• 25.11. FOUND in Transportation

    25 November 2025, Jepun ⋅ ☁️ 14 °C

    Bin zwar vor Sonnenaufgang - gegen 6.30 Uhr - aufgewacht, sah aber strömenden Regen am Fenster. Laut Vorhersage bis 10 Uhr. Nochmal hingelegt bis 8 Uhr. Dann gaaanz langsam gestartet mit Checken von Handynachrichten (u.a. Bilder und Videos von meiner Enkelin im rosa Tüll-Outfit, einem Geschenk ihrer polnischen Großmutter!) mich mehrmals umgezogen (Regen? Wie kalt? Welche Hose passt besser zur Bluse? denn: die Bluse einmal eingepackt ist dann unbenützbar verkrumpelt), so dass ich erst kurz nach 10 vom Lighthouse-Hostel aufbrach zu meiner Umsteige- Odysee. Denn die heutigen Fahrten toppen alles bisher Dagewesene an Verkehrsmittel- Kombinationen und auch meiner persönlichen Reisezeit INNERHALB Japans. Bei Wartezeiten von jeweils nicht über 10 Minuten bin / war ich heute 6 Stunden lang SO unterwegs:
    1. FAHRRADFAHRT zum Fähranleger "meiner" Insel Mukaishima
    2. FÄHR- ÜBERFAHRT nach Onomichi- Station.
    3. LOKALZUG bis Fukuyama
    4. NOZOMI- SHINKANSEN (schnell, sehr voll, offiziell verboten für JR- Pass) bis Shin- Osaka
    5. METRO bis Namba (einer der 3 Bahnhöfe Osakas- ein riesiger, SEHR schicker mehrstöckiger Bahnhof)
    6. BUMMELZUG A bis Rinkanden-Enkoshi
    7. BUMMELZUG B ( nur 2 Stationen) bis Hashimoto
    8. BERG- BUMMELZUG ( nochmal 40 min für 11 Stationen) bis Gokurakubashi
    9. ZAHNRADBAHN (extrem steil) bis Koyasan Station
    10. BUSFAHRT bis zum zentralen Tempelgelände
    11. ZU FUSS zum Daien-in Tempel
    Noch sitze ich in der Bahn Nr. 8. Ich ging davon aus (laut googlemaps- Auskunft!), dass Nr 6 bis zur Cable- Car- Basisstation Gukurabashi durchfährt. So wars geplant. Aber vermutlich hab ich es mir selbst zuzuschreiben. Ich war immer einfach in den nächsten Zug gestiegen, der auf dem richtigen Gleis abfahrbereit stand. So wie ich es mir hier in Japan angewöhnt hatte. Na: irgendwann vor Sonnenuntergang bin ich dort! Aber es ist gut, dass ich dieses Mammut- Umsteige- Programm noch nicht in meiner ersten Woche hier bewältigen musste... Nun regte ich mich gar nicht mehr auf. Dabei waren heute nur 2 Züge mit JR- Pass "benutzbar " - inklusive des von mir "illegal" gefahrenen Nozomi-Schnellzuges. ALLES andere musste ich bar extra bezahlen oder mit der blauen ICOCA-Karte, die ich erst vorhin in Shin Osaka im 7eleven- Store wieder mit Bargeld aufgeladen hatte. So langsam werde ich hungrig. Wehe, ich komme zu spät zum angeblich sehr früh gereichten vegetarischen Tempelabendessen. Das schließlich zum Halbpensionspaket gehört ;-) Und nirgendwo anders kann man - laut Reiseführer - abends nach 17 Uhr noch irgend etwas Essbares in diesem Ort bekommen. Um 17 Uhr schließt ALLES, weil die Tagesgäste dann weg fahren. Also- um auf Christianes topaktuellen Kommentar von gerade eben einzugehen: HEUTE gucke ich hoffentlich nur noch mein eigenes Zimmer IM Tempel an! ;-) Nix weiteres. /// Genauso kam es: Ankunft erst kurz vor 17 Uhr, dann Einchecken im Daien- Inn-Tempel. Wird von männlichen Mönchen geführt. Ein wunderbares japanisches Zimmer, wo ich erst nach 15 Minuten die erkerartige Fortsetzung mit riesigem Fenster entdeckte. Zuerst waren die Schiebetüren nämlich noch geschlossen. Auch die zusammengefaltete YAKUTA- Robe - samt dickem blauem Mantel dazu- sah ich nicht gleich. Die Zeit von 17 - 21 Uhr verging wie im Flug und auch sehr angenehm: In der ersten halben Stunde richtete ich mich häuslich- siehe Fotos- in meinem Zimmer namens "MOKUREN" ein. Der Name bedeutet wunderbarerweise "zwischen Magnolien" - meinen Lieblingsblüten! Um 17.30 h gab es Abendessen. In einem Extra-Raum (Schiebewände aus Papier!) war nur für mich und zwei weitere allein reisende Frauen aufgetischt. Der Empfangsmönch erklärte jeder von uns extra, in welchen Gefäßen sich Reis, Tee und Sojasauce befinden - der viel kryptischere Rest in all den kleinen Näpfchen musste selbst identifiziert werden. Wir drei - eine Amerikanerin und eine Südinderin aus Chennai (29 Jahre jung), meine Zimmer.Nachbarinnen, unterhielten uns prima. GANZ SICHER zu laut und viel zu lange für japanische und erst recht für mönchische Begriffe. Als immer häufiger ein Mönchs-Kopf in der Schiebetür auftauchte, erhoben wir uns schließlich - so gegen 18.45 Uhr. Es regnete inzwischen wieder . Wobei es auf MEINER Strecke nach dem Morgenregen den ganzen Tag über trocken und oft sogar sonnig gewesen war. Laut Wetterapp 3 Grad draußen. Die Amerikanerin war schon früher zu ihrer über 40 Dollar teuren, abendlichen Friedhofs- Führung aufgebrochen: nass, kalt, finster- ich beneidete sie keine Sekunde, sSondern verbrachte die nächste Stunde im Onsen im Erdgeschoss, den die Amerikanerin empfohlen hatte: ganz herrlich! Zwischen 8 und 9 p.m. versuchte ich alle japanischen Texte hier im Raum mit Google translator zu übersetzen - mehr oder weniger erfolgreich. Wir hatten beim Essen als Willkommensgeschenk alle drei einen ganz platten Holzlöffel bekommen. Darauf der Name des Tempels. Außerdem gibt es hier diverse Flyer und Infoblätter. Abschließend ein Beispiel der etwas kryptischen Übersetzung des Zen(?)- Gedichts in meiner Zimmernische. Lyrik kann der Translator ganz schlecht. Sachtexte gehen oft besser.
    Leben in den Stromschnellen
    Vögel sitzen auf Bäumen
    Es gibt keine Leute
    Wohne unten
    (Zenzai Doji)
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