• 16.11. Ankunft in Kyoto

    November 16, 2025 in Japan ⋅ 🌙 11 °C

    Der Abschied vom "Hilo Hostel" war äußerst herzlich. Der Name des Betreibers "Hiro" wird im Japanischen ja wie "Hilo" gesprochen - vermutlich kam so der Name des Hostels zustande? Er bedankte sich sehr dafür, dass ich das Bett abgezogen hatte und schenkte mir nicht nur 2 weitere der genialen Einmal- Filterkaffee- Beutel, die ich gestern erwähnt hatte (Insgesamt habe ich jetzt 5 von ihm bekommen - einer kostet im Laden zwischen 1 und 2 €), sondern auch ein winziges, Origami-gefaltetes Herren- Hemd zum Abschied. Da ich nicht alleine aufbrach, sondern gleichzeitig mit der Chilenin Consuelo, ließ ich in der Eile mein kleines weißes Küchenmesser auf dem Frühstückstisch liegen... Nicht schlimm. Geschockt war ich allerdings, als ich am Bahnhof feststellte, dass ich keine Internetverbindung mehr hatte. Da war eine rote " Datenwarn"- Meldung: Ich habe bereits 2. 95 Gigabyte verbraucht. So what? Ich hatte mir doch am Flughafen extra "unlimited" Datenvolumen gekauft: Alle 3 Tage bekomme ich - angeblich! ? -10 Gigabyte neu, d.h. bei 27 Tagen wären das 10 mal 9 = 90 Gigabyte.Somit hätte ich bisher womöglich bereits 40 Gigabyte am 12 Tagen verbraucht? Nur durch meine häufige Googlemaps- Nutzung???!!! Kann ich kaum glauben....Denn die findpenguins- Einträge mache ich ja abends immer mit WLAN von der jewiligen Unterkunft. Oder hab ich etwa in den vergangenen 1 -2 Tagen volle 10 Gigabyte verschleudert und muss jetzt warten bis mein Datenvolumenmorgen oder übermorgen wieder aufgefüllt wird? Ich war wie gelähmt, da ich nicht einmal wusste, wie ich den Stadtbus zu meiner heutigen ersten Unterkunft finden UND nützen sollte: wie viele Stationen? Wo aussteigen? Wie von dort aus die Unterkunft finden? und so weiter... ALLEINE IN EINER JAPANISCHEN STADT UNTERWEGS SEIN OHNE INTERNET ist heutzutage - und ohne Sprachkenntnisse! - ECHT schwierig! Ich saß also geschockt und verunsichert im Zug. Stolperte in Kyoto auf den Bahnsteig raus und war völlig erschlagen von dem Gewusel und Gedränge in drei riesigen Bahnhofsstockwerken! Hilfe! Also Schritt für Schritt vorgehen - eins nach dem anderen:
    1. TOURISTENINFORMATION: Papier- Stadtplan und Busfahrplan holen, Fragen, wo ich Hilfe bei der Datenfrage bekommen kann.
    2. AUFLADEN meiner quasi leeren SUICA- Card zum Busfahren. Am Bezahlautomat. Dafür eine/n Helfer/ in finden.
    3. Ein MEDIENGESCHÄFT finden und aufsuchen, wo ich hoffentlich "geholfen kriege" (um Verona Feldbusch zu zitieren...).
    Nr 1 und 2 klappten irgendwie - mit viel "mich strohblond anstellen" ;-) Aber wat mutt, dat mutt!
    Nr. 3: Im riesigen Mediamarkt (lauter blinkende einzelne Handy- und ähnliche Produktstände auf mindestens 3 Ebenen) direkt hinter den Kyoto TOWER wurde ich überall abgewimmelt. Das heißt: es war wie in einem deutschen Baumarkt: die ersten "BERATER" verschwanden gleich wieder. Den Berater Nummer 3 verfolgte, beharkte und bekniete ich aber via Google-Translator. Er schaffte es NICHT, vor mir zu flüchten! Nach 3 erfolglosen Versuchen seinerseits, mich loszuwerden, guckte er irgendwann doch ganz kurz in mein Handy- Menü, klickte was an und ZACK - da war sie wieder, die Internetverbindung! WOW! Ich argwöhnte zwar, dass es nur das hauseigene WLAN war. Aber nein: es tat jetzt auch im Freien wieder. DIE FRAGE WAR NUR: WIE LANGE? (Heute ist schon der dritte Tag in Kyoto und ich hab immer noch Internet draußen: juhu!!!)
    Hier noch ein Haiku von der Ankunft in meinem Kyoto- Hostel:
    Im Flur des Hostels
    Dampfende Waschmaschinen
    Wie vertraut das riecht!

    Für 17 Uhr hatte ich eine zweistündige Führung durch das so genannte "Geisha-Viertel" gebucht. In letzter Minute kam ich verschwitzt beim Treffpunkt an. Es war sooo voll in diesem Teil der Altstadt, dass ich mich nur schrittweise mühsam durch die Touristenmassen und gegen den Strom durchdrängen konnte. Die Gruppe war klein - mit mir nur 5 Personen: Maiko, die junge Führerin, eine japanische Mutter mit amerikanischer Tochter, ein älteres Ehepaar aus Lateinamerika und ich. Hat Spaß gemacht und ich erfuhr von Maiko, dass die hölzernen bogenförmigen "Zäune" am Sockel der Hauswände, die mir bereits in der Altstatdt von Omihachiman aufgefallen waren, einfach ein Schutz gegen pinkelnde Köter sind.
    Es gab auch hier im alten Rotlichtviertel GION alte höchstens zweistöckige Stadthäuser und viele Restaurants. Die Führung endete zentral an einem großen Schrein gleich bei "meiner" Bushaltestelle. Weil ich riesigen Hunger hatte, kaufte ich mir an zwei Ständen noch etwas Kleines zum Essen auf die Hand. War gar nicht leicht, etwas SALZIGES Vegetarisches zu finden - es gelang aber, wie man an den Fotos sieht.
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