• Adiós Salamanca

    October 1, 2024 in Spain ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute also das moderne (?!) Salamanca, also der Teil der Innenstadt, der nicht zum Weltkulturerbe zählt. Und der hat durchaus Charme. Die Gebäude stammen zumeist aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. All das, was später hinzu kam, haben die Salamantiner mit dem typischen gelben Sandstein und in der Optik 'ihres' Fin de Siècle nachgebaut. Man kann insoweit Salamanca durchaus als kleine Schwester Madrids bezeichnen. In Madrid allerdings wirken die Gebäude dieser Epoche alle monumental, in Salamanca eher filigran.
    Zusammengefasst: Die goldenen Monumente Salamancas stehen unverrückt an ihrem Ort, die Plaza Mayor, die Universität, die Kirchen, die Römerbrücke, und, und, und ... . Der andere Teil der Innenstadt bietet grüne Plätze, schöne Gebäude mit tollen verglasten Erkern aus Holz oder Metall, eine ausgedehnte und attraktive Fußgängerzone. An deren Ende wartet überraschend ein Kirchlein aus dem 11. Jahrhundert, romanisch, mit uralten Fresken und einem Priester, der uns erklärte, dass diese älteste Kirche der Stadt früher die Kapelle der kastilischen Könige in Salamanca gewesen sei.
    Wir sind einige Zeit an den Auslagen und Schaufenstern längs gebummelt, haben die Zeit aber nicht vertrödelt, sondern nutzbringend verbracht. Käuflich erworben wurden Gewürze für zuhause, Hülsenfrüchte für die WoMo-Küche und für Monika ein wärmender Mantel für die frostigen Zeiten 'at home'. Zudem haben wir in einem der besseren Restaurants der Stadt gegessen (immerhin mit 3 Gabeln ausgezeichet/was auch immer das bedeuten mag). Pointe des Essens: Monika hat in drei Wochen Périgord sorgfältig und kulinarisch erfolgreich Rillettes, Pâte und Foie Gras von Ente oder Gans zu vermeiden vermocht. Hier in Salamanca allerdings hat sie es 'erwischt'! Der von ihr gewählte Salat war mit geräucherter Entenbrust und mit Canónigos , was Google mit 'Kanonen' übersetzte. Die Canónigos entpuppten sich zu unserer Überraschung jedoch als Foie gras pur. Die Lösung dieses kleinen kulinarischen Problems: Ich kam in den Genuss von Foie gras und der wirklich köstliche, karamelisierte Ochsenschwanz, der jede Anreise wert und die Spezialität des Hauses ist, wurde partnerschaftlich geteilt. Eine derart dunkle und köstliche Sauce gilt es zuhause nachzukochen! Eine echte Herausforderung.
    Für den Rest des Tages gab es noch einmal Weltkulturerbe. In der alten Bibliothek der Universität sahen wir den beeindruckenden 'El Cielo de Salamanca', ein Gewölbe-Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, das die Sternbilder und deren Bedeutung für die Navigation der spanischen Seefahrer darstellt. Dann noch ein Blick in die alte Kathedrale, auf die älteste funktionstüchtige Orgel Europas, auf mittelalterliche Grablegen und einen gotischen Hauptaltar mit zahllosen goldfarbenen Ikonen.
    Das war es in Salamanca.
    Jetzt heißt es 'Adiós Salamanca'. Olá Porto!
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