• Orth

    17.–19. jun., Tyskland ⋅ ☁️ 17 °C

    Bei ruhiger See und moderaten Winden ging’s los. Allerdings haben wir´s dann vorgezogen, unter der Brücke nicht zu halsen, sondern unter Motor den Fehmarn-Sund und die Brücke drüber zu durchfahren. Die Route zum Hafen von Orth schien uns von so vielen Untiefen gepflastert, dass wir die Segel nicht erneut setzten. Für uns bodenseegewohnte kam Nervosität auf, denn das Log zeigt schnell nur 2 - 3 Meter, die gut getonnte Einfahrt nach Orth hat uns aber sicher geführt.
    Orth, ja es heisst tatsächlich so, was das „H“ am Wortende bedeutet, erschließt sich uns nicht. Ort ist ja Ort. Nun aber tatsächlich heisst es „Schwanitz“, denn hier werden Sequenzen der skurrilen Filmgeschichten von „Nord bei Nordwest“ gedreht. Das Boot von Kommissar/Tierarzt Jakobs liegt auch tatsächlich da. Trotz dieses Hintergrunds ein wunderbar stiller, romantischer Ostseehafen, der einmal ein Handelshafen war. Stillgelegte Eisenbahnschienen und Lagerhäuser erinnern dran.
    Heute hat uns eine Radtour ins Innere der Insel geführt. Weite Felder von Weizen, der in der Sonne (ohne poetisch zu werden) wirklich golden glänzte, Hafer, Roggen, Kartoffeln, und sogar einen Weinberg (oder sagt man hier eher Weingarten in der Fläche) erfreuten unsere Augen. In Burg wurden wir darauf aufmerksam, dass ein „Bulli-Festival“ stattfindet, und so ergötzten uns vorbeifahrende VW-Busse jeder Gestalt. Eine Besichtigung der Dorfkirche hat sich ausgezahlt, nicht Backsteingotik, nein merkbar der Übergang von Romanik zur Gotik, einfach schlicht, und doch versehen mit vielen Kunstkostbarkeiten aus dem Mittelalter. Hier auch erfahren, das St. Nikolai (dem ist die Kirche geweiht) der Schutzpatron der Seefahrer sei.
    Und ja, das Wetter ist nun auch auf der wärmeren Seite, jedenfalls haben wir geschwitzt und nach dem Retablieren beim Griechen den kühlen Wein genossen. Wir hatten ja auch Zeit, da die Schwitzwäsche im Waschautomaten lag.
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