Das Alentejo und seine Hauptstadt
5 Ekim 2024, Portekiz ⋅ ☁️ 26 °C
Bei Regen ging es los in Richtung Alentejo. Die ersten zwei Stunden der Fahrt waren unspektakulär. Wegen der insgesamt über 400 Kilometer nutzten wir zunächst die Autobahn, ab Santerem, wo wir auch den Tejo überquerten und das als nordwestliches Tor zum Alentejo gilt, dann die N 112. Zunächst sahen wir noch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Aber bald schon dominierte sandiger Boden und eine karge, trockene und hügelige Landschaft. Die Städtchen sind eher arm, die Häuser in dem für die Landschaft typischen Weiß gekälkt. Anders als üblich, herrschten jetzt Anfang Oktober kühle 20 Grad. Der Sommer hat sich irgendwohin verzogen. Wohin ist, unklar. Aber auf jeden Fall ist er nicht mehr hier in Portugal. Die Straße zog schnurgerade, sehr holprig, aber gut zweispurig durch die Landschaft. Bei der Überquerung der wenigen Gewässer mussten wir uns mit dem Gegenverkehr einigen. Denn für ein WoMo sind die Brücken nur einspurig zu nutzen. Skurril: Auf dem Stahlgerüst so mancher dieser schmalen Brücken saßen Storchennester, einige von klappernden Störchen besetzt. Auch skurril, zumindest für den deutschen Blick: Bei den anstehenden Parlamentswahlen wird auch für die CDU plakatiert, allerdings mit Hammer & Sichel sowie dem Sonnenblumen-Symbol der Grünen. Des Rätsels Lösung: CDU ist hier eine Gemeinschaftsliste aus Kommunisten und Grünen. Der Vorsitzende dieser Öko-Sozialisten heißt übrigens nicht Friederich Merz.
Auf den letzten hundert Kilometern vor Évora dann nur noch Korkeichen-Dehesas, die von Schafherden oder kleinen Rindern besiedelt waren, oder Pinien- und Eukalyptus-Haine. Letztere nicht nur zu sehen, sondern auch deutlich zu erschnuppern.
Viele der Korkeichen waren bereits geschält und in der Umgebung gibt es kleine 'Fabriken', die den gewonnenen Kork verarbeiten.
Die riesigen Pinien-Haine gehören zu repräsentativen Haziendas. Da deren Gebäude weitab der Straßen irgendwo im Nirgendwo liegen, fallen sie dem vorbeifahrenden Touristen nur durch die üppigen Tor-Einfahrten am Straßenrand auf.
Das, was die Pinien liefern, wird umfänglich genutzt. Zu allererst die Pinienkerne, deren üppige Preise wir von zuhause kennen. Das Holz wird entweder im Winter verheizt oder zu Holzkohle verarbeitet. Wir sahen eine Köhlerei, die aus fünfzig oder gar mehr Meilern bestand. Scheite aus Pinienholz werden um einen schmalen zentralen Kamin herum zu einer Art Kugelhaufen aufgeschichtet und dann mit Laub und Erde fast luftdicht abgedeckt. Wenn der Meiler dann einmal angezündet ist, kokelt und raucht er für mehrere Tage oder gar Wochen vor sich hin. Das taten diese Meiler so intensiv, dass ihr Rauch über ein oder zwei Kilometer in Nase und WoMO haften blieb. Neben den Meilern lag dann auch das Resultat der ganzen Prozedur. Wenn sich die meisten der Bestandteile des Pinienholzes in der Hitze verflüchtigt haben, bleibt Holzkohle. Die aus Pinienholz zählt bekanntlich zu der teuersten.
Jetzt sind wir in Évora angekommen. Der Platz ist komfortabel und stadtnah. Zum Abend sind wir kurz in die alt-ehrwürdige Universitätsstadt gegangen, haben ein wenig auf der Praça do Rigaldo gesessen und uns in einer kleinen Gasse einen kleinen Imbiss gegönnt.Okumaya devam et


















GezginIch hatte diesen Tag verpasst, aber jetzt nicht mehr ;-0