• Donostia

    September 21, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    Gestern taten wir einen gewaltigen Schritt nach Süden. Zunächst durch die flache Gascogne. Ab Biarritz zeigten sich dann die ersten Gipfel der Pyrenäen und von da war es nur noch ein Katzensprung hinab in die Bucht von Donostia-San-Sebastian. Die kleine Pass-Straße hinauf auf den Igueldo - auf diesem Hausberg von San Sebastian liegt unser Campingplatz - ist nach wie vor abenteuerlich, bietet aber zugleich tolle Panoramen über die Weite des Atlantiks. Nach unserer Ankunft führten wir noch ein nettes Gespräch mit unseren südenglischen Nachbarn und - nach den Köstlichlichkeiten des Périgord - gab es ein 'einfaches' spanisches Abendessen: Paella Valenciana und Kabeljau auf karamelisierten Zwiebeln ;).
    Heute wurden wir von einem geschenkten Sonnentag überrascht: Seit Tagen ist für dieses Wochenende und für die gesamte Atlantikküste Dauerregen vorhergesagt. Er kam auch, nämlich gestern Nacht. Er wird auch wieder einsetzen, nämlich heute Abend, und er wird den morgigen Sonntag anhalten. Heute aber kam zu allgemeinem Erstaunen die Sonne heraus! So genossen wir bei herrlichen 25 Grad und Sonnenschein den Bummel längs der 5 Kilometer langen Bucht von San Sebastian. Da auch die Einheimischen diesen späten und unerwarteten Sommertag genießen wollten, begegneten uns am Strand, in der Stadt und, wo wir uns sonst noch so herumgetrieben haben, gut gelaunte Menschen. Es fiel nicht schwer, uns von dieser Stimmung 'anstecken' zu lassen. Wir sind am Sandstrand längs und dann bis hinauf die Felsspitze des Kaps, den Pasealekua berria balcón, gebummelt. Der Blick dort über die Bucht und den offenen Atlantik ist phantastisch. Danach ging's in die Altstadt. Ganz San Sebastian, so unser Eindruck, war dort auf den Beinen und bot ein fröhliches, kunterbuntes Treiben. Die Pintxo-Bars waren bis auf die Straßen hinaus gefüllt, die Theken bogen sich unter den Pintxos: Halbierte und gefüllte Seeigel, Anchovis auf Lachs und Paprika, Gambas und Glas-Aale auf frischer Mayonnaise, Jamon aus Jabugo, gebackene Kartoffel-Törtchen mit roter Paprika und einem Blutwurst-Brät, und das alles serviert auf knusprigen Brotscheiben. Dazu Gutes aus den spanischen Weinanbau-Gebieten. Nach einem solchen Tag kann man gut verstehen, warum im 19. Jahrhundert die spanische Königin Maria Christina die Stadt zur königlichen Sommerresidenz erhoben hat. Bis heute ist San Sebastian auf eine charmante Weise mondän geblieben. Kurz zusammengefasst: Unser auf dieser Tour erste Kontakt mit Spanien und dem Atlantik ist mehr als prima gelungen.
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