• Köln

    May 8–11 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    Eine sonnige Fahrt hierher bei voller Konzentration, denn die Berufsschifffahrt hat sehr sehr zugenommen. Die Einfahrt nach Köln hat unsere Vorahnungen bei weitem übertroffen. Vorbei an Bauten, die einfach nur staunen lassen, was hier Um- und Neubauten an architektonischen Wundern geschaffen hat. Vor allem die sogenannten „Kranhäuser“ (auf dem Kopf stehenden L´s), wie haben die das gemacht?
    Und über allem hoch erhaben der Kölner Dom.
    Die Hafeneinfahrt hat das Rundumschauen bleiben lassen, denn die hohen Mauern, die bei satter Strömung zu durchsteuern waren, sahen bedrohlich aus. Man fährt da wie durch ein Tunnel, aber in einen friedlichen Hafen, zwischen all den faszinierenden Bauten.
    Angelegt und wieder vollgetankt, war erst Mittagsschläfchen angesagt. Die Rädlein bestiegen, respektive die steile Treppe zur Mole hochgetragen, ging’s los Richtung Südstadt. Das da gleich das Schokoladenmuseum von Lindt steht, wen wundert die Werbung um deutschen TV? Die Severinstraße eine Flaniermeile, wo man wohl alles bekommt, was man braucht oder nicht. Da zogen wir dann die einfachen Gschwelti mit Sahnequark, Gurkensalat und Kirschen zur Nachspeise, an Bord vor.

    Wir haben eine Tour mit dem Stadtbus „Hop on Hop off“ gebucht. Eine spannende Touristenfahrt durch Köln, mit vielen Informationen über das alte Cologna, Zerstörung im 2. Weltkrieg und Wiederaufbau zur Millionenstadt. Wer darüber mehr wissen will, greife zum Stadtführer „Köln“. Der Bericht soll ja nicht den Rahmen sprengen. Auf dieser Fahrt sind wir vorerst nur vor dem Dom ausgestiegen, den wir morgen dann ausgiebig besichtigen wollen. Einfach erschlagend!
    Nachmittags Fahrt mit Rädle und Bahn nach Brühl (zwischen Köln und Bonn). Ein ausgiebiges Augenweid, das Schloss Augustusburg, ein Schloss nach französischer Manier, voller Rokoko, ja das ist dann wohl Rokokölsch.

    Eine Regennacht und Regentag und alles um den Regen geplant. Uli genoss während der Regenzeit Ruhe und Erholung im Nass der Claudius Therme. Allerdings mit der Feststellung, dass der Trinkbrunnen kaum den Durst löschen kann, einfach zu salzig. In der Zeit hat Ueli den Haushalt und so (z. B. das gänzlich Austrocknen der frisch gewaschenen Wäsche überwachen) gemacht. Pünktlich zu Ulis Rückkehr stellte der Regen ein und los ging’s zum Dom und in die Altstadt!
    Der Dom: ich will nicht ausufernd werden, dennoch so ein gigantisches Bauwerk, kaum zu fassen! Wunderbare Kirchenfenster bis hoch hinauf, darunter das ganz Faszinierende von Gerhard Richter. Er hatte verschiedene Vorgänger, die ihr Handwerk ebenso kunstvoll zeigen. Die enorme Höhe der Säulen und der Spitzbögen sind nicht nur Halsverrenker sondern einfach kaum zu ermessen. In der tiefen und dunklen Krypta stellt sich dann Erbarmen mit den zahllosen Kardinälen und Bischöfen ein, die da eines Tages wieder auferstehen sollen (bei diesen vergitterten und schwer beladenen Sarkophagen).
    Die Altstadt ist eigentlich kaum eine „Altstadt“, wie auch, denn 80% der Stadt wurden im Krieg zerstört. Beeindruckende Bilder vom Dom in einem Trümmerfeld. Einiges wurde rekonstruiert, aber halt auch, wie so oft, mit einigen Bausünden. Die Struktur der wenig breiten aneinander gebauten Häuser wurde zum guten Glück erhalten. Na ja, die Läden im Erdgeschoss nehmen da dann gern mal zwei bis drei Hausbreiten ein. Wie dann der riesige Laden für Karneval, alles und jedes womit man sich nach kölscher Art fasnächtlich bekleiden und schmücken kann.
    Noch ein Kölsch und dann in die Wärme der Kajüte zurück.
    Und nach kurzem einsetzender Hagel, der so himmlisch auf das schützende Boot prasselt.
    Read more