• Marstal

    Jul 17–19 in Denmark ☀️ 23 °C

    Erstmals ganz früh Tagwache, 0600 Uhr. Alle Informationen haben dazu geraten, denn die Häfen in der dänischen Südsee beginnen sich ab Mittag zu füllen, und Marstal als sehr beliebter Hafen besonders. Unsere Berechnung ergab, dass wir rund 6 Stunden Fahrt vor uns hatten. Wir haben so gescherzt, ungefähr die Strecke von Konstanz nach Bregenz auf dem Bodensee.
    Wir haben ein super Ablegemanöver hingekriegt, das uns voller Zuversicht stimmte. Noch ganz bei ruhigem Wasser sind wir die Schlei runtergetuckert, gestaunt, dass schon einige unterwegs waren und haben die frühmorgendliche Landschaft im Morgenlicht genossen. Dank dem guten Schmerzmittel-Management war Uli praktisch ohne Schmerzen und hat unter Autopilot das Steuer übernommen. Nach der Schleimündung war´s dann aus mit ruhigem Wasser, der Wellengang hatte ca. 50 cm, hat zwar etwas geschaukelt, aber unser Motor hat zuverlässig die Schraube gedreht. Mit ca. 4,5 kn über Grund sind wir unserm Ziel entgegengesteuert. Das ließ auch zu, dass wir uns auch etwas ausruhen konnten. Nach halber Fahrt hat der Wellengang nachgelassen, es wurde praktisch ruhiges Wasser. Das hat animiert, unsere mobile Abwasserpumpe mal auszuprobieren. Leider ist der Versuch gescheitert, da der Abpumpschlauch sich nicht bis in den Tank schieben ließ. Bei dieser Übung zeigten sich bei Ueli erstmals in seinem Leben Zeichen einer Seekrankheit. Ja man sollte halt nicht immer ins wellige Wasser schauen. Eine Stunde den Horizont fixieren hat Abhilfe geschaffen.
    Vor Marstal, in dem gut betonnten Fahrwasser war ein reger Verkehr, alles wollte da rein. Wir haben einer der wenigen noch freien Liegeplätze angesteuert und…… mit Bravour das Anlegemanöver gemacht. Ja wir sind ein sau gutes Team, auch wenn etwas invalidisiert.
    Ein erster Spaziergang im Hafengebiet hat uns eine wunderschöne dörfliche Struktur mit engen Gässchen und der Fassade nach reich bepflanzen Häuschen betrachten lassen. Einfach schnuckelig. Marstal soll einmal ein sehr bedeutender Hafen der Dänischen Handelsflotte gewesen sein und heute noch teilweise von der Schifffahrt leben. Das ist diesem Ort wirklich anzusehen, wenn man etwas in Schifferromantik schwärmen will.
    Heute nun hat ein starker Wind (20-25 Knoten) eingesetzt, es pfeift durch die Masten und lässt so manches Tau klappern. Bei diesem Wind ist an eine Weiterfahrt kaum zu denken, wir werden sehen.
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