Quo vadis Évora?
October 6, 2024 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C
Die Universitäts- und Bischofsstadt Évora liegt tief im Landesinneren und zählt zu den faszinierenden Städten Portugals. Die Altstadt ist von einer Ringmauer umschlossen und alles innerhalb der Mauer zählt zum Weltkultur-Erbe Évora. Eines aber unterscheidet Évora von den anderen Weltkultur-Erbe-Städten, die wir bisher gesehen haben. Denn man spürt hier in der Hauptstadt des Alentejo, wie sehr die Heimat des Fado von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Portugals abgehängt ist. Auch die in jedem Führer erwähnten Highlights der Stadt sind erkennbar von Verfall bedroht, wie z.B. die Universität, der erzbischöfliche Dom, die Praça do Giraldo und der uralte Aquaedukt. Der Putz blättert, die Farbe ist verwaschen, gut renovierte Innenstadt-Häuser stehen direkt neben leer stehenden, von Armut oder Verfall gezeichneten Gebäuden. Einerseits gibt dieses Nebeneinander von Kulturerbe-Historizität und Alltag, von Pracht und Verfall der Stadt eine ganz besondere Note. Andererseits bleibt ungewiss, welche Entwicklung die Stadt und ihr reiches Erbe in Zukunft nehmen wird.
Portugal ist nach wie vor eine arme Nation und das Alentejo dessen ärmste Region. Der öffentlichen Hand fehlt das Geld, überall.
Bevor wir heute Nachmittag durch die Stadt geschlendert sind, haben wir zunächst mal die südliche Wärme, am Pool genossen. Monika hatte sich allerdings, es war mal wieder Wäsche angesagt, eine zeitlang verabsentiert. Beim Stadtspaziergang haben wir uns einfach treiben lassen. Viele der Weltkulturstätten hatten wir ja schon vor drei Jahren besucht. Besonders zu erwähnen ist wieder die Capella dos Ossos, in der das erzkatholische 'Memento mori' auf denkwürdige Weise auf die Spitze getrieben wird. Das war im 17. Jahrhundert, als die Kapelle entstand, einfach Mode! Im alten Dom haben wir einige Takte Chormusik gehört. Der durchaus bekannte Chor der Kathedrale bot polyphone Musik des 17. Jahrhunderts. Und natürlich waren wir wieder beeindruckt vom Nebeneinander des Augustus-Tempels aus dem 1. Jahrhundert und der Kathedral-Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Einzigartig ist auch der uralte römische Aquaedukt, dessen Bögen seit dem Mittelalter dazu genutzt werden, um Wohnstätten hinein zu bauen.
Der Tag hat mal wieder Spaß gemacht. Zum Abschluss ein Alentejo-Wein und ein Plausch am Wohnmobil, begleitet vom heute laut vernehmlichen Konzert der Zickaden.Read more

















Traveler
Diese alten Straßen sind so schön
Traveler
Wirklich portugiesisch
Traveler
Herrlich so ..Du hast wirklich eine schöne bräune Farbe