Aledo
29. oktober 2025, Spanien ⋅ ⛅ 15 °C
Zum Frühstück gab es Toast, leckeren Käse, Rüherei, geschmorte Tomaten und Olivenöl. Um 9.30h gings zur Burg hinauf. Alle Tore waren offen. Ich schlenderte hinein und durch den Vorhof und über die Zugbrücke. Aber da war Schluss. Ein paar Leute mit wichtigen Zetteln erläuterten mir recht umständlich und Wortreich was ich eh nicht verstand. Nur soviel war klar, ich kam nicht rein. Ich war aber gar nicht traurig, weil da muss die Steffi mit mir hier nochmal hin. Einen ganzjährig geöffneten Campingplatz gibt es auch.
Ich zog mir was warmes an, weil jetzt geht's erstmal lang bergab. Immerwieder halte ich an und schaue zurück auf den immer kleiner werdenden Ort mit der Burg darüber, hoch über mir. Definitiv einer der schönsten Orte an den ich, wir(Steffi) je gewesen bin. Wir werden sicher wiederkommen. Im ständigen auf und ab geht es aber tendenziell bergrunter. Ich überquere die Grenze der Provinz Andalusien zu Murcia und sofort wird die Strasse kleiner und schlechter. Ich mags kleiner. Von weiten fällt mir ein Berg auf mit etwas spitzen drauf. Etwa eine Burg? Heute ist Burgtag. Ich biege auf einen Schotterweg ab und steuere drauf zu. Zu Fuss erklimme ich den Steilhang. Naja es ist wohl eher eine Burgruine. Ich suche mir ein Plätzchen und esse eine Birne und beobachte die Geier, die über mir kreisen. Alles ist so ruhig und friedlich hier.
Die Strasse geht weiter im Tal. Links von mir ziehen sich die Tafelberge hin, die ich gestern schon von weitem gesehen habe. Der orange und rot leuchtenden Felsen glitzern inder Sonne. Über 20km kann ich fast nur bergab rollen. Ich mache kein Tempo. Ich rolle nur und genieße mein hiersein. Jetzt erst kommt das erste Dorf. Ich radle hindurch und die Landschaft verändert sich. Es wird wieder Steppen, oder Wüstenhaft . Fast keine Vegetation, nur ab und zu verbrannter Müll am Straßenrand. Zudem stinkt es immer wieder nach Schweinemast. Naja, es kann nicht immer am allerschönsten sein. Ich nähere mich Lorca, einer größeren Stadt. Von weitem sehe ich schon das große Castillo. Mir ist das viel zu viel Verkehr und ich biege auf ein Schotter Sträßchen ab. Aber bald schon diskutiere ich mit dem Weg über seinen Zustand. Ich orientiere mich schnell um und weiche auf ein Sträßchen aus. Vorbei an einem staubigen Schotterwerk bin ich schnell wieder in der Natur. Allerdings auf Schotter. Ich überlege ob ich nicht die Strasse nehmen soll, aber da is ganz gut was los. Ich probiere es und werde nicht enttäuscht. Immer entlang einem Barranco, quere ich es und es geht jetzt wieder Bergauf. Hier ist nichts. Keine Landwirtschaft, keine Menschen. Unter einer riesigen Kiefer mache ich Vesper und schau schon auf den Gebirgszug, den ich morgen überqueren werde. Die Sierra de Espunia. Jetzt hab ichs aber nicht mehr weit. Bald bin ich wieder auf der Straße und ich sehe schon mein Teilziel. Anedo liegt mit seinem Burgturm wie ein Adlernest auf einem Felssporn. Hier ist noch viel, viel weniger los. Ich radle zum Turm und schaue in den riesigen Talkessel. Wenn es nicht so diesig wäre, könnte man das Meer sehen. Ich finde eine Bar und probiere deren Variation. Naja. Einen Laden gibt es nicht. Dafür eine Tanke. Oje. Diese funktioniert auch als Laden. Es gibt ein paar Sachen. Beim verlassen, lasse ich äußerste Vorsicht wallten. Ich lass sogar den Helm auf. Draußen atmen ich durch. Uff, das wäre geschafft.
Noch 3km und ich komme in meiner Unterkunft an. Ein altes Kloster, wo in einem Anbau ein Hotel untergebracht wurde. Hier fühle ich mich wohl. Die Herrenmanschaft des Fussballclubs aus Cadiz nächtigt auch hier. Nicht schlecht. Ich gehe noch im Park spazieren, sitze gerade auf der Barterrasse, gehe gleich Baden und dann ins Restaurant. Gute Nacht.Læs mere

























