut. Ab dann war ich leider nur noch auf der Suche nach einem Klo weil ich wohl was falsches gegessen hab (wir tippen zwar eher auf das Sushi vom Vorabend als auf das gute Frühstück, aber wer weiß ;)). Und so hab ich den Nachmittag mit Spucktüte versucht zu überstehen , bis es dann abends in einen voll gestopften Zug mit einem stinkenden Alki neben uns (nicht das beste für einen schlechten Magen) zu unserer Unterkunft in die Nähe des Flughafens ging. Der Harti hat es sogar geschafft, mir hier -an einem Ort so weit weg von der Heimat- eine normale Breze zu besorgen. Das war glaub ich meine Rettung und so kamen am nächsten Morgen die Lebensgeister wieder zurück - was auch dringend nötig war weil ich um 6 in der Früh in ein Flugzeug steigen musste ;). Die nächsten 4 Tage steht noch Sydney auf dem Programm und dann geht's wieder nach Hause.
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Die 250 km lange Great Ocean Road von Warrnambool bis Torquay war landschaftlich wirklich eine wunderschöne Strecke! Ganz im Westen sind wir an der Shipwreck Coast gestartet weil hier zur Zeit des Goldrausches ab 1850 viele europäische und amerikanische Schiffe kurz vor dem heißersehnten Ziel gegen einen der Kalktürme, die oft auch unter dem Meeresspiegel sind, krachten und sanken. Die Küstenlinie ist atemberaubend, steile Felswände, wildes Wasser und dann die bizarren Felstürme und -brücken mitten im Meer. Bekannt ist die London Bridge, die ursprünglich mal ein Doppelbogen war, auf den man spazieren konnte. 1990 ist ein Mann auf dem ersten Bogen rum gehüpft um seiner Frau zu zeigen, dass er stabil ist (sie hatte nämlich Angst dass er zusammen bricht). Und dann passiert natürlich, was passieren muss - der Bogen bricht ein. Die zwei Touris standen geschockt auf dem nun abgeschnittenen Turm, wurde aber bald mit dem Heli gerettet ;) Ein weiterer weltberühmter Ort sind die 12 Apostel - obwohl es weder 12 Türme sind (7 bis 9, je nachdem wie man drauf schaut) noch handelte es sich ursprünglich um Apostel. Früher wurde es 'die Sau mit Ferkeln' genannt aber der Name war irgendwann nicht mehr adäquat für so eine Attraktion ;) Die Türme sind auch nicht sonderlich stabil und so stürzt immer mal wieder einer ein (2005 der letzte).
    In Melbourne hieß es dann Abschied nehmen von unsere Reisegruppe und Cara, die den ganzen Tag mit ihrer geschenkten Omaunterhose auf dem Kopf oder über ihrem Rock rumgelaufen ist :D Im Cafe wurde sie ganz schräg angeschaut, aber gestört hat sie das kaum... Wir haben die Tour auf jeden Fall sehr genossen (bis auf die ausgefallene Klimaanlage) und in den 9 Tagen über 4000 km runtergefahren. Temperaturschocks waren hierbei auch inklusive ;) Jetzt freuen wir uns auf die letzte Woche mit Big City Life in Melbourne und Sydney!
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  • Von Adelaide sind wir in der Früh zum Grampians NP aufgebrochen. Die Landschaft des Nationalparks erinnert uns mit seinen Wasserfällen und Bäumen eher an unsere Breiten und wir fühlen uns gleich ein bisschen wohler :) Auf dem Weg dorthin haben wir noch Halt an einem Salzsee gemacht, der ganz rosa war (kommt auf dem Foto leider nicht so gut rüber). Die Farbe kommt durch die vielen Algen zustande, die sich in dieser Gumpe tummeln. War schön zum Anschauen aber für eine Erfrischung nicht geeignet (ca 50cm tief). Diese Info hatten die zwei italienischen Touris wohl nicht, die mit Bikini und Handtuch kurz nach uns am 'Strand' angekommen sind ;) Leider sind wir zu früh wieder los gefahren um ihre Schwimmversuche mitzuerleben...
    Im Grampians sind wir zu einem Wasserfall spaziert und haben das Spektakel genossen, den Briten beim überqueren des Baches zuzuschauen. Manche haben anscheinend noch nie ihren Fuß auf einen Stein gesetzt und sich so selten dämlich angestellt (eine ist sogar mit ihrem dicken Kapuzenpulli baden gegangen und bei 18 Grad mit dem nassen Ding weiter spaziert). Danach ging es zu einem Aussichtspunkt, den unser Guide Cara als Top of World bezeichnet hat. Und der Ausblick war wirklich atemberaubend schön - eine weite Fläche, Stausee und Berge! Und Cara hat uns gleich noch mehr versprochen, wenn wir morgen um kurz vor 6 aufbrechen um den Sonnenaufgang auf dem Berg zu genießen. Alle haben ziemlich leise 'ja ok' gesagt nachdem einen das frühe Aufstehen wirklich ein bisschen fertig macht. Noch dazu hat sich die Wettervorhersage mit 13 Grad und Wolken nicht so prickelnd angehört. Ich hab also Daunenweste, Pulli und Jacke eingesteckt und los ging unsere Wanderung im Dunkeln. Oben angekommen hat der Wind bei 10 Grad geblasen und der Sonnenaufgang war leider wegen der Wolken ziemlich unspektakulär. Wir fanden es trotzdem sehr schön, im Gegensatz zu manch anderen, die mit kurzer Hose und T-Shirt fast erfroren wären ;) Der Sandstein ist hier zu total verrückten Formen erodiert worden und lässt oft einzelne Türme oder dünne Brücken stehen. Bei schönerem Wetter haben wir noch beim Tower Hill NP Halt gemacht und einen unglaublichen lieben Baby Koala im Baum gesichtet. Er hat dann eine halbe Stunde wie auf dem Laufsteg für uns posiert und wir wollten ihn am liebsten in unsere Tasche stecken und mitnehmen. Übernachtet haben wir in Port Campell, einem gemütlichen, kleinen Fischerdorf an der Great Ocean Road. Abends haben wir noch Valentinstagswichteln gemacht und jeder hat eine Kleinigkeit von jemandem aus der Gruppe bekommen. Cara hat uns wirklich 9 Tage mit ihrer verrückten aber sehr netten Art bei Laune gehalten und hat als Dank 3 sehr hässliche und riesige Omaunterhosen und eine Flasche Gin bekommen ;)
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  • Vor Sonnenaufgang ging es bei angenehmer Temperatur (ca. 35 Grad) zu einem 2 Stunden Spaziergang im Flinders Range NP. Später kann man hier fast nicht wandern weil einen die Sonne sonst brät aber so war es sehr angenehm und wir konnten viele Kängurus bestaunen und freuten uns, wieder Wälder zu sehen. Die Fahrt Richtung Adelaide führt uns durch das Weinviertel Australiens (Barossa Vally, Clare Vally...) und da darf eine Weinverkostung natürlich nicht fehlen. Man merkt schon, für welche Personengruppe die Tour ist. Besichtigung von der Produktion oder den Weingärten - wer braucht das schon? Hauptsache man kann trinken ;) Glücklicherweise waren wir davor Mittag essen und so konnten wir die (mindestens) 10 verschiedenen roten und weißen Weine genießen. Bekannt ist die Region vor allem für ihren Riesling ('bester Wein 2016' prämiert im Rheinland) und Shiraz und wir standen mit unserem verschwitzten Sportoutfit da und haben den Wein gekonnt nach rechts und links gedreht ;) Nachdem es Samstag Abend war, wurden im Hostel in Adelaide gleich mal die Trinkspiele ausgepackt und wir waren sogar bis 12! wach :) Das war ganz ungewohnt während dieser Reise weil man ja meist um spätestens halb 7 aufgestanden ist. Morgen war aber unser freier Tag und jeder konnte machen was er will.
    Als wir in der Früh unser Fenster aufgemacht haben, sind wir fast zu Eis erstarrt! Kälteeinbruch in Adelaide bei gerade mal 17 Grad und einem Maximum von 21. Da mussten wir erstmal eine viertel Stunde in unseren Taschen wühlen um zu den langen Sachen zu kommen (abends hab ich sogar meine Daunenweste gebraucht für die der Harti mich immer verarscht hat) :) Die Lebensgeister kehrten sofort zurück und wir waren voller Tatendrang. Mit dem Radl erkundeten wir die ganze Stadt, besuchten die ArtGallery (teils sehr merkwürdige Exponate wie zwei tote Pferde ineinander gestopft), das Wein Center, den Friedhof und ein Cricket Spiel. Das war unser absolutes Highlight. Es ist wirklich eins der langweiligsten Spiele die ich je gesehen hab. Ein einziges Spiel dauert ca 4 Tage und pro Tag wird von in der Früh bis zum Abend gespielt. Es gibt regelmäßig Tee- und Esspausen für die Spieler, damit sie sich ja von ihrem anstrengenden Spiel erholen können. Von den 13 Leuten am Feld bewegen sich nämlich genau 2 (evtl 3 ;)). Die Schiedsrichter stehen mit Sonnenhut am Platz und genießen das schöne Wetter und die Zuschauer kommen mit ihren Büchern zum Spiel damit die Zeit nicht ganz so sinnlos ist :) Es ist aber eins der beliebtesten Spiele hier in Australien und wenn man vielleicht etwas mehr drinnen ist, wird es auch spannender (oder auch nicht). Die Stadt hat uns richtig gut gefallen, schöne Häuser und hoher Freizeitwert. Touristenfreundlich ist sie auch noch weil irgendwie von den Rädern über das Cricket bis zum Museum alles umsonst war! Morgen geht es wieder in die Natur zum Grampians NP.
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  • Die Fahrt bis zur Opalhauptstadt Coober Pedy war wirklich sehr lang (11h) und die Landschaft wechselt von dem überraschenden Grün zu Rot und immer weniger Vegetation. Autos begegnet man hier nur relativ selten und die Temperatur stieg beharrlich auf 45 Grad an. Neben dem langen Sitzen kam dann noch erschwerlich hinzu, dass die Klimaanlage für die letzten 3 Stunden Fahrt mehr oder weniger ausgefallen ist weil die Leistung vom Auto einfach nicht genug war. Das war echtes Überlebenstraining wenn es selbst im Auto 38 Grad hat und du nirgendwo deinen Körper runterkühlen kannst (und das nach 2 Tagen campen, natürlich auch ohne Klima). Wir saßen also alle pitschnass im Auto und haben die Minuten gezählt bis wir in Coober Pedy ankommen. Hier wartete nämlich ein Untergrund-Hostel auf uns und wir als Tunnelliebhaber wussten gleich - da wird's kühler ;) Dort angekommen wurden wir von 24 Grad empfangen - ein absoluter Segen nach dieser Schwitzerei (ich habe echt noch nie in meinem Leben so geschwitzt)! Wir haben dann gleich noch eine Opalmine besucht und der Harti hat wieder damit geliebäugelt, hier einen Claim zu kaufen und das raue Mineurleben zu probieren :) Draußen kann es hier im Sommer zwar 55 Grad werden (wir hatten heut nur 46) aber unter Tage ist es ganz angenehm :) In dem Kaff ging es zum Pizza essen in ein Restaurant ohne Charme - und was passiert in dieser gottverlassenen Gegend?! Eine weitere Touristen Gruppe setzt sich an den Nebentisch und plötzlich sagt der Harti:“ja servus was macht ihr denn hier???“. Man kann mitten im Outback schon mal einen Studienkollegen treffen ;) Echt verrückt... Unsere Leiterin hatte dann noch eine Überraschung für uns. Es ging zu einer Pflegestation für verwundete Kängurus und dort haben wir ein so liebes Baby Känguru streicheln können <3 Es ist 5 Monate alt und schläft 23,5 Stunden am Tag...
    Zum Abschluss des Tages sind wir in eine Untergrund-Bar gegangen und haben uns einem kleinen Cider für 8$ gegönnt. Es ist schon was besonderes, dass wirklich viele Einwohner hier ihre 3 Zimmer Wohnung etc. in den Berg hineinbauen um der Hitze zu entkommen. Unser Schlafplatz hatte bis auf die Stockbettatmosphäre auch einen gewissen Charme und wir haben schon lang nicht mehr so gut geschlafen :) Vor dem nächsten Tag graute es machen schon weil wieder 700 km auf dem Plan standen und die Fahrt von gestern noch jedem in den Knochen saß. In der Tourbeschreibung stand schön “lehn dich im Privatauto zurück und genieße das Outback“. Ab dem Mittag ist dann wieder die Klima ausgefallen und der Schweiß ist einem wirklich in Strömen über den Körper gelaufen (Hartis Kommentar 'ich hab echt einen See in meinem Flip Flop' und das war nicht übertrieben). Wir haben zwischendurch noch einen Stopp bei einem Salzsee gemacht und da war die Temperatur schon bei 48 Grad. Bevor wir uns wieder ins 38 Grad kalte Auto setzen konnte musste ich mir erstmal eine Flasche Wasser drüber kippen um das zu überstehen... Die Nacht haben wir nahe der Flinders Range verbracht. Die Landschaft sieht mittlerweile schon wieder einladender aus (Bäume, Berge), die Temperatur bleibt aber beharrlich über 40.
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  • Das Outback hat uns wider Erwarten mit relativ viel grün empfangen weil es die letzten Tage ziemlich geregnet hat. Die Farbkontraste von rotem Sand und grüner Steppe waren wirklich sehr schön! Alice Springs ist eine Stadt von 26.000 Einwohnern (nichts besonderes) und außen rum gibt es weit und breit keine Zivilisation. Dort mit dem Flugzeug aus Sydney angekommen stand auf unserem Infozettel gleich, dass wir abends nicht allein raus sollen und unsere Wertsachen im Zimmer lassen sollen. Am Weg zum Supermarkt wussten wir dann wieso. In der Stadt gibt es sehr viele Aborigines, die alle nur auf der Straße lungern und nicht arbeiten. Und zugegebenermaßen schauen die wirklich immer sehr unfreundlich und grimmig drein, so dass einem bei Tag schon etwas mulmig wird... Der Staat probiert sie zu integrieren, aber das klappt irgendwie überhaupt nicht und viele sind Klebstoff- oder alkoholabhängig. Eine absolute Parallelgesellschaft, die hier im Zentrum herrscht. Während unserer Zeit hier haben wir wirklich nur einen einzigen Eingeborenen arbeiten sehen, ansonsten wird alles von Weißen gemacht. Das hat uns extrem gewundert weil sie ja alle arbeitslos sind (die wenigsten leben noch im Busch wie damals, sondern laufen mit Handy und Nikeschuhen rum). Wir haben dann viele Studien gefunden und die Eingeborenen haben mit durchschnittlich 62 Punkten anscheinend den geringsten IQ aller Rassen auf der Welt und können somit oft die simpelsten Dinge bewerkstelligen. Das Problem wird in Australien aber gern ignoriert und eine Lösung ist nicht in Sicht.
    Unsere Reisegruppe für die nächsten 10 Tage besteht aus 17 anderen, meist jüngeren Leuten (die Schweizer bilden mit 5 Mann/Frauen witzigerweise die Mehrheit) und einer total ausgeflippten, rastalockigen Führerin :) Sie ist eine richtige weisse Buschfrau, aber sehr nett.
    Wir starten um 6 in der Früh Richtung Uluru (ist der indigene und respektvollere Name für den Ayers Rock) und besuchen auf dem Weg noch einen Okra-“Abbau“, wo die Aborigines ihre Farbe für Körperbemalung etc her bekommen. Dort gab es zum Frühstück 'bush coconut'. Das klang anfangs sehr verlockend, als sie die kleinen Kugel aufgemacht hat ist mir der Appetit aber sofort vergangen! Schwarzes vergammeltes Zeug, Würmer und ein bisschen weißes Kokosnussfleisch aussen. Es gehört aber anscheinend so ;) Dann sollte jeder eine Kostprobe nehmen - manche haben Würmer bekommen, andere das Fleisch. Da ich Vegetarier bin blieb ich verschont von den zappelnden Tieren aber das vergammelte andere Zeug war auch nicht besser - einfach nur greißlig! Zur Erfrischung ging es dann zum Baden zum Ellery Creek Water Hole, unerwartet im roten Outback aber sehr schön (wenn man den Gedanken an unsere Krokodilvorführung beiseite schiebt - klar war das Wasser nämlich nicht). Nach 5 Stunden sind wir dann am Uluru angekommen uuuund... es regnet!? Mittlerweile mussten wir schon lachen weil es immer bei den Besonderheiten auf unseren Reisen regnet. Es hat nur kurz angehalten und die 40 Grad auch nicht abgekühlt. Es hieß wir campen dort für zwei Tage in einem Swag (wie ein Biwak für eine Person mit Moskitonetz) unter freiem Himmel. Als sie uns dann die 'Swags' gezeigt hat, war es erstmal mucksmäuschenstill. Es war einfach nur eine dünne Matratze umhüllt von einem ziemlich unappetitlichen, dicken Stofffetzen ohne Netz :) Wir sollten also im Land mit den meisten gefährlichen Tieren auf der Welt einfach am Boden ohne Zelt oder irgendwas schlafen und das bei um die 30 Grad Nachttemperatur. Nicht zu vergessen, dass es grad kurz geregnet hat. Aber dafür ist gesorgt - man soll doch einfach die Klappe überm Kopf zumachen und sich in den Stofffetzen reinlegen (wie man dann noch Luft kriegen soll war für mich aber fraglich). Ich bin ja wirklich nicht zimperlich aber selbst ich hab mir gedacht, dass ich den ekligen Stoff unter keinen Umständen berühren will, geschweige denn mich damit einhüllen kann. Der Harti hat den rätselnden Ausdruck aus seinem Gesicht gar nicht mehr raus bekommen und ein anderes Mädel hat das Weinen angefangen ;D Das größte Problem kam dann aber erst auf - unser Platz war verseucht von Ameisen, die wirklich Millionenfach und einfach überall waren. Jeder freute sich also nachts von Ameisen und Mücken zerfleischt zu werden. Kurzum, wir haben es überlebt, es war dann auch nicht ganz so schlimm, auch wenn es zwischendurch kurz geregnet hat ;) Der Sternenhimmel war auch wunderschön! In der Früh ging's um 5.30 zum beeindruckenden Sonnenaufgang am Uluru und dann starteten wir um halb 8 mit der Wanderung um bzw. der Harti auf den Berg. Prinzipiell bevorzugen die Aborigines es, wenn man ihn nicht besteigt aber es machen trotzdem viele (vor allem Asiaten). Im Sommer ist der sehr steile Trampelpfad auf blankem Fels nur bis 8 in der Früh offen weil es sonst zu heiß ist und regelmäßig Leute an Herzinfarkt sterben. Besonders sicher schien das Ganze von unten auch nicht und als ich die Asiaten auf allen Vieren runter krabbeln sah, beschloss ich lieber unten zu bleiben und den 11km langen Rundweg zu gehen (bei 40 Grad und knalliger Sonne schien mir das echt genug Bewegung). Der Harti konnte es nicht lassen und ist die 350hm hoch gegangen (der Weg war wohl echt sehr steil und unsicher) und wurde oben mit einem unglaublichen Blick belohnt. Danach ist er noch unter Eile den Rundweg gelaufen weil er ja nichts verpassen wollte. Ich war auf jeder Fall froh, ihn nicht auf allen Vieren wieder zu treffen (auch wenn er von oben bis unten komplett durchgeschwitzt war und das auch noch eine Stunde später im Bus angehalten hat :)). Der Monolith und seine Größe waren wirklich beeindruckend, aber diesen extremen Mythos konnten wir nicht ganz nachvollziehen. Über die Mittagszeit sollten wir uns entspannen - am Pool oder einfach am Zeltplatz ein Nickerchen machen. Variante 1: Der Pool war so voll gestopft mit Leuten, dass das Wasser sicher nicht mehr erfrischend war. Variante 2: klang vielversprechend, nur wo soll man sich hinlegen?! Bäume bzw. Sträucher gab es nur außen rum, es hatte über 40 Grad und sobald man 5 Sekunden an einem Ort stehen blieb wurde man von Ameisen eingehüllt (ich dachte immer, dass sie in Filmen übertreiben, wenn Menschen von Ameisen aufgefressen werden aber jetzt glaube ich es sofort ;)). Und an diesem erbärmlichen Ort blieben wir auch noch zwei Nächte - das haben sicher 95% unserer Gruppe gedacht. Abends sind wir noch zum Kata Tjuta gefahren, der ähnlich wie der Uluru entstanden ist nur weniger bekannt ist weil es nicht ein einziger Gupf ist sondern mehrere kleinere. Mir hat das fast besser gefallen und ich hab mich immer mehr gefragt, was alle soooo toll am Uluru finden. Mit einem Plastikbecher Champagner zwischen 100 anderen Touristen am Abend wurde es mir dann langsam klar. Der Sonnenuntergang ließ den Berg wirklich in einem tiefen Rot leuchten und die Szenerie war gewaltig (Tagsüber ist er eher langweilig braun). Fix und fertig von der Hitze und dem ständigen frühen aufstehen ging es wieder zu unserer Matratze. Morgen heißt es lange Auto fahren (800km) und wir freuten uns auf etwas länger schlafen und Klimaanlage. Doch das länger Schlafen war falsch gedacht. Irgendwie müssen wir jeden Tag eine halbe Stunde früher raus (auch wenn man immer denkt früher geht nicht mehr) und um 5 in der Früh saßen wir brav im Bus um bis nach Coober Pedy zu Opalminen zu fahren.
    Anmerkung von Harti: Er findet den Uluru schon sehr außergewöhnlich und besonders! ;)
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  • Unser letzter richtiger Tag im Camper stand ganz im Zeichen der Seen. Die Route führt uns wunderschön auf schmalen Landzungen immer zwischen Meer und Seen hindurch. Im Myall Lakes NP sind wir wieder zu einem Leuchtturm hoch gewandert und haben die sagenhafte Aussicht genossen! Am einen Ende lag ein schöner langer Strand - gefühlt im Nirgendwo. Aber irgendwie muss da doch eine Straße hinführen, denn wie wir merken konnten, heißt es für Australier nicht 'gehen wir zum Strand' sondern 'fahren wir auf den Strand'. Da nimmt man gemütlich sein Allrad-Auto, parkt mitten am Sand, fährt die Markise aus und hat seinen Kühlschrank immer dabei :) Eigentlich ein ganz entspannter Lebensstil! An einem abgelegenen See, zu dem eine kleine Schotterpiste führt, wollten wir Mittag machen. Dort angekommen hatten wir unerwartet Probleme, einen Parkplatz zu finden - Kindergeburtstag und auch sonst absolutes Highlife und das mitten in der Pampa! Wir haben groß aufgetischt und kaum dass wir uns hingesetzt hatten, haben wir schon Besuch bekommen. Ein Meter langer Waran hat sich auf den Bädetüchern geräkelt und sich die Sonne auf den Rücken scheinen lassen. Ich war schon wieder kurz davor, auf meinen Campingstuhl zu springen aber die Kindergeburtstags-Gruppe blieb ganz ruhig sitzen :) Diese Tiere scheinen hier so wie für uns Hunde zu sein... sehr gewöhnungsbedürftig! Abends sind wir in den Genuss von einem imposanten Gewitter gekommen und ich konnte den Blitz mit meiner Kamera sogar einfangen!
    Morgen heißt es dann Adieu Camper :( Wir sind schon ganz traurig und haben ihn sehr lieb gewonnen! Die Trauer hielt aber nur relativ kurz nachdem wir unsere Airbnb Unterkunft für diese Nacht erreicht hatten! Ein unglaubliches Haus, 5 Minuten vom Strand in Maroubra, super eingerichtet und wir hatten eigentlich 4 Zimmer für uns allein. Wir haben uns also gleich auf die Terrasse gelegt und einfach nur die Aussicht genossen. Unsere Gastgeberin ist Künstlerin, ursprünglich aus Mauritius aber in Australien aufgewachsen. Und wie der Zufall will, fragt sie mich ob ich nicht aus Bayern komme. Ihr Ex-Mann ist wohl Deutscher und sie haben ein paar Jahre in Trudering gewohnt... Die Welt ist echt klein ;) Leider hat dieses Luxusleben nur 12 Stunden gedauert - um 6 in der Früh ging's zum Flughafen und auf ins Landesinnere (bedeutet Hostel oder Campen ;)). Wie das Internet mitten im Nirgendwo ist, werden wir dann sehen - also liebe Eltern macht euch keine Sorgen wenn ihr etwas länger nichts von uns hört :)
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  • Byron Bay war bei Tageslicht schon etwas mehr nach unserem Geschmack, die Typen sind aber die gleichen geblieben. Deswegen haben wir hier mehr die Landschaft genossen und sind zu einem Rundweg bis zum Leuchtturm aufgebrochen. Er liegt auf einer Halbinsel und ist der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Wir wussten zwar, wie lang der Weg war, aber von Höhenmeter wurde im Reiseführer nirgends gesprochen ;) Deswegen war ich kurz schockiert, als ich die Vielzahl an Stufen vor mir sah und es auch auf die Mittagszeit zuging... Am östlichsten Punkt (war natürlich direkt hinter dem größten Anstieg) sind wir also ziemlich verschwitzt und fertig angekommen :) Oben sind uns dann einige total entspannt und ohne einen Schweißtropfen vergossen zu haben entgegen gekommen. Die haben sich wohl den unverschämt teueren Parkplatz direkt beim Leuchtturm gegönnt! Ich hab mein gespartes Geld lieber gleich in ein Eis investiert und den Ausblick genossen. Schroffe Felsen und einzigartige Strände! Und oben drauf gab's noch einen ganzen Schwarm Delfine!!! Den Nachmittag haben wir an einem ruhigen Strand verbracht und sind ein paar Mal im Wasser gewesen. Hier sind die Wellen zwar echt ziemlich groß und wild (man kann nicht mehr als ein paar Meter rein weil einen sonst die Strömung raus zieht) aber es gibt keine Quallen oder Haie hier ;) Die Nacht haben wir in Coffs Harbour verbracht, dass außer einer riesen Plastikbanane noch einen top Campingplatz zu bieten hat (inklusive Hüpfkissen und Rutschenparadies). Die Banane wurde in den 60iger Jahren dort platziert, um den Tourismus anzulocken. Danach ging ein richtiger Hype mit solchen Megagegenständen los und überall im Land sprossen gigantische Hummer, Ananas etc. aus dem Boden. Und wir waren an der Geburtsstätte - sehr beeindruckend (Ironie!!!) :) Man muss halt dort gewesen sein, wenn man in Coffs Harbour war. Port Macquarie war unser nächster Halt. Hier haben wir einen Spaziergang entlang der Küste gemacht und die Steine am Pier sind mit allen möglichen Kunstwerken verziert (Bayern waren wohl auch mal hier :)). Die Nacht verbringen wir an einem Campingplatz bei Forster, der direkt zwischen Lagune und Meer liegt. Wunderschön und ruhig. Den Platz teilen wir nur mit einer ziemlich großen Moskitopopulation ;) Nachdem heute der erste bedeckte Tag war, waren wir abends sogar motiviert und haben ein bissl Fussball, Basketball und Tischtennis gespielt!Read more

  • An zwei Tagen wollten wir die Sunshine Coast, Brisbane und die Goldcoast abhandeln und nebenbei noch den Bundesstaat und die Zeitzone wechseln. Unser erster Besuch war Noosa, ein total idyllisches Fleckchen mit einem unglaublichen Strand und einer total entspannten Flaniermeile. Bei ziemlicher Hitze sind wir dann für den Coastal Track losmarschiert und haben bei dem Küstenweg wunderschöne Landschaft und ziemlich viele Surfer gesehen. Ab hier beginnt also langsam das australische Leben mit sonnengebräunten Surferboys/-girls, wie man sich das so vorstellt. In Noosa hätten wir ruhig noch länger bleiben können aber unser Stopp für heute war Brisbane. Am Weg dorthin haben wir noch kurz an den Glasshouse Mountains, 12 Vulkangipfeln, halt gemacht. Am nächsten Tag ging's erstmal zu unserer Camper Vermietung, um neue Handtücher und Bettzeug zu holen. So haben wir mal die Möglichkeit gehabt, Rushhour in einer Großstadt zu erleben. Und das mit einem Gefährt, dass meines Erachtens ziemlich große tote Winkel hat ;) Verfahren haben wir uns natürlich auch (selbstverständlich war ich schuld) und die Laune des Fahrers war schon etwas gesunken. Mit frischer Wäsche im Gepäck ging's dann ins Zentrum. Da es keine U-Bahn gibt und sehr viel Verkehr, haben sie die Busse in den Untergrund verlagert und Kilometer lange Straßen gebaut. Der Stadtkern strotzt vor Hochhäusern und wird schön vom Fluss eingerahmt. Wir sind zuerst mit der Fähre rum gefahren und dann im Business District ausgestiegen. Es war grad Mittag und alle Bänker, Immobilienmakler etc haben sich ihr Bio-Gesund-Essen in ihren Designerkleidchen und Anzügen gegönnt. Ich würde sagen, dass wir ziemlich herausstachen - der Harti vielleicht noch mehr als ich nachdem er eher nach Strandurlauber aussah (Badehose, Sportshirt, Strohhut und Trekkingsandalen ;)). Je näher wir zur Shoppingmeile kamen, desto mehr haben sich die Leute unserem Lifestyle angepasst :) Nach dem Spaziergang ging es zum Rathaus und einem Museum, das sich darin befand. Als Schmankerl konnten wir mit einem Aufzug von 1930 hoch in den Uhrturm fahren und die Aussicht genießen.
    Dann hieß es für uns wieder ab aus Land. Heute wollten wir In Byron Bay übernachten, was uns von vielen wärmsten empfohlen wurde. Die sehr touristische Goldcoast haben wir aus Zeitgründen ausgelassen - man hat aber gemerkt, dass hier was los ist. Auf einmal standen wir im Stau - und zwar ca 160 km lang! Und das auf einer 3 spurigen Autobahn, ohne Schlaglöcher. Wir waren ganz verwirrt ;) Hier angekommen sind wir gleich zu einem Spaziergang durch die Hauptstraße aufgebrochen (mit ziemlich hohen Erwartungen). Nach ein paar Metern wurden wir gleich von einem Freak angeredet, der Hartis Shirt sehr cool fand (einfach nur schwarz?!). Und irgendwie waren diese verrückten Hippies überall auf der Straße. 50 Prozent der Männer haben lange, zerzottelte Haare und es scheint als wären wir wieder in der Flowerpower Zeit angekommen. Jetzt im Trend ist anscheinend auch, keine Schuhe mehr zu tragen. Im Supermarkt sind mehr Leute barfuss durch die Gänge geschlurft als mit Schuhen ;) Falls man auf der Suche nach Gras ist, wird man hier sicher auch nicht lang suchen müssen. Wir waren also beide etwas verwundert, wie verschieden Geschmäcker sein können, vor allem weil diejenigen, die uns das empfohlen haben, eher prüde waren. Der Harti hat irgendwann schockiert gemeint: sag mal sind wir eigentlich wirklich so spießig?! Das war der Satz des Tages ;) Wir werden dem Ort auf jeden Fall bei Tageslicht noch eine Chance geben! Darauf gab's erstmal ein gutes Fleischpflanzerl und schon sah die Welt ganz anders aus.
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  • Unser Ausflug auf die größte Sandinsel der Welt (120 km lang und bis zu 12 km breit) lässt sich am treffendsten mit den Worten “7 Stunden lang im Allrad Truck über Sandwege hoppeln“ beschreiben. Unglaublich, wie sich unser Bus durch weichen und festen Sand durchgewühlt hat. Ich war schon nach ein paar Minuten froh, dass wir uns nicht selber ein Allrad Auto gemietet haben... Das klingt immer so spannend aber da bleiben alle Nase lang Touris mit ihren Jeeps im Sand hängen und das Fahren dort stell ich mir sehr anstrengend vor. Manche Abschnitte sind so weich, dass du locker 20/30 cm einsinkst. Abenteuer eben :) Ich war auf jeden Fall mit unser Wahl zufrieden weil die großen Trucks natürlich nicht ganz so durchgeschüttelt werden! Die Insel ist bemerkenswerterweise fast komplett von Regenwald bedeckt, der direkt im Sand wurzelt. Und mitten in der Insel gibt es Süßwasserseen, die so unglaublich klar sind und von türkis, grün nach blau wechseln. Harti hat hier das schönstes Badeerlebnis in seinem Leben gehabt (so enthusiastisch war er bisher noch nie ;)). Danach ging es zum 75 Mile Beach, einem schnurgeraden Strand, der hier fast als Autobahn genutzt wird. Zwischendrin steigt ein junger Pilot mit weißen Socken bis zum Knie ein und bietet uns einen kurzen Rundflug über die Insel an. Ich hör schon gar nicht mehr zu sondern begutachte diese merkwürdigen Socken und plötzlich frägt der Harti mich, ob wir das nicht machen wollen. MICH!!! Nach meinem Flugerlebnis in Peru habe ich mir geschworen, nie wieder so eine klapprige Kiste zu besteigen und die hier sah auch nicht größer oder neuer aus. Ich hab also nur schockiert “spinnst du?“ gesagt und nach kurzem Zögern stand er schon neben dem Piloten ;) Seinen Erzählungen nach war es sehr schön und ein paar wilde Manöver gab's auch oben drauf. Am Eli Creek haben wir uns dann wieder getroffen und ich dachte nur , zum Glück er lebt noch :) Am Rückweg haben wir glücklicherweise auch noch Dingos gesehen, die reinrassig nur hier vorkommen (irgendwie eine Mischung aus Hund und Wolf oder so). Der Tag war also ein voller Erfolg und der Ausflug hat sich gelohnt!Read more

  • Die Route führt uns nun wieder an der Küste entlang Richtung Süden. Erster Stopp in der Früh war Rockhampton, berühmt als die Rinder Hauptstadt Australiens. Deswegen stehen häufig Statuen dieser Tiere wild verteilt an der Strasse. Die Nacht haben wir kurz davor in Gracemere verbracht, wo der größte Viehmarkt der südlichen Hemisphäre statt findet. Viel war davon nicht zu sehen. Verwundernswert war auch der Campingplatzbesitzer, ein junger, lässiger Kerl der den ganzen Tag mit seinem Golfcart über den Platz fährt. Auf seine Frage, wo wir grad her kommen antworteten wir mit Rubyvale und er quittierte das lauthals mit einem “Oh Jesus what the hell did you do there?!?“. Und ich dachte mir nur, da gibt's wenigstens Edelsteine, in Gracemere gab's außer Mc Do gar nichts! Deswegen waren wir voller Vorfreude auf Rockhampton, eine große Stadt mit einem Museum etc... erstmal wurde Hartis Bart noch getrimmt (er ist mal wieder höchst unzufrieden ;)). Danach fuhren wir wieder durch eine verlassene Stadt und das Museum war seines namens nicht wert... wo sind die ganzen Menschen fragen wir uns langsam? Die Antwort kam kurz danach, als wir im Shopping Center etwas außerhalb zum Supermarkt wollten. Hier stapelten sich die Leute an der Fressmeile! Die Kleinstädte haben uns bisher also nicht so überzeugt. Bundaberg wollten wir noch eine Chance geben, nachdem ich gelesen hab, dass es ganz gemütlich sein soll. Und wir wurden nicht enttäuscht. Es waren selbst sonntags Menschen auf der Straße und ein paar Geschäfte hatten offen. Unsere Dankbarkeit haben wir gleich im Gottesdienst gezeigt, in den wir aus Versehen reingeplatzt sind und aus Anstand ein bissl geblieben sind (wollten eigentlich nur kurz die Kirche anschauen). Hier sind sie auf jeden Fall hoch modern mit riesigem Beamer, Kinderspielecke etc... Danach ging es direkt zum Touristenmagnet Nummer 1 in Bundaberg - die Rumdestillerie. Angeblich weltberühmt, allerdings hatte keiner der Europäer in unserer Gruppe je davon gehört. 95 % der Millionen Liter Rum werden nämlich von den Australiern selbst getrunken. Er macht aber wirklich was her - ist im Moment der beste Rum der Welt und hat viele Preise abgeräumt. Der teuerste kostet um die 10 000 $ die Flasche. Nach der Werksführung gab's die Verkostung und wir haben natürlich die teuerste (zur Auswahl stehende) Variante probieren wollen (25 $ pro Stamperl). Auf den edlen Tropfen musste ich mich fast übergeben - 12 Uhr mittags, fast nüchtern und ich mag eh keinen Rum :) Der Harti sah nicht viel glücklicher mit seinem Drink aus, auch wenn er es nicht zugeben will ;) Beim zweiten Drink haben wir auf die leichtere Likörvariante gesetzt (gute Variante). Neben Rum hat die Stadt noch ein weiteres einzigartiges Getränk - das Ginger Beer. Es schmeckt meines Erachtens kaum nach Ingwer und Alkohol ist auch keiner drin. Aber es ist unglaublich gut! Der Camper wiegt jetzt also ein paar Kilo mehr und der Harti muss wegen den Flaschen die Kurven sanfter nehmen :) Einen kurzen Zwischenstopp haben wir noch in Maryborough gemacht, der Geburtsstätte von der Autorin von Mary Poppins. Die ist zwar mit 10 nach England ausgewandert, aber eine Statue wurde ihr trotzdem gewidmet ;) Im Supermarkt wurde uns gleich noch frohe Weihnachten gewünscht, das fühlt sich mal richtig verkehrt an... Übernachtet wird heut in Hervey Bay und morgen machen wir eine Tagestour nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt!Read more

  • Nach 3 Tagen auf See wollten wir das komplette Gegenteil erleben. Zuerst starteten wir in Mackay, einer Stadt an der Küste. Es war Australia Day und alle Australier sollten feiern - das heißt überall waren Feste angekündigt. Während dem Stadtbummel fragen wir uns allerdings, ob das ernst gemeint war?! Wir waren mit Sicherheit die einzigen Touristen in der ganzen Stadt und zudem oft die einzigen Menschen überhaupt... also nach Party sah es hier nicht aus, eher nach Weltuntergang... Danach ging es ca. 300km ins Landesinnere. Dort wollten wir mit der Edelsteinsuche reich werden und unseren Urlaub gleich mitfinanzieren ;) Das einzige was es in der Gegend gibt ist Bergbau - das aber in jeder erdenklichen Form, da das Bowen Basin Australiens größes Kohlerevier ist. Rechts und links der Straße türmen sich riesige Haufen von Abbraum und auf den Gleisen daneben reihen sich Waggons voll mit (Stein-)Kohle. Unser Ziel war Rubyvale, was direkt neben Sapphire und Emerald liegt. Man kann schon erahnen, dass die Ortschaften irgendwas mit Edelsteinen zu tun haben ;) Die Gemfields waren mal die ertragreichsten Felder überhaupt, vor allem für Saphir. Die letzten 100km gab es einfach nur rote Erde und unendliche Weite um uns rum - keine Autos und nichts war in der Nähe und wir konnten schon mal ein Vorgeschmack vom Outback bekommen (inklusive der Temperatur bei 37 Grad). Neben der beeindruckenden Landschaft sind wir auch noch in den Genuss der heimischen Tierwelt gekommen (das fand ich allerdings weniger schön ;)). Ich saß ganz entspannt im Auto und auf einmal spür ich an meinem kaputten Zeh so ein kribbeln (ich dachte schon das ist das Vorstadium vom Absterben) - aber nein es war nur eine 5 cm große Kakerlake! Panisch atmend hab ich meinen Fuß hoch zum Harti gehoben, der gleich eine Vollbremsung gemacht hat, Tür auf, Flip Flop raus und Kakerlake gleich mit :) Nach diesem Schock habe ich die restlichen 2 Stunden beide Füße auf dem Armaturenbrett gelassen - das war einfach nur widerlich!!! Kurz darauf lag auch noch eine 2m Schlange auf der Straße (zum Glück schon tot) und beim Aussteigen wäre eine verrückter Vogel fast in meine Tür reingeflogen... da ist mir dann schon der Satz “ich will heim“ rausgerutscht ;) Abends gab's zur Beruhigung unser erstes richtiges Bier in einem richtigen Bergbau-Pub. Das erste hatten wir uns in Airlie Beach gekauft und uns gemütlich an die Hauptstraße gesetzt. Bis dann die Polizei kam und gesagt hat “in Queensland kostet Alkohol an öffentlichen Plätzen 157$ pro Person“. Unser geschockter Blick hat ihn beschwichtigt und wir mussten es nur auf der Stelle wegschütten ;). Das Bier im Pub war auf jeden Fall sehr schmackhaft und wir sind gestärkt in den nächsten Tag gestartet. Zuerst ging es in eine untertägige Saphirmine (die voll mit Fledermäusen war) und danach haben wir selber nach Edelsteinen gesucht und Dreck gesiebt. Wir haben sogar einige Saphire gefunden! Man muss natürlich anmerken, dass wir extra einen Beutel Gestein mit dem Namen “good luck“ gekauft hatten, es wäre also ärgerlich wenn wir da nichts gefunden hätten ;) Sie sind aber glaub ich alle nicht so rein, dass sich das Schleifen lohnen würde. Es gibt aber wirklich noch viele Leute, die ihr bisheriges Leben aufgeben und hier ein Claim kaufen um nach Edelsteinen zu graben oder dies ein Monat im Jahr als Urlaub machen... Es war auf jeder Fall sehr interessant, diese Gegend zu sehen und der Umweg ins Inland hat sich definitiv gelohnt! Am Rückweg zur Küste ging es entlang vom Capricorn Highway, inklusive wilder Kamele, die einfach gemütlich an der Straße lagen!
    Zuetzt will der Harti mit dem letzten Foto noch ein Rätsel stellen (für die, die es interessiert ;) wers errät bekommt auch ein Mitbringsel : ) Auf welcher besonderen Linie befinden wir uns mit unserem Camper, der mittags - wie man am Foto erkennt - nahezu (idealerweise) keinen ... wirft?! Antworten bitte mit Namen versehen ;)
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