14.11. Nara, Stadt der Rehe und Tempel
November 14, 2025 in Japan ⋅ 🌙 11 °C
Mit der Zeit habe ich zwar eine gewisse Routine beim Ein- und Umpacken, wenn ein Ortswechsel ansteht. Das heißt aber leider nicht, dass es deshalb inzwischen rascher ginge. Im Gegenteil: nun erst recht Doppel-Check bei JEDEM Ausweis, Beutelchen, Papier, Kleidungsstück oder Lebensmittel, ob und wann ich das heute brauche: unterwegs, erst in der Unterkunft? Davon hängt ab, wo ich es verstaue. Was ich heute anziehe? Mindestens zwei Stunden brauche ich deshalb inklusive Morgentoilette und Frühstück vom Weckerklingeln bis zum Aus-Checken aus der Unterkunft - auch ohne Morgenyoga oder sonstige Extras. Somit verließ ich heute kurz nach 10 den netten Ryokan in Hikone. Als ich nach einem Bus zum Bahnhof fragte, bot mir die Wirtin an, dass mich eine Mitarbeiterin des Teams mit dem Auto zum Bahnhof bringt - unglaublich! Bemerkenswert fand ich den Screen vorne über dem Armaturenbrett, auf dem laut und in Farbe das Fernsehprogramm lief- heute kurz nach 10 wars eine Kochsendung. Ob DAS nun eine SICHERE, achtsame FAHRWEISE begünstigt? (Was meinst du, Babs, als Fahrlehrerin? ) Ich war durch den unerwarteten Shuttle-Lift bereits um 10.20 Uhr auf dem richtigen Gleis nach Kyoto (dort Umstieg) und genau 2 Stunden später ratterte ich mit meinem Trolley durch NARA Richtung Hilo- Hostel. Wieder unweit des Bahnhofes. Die als meganett beschriebenen Hostelbetreiber (Hiro und Nagi) sind genauso freundlich und fürsorglich, wie es in den Internetbewertungen steht. Ausgestattet mit den wichtigsten Infos und einem Papier-Lageplan war ich bereits um 14.30 Uhr auf dem Weg zu meinen ersten 3 bzw 4 Nara- Tempeln: 1. Kohfuku-ji (Segen spendender Tempel), der im Jahr 720 erbaut wurde, seither aber öfter abgebrannt war. Dort besuchte ich für je 3 € Eintritt die östliche goldene und die zentrale goldene Tempelhalle. Dann den ältesten Buddha-Tempel, den Gango-ji (4,50€). Beide Tempel liegen zwar noch außerhalb des Nara- Parkgeländes, aber schon dort laufen einem überall auf der Straße die zahmen, sehr hellen Hirsche entgegen. Dass die "dears" Hirsche und keine Rehe sind, behauptet der Lonely- Planet- Führer. (Das Wort "Hirsche" war aber zu lang für die Tagesüberschrift hier!) Und dort steht auch, dass sich "das Erbgut der Hirsche verändert" habe. Ich bezeichne das als "ENTARTET" im Wortsinn). Weil sie seit weit über 1000 Jahren als "göttliche Helfer" geschützt und gehätschelt werden, nehmen die Tiere Menschen nicht als potentielle Bedrohung wahr, sondern als mögliche Nahrungsquelle. Sie bleiben tatsächlich bei oder vor den Besuchern stehen und manche VERBEUGEN sich sogar! Kein Witz- ich konnte es mehrmals beobachten... Sie sind offenbar scharf auf irgendwelche Kekse, die als Hirschfutter verkauft werden. Tatsächlich sind diese Tiere absolut zahm und unerschrocken - ebenso wie die heiligen Kühe in Indien. Deshalb achtete schon nach kurzem kaum noch auf sie. Und ich hatte auch kein Bedürfnis, sie zu streicheln. Das tun ja schon Tausende anderer Touristen... Da es bereits kurz vor Sonnenuntergang war, wollte ich zügig zur Nigatsi-Hall finden. Das ist laut Empfehlung meiner Hostel- Wirtsleute ein höher gelegener Aussichtspunkt im Park, von dem aus ich den Sonnenuntergang HÄTTE sehen können. Wenn ich bis ca 16.40 Uhr dort angekommen WÄRE. Googlemaps führte mich jedoch - wie schon so manches Mal - in die Irre bzw. kurz vor dem Ziel nur noch im Kreis herum und mitten auf ein großes Tempelgelände, für das Ticketpflicht bestand. So dass ich 10 min vor 17 Uhr = Toresschluss aus Versehen noch eine Eintrittskarte für den allerberühmtesten und überlaufensten "Todaji- Tempel" löste. Den wollte ich eigentlich morgen früh mit mehr Zeit besuchen. So hetzte ich (Sorry, Christa: heute ist wieder viel Hektik in meiner Wortwahl ;-))- also einmal clockwise rund um den größten Buddha der Welt. Dass ich im falschen Tempel gelandet war, merkte ich nämlich erst JETZT. Der Buddha heißt Daibutsu, 16 m hoch, 437 Tonnen Bronze, 130 kg Gold, 752 vom Kaiser Shomu enthüllt. Die Halle, die er brauchte, ist einer der größten Holzbauten der Welt. Die heutige ist von 1709 - das frühere Original war dreimal so groß! Sehr beeindruckend, aber mir wärs ja erst einmal nur um den SUNSET gegangen. Den ich nun leider verpasst hatte...Und aus dem Todai-ji- Tempel wurden alle Besucher rabiat um 17 Uhr rausgeworfen. (siehe Foto von den Tore schließenden blau gekleideten Mitarbeitern) Ich wollte nun doch noch den Nigatsudo-Tempelberg sehen, wenn auch fast im Halbdunkel. Nach viel Fragen kam ich auch hin. Auf den Fotos sieht es heller aus als es war, aber der Lampenschein hatte auch was. Hier fragte mich die Französin Anais (36 J), ob ich wisse, wo hier eine Toilette... ? Sie stammt aus dem Elsaß und startet gerade ein volles GAP- Jahr in Japan. Ich glaube, sie war auch ganz froh, dass wir den etwa halbstündigen Rückweg durch den nun völlig finsteren Park zu unseren Hostels in der Stadt gemeinsam machen und uns dabei unterhalten konnten. Auf der Hauptstraße kurz vor dem Hostel fand ich tatsächlich noch die lang gesuchten Kräutertees. Aus Deutschland importierte BIO- "Sonnentor"-Teebeutel kosten hier für über 8 € für 20 Stück. Günstigere d.h. japanische gab es auch hier nicht. Ich war trotzdem froh, weil ich nun abends noch was anderes als Lightbier (3,5%) oder alkfreies Bier trinken kann. Limonaden und Säfte trinke ich ja kaum und kaufe sie deshalb nicht.Read more






















Traveler
Oh nein, wie hässlich diese Typen - brrrr
Traveler
Was hat es denn mit den rosa Schürzchen auf sich🤔