• Schnappschüsse

    28. juni 2025, Tyskland ⋅ ⛅ 22 °C

    Festivaleindrücke
    Es war ein wahrhaft berührender Abend, bei dem die Atmosphäre von einer besonderen Nähe und Authentizität geprägt war. Es war schön zu sehen, wie auch die Moderatoren immer wieder von der Stimmung ergriffen waren und ihre Begeisterung offen zeigten. Kleine Anekdoten und Geschichten aus dem Nähkästchen bereicherten den Abend zusätzlich und ließen uns noch tiefer in die Welt der Künstler eintauchen.
    Besonders beeindruckend war die spontane Flexibilität der Musiker. Durch einen Unfall auf der Autobahn kamen einige Künstler verspätet an, doch das führte zu einem grandiosen Moment – sofort fanden sich Musiker aus verschiedenen Gruppen unter anderem Dirk Zöllner zusammen und schufen gemeinsam Gänsehaut-Momente, die noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Diese spontane Zusammenarbeit zeigte die wahre Kraft der Musik und den Zusammenhalt der Künstler.
    Ob Perls „Zeit, die nie vergeht“, ob „Mich zu lieben“ und „ILD“ von Rockhaus, „Der Kampf um den Südpol“ oder „Dein Herz“ von der Stern-Combo Meißen, „Himmel und Hölle“ der Modern Soul Band, „Wer die Rose ehrt“ von Karussell, „No Bomb“ von Berluc, „N Käfer aufs Blatt“ mit Chicoree, „Bataillon d’Amour“ von Silly – alle Bands sind noch aktiv, wenn auch oft mit neuen Stimmen. Sogar der Überhit „Am Fenster“ hat eine neue Heimat gefunden: Gogo Gogow fiedelt das Stück jetzt mit den reaktivierten NO 55, Frank Gahler singt.
    Die Männer, die dieses Festival erdacht und organisiert haben, sind an den beiden Tagen vor Ort stets präsent. Christian Juhre hat den Hangar 312 bei Neuruppin zum Veranstaltungsgelände ausgebaut, auf dem man sogar heiraten kann. Eine rosa bemalte MiG 21 auf dem Dach kündet von der früheren Nutzung durch die sowjetischen Streitkräfte.
    Juhre packt überall selbst mit an, und hat sich auch nicht davon beirren lassen, dass ihn die Stadt Neuruppin eher ausbremst statt fördert, weil es in ihm eine Konkurrenz zur den eigenen Kulturstätten sieht. Dabei haben Hunderte Besucher des Festivals zwischendurch die Stadt besucht und für Umsätze und Übernachtungen gesorgt. Mit dem Konzertveranstalter Mario Geyermann aus Schöneiche hat er schon Größen wie Helge Schneider  aufs Gelände geholt – und Juhre filmt immer wieder die Stimmung im Publikum, als könnte er es selbst nicht glauben, dass alles so reibungslos klappt und die Stimmung so entspannt ist.
    Ich durfte einige Bands zum ersten Mal in meinem Leben erleben, und es war einfach wunderbar.
    Das Fähnchen mit der Friedenstaube auf blauem Grund ist schon ausverkauft beim DDR-Verkaufsstand, von den „Winkelementen“ läuft auch das Fähnchen mit der „Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ gut. Außerdem werden bunte Plaste-Eierbecher, Kittelschürzen für Frauen und Kinder und diverse Tassen mit DDR-Motiven angeboten. Ich ergatterte noch einen Eipieckser für Oma, zwei Kinderwagennetze, Salz und Pfeffer Streuer sowie einige andere unnütze Erinnerungen.
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