• Salamanca sin Salamanca

    September 29, 2024 in Spain ⋅ 🌙 15 °C

    Wir sind jetzt einen Tag in Salamanca, genau genommen in St. Marta de Tormes, einer kleinen Vorstadt , 5 Kilometer von der Altstadt Salamancas entfernt. Salamanca haben wir aber noch nicht gesehen. Der Grund: Ein entzündeter Zeh, der Monika das Laufen sehr erschwert. Und das ist bei den 10 bis 16 Kilometern, die wir lt. Schrittzähler je Stadtspaziergang so unter die Füße nehmen, ein zu großes Handicap. Also war bei herrlichen fast 30 Grad (nachts immer noch einstellig) Faulenzen angesagt - dachten wir. Der wunde Zeh hinderte meine Gattin nicht daran, die gesamte Bettwäsche einer reinigenden Prozedur zu unterziehen. Bei dem Wetter benötigte sie noch nicht einmal den Trockner. Nachmittags sind wir mit dem Rad nach Santa Marta de Tormes und auf die Isla de Soto. Letztere ist eine fabelhafte kleine Flussinsel, die zwischen zwei Flussarmen des Tormes liegt. Diese Insel mit ihren ca. 20 Hektar bietet eine Menge an Attraktivem: Sie ist Skulpturenpark, Naturschutzgebiet, bietet alte Findlinge und einen Wald alter und mächtiger Pinien, in dem so mancher der Bürger seine Pinienkerne selbst erntet. Dabei nehmen die Einheimischen einen Stock, um die Früchte aus dem Zapfen zu klopfen. Danach zerteilen sie die harte Schale des Pinienkerns mit einem Stein und legen so den essbaren Teil frei. Monikas Fahrrad wurde von einem fallenden Riesenzapfen nur knapp verfehlt. Ein Treffer hätte einen Krankenhausbesuch erfordert.
    Die zwei renaturierten Flüsse führen trotz der Trockenheit erstaunlich viel Wasser. Zwei Fußgänger- und Fahrradbrücken verbinden die Insel mit der Stadt und - auf der anderen Seite - mit einem phantastischen Sportpark: Fußball, Rugby, Baseball, Pádel- und Tenniscourts, Beach-Volleyball, Basketball und ein fast professioneller Gokart-Kurs. Ich habe ein derart konzentriertes, breit gefächertes und modernes Sportangebot so noch nicht gesehen. Und am heutigen Sonntagnachmittag war da 'der Teufel los'. Die meisten Plätze waren belegt von Freizeit-Teams und die begleitet von Musik, Essen und guter Laune. Das alles hatte bei dem prima Wetter die Anmutung eines Sport-Festivals, betrieben mit ausgelassener Stimmung, großem Können und ebensolchem Ehrgeiz. Jetzt haben wir eine Ahnung, warum Spanien eine derart erfolgreiche Sportnation ist. Frauen beim Sport haben wir dort allerdings nirgends gesehen...
    Zum späten Nachmittag fuhren wir zurück ins Städtchen. Auf dem Weg 'erntete' Monika einige der prächtigen Pinien-Zapfen für die Weihnachtsdeko.
    Im Dorf gab es ein paar kleine Tapas und der sonnige 'Faulenzer-Tag' neigte sich dem Tages-Ende zu.
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