Und es gibt sie doch!
October 4, 2024 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C
Über Nacht ist der gestern noch so undurchdringlich wirkende Nebel abgezogen. Durch die letzten Fetzen des Hochnebels ahnt man: Heute könnte es ein Rendezvouz mit der Sonne geben! So ab 10 Uhr war klar, dass der Optimismus der Meteorologen wohl berechtigt war. Leider wird heute der einzige Sonnentag für die nächsten acht Tage sein.
Gegen 11 Uhr sind wir über den phantastisch ausgebauten Atlantik- Radweg nach Porto gefahren, an der sonnigen Felsküste längs zur Eiffel-Brücke, einer der ersten großen Stahl-Brücken, die Gustav Eiffel später überall in Europa gebaut hat. Die Räder direkt am Douro gut weggeschlossen, ging es von Vila Nova de Gaia über die Brücke ans Porto-Ufer. Porto wusste uns bei unserem dritten Besuch erneut zu verzaubern. Dass diese Stadt an den Klippen oberhalb des Flusses klebt und dort hoch hinaus strebt, merkt man, wenn man den Fußweg bis ganz oben wählt. Das tun nur wenige, denn als Alternativen gibt es einen Aufzug und eine Standseilbahn. Der Weg lohnt sich nicht nur wegen der Panoramen, sondern auch, weil er noch durch das alte, kaum renovierte, oft verfallende Porto führt. Hier stehen sie noch, die alten, mit Azulejos verkleideten Wohnhäuser, die nicht von Geschäften okkupiert sind, in denen immer noch die Tripeiros, die ursprünglichen Einwohner der Stadt, leben. Von Haus zu Haus sind Wäscheleinen gespannt, an denen das frisch Gewaschene getrocknet wird. Was man in Porto mit diesen Azulejos vermag, zeigt der alte Bahnhof der Stadt, in dessen großer Eingangshalle mit den Kacheln historische Momente des einst großen Portugal erzählt werden. Auch ansonsten git: Das gesamte historische Zentrum der Stadt Porto ist ein Schmuckkästchen, das Jahrhunderte überdauert hat. Wir haben es geschafft, lt. Schrittzähler 14 Kilometer bergauf und bergab zu laufen und waren abends entsprechend geschafft. Aber kein Schritt war zu viel. Einzig enttäuschend war der neu renovierte Mercado Bolhaho, dessen prestigeträchtige Renovierung 2024 zwar mit dem 'International Architecture Award' ausgezeichnet worden ist, der sich aber eher zu einer touristisch erfolgreichen 'Fress'- und Souvenirmeile zu Höchstpreisen entwickelt hat. Um unseren Akuthunger zu stillen, wollte Monika eine Spitztüte mit bereits geschnittenen Manchegoscheibchen erstehen. Bei einem Preis von € 15,- verblieb der Käse beim Anbieter. Wir haben dann auf den Treppen zur zweiten Etage eine Weile gesessen, dem Treiben zugesehen und sind in der benachbarten Manteigaria, der Fábricia de Pastéis de Nata, eingekehrt. Dort werden nach wie vor die köstlichen süßen Pasteten, gefüllt mit Vanille-Sahne, angeboten. Dazu ein Café Solo und ein Port. Lecker! Zurück ging es dann durch einige der prachtvollen Gassen der Altstadt, aber auch durch das 'modernere 'alte Porto, das mit seiner Archtitektur immer noch belegt, wie reich dereinst die Kolonialmacht Portugal war.
In Vila Nova dann noch ein Blick in die traditionsreiche Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau, in der man den tradtionsreichen Porto-Imbiss, Kartoffelklöße gefüllt mit Bacalao und Käse, anbietet.
Zum Abend ein hervorragendes Menü in der Casa Helena in der Nähe unseres Platzes.
Das war es dann wohl mit Porto für dieses Jahr. Morgen herrscht Dauerregen.
Morgen ins Landesinnere, ins Alentejo!Read more





















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