Colombo
March 10, 2018 in Sri Lanka
🌧 27 °C
Wir übernachten im ältesten Hotel der Stadt, dem Galle Face Hotel, das schon 1864 gegründet wurde. Das Gebäude ist jedoch immer renoviert worden und gut in Schuss. Wir wissen nicht genau, ob die Service-Kräfte nur extrem langsam sind oder sich einer alten Tradition verpflichtet fühlen. Jedenfalls dauert es ewig, bis jemand kommt, um z. B. einen Getränkewunsch aufzunehmen; wir haben Geduld und Verständnis für die mit Sicherheit wichtigen Gespräche mit den zahlreichen Kollegen. An Personalmangel kann es jedenfalls nicht liegen.
Das Hotel liegt direkt am Meer und bietet nicht nur einen schönen Blick auf den indischen Ozean, sondern auch auf eine Riesenbaustelle. Nicht weit vom Hotel entsteht ein ganz neues Stadtviertel mit Wolkenkratzern, gebaut von chinesischen Investoren. (Wir sind Weihnachten 2025 hier noch einmal vorbeigekommen. Die Bauprojekte sind abgeschlossen. Das Hotel hat dadurch viel von seiner schönen Lage eingebüßt.)
Kurzes Frühstück und unser singhalesischer Begleiter – Mr. Nihal – fährt uns in die Altstadt, die früher – seit dem 17. Jahrhundert – ein befestigtes Fort gewesen ist. Die Tore kann man noch teilweise erkennen, die Mauern nicht mehr. Ein Singhalese führt uns durch seine Stadt. Er spricht unheimlich schnell. Es stellt sich heraus, dass er früher als Radiomoderator gearbeitet hat, was einiges erklärt. Er zeigt uns einige der historischen Kolonialbauten, die teilweise auf die holländische Zeit zurückgehen. Wir besuchen das Grand Oriental Hotel, früher eines der exklusivsten Hotels der Welt. Der Hotelmanager entschied vor Ort, ob ein Gast Zugang bekam oder abgewiesen wurde. Ohne Universitätsabschluss in Oxford oder Cambridge wurde es schwierig. Im 4. Stock befindet sich das Restaurant. Man hat einen schönen Blick auf den Hafen und das inzwischen sehr heruntergekommene Interieur des Hotels, das sich nach den guten alten Zeiten zu sehnen scheint.
Anfang der 80er Jahre hatte der Bürgerkrieg zwischen den Singhalesen und den Tamilen hier einen blutigen Ausgangspunkt. Die tamilische Untergrundarmee fuhr einen Lastwagen voller Sprengstoff direkt in das Zentrum von Colombo und brachte ihn hier zur Explosion. Viele der alten Kolonialbauten wurden dabei zerstört.
In einem der alten Kolonialbauten hat Duran Duran in den 80ern das Video zu
„Hungry like a Wolf“ aufgenommen, was der Stadt damals große Aufmerksamkeit bescherte (aber an mir vorbeigegangen war).
Nach einer kurzen TucTuc-Fahrt sind wir im Marktviertel Pettah angekommen. Es handelt sich nicht nur um einen Markt; vielmehr widmet sich ein ganzes Stadtviertel dem Groß- und Einzelhandel. Das hier alle in Sri Lanka gehandelten Waren umgeschlagen werden, glauben wir gern.
Auf unserem Rückweg wird die Frage „Wer hat den Lautesten?“ zugunsten der Muslime entschieden. Der Muezzin zeigt, was moderne Lautsprechertechnik leisten kann; der Aufruf zum Gebet kommt nicht irgendwo her, sondern erfüllt ein ganzes Stadtviertel.Read more


















