17.11. Kyoto mit dem Fahrrad
November 17, 2025 in Japan ⋅ ☀️ 14 °C
Morgens, fast halbzehn im 5. Stock des Hostels in Kyoto- Mitte: Ich bin tatsächlich noch gesund - will es aber nicht "beschreien"... Noch hab ich weder Zahnschmerzen, noch Erkältung oder Magen-Darm oder sonstige schlimmere Beeinträchtigungen. Dafür bin ich fast am meisten dankbar! 🙏 Der Rest ergibt sich von selbst. Weil ein paar meiner Blog-Follower gefragt haben, woher ich die Energie dazu nehme.: Sie kommt einfach daher, dass ich so viel Aufwand und Geld investiert habe, um hierher zu kommen, dass ich die kostbaren Tage nicht "ungenützt" verstreichen lassen möchte. Wobei mich Kyoto erstmal fast erschlagen hat mit der schieren Masse an Touristen, die sich durch die Straßen schieben: flanierend oder eilend - je nachdem. Und es gibt sooo viel zu sehen hier, dass allein dafür 1-2 Wochen sinnvoll wären. (Der Amerikaner von vorgestern Abend WAR 2 Wochen hier und hatte nicht das Gefühl, er habe alles Wichtige gesehen...) Es fällt mir deshalb schwerer als bisher, einen Anfang zu finden. Aber gottlob bricht die 🌞 immer wieder durch die Wolken! Bei ca 14 Grad, d.h. warme Kleidung ist trotzdem nötig. Ich werde mir also gleich ein Fahrrad ausleihen und einfach mal los fahren. // Das Fahrrad war zwar gefühlt "Kindergröße", also keines von den Hollandrädern, aber es hatte als einziges eine Gangschaltung! Als ich gegen halb 12 endlich losfuhr, war das Wetter herrlich, so dass das Radeln am Kamo-Fluss entlang eine reine Freude war - siehe Bilder! Ich traf sehr viele Menschen auf dem Rad. Eine junge Mama hatte ihr 10 Monate altes Baby auf dem Rücken festgeschnallt. Sie machte sich nicht die Mühe, das Kind in ihren wunderbaren Kinderfahrradsitz umzusetzen, sondern fuhr ohne Helm einfach los, um mir Weg zum 1. Schrein zu zeigen. Diesen großen Schrein, den der Herr im Hostel mir anzuschauen empfohlen hatte, bestand aus vielen kleineren Nebenschreinen - unter anderem den mit der Baseball- Gottheit (!)- und am Ende einem Hauptschrein. Im ersten, dem Kawai- Schrein, gab es Bijin sui - ein Getränk aus Quittenhonig und dem heiligen Wasser dieses Schreines zu kaufen. Ich nahm es heiß und es schmeckte wirklich lecker! Quitten sollen eine schöne jugendliche Haut machen (Ja, bitte gern!) Jeder Besucher kaufte und trank das hier.... Wobei im Moment nicht mehr als 10 Besucher hier waren. Laut Infotafel gibt es im Garten des Shimogamo- Schreines im Herbst besonders viele Quitten. Den zweiten Tempel, ganz weit im Nordosten der inneren Stadt, hatte ich ausgesucht, weil mir die gestrige Guide Maiko eine Internetseite genannt hatte, wo es Teezeremonien im Tempel gibt. Als ich den Namen des Tempels in Googlemaps eingegeben hab, kam dieser Enkoji- Tempel heraus. Als ich dort oben ankam, wusste dort niemand was von Teezeremonien. Gemeinsam fanden wir dann heraus, dass das im Kodaiji- Tempel nahe des Gion(Geisha)-Viertels sein muss. Davon war ich nun SEHR weit entfernt. Klar deshalb, dass ich mir das schöne Tempelgelände hier mit einem fast idyllischem Friedhof und toller Aussicht auf Kyoto trotzdem anschaute. Und auf dem Rückweg auch eine von Kyotos bekanntesten Sehenswürdigkeiten, den berühmten Gingkakuji- "SILBER"tempel "mitnahm".
Der war auch um kurz vor 16 Uhr noch total überlaufen . Das was ich auf dem vorgeschriebenen (!) Oneway- Rundweg durchs Gelände zu sehen bekam, war aber nur ein sehr schöner Park - ebenfalls mit Aussicht und herrlich roten Herbstlaubbäumen. Ich gönnte mir am Ausgang ein herrlich grünweißes Matcha- Softeis in einem "PUFF" aus Brandteig gefüllt mit Matcha- Creme. Und dann begann es zu nieseln und wurde rasch dunkel, so dass ich zurück zum Hostel fuhr. Und im Supermarkt unterwegs schnell einen ( zu) großen Einkauf machte - siehe Bild vom Einkaufskorb. Das meiste davon werde ich in die nächste, zweite Hostelunterkunft in Kyoto mitnehmen müssen. Damit war mein heutiges Tagesprogramm aber keineswegs beendet. Nein, nach einer längeren Trink- und Umziehpause fuhr ich nochmal los. Nun zur sogenannten "Naked- Moon"- Lightshow, die hier um die Ecke im Nija-Castle offenbar allabendlich statt findet. Sagte der Herr von der Hostelrezeption. Das Castle hätte ich mir ja sowieso anschauen wollen- nun eben im Dunkeln mit Showeffekten.
Apropos: Klar war es schön, bei Festbeleuchtung, Musik und diversen Licht- und Soundeffekten durch das parkartige Castle- Gelände zu spazieren. Aber irgendwie hab ich inzwischen diese teuren, immersiven Lightshows an und in Gebäuden auch ein bisschen satt. Es ist alles so superkitschig und effekthascherisch. (Christmasgarden in der Wilhelma, die Musiklightshow in der Stuttgarter Johanneskirche - alles beim 1. Mal beeindruckend. Aber KUNST ist das m.E. nicht. Sei's drum: Somit habe ich sowohl den Abend gefüllt als auch das schöne und berühmte Castle samt Park besichtigt. Jetzt Schluss, morgen will ich früh aus checken, um so bald wie möglich am Inari-Tempel sein zu können, der wohl NUR ganz frühmorgens überhaupt auszuhalten ist - sagte Consuelo. Schau mer mal.Read more


























TravelerSchön, dass du soviel Energie hast und auch das Hotel noch gefunden hast, nach all den Widrigkeiten.