• Kleine Landpartie ans Wasser

    August 19, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach zwei/drei Morgenstunden am See ging es in einer kleinen Landpartie (50 Kilometer) durch die masurischen Wälder zum Hafenstädtchen Mikolajki. Auf dem Weg ein kurzer Stopp in Wojnovo. Dort lebt bis heute eine kleine strenggläubig-orthodoxe Gemeinde, die einstmals das zaristische Russland verlassen musste. Sie waren nicht bereit, den Zaren als Oberhaupt ihrer Kirche anzuerkennen. Der Große Fritz hat ihnen dann in Masuren, dem damaligen Preußen, 'Asyl' gewährt. Bedingung: Teile der unwirtlichen und wilden Wälder Masurens urbar machen. Das haben sie auch getan. Und bis heute hat diese inzwischen kleine Glaubensgemeinschaft ihre alte Kultur bewahrt und lebt sehr abgeschirmt ihr sehr eigenes und selbstbestimmtes Leben. Zugang zu Kirche, zu Kloster und zu den Wohnstätten wird nicht gewährt.
    Dann auf dem Weg nach Mikolajki sehen wir an den zahllosen kleinen Flüssen, die die Seen verbinden, Kanu-Vermieter: Ein offensichtlich lohnendes Gewerbe.
    Mikolajki ist eine zwischen Moderne, Tourismus und Althergebrachtem, zwischen neuem Reichtum und Armut schwankende Hafenstadt, die, obwohl im Binnenland gelegen, fast die Atmosphäre eines Seehafens vermittelt. Am Yachthafen modernste Hotels, eines sogar mit fünf Sternen, eine Unmenge an großen und kleinen Yachten, Charterboote und natürlich auch die übliche Tourismus-Meile. Im Hinterland des Ortes dann eher traditionelles, z.T. auch armes Polen. Wir haben das alles in einem ersten abendlichen Bummel ein wenig kennengelernt und uns danach in einem sehr guten Restaurant mit traditionell-polnischer Küche verwöhnen lassen: Masurische Fischsuppe und slawische Pierogi mit Sauerrahm für mich, Himbeer-Suppe und Wildbraten vom masurischen Wildschwein, serviert mit Roten Beten, für Monika. Lecker! Morgen geht's da noch mal hin. Das war soooo gut! Und deshalb gilt morgen für uns: Never change a good restaurant.
    Der Campingplatz liegt fußläufig zum Hafen. Wir haben, dank Reservierung, einen schönen großen Platz. Heute zum späten Abend ist ein 'Rollendes Hotel' hier eingetroffen. Ein Bus mit ca. 25 Sitzplätzen und ebenso vielen, ich würde sagen, Schlaf-Schubladen. Skurril!
    Morgen wollen wir, wenn das Wetter mitspielt, per Rad an und um die hiesigen Seen. Schon jetzt ist 'sure': Masuren was surely a good choice.
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