Nach dem Festival ist vor dem Festival
29. juni 2025, Tyskland ⋅ ☁️ 24 °C
Guten Morgen..nach einer sehr kurzen Nacht geht es mit vielen Eindrücken und noch völlig geflasht wieder nach Hause. Es war einfach nur großartig. Presse und Fernsehen haben ausführlich berichtet. Jetzt heißt es, ein Jahr warten...Dann geht's wieder auf, zum OstRockFestival...
Vom 19.06. bis 21.06. 2026 in Neuruppin
Pressestimmen...
"Einen Hauch Woodstock-Feeling, hieß es im Vorfeld, solle das erste große Festivals unter dem Motto „Klassentreffen der Ostmusik“ verbreiten. Friedvoll, familiär, sozusagen „Love & Peace“ unter dem Zeichen eines alten, rosafarben und mit Friedenstauben bemalten MIG-Jagdflugzeugs auf dem Hangar 312 in Neuruppin.
Nun, klassisch woodstockmäßig wurde es nicht. Es regnete am Freitagabend nicht (mehr) und es gab keine Schlammrutschpartien von nackten Menschen. Auch die Verpflegungssituation war bestens. Es waren aber auch keine 500.000 Festivalbesucher da. Und unter den Anwesenden keine Amerikaner, sondern Deutsche, überwiegend Ostdeutsche. Klar, bei den Bands und bei der Ankündigung eines Ostmusik-Klassentreffens. Da kommen natürlich eher nur die, die früher in einer Klasse waren.
Über 15 Ostrock-Bands traten beim „Klassentreffen“ in Neuruppin auf, darunter Rockhaus und Silly. Rund 1000 Besucher feierten friedlich und begeistert. Das Festival bot eine einzigartige Mischung aus Rock, Blues, Jazz und Punk.
Anhang war in Neuruppin erlaubt, aber der blieb wohl eher fern. Die Festivalbesucher kamen hörbar und im Ergebnis einer nicht repräsentativen Befragung häufig aus dem gesamten ostdeutschen Raum. Was irgendwo logisch ist, wenn meist Bands auftreten, die sich vor über 40 Jahren gründeten. Sie ziehen halt ein Publikum an, dass mit ihnen zusammen groß geworden ist.
Über 15 Bands mit ostdeutschen Wurzeln gehören zum Line up des zweitägigen Open Air-Festivals in der Fontane-Stadt Neuruppin. Bands unterschiedlichster Stilrichtungen, von Power Rock und Blues über Jazz und Soul bis hin zu Punk. So einen Mix gibt es in der bundesdeutschen Festivallandschaft praktisch nirgendwo. Allein das macht das Festival sehr besonders. Wer so ein Experiment wagt, muss eigentlich darauf setzen, dass die Klammer „Ostmusik“ die bunte Truppe und das Publikum zusammenhält.
Am ersten Tag spielten unter anderem Rockhaus, Perl, Angelika Weiz, Zerfall sowie Pascal von Wroblewsky. Schnell zeigte sich, die Mixtur scheint zu funktionieren. Das Publikum wechselte zwischen den Bands hin und her, ohne einen Sympathieabfall erkennen zu lassen. Im Gegenteil, man staunte, dass dieselben Leute, die eben noch die jazzigen Songs von Pascal von Wroblewsky auf der einen Bühne gehört hatte, ein paar Minuten später den Punkrock von Zerfall feierten – einer Band, die in der DDR verboten und deren Sänger Dirk „Kalle“ Kalinowski von der Stasi bespitzelt worden war.
Dass die rund 1000 Besucher das Gelände zwar gut füllten, aber natürlich keinen Zuschauerrekord aufstellten, kann nur jene überraschen, die noch nie ein neues Festival auf die Beine gestellt haben. So etwas ist ein mühsames Unterfangen, Neuland zu betreten – auch wenn es um ältere Bands geht. Die Freude, die über dem Publikum vor den zwei Bühnen und auch über dem Backstagebereich lag, lässt jedoch vermuten, dass es von Erfolg gekrönt war.
Hangar 312-Besitzer Christian Juhre ließ durchblicken, dass 2025 nicht das letzte Festival dieser Art stattfinden würde. Die Atmosphäre, die er sich erhoffte, war entstanden. Auch sein Co-Veranstalter Mario Geyermann, ein Musikmanager aus Schöneiche, zeigte sich sehr erfreut über den positiven Zuspruch. An dem hatte er allerdings auch nicht ernsthaft gezweifelt. „Hier läuft nun mal die Musik, die die Jugendzeit vieler Ostdeutscher geprägt hat, und diese Zeit vergisst man in der Regel nicht. Egal, wo man lebt"
In Erinnerungen schwelgen die Besucher im Hangar 312 in Neuruppin - auch an der Plattenbörse.
Partystimmung herrscht beim Auftritt der Band Rockhaus
Moderiert wurde das Festival durch Jürgen Karney und Karsten Speck.
Regelrecht ins Schwärmen über die Resonanz des Publikums kam Patrick Löser, der Vorsitzende des Vereins PopKulturOst e.V., der als Partner des Festivals auftritt. Er sah seine Vision, den Ostrock als eine Art winziges Weltkulturerbe zu erhalten, ein Stück weit der Realisierung nahe.
Von Rockhaus bis Stern-Combo Meissen war alles dabei
So weit dachten die auftretenden Musiker sicher nicht, aber die Genugtuung über den übergreifenden Zuspruch des Publikums war ihnen sehr anzumerken. Zerfall-Sänger Dirk Kalinowski freute sich, dass er mit seiner Band obwohl als einzige ohne in der DDR übliche „Einstufung“ so begeistert aufgenommen wurde. Angelika Weiz schien ebenso glücklich, dass ihre englischen Beatles-Adaptionen so toll ankamen und ihr Song „Come together“ geradezu symbolisch dafür stand. Die Stern-Combo Meissen ließ Punkrockfans in Erinnerung schwelgen und Rockhaus versetzten die Fans in die mittleren 1980er. Ohne „Bonbons und Schokolade“, sondern mit seriösem Junge-Leute-Rock („Ich lieb dich“), der auch heute nicht peinlich ist.Læs mere
















