6.11. Mori-Tower und Treffen mit Cousin
November 7, 2025 in Japan ⋅ 🌙 13 °C
Endloses Häusermeer
Fünfzig Stockwerke tiefer
Tokyo extrem
Vormittags erst einmal eine mehr als halbstündige Metrofahrt nach Roppongi. Dort ist der Mori- Tower mit der berühmten Riesenspinne "Maman" von Luise Bourgeois davor, einem "Observatory-skydeck" (geschlossener Innenraum) im 53. (!) Stock und dem Mori- Art- Museum, das sich offenbar auf berühmte Architekten spezialisiert hat. Da die Räume (siehe das Foto mit dem steilen Rolltreppenzugang) unglaublich HOCH sind, war es bei der aktuellen Ausstellung über den japanischen Architekten Sou Fujimoto möglich, sein Expo 25- Bauwerk in Osaka, das über 20 Meter hoch ist/ war(?), hier mit einem kleinen Ausschnitt im Maßstab 1:5 nach zu bauen: der "große Ring"- komplett aus Holz gebaut. Faszinierend "crazy" waren die miteinander sprechenden Bauwerke von Fujimoto aus aller Welt - sie waren etwa kindergroß aus Plüsch- also weich ! -kicherten und bewegten sich beim Sprechen...
Dass ich mir da oben anschließend einen Matchatee mit Milch gönnte, ist ebenfalls dokumentiert.
Von einem Fenster aus entdeckte ich eine Grünfläche, die ich mir nur als Friedhof erklären konnte.
Wieder unten angekommen, suchte ich also den "Friedhof Roppongi". Google Maps führte mich dann zu einer engen Fläche ohne Grün, umgeben von einem hohen Maschendrahtzaun. Als ich durch das Tor ging, wollte mich der Aufpasser zunächst nicht aufs Gelände lassen, aber ich hab was von "nur 5 Minuten" gestammelt und bin schnell rein gewitscht. Obwohl sich die Japaner meistens feierlich buddhistisch begraben lassen, war dieser zugebaute Platz hier bar jeder Spiritualität oder gar Romantik. Und doch hatte die Parallele zwischen den kleinen hässlichen Steinquadern in Reih und Glied für die Toten und den dahinter hoch aufragenden Wohnklötzen für die Lebenden etwas Faszinierendes....
Was die mit Schriftzeichen bemalten hölzernen " Langlaufskier" in den metallenen "Schirmständern" (exakt SO sehen die aus) hinter den Grabsteinen bedeuten, fragte ich später am Tag Cousin Andreas. Er meinte, das seien Gebete (Mantren?) für die Verstorbenen in Sanskrit.
Es reichte mir grade so zurück ins Hotel nach Asakusa, um dort die Tasche mit meinen Mitbringseln zu schnappen und zu dem Cafe in der Nähe zu eilen, das mein Cousin Andreas erst heute als Treffpunkt vorgeschlagen hatte. Obwohl wir uns seit über 50 Jahren nicht gesehen haben, erkannten wir uns natürlich sofort - zwei Langnasen zwischen lauter Japanern, hihi! Außerdem hatte er beim Lachen genau denselben verschmitzen Gesichtsausdruck wie seine Schwester. die ich vor etwa einem Jahr ebenfalls nach fast 30 Jahren ohne Kontakt über eine Internetrecherche wieder "gefunden" habe. Nach beinahe 2 Stunden Plaudern im Café, brachen wir dann nach Ueno auf. Nicht weit von meiner gestrigen Parktour hatte Andreas in einem kleinen Restaurant reserviert. Wir bekamen viele Gänge wunderbar köstlicher "Kleinigkeiten", nacheinander serviert. Die Dame des Hauses erklärte alles - manches kannte selbst Andreas nicht in der hier servierten Art und Kombination... So viel verschiedenes jedenfalls, dass wir hinterher beide mehr als wohlig gesättigt waren... Dazu gab es 2 verschiedene Sorten wunderbar mildfruchtigen Sake - Reiswein, der in kleinen " Schnapsgläschen" genossen wird. Sake hat zwischen 14 und 17 Prozent Alkohol. Von so einer kleinen Menge (3, 4 Minigläschen für jede/n am gesamten Abend) war nicht mal ich, die ich wirklich kaum Alkohol trinke, bedüdelt...
Durch den nächtlich ruhigen Uenopark und die immer noch stark belebten Markt-bzw. Gatronomie-Gassen Uenos gings dann zurück zur Metro Station, wo sich unsere Wege kurz nach 22 Uhr - sehr wahrscheinlich für immer - trennten. Denn: ER lebt seit über 40 Jahren in Japan und ist fast ebenso lange hier mit Michiko verheiratet. ICH werde voraussichtlich meine nächste Fernreise nicht wieder nach Japan unternehmen. (Sofern ich überhaupt wieder eine so ferne Reise vorbereiten will und antreten kann...)
Denn: Das Vorbereiten hat mich diesmal NOCH mehr gestresst als bei der letzten, viel längeren großen Reise nach Nordindien und Nepal im Herbst 2024. Hätten mir Nami und vor allem Andreas, aber auch Babs und Angelika nicht vor der Reise verschiedene - wirklich wertvolle - Hinweise gegeben und mir damit letztlich meine zunehmend wachsende "Japan-Panik' genommen - wer weiß, ob ich überhaupt DORTHIN gestartet wäre...??? An dieser Stelle ein großes, herzliches DOMO ARIGATOO an alle meine Unterstützerinnen und Mutmacher!Read more























Traveler
Ist das der Cousin?
TravelerJa klar! Wer sonst?
Traveler
Also dieses tolle Essen allweil!!!!