Ankunft bei den Deutsch-Orden-Rittern
Aug 14–17, 2024 in Poland ⋅ 🌙 21 °C
Die kurze, ca. 150 Kilometer lange Anfahrt führte uns durch eine jetzt auch attraktive polnische Landschaft, weil zunehmend hügelig und geprägt von Mischwäldern. Der WoMo-Platz in Malbork lässt kaum Wünsche offen. Wir stehen direkt, also mit Kühlerhaube und Frontscheibe, an einem kleinen See, linker Hand fließt die Nogat, die dereinst die Burggräben der Marienburg speiste, und über den Fluss hinweg haben wir einen Panoramablick auf die Marienburg, das größte backstein-gotische Gebäude dieses Planeten. Dazu morgen mehr.
Kurzfristig wollten wir schon heute besichtigen und morgen nach Gdansk weiterreisen. Wir haben uns dagegen entschieden und sind schon jetzt mit dieser Entscheidung 'im Reinen'. Heute also nur ein gemütlicher Spaziergang um die gewaltige Burganlage. Vorbei an massiven Toranlagen, ging es zunächst zu einer imposanten Reiterstatue des polnischen Königs Kasimir IV, der zusammen mit dem preußischen Bund irgendwann Mitte des 15. Jahrhundert den Deutsch-Ritter-Orden kriegerisch und wirtschaftlich in die Knie zwang. Eine Statue des Hermann von Salza, des Begründers der Burg, sucht man allerdings vergebens. Der wird in Polen, obwohl sein Orden bedeutende zivilisatorische Errungenschaften dort einführte, ausschließlich als Besatzer gesehen. Dann weiter entlang der malerischen Flusslandschaft und zum Abschluss des Spaziergangs ein Piwo in der Außenanlage der Burgwirtschaft. Dort kamen wir in den Genuss einer hervorragenden polnischen Küche. Als veritabler Skeptiker, was Burg- und auch Rathausrestaurants betrifft, wurde ich hier eines Besseren belehrt. Das Restaurant, Mitglied einer Verbindung von Restaurants, die sich europaweit der Pflege der lokal-regionalen Küche verschrieben haben, wurde diesem Anspruch mehr als gerecht. Ich hatte eine frische, in Butter gebratene Forelle aus der Nogat, dazu geröstete Mandeln und gebratene Rote Bete. Monika freute sich über ein Gericht aus hausgemachten Nudeln, Sauerkraut und heimischen Pilzen. Alles Klassiker der hiesigen Küche und perfekt zubereitet. Jetzt sitzen wir in der Abendsonne, direkt am Wasser und lassen den Tag dahinstreichen. Einem Filmtitel folgend, könnte man sagen: "Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss."Read more











