• Road to Salamanca

    Sep 29–30, 2024 in Spain ⋅ ☀️ 16 °C

    Gestern Morgen ging's los in Richtung Salamanca, die westlichste der zentralspanischen Städte.
    Der Campingplatz in Madrid ist inzwischen sehr gut gefüllt. Junge Leute mit kleinsten und kleinen, immer spartanischen Zelten verbringen ihr 'Wochenende in der Hauptstadt'. Trotz durchfeierter Nacht treibt die nächtlich-morgendliche Kälte sie schon früh in die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Vielleicht spielt aber auch die verkehrsgünstige Lage eine Rolle: An den Längsseiten des Campingplatzes befinden sich Hauptstraßen, links, etwas erhöht, rattert der ein oder andere Zug, und über uns sind Flugzeuge vom nahegelegenen Flughafen hör-, fast fühlbar. Trotzdem haben wir gut geschlafen, und der Himmel ist makellos blau.
    Der Madrider Straßenverkehr ist trotz des Samstags ziemlich quirlig. Bald geht's aber dann schon mit unserem WoMo bergauf. Unser Ziel: Der Palast El Escorial, den Philipp II. im frühen 16. Jhdt. für sich und seine katholisch-priesterliche Entourage errichten ließ. Daher ist auch ein großes Kloster angeschlossen. Der riesige Komplex liegt vor einer mächtigen westlichen Gebirgskette, knapp 40 Kilometer westlich von Madrid. Wenn man dieses Monument von einem Palast umrundet, versteht man, warum das 16. Jahrhundert das spanische Jahrhundert genannt wird, und man bekommt eine Ahnung, über welche Macht und welche Goldströme der spanische Staat damals verfügte.
    Von der Stadt Escoril ging es dann die Berge hinauf. Oft knapp oberhalb der Baumgrenze, führten uns die Passstraßen nach Westen. In ca. 1200m Höhe sahen wir immer wieder die typischen spanischen Dehesas, karge Weiden mit vereinzelten Steineichen und Bergkiefern. Und dort standen die ganz offensichtlich sehr berggängigen Rindviecher, oftmals schwarze Stiere. Ansonsten pure Kargheit und schroffe Felsen. Die Straßen waren mit Markierungsstangen für den winterlichen Schneefall gewappnet. 50 Kilometer vor Salamanca ragte inmitten dieser Einöde das stattliche Avila heraus, eine mittelalterliche Stadt mit dem weltweit größten und intakten Mauerring. Wir fuhren daran vorbei, denn vor drei Jahren haben wir dieses sehenswerte Gemäuer schon einmal besichtigt und umrundet.
    Jetzt sind wir auf einem toll ausgestatteten Platz, 5 Kilometer vor Salamanca, angekommen. Da das Wetter für die nächsten drei Tage pure Sonne und Salamanca als junge und zugleich prachtvolle historische Stadt mit viel Lebensart viel Kurzweiliges versprechen, werden wir einige Tage hier verbringen.
    Der heutige Morgen ist allerdings noch sehr frisch, ein Halsschutz ist angesagt. Die Nacht bei 7 Grad erinnert uns an den beginnenden Herbst. Über Tag sind bis Mitte der Woche regelmäßig 25 Grad und mehr versprochen. Ab Ende der nächsten Woche geht es zum Sonnetanken strikt nach Süden.
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