Kappeln und mehr
Jul 4–7 in Germany
🌧 17 °C
04.07.
Leinen los nach Kappeln, wo wir mit Hansi und Ernst treffen wollen. Sie werden uns die nächste Woche begleiten.
Viele Regattaboote sind vor uns ausgelaufen und haben sich ca. eine Meile vor dem Hafen zum Start versammelt. Wir wollten diesen nicht in die Quere kommen und kamen dann doch, da wir deren Kurs falsch interpretierten. Jedenfalls hatten wir die Armada im Rücken, haben etwas aufgestoppt und die Schnelleren vorbeiziehen lassen. Am Leuchturm Kalkgrund setzten wir die Segel, der Wind war derart heftig, dass es wohlgeraten war, die Segel zu reffen. An der Schleimünde dann auch noch der Entschluss, die Segel einzuholen und die Schlei rauf unter Motor zu fahren, ein Kreuzen in diesem engen Fahrwasser hätte uns überfordert.
Am Abend haben wir nicht nur Ernst und Hansi getroffen, sondern auch ihre Freunde, Marion und Stefan, mit denen sie die Nord- und Südpole der Erde erkundet haben. Ein heiterer Abend voller Reiseberichte-Austausch und Schwärmereien über und über.
Ja, die Seefahrt hat´s in sich.
05.07.
Marion, Stefan, Hansi und Ernst hatten auf dem Programm eine Wikingerdorf -Anlage in der Nähe zu durchforsten: Haitabu. Wir wollten unser Boot auf Vordermann bringen. Absaugen der Abwassertanks war angesagt und Wasserreserve nachtanken. Wir sind dabei immer wieder erstaunt, dass das Absaugen hier an der Ostsee eine neuere Erfindung zu sein scheint. Auch hier hat die Hafenmeisterin kaum gewusst, wie die Anlage zu bedienen sei. So sind wir für den Wissenstransfer besorgt. Hier oben macht man sich noch keine grossen Gedanken, wenn man die Saucen einfach ins Wasser lässt.
Auf dem obern Teil des Hafens fand ein Kunst- und Handwerkermarkt statt, durch den sind wir geschlendert und…… haben eine wunderbar stinkenden Käse…. von wo….. aus Hittisau (Bregenzerwald) gefunden. Hei hat der bei Apéro auf dem Boot gemundet! So auch das leckere Nachtessen im Fährschänke.
06.07.
Regen Regen Regen, von der heftigsten Art. An Segeln war nicht zu denken. So sind wir nach Glücksburg zur Glücksburg gefahren. Die war auch mal Sommersitz der dänischen Könige. Eine eindrückliche Anlage, ein Wasserschloss. Heute ist´s nur noch Museum. Es wird die Geschichte, die in dieser Gegend ja durch viele schleswigsche-holsteinische-dänische Kriege geprägt ist detailliert kuratieriert gezeigt. Prachtvolle Gobelins mehrere Quadatmeter gross, Porzellan und Silber zieren die Säle, ja gar, ähnlich dem Wachsfigurenkabinett, eine Szene mit speisenden Hochadligen und deren Dienerschaft im Rücken. Mir sind schlussendlich die Augen übergelaufen und die Hirnwindungen so irritiert ob all der Geschichts- und Stammbaum- und Kriegswirrendaten, das ich froh war bei einem anschließenden Thunfischsalat und Bier zu entspannen.
Wir sind nach Arnis weiter gefahren. Dieses Werft- und Schifferdorf, das sich ja Stadt nennen darf hab ich schon mal geschildert. Erholsam war´s auf dem Friedhof bei der Schifferkirche, denn da gab´s an einigen Grabstätten „sprechende Steine“. Über einen QR-Code konnte man die Geschichten und Bezüge der hier Ruhenden erfahren. Sehr sehr aufschlussreich, denn so lebensnah.
07.07.
Und nochmals Regengüsse an der Zahl. Hans und Ernst wollten Flensburg, das wir mit ihnen geplant hatten anzusteuern, doch noch besichtigen. Uli hat sich entschlossen, den Haushalt inklusive Wäschewaschen zu besorgen.
Auf der Fahrt nach Flensburg sind nochmals bei Steinberg vorbeigefahren, da haben wir gestern, die uralte Reformationslinde bestaunt. Diese Linden wurden zur Zeit der Reformation als Erinnerungslinden gepflanzt und dienten als Versammlungs- und Gerichtsort. Die Linde steht in voller Kraft, obwohl sie durch einen Blitz gespalten wurde. Heute hat sie einen Umfang von rund 8 Metern. Einfach ein Wunder der Natur, fünfhundert Jahre alt!
In Flensburg stand ein ausführlicher Besuch im Schifffahrtsmuseum an. Auf anschauliche Weise und und für den Laien super informativ kuratiert, werden der Handel, die Küsten- und Seehandelsrouten, die Handelshöfe gezeigt und beschrieben. Wunderbare Schiffsmodelle sind zu bestaunen, aber auch die Entwicklung der Navigation vom Sextanten bis zum GPS, vom Funk bis zum Radar. Ebenso aber auch die Leiden und Entbehrungen, die die Seemänner zu erdulden hatten und die vergangene Zeit der Kolonialherrschaften verbunden mit dem unmenschliche Sklavenhandel.
Hansi und Ernst waren, so wie ich beim ersten Besuch, von der Nikolai-Kirche mit ihren massigen Säulen und des beeindruckenden Orgelprospekts begeistert. Ein Bummel durch die Altstadt mit ihren schmucken, oder auch wuchtigen Fassaden haben die Besucher ermüden und befriedigt heim nach Kappeln fahren lassen.Read more


























TravelerJa, das macht Ihr richtig und gut.
TravelerDanke für all die tollen Bilder, Videos und vor allem auch für die ausführlichen und interessanten Berichte. Da können wir aus der Ferne alles gut miterleben. Wir freuen uns jedenfalls. Weiter so und liebe Grüße vom Bodensee
TravelerJedenfalls sollte“jedes Mal“ heißen. Sorry 🤷🏼♂️ und 🙋♀️🤷🏼♂️
Uli Schlör Ueli HafnerDankeschön für deine und eure Begleitung, Interesse und fröhliche Zusprüche ❣️ Wir sind etwas in Verzug aber noch heute kommen Updates ❣️