• Velez Blanco

    October 28, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 16 °C

    Um 9h noch kurz in Spar und zurück auf die Bahntrasse. Zuerst etwas unschön, weil durch die vielen Wohngebieten des Städchen etwas verbaut. Dann nahm Sie wieder fahrt auf. Sie zog sich immer am Hang des Almanzoraflusses entlang. Ein paar kurze Tunnel und tiefe Einschnitte in den Fels zeigten mir den Weg. Den Fluss immer auf der rechten Seite, war der Fels links konklomeratgestein. Das sieht wie ein senkrechter Katoffelacker aus. Einiges von dem Fels lag auf dem Wege und ich schaute ständig nach oben. Hier überholte ich eine Radlerin aus der Schweiz. Die Dame ist 68 Jahre alt und radelt allein durch Europa. Respekt. Wir plaudern ein wenig und ich muss über ihren Dialekt schmunzeln. Nach ein paar km trennen sich aber wieder unsere Wege. Ich biege ab, den für mich geht's in die Berge. Nach kurzer Zeit durchfahre ich ein Städchen namens Albox. Hübsch anzusehen die Plaza Mayor. Alle Bars voll. 11h? Jetzt zieht es an. Nach ein paar km biege ich auf ein mini Sträßchen ab. Hier ist nichts. Ein paar Finkas die alle verrammelt sind. Es geht beständig steil berghoch. Die Gegend ist trocken, die Sonne ist gut dabei. Ab und zu gibt es etwas Entlastung durch Flachstücke oder kleine Abfahrten in ein Barranco nur um glei wieder hochzuziehen. An so einen Anstieg ein kurzer Schrecken. Beim Schalten springt mir die Kette zwischen Ritzel und Nabe. Ich reagiere sofort und vollbremse augenblicklich. So kann ich größeren Schaden verhindern. Ich richte die Kette und weiter geht's. Es folgt ein kurzes Schotter Stück und dann nochmal steil. Schließlich bin ich auf der Hochfläche und es geht im ständigen auf und ab, tendenziell weiter hoch, durch endlose Mandelbaumplantagen. Während der Blüte muss hier alles in einem weißen oder rosa Licht scheinen. Die Blicke zurück sind fantastisch. Das Tal liegt weit entfernt und tief. Wolken ziehen vom Meer heran und liegen schon über den Serras. Endlich geht es für mich nicht mehr bergan. Nach einem Einschnitt eröffnet sich ein unglaublicher Blick. Tief unten liegt Velez Rubio. Darüber erhebt sich, in der Sonne rot schimmernder, von steilen Felszacken durchzogener Berg. Rechts zieht ein großes Tal entlang, darüber ein mächtiger Tafelberg. Ich verweile eine Weile und genieße den Ausblick. Hier werde ich wohl nicht mehr herkommen. Über etwas ärgere ich mich. Ich radle 1100 Höhenmeter bergan und es gibt kein Passschild. Gerechtigkeit sieht anders aus.🥵 Es folgt eine flotte Abfahrt. Bester neuer Asphalt lässt mich wunderbar rollen. Im Ort ist nichts los. Ich kaufe Wasser und mache in einem Park Vesper. Die letzten 6km zieht es wieder den Berg hoch. 300hm stören mich nicht. Ich habe für heute geschafft. Kurz vor dem Ort halte ich an einer Tanke und kaufe ein kaltes Bier. Beim hinaus gehen verwechsle ich die Scheibe mit der Tür und renne voll mit den Kopf gegen die zu saubergeputze Scheibe. Autsch Das tat weh. Zum Glück hab ich ja eiskaltes Bier und kühle sofort die Stelle. Keine Beule. Der Blick zurück von hier oben ist mächtig. Eine Wolkenwalze steht auf den Bergen auf der anderen Talseite. Da wo ich gerade herkomme regnet es vielleicht. Aber es sieht beeindruckend aus. Mir ist es einerlei. Hier scheint die Sonne Einen km weiter komme ich um eine Kurve und unter mir breitet sich Velez Blanco aus, mein Ziel. Darüber erhebt sich majestätisch das schöne, beeindruckende Castillo. Ich radle hin, umwandere die Burg und such mir einen Biertrinkplatz. Hier lasse ich mich von der Sonne wärmen und von dem Blick übers Dorf und der Landschaft beeindrucken.
    Leider macht die Burg erst morgen auf. Nagut, dann versuche ich es morgen früh nochmal. Hier war Steffi mit mir auch schon mal.Auch damals war die Burg zu. Erstmal zum Appartement, dann ein Gang durchs schmucke Dorf und noch ein Absacker bei meiner Wirtin. Es war wieder sehr schön heute.
    Read more