• Miradolo Terme Villa Vittoria

    16 maja 2025, Włochy ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir haben heute eine sehr lange Strecke vor uns, zirka 35 km. Deshalb sind wir wieder früh aufgestanden, um nicht zu spät anzukommen. Gestern haben wir keine passende Unterkunft in normaler Gehdistanz gefunden. Das Wetter ist ein weiterer wichtiger Faktor – laut Prognose etwa 20 °C. Doch das Wetter ist uns wohlgesinnt: Praktisch die ganze Strecke begleitet uns ein angenehmer, kühler Wind, wodurch es weniger heiss wirkt.
    Um 07:00 Uhr verlassen wir Pavia über San Pietro. Asphaltierte Strassen aller Art bilden heute vor allem unsere Weggrundlage. Erst kurz vor Santa Cristina, bei der Kiesgrube, wechseln wir auf Feldwege.
    Weit in der Ferne begleitet uns die erste Bergkette, auf die wir in den nächsten Tagen stossen werden.
    Wir durchqueren viele kleine Siedlungen. In einem kleinen Dorf finden wir eine Kirche, die für die Pilger eine Wegverzehr bereitstellt, in einer weiteren holt der Pfarrer extra für uns den Pilgerstempel, und in einem Dorf werden wir mit „Salve Pellegrini“ begrüsst.
    Nach etwa halber Strecke trinken wir in Belgioioso zur Stärkung einen Espresso. Nächster Halt ist Santa Cristina. Der Weg dorthin zieht sich – man sieht die Kirche von weitem, doch kommt nicht wirklich näher, da der Weg schachbrettartig immer wieder um die Felder führt: ein Feld seitlich, ein Feld vorwärts, ein Feld seitlich und so weiter.
    In Santa Cristina stürzen wir eine Cola runter und runden das mit einem Espresso ab. Ein Energieschub ist gefragt, um die letzten 5 km noch zu meistern.
    Unser heutiges edles BnB liegt ausserhalb von Miradolo Terme auf einer Anhöhe. Wir sind mit unserer Leistung sehr zufrieden, glücklich angekommen zu sein, und freuen uns auf die erfrischende Dusche. Hätten wir Badehosen dabei, wäre sogar ein Bad im gepflegten Pool möglich gewesen.
    Czytaj więcej

  • Piacenza

    17 maja 2025, Włochy ⋅ ☀️ 22 °C

    Heute ist eine etwas leichtere Tour vorgesehen, trotzdem müssen wir fast die ganze Strecke auf asphaltierten Haupt- und Nebenstrassen laufen. Das grosse Ereignis am Morgen ist die Po-Überquerung mit dem Boot. Danielo Parisi holt uns zusammen mit fünf weiteren Pilgern am Steg in Corte S. Andrea ab und bringt uns etwa eine halbe Stunde über den Po ans andere Ufer nach Soprarivo. Damit sind wir in der Emilia-Romagna angekommen.
    Nach der Landung erzählt er uns auf dem Weg zu seinem Haus die Geschichte der Via Francigena und erklärt, dass diese Passage bereits vor hunderten von Jahren von Pilgern und Handelsleuten genutzt wurde. Er zeigt uns auch die Verfärbungen an den Baumstämmen in etwa drei Metern Höhe und erklärt, dass das Wasser vor fünf Jahren bis auf diese Höhe stieg.
    Anschliessend führt er uns in seinen Garten, um den Stempeleintrag und die Eintragung in sein rund 15 cm dickes Fährbuch vorzunehmen, in dem alle Personen verzeichnet sind, die er überführt hat. Stolz zeigt er uns ein Foto von sich und seinen bereits fünf vollen Büchern.
    Die Stempel sind riesig und an grossen Holzkeulen befestigt. Er zelebriert das Stempeln richtig – danach muss man sich im Buch selbst eintragen. Er will wissen, wer du bist, woher du kommst, wo deine Pilgerreise begann und bis wohin du gehst. Zum Abschied gibt es eine herzliche Umarmung, und die Frauen bekommen noch ein Küsschen.
    Anschliessend beginnt die Wanderung auf den nahezu schattenlosen Strassen nach Piacenza.
    In der Stadt angekommen beziehen wir das Appartement. Der Eingang ist so schmal und eng, dass man mit dem Rucksack auf dem Rücken fast nicht durchkommt.
    Nach der Dusche geht es zur Stadtbesichtigung und der obligaten Stempelsuche.
    Die Stadt hat wieder viele kleine und grosse Kirchen. Man bekommt langsam einen Sturm im Kopf von all den Heiligtümern, die es zu besichtigen gibt.
    Dafür muss man aber durch die ganze Stadt laufen, um etwas Essbares einkaufen zu können – der Wahnsinn.
    Czytaj więcej

  • Agriturismo Battibue in Fiorenzuola

    18 maja 2025, Włochy ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute steht wieder eine lange Etappe an. Gemäss Reisebeschrieb soll die Etappe herausfordernd sein – das können wir nur bestätigen. Von den 33 km sind gerade mal etwa 3 km auf Feldstrassen mit Kies, die übrigen 30 km auf allen Arten von asphaltierten Strassen. Wir laufen entlang der weissen Seitenleitlinien am Strassenrand. Meist müssen wir wegen des Verkehrs hintereinander gehen.
    Wegen des starken Autoverkehrs stehen wir dauernd unter Strom, da uns die Situation unberechenbar erscheint. Die Italiener sind im Personenverkehr auf den Strassen offenbar nicht gewohnt, auf Fussgänger Rücksicht zu nehmen. Du weisst nie, ob sie am Handy sind und schlenkern, ob sie hinter deinem Rücken auf der Gegenfahrbahn überholen, einfach bewusst nicht ausweichen oder dich überhaupt sehen, weil sie am Palavern sind. Es gibt auch einige Strassen mit nur einer Spur, da trauen sich manche wegen der seitlichen Gräben nicht auszuweichen. Wir haben es aber ganz gut überlebt.
    Bei der Überquerung des Baches Chiavenna erleben wir eine Überraschung: Es gibt keine Brücke, nur eine durch schwere Bauernfahrzeuge gemachte Schlammspur auf beiden Bachseiten, und der Bach hat keine Trittsteine. Also ziehen wir die Schuhe aus und waten barfuss durch den Bach, was unsere warmen Füsse angenehm abkühlt.
    Endlich in Fiorenzuola angekommen, suchen wir eine Bar, um etwas Kühles zu trinken. Die einzige offene Bar, die wir finden, ist recht schmuddelig. Es fällt uns immer wieder auf, dass die Aussenbereiche der Bars oft ungepflegt sind. Zigarettenstummel liegen überall herum, volle Aschenbecher, Papierreste und nicht abgeräumtes Geschirr auf den Tischen. Das Personal ist beim Schwatzen und hat somit auch keine Zeit für anderes.
    Also gehen wir nach dem Drink schnell weiter zu unserer Herberge auf dem Land, einem Agritourisme. Auch hier erwartet uns eine Überraschung: Kein Nachtessen heute Abend, die Küche sei geschlossen, lautet die Ansage.
    Nach unserem harten Tag ist das schwer zu verkraften. Aus diesem Grund insistieren wir energisch, und es gelingt uns, dass man uns eine Fleisch-Käse-Platte mit Brot sowie einen Teller Pasta zum Nachtessen bereitstellt.
    Czytaj więcej