• Rainer Thierfeld
  • Rainer Thierfeld

Sri Lanka 2018

Viel mehr als nur "Indien light" Read more
  • Trip start
    March 9, 2018

    Unruhen in Kandy

    March 8, 2018 in Sri Lanka 🌧 28 °C

    Am Tag vor unserer Abreise erfahren wir, dass es der Provinz Kandy (einem unserer Ziele) zu Unruhen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen gekommen ist. Während der zweitätigen Ausschreitungen wurden mehr als 150 Gebäude in Brand gesetzt. Auslöser für die Gewalt soll der Polizei zufolge ein Angriff muslimischer Jugendlicher auf einen singhalesischen Lastwagenfahrer nach einem Verkehrsunfall am Montag gewesen sein. Der Fahrer kam demnach dabei ums Leben. Für eine Woche ist im ganzen Land der Notstand ausgerufen worden, eine Ausgangssperre ist verhängt. Das Auswärtige Amt rät „Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden“. Das Parlament entschuldigte sich bei der muslimischen Minderheit für die Gewaltakte. Es war das erste Mal seit 2011, dass die Regierung den Ausnahmezustand verhängte. Das wird ja eine spannende Reise ...Read more

  • Ankunft in Colombo

    March 9, 2018 in Sri Lanka 🌧 27 °C

    Nach ca. 13 Std. Flug über Amsterdam landen wir pünktlich gegen 23:30 Ortszeit und werden noch vor der Passkontrolle von netten jungen Damen erwartet. Jetzt sind wir also nicht in One, nicht in Two, sondern gleich in Thr... Sri Lanka. Bis wir im Hotel sind (direkt am Indischen Ozean mit grandioser Aussicht), ist es 2:00 morgens. Die Minibar ist inklusive, aber leider ohne Bier …
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    Colombo ist seit dem 5. Jahrhundert als Hafenstadt bekannt. Es diente
    arabischen, chinesischen und römischen Händlern als Station. Das von den
    Portugiesen gebaute Fort als Befestigung des Hafens wurde 1655 für sieben
    Monate von den Holländern besetzt und schließlich am 12.05.1656
    eingenommen. 1796 folgten dann die Engländer. 1948 wurde Sri Lanka in die
    Unabhängigkeit entlassen und war seitdem Hauptstadt des Landes. Diesen
    Status verlor Colombo allerdings 1982, als das Parlament seinen Sitz nach Sri
    Jayewardenepura im Südosten Colombos verlegte. Nach wie vor ist Colombo
    mit knapp 800.000 Einwohnern aber die Metropole des Landes.
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  • Colombo

    March 10, 2018 in Sri Lanka 🌧 27 °C

    Wir übernachten im ältesten Hotel der Stadt, dem Galle Face Hotel, das schon 1864 gegründet wurde. Das Gebäude ist jedoch immer renoviert worden und gut in Schuss. Wir wissen nicht genau, ob die Service-Kräfte nur extrem langsam sind oder sich einer alten Tradition verpflichtet fühlen. Jedenfalls dauert es ewig, bis jemand kommt, um z. B. einen Getränkewunsch aufzunehmen; wir haben Geduld und Verständnis für die mit Sicherheit wichtigen Gespräche mit den zahlreichen Kollegen. An Personalmangel kann es jedenfalls nicht liegen.

    Das Hotel liegt direkt am Meer und bietet nicht nur einen schönen Blick auf den indischen Ozean, sondern auch auf eine Riesenbaustelle. Nicht weit vom Hotel entsteht ein ganz neues Stadtviertel mit Wolkenkratzern, gebaut von chinesischen Investoren. (Wir sind Weihnachten 2025 hier noch einmal vorbeigekommen. Die Bauprojekte sind abgeschlossen. Das Hotel hat dadurch viel von seiner schönen Lage eingebüßt.)

    Kurzes Frühstück und unser singhalesischer Begleiter – Mr. Nihal – fährt uns in die Altstadt, die früher – seit dem 17. Jahrhundert – ein befestigtes Fort gewesen ist. Die Tore kann man noch teilweise erkennen, die Mauern nicht mehr. Ein Singhalese führt uns durch seine Stadt. Er spricht unheimlich schnell. Es stellt sich heraus, dass er früher als Radiomoderator gearbeitet hat, was einiges erklärt. Er zeigt uns einige der historischen Kolonialbauten, die teilweise auf die holländische Zeit zurückgehen. Wir besuchen das Grand Oriental Hotel, früher eines der exklusivsten Hotels der Welt. Der Hotelmanager entschied vor Ort, ob ein Gast Zugang bekam oder abgewiesen wurde. Ohne Universitätsabschluss in Oxford oder Cambridge wurde es schwierig. Im 4. Stock befindet sich das Restaurant. Man hat einen schönen Blick auf den Hafen und das inzwischen sehr heruntergekommene Interieur des Hotels, das sich nach den guten alten Zeiten zu sehnen scheint.

    Anfang der 80er Jahre hatte der Bürgerkrieg zwischen den Singhalesen und den Tamilen hier einen blutigen Ausgangspunkt. Die tamilische Untergrundarmee fuhr einen Lastwagen voller Sprengstoff direkt in das Zentrum von Colombo und brachte ihn hier zur Explosion. Viele der alten Kolonialbauten wurden dabei zerstört.

    In einem der alten Kolonialbauten hat Duran Duran in den 80ern das Video zu
    „Hungry like a Wolf“ aufgenommen, was der Stadt damals große Aufmerksamkeit bescherte (aber an mir vorbeigegangen war).

    Nach einer kurzen TucTuc-Fahrt sind wir im Marktviertel Pettah angekommen. Es handelt sich nicht nur um einen Markt; vielmehr widmet sich ein ganzes Stadtviertel dem Groß- und Einzelhandel. Das hier alle in Sri Lanka gehandelten Waren umgeschlagen werden, glauben wir gern.

    Auf unserem Rückweg wird die Frage „Wer hat den Lautesten?“ zugunsten der Muslime entschieden. Der Muezzin zeigt, was moderne Lautsprechertechnik leisten kann; der Aufruf zum Gebet kommt nicht irgendwo her, sondern erfüllt ein ganzes Stadtviertel.
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  • Über Dambulla nach Sirigiya

    March 11, 2018 in Sri Lanka 🌧 27 °C

    Auf der Fahrt in das sog. Kulturdreieck (Fahrzeit ca. 4,5 Std). lernen wir den Straßenverkehr in Sri Lanka kennen. Jeder verlässt sich auf den anderen; ausscheren, überholen, der Gegenverkehr wird schon ausweichen. Das hat heute immer gut geklappt.
    Die ganze Strecke gibt es praktisch nie das Gefühl, auf einer Landstraße zu sein. Es gibt praktisch keinen Straßenabschnitt, der nicht bebaut ist, an dem keine Händler rechts und links auf Kundschaft warten. Dafür sind die Straßen als ökonomische Adern viel zu wertvoll. Ortschaften erkennt man nur daran, dass der Verkehr etwas dichter wird und dass sich die Händler einem Thema widmen. So gibt es Orte, in denen praktisch nur Ananas, in anderen nur Rattan-Möbel, dann wieder nur Cashew-Kerne, Fliesen, Autoersatzteile oder Terracotta angeboten werden. Das erscheint ganz praktisch, wenn man etwas Bestimmtes einkaufen möchte; eine breite Auswahl ist gewährleistet.
    Unterwegs besichtigen wir den auf einem Felsen gelegenen Höhlentempel von Dambulla. In-insgesamt fünf Höhlen befinden sich 153 menschengroße Buddha-Statuen, drei Königsstatuen und vier Statuen der hinduistischen Götter Ganesha und Vishnu. Der Anstieg wird mit einer einmaligen Aussicht auf umliegende Seen und Wälder belohnt - grün und hügelig zeigt sich die Landschaft rund um Dambulla.
    Weiter geht es zum Hotel Water Garden in Sigiriya, welches sich in einem üppigen Garten mit Wasserkanälen befindet. Architektonisch handelt es sich eigentlich gar nicht um ein Hotel; einzelne Bungalows sind so ausgerichtet, dass sich von der (offenen) Rezeption eine Sichtachse zum Siha Giri, dem Löwenfelsen, ergibt. Beeindruckend!
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  • Monsun in Sirigiya

    March 12, 2018 in Sri Lanka 🌧 23 °C

    Am frühen Morgen um 04:45Uhr sollten wir abgeholt werden zur Fahrt mit dem Heißluftballon über Reisfelder, Wälder und den berühmten Löwenfelsen. Aber das war wohl nichts: Die Fahrt ist wegen des Wetters abgesagt worden. Wenn man sich das schönreden möchte, kann man sich darüber freuen, dass wir nun ausschlafen können …
    Zum Frühstück greifen wir zum Angebot „ein Überblick über Sri Lankas Frühstückgewohnheiten“. Verschiedene Currys, Reis usw. Ungewöhnlich, aber lecker und scharf … Wir verpassen den Absprung, um zu unserem Bungalow zurückzukommen: Es hat wieder stark angefangen zu regnen. Wir fühlen uns wie auf einer Nordseeinsel im Sommer, nur ohne Ölzeug.
    Als wir am Nachmittag zum Siha Giri – dem Löwenfelsen – aufbrechen, nieselt es nur, fast trocken. Ich lasse mich trotzdem dazu überreden, eine Regenjacke „vom Haus“ mitzunehmen. Eine gute Entscheidung. Nach den ersten Stufen öffnet sich der Himmel und wir wissen wieder, was Monsum bedeutet. Nur ist es dafür eigentlich zwei Monate zu früh. Stufe für Stufe erkämpfen wir uns diese Mischung aus Naturwunder und altem Königspalast. Ich habe glücklicherweise Abenteuer-Sandalen an, da kann das Wasser genauso gut ablaufen, wie es hineinläuft. Der Regen kommt uns schwallartig auf den Treppenstufen entgegen. Dafür sind wir heute fast allein auf dem Felsen, wo sich sonst Massen von Touristen tummeln. Wir haben hier wieder einen lokalen, „akkreditierten“ Spezialführer dabei. Ein harter Typ, der den Regen kaum zu bemerken scheint. Wir erfahren, dass er einer von 109 Sigiriya-Führern ist. Seine Deutschkenntnisse hat er ausschließlich bei den Touristenführungen erworben. Respekt!
    Siha Giri
    Um den Felsen herum befand sich eine von einem Wassergraben umgebene Königsstadt, die auf das 6. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht und das einstige Zentrum des Königreichs von Kassapa (477-495 n. Chr.) war. Die mittlerweile restaurierten Lustgärten am Fuß des Felsens beherbergen Überreste von Springbrunnen, Pavillons und einer Klosteranlage. Nach dem 14. Jahrhundert wurde die Anlage aufgegeben und 1898 von einem britischen Archäologen wiederentdeckt.
    Auf dem Magmablock des erodierten Vulkans, der etwa 200 m aus der Ebene aufragt, lag die eigentliche Festung. Hier befanden sich die Palastgebäude, von denen heute nur noch die Grundmauern zu sehen sind, da sie aus Holz gebaut waren. Es bestanden mehrere Zisternen, in denen aufgefangenes Regenwasser gesammelt wurde, um auch für den Fall einer längeren Belagerung ausreichende Trinkwasservorräte zur Verfügung zu haben.
    Etwa auf halber Höhe befinden sich unter einem Felsüberhang Fresken von meistens barbusigen Frauen (Wolkenmädchen), die heute über eine stählerne Wendeltreppe zugänglich sind. Die Malereien sind u. a. deshalb erhalten, weil sie erst sehr spät entdeckt wurden, da sie praktisch nicht zugänglich waren. Für Touristen gilt ein strenges Fotografierverbot.
    Auf einem Plateau an der nördlichen Schmalseite des Felses befinden sich die Überreste des Löwentors. Von dem riesigen Löwenkopf, durch dessen Maul man früher den letzten, steilsten Teil des Aufstiegs begann, sind nur die zwei mächtigen Tatzen übrig. Bis hierher haben wir unseren Aufstieg geschafft; das letzte Stück schenken wir uns angesichts der Wetterlage. An Aussicht ist ohnehin nicht zu denken. An Fotografieren ebenfalls nicht.
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  • Anuradhapura

    March 13, 2018 in Sri Lanka ☁️ 29 °C

    Heute gibt es viel nachzuholen; das Wetter scheint ganz in Ordnung zu werden und so starten wir um 09:00 und werden erst um 18:00 wieder im Hotel sein.
    Auf dem Weg zur ersten Königsstadt Sri Lankas - Anuradhapura (Fahrzeit ca. 2 Std.) – biegen wir ab und besuchen einen Ashram der traditionellen indischen Heilkunst Ayurveda. Von einer ausgebildeten jungen Ärztin erfahren wir aus erster Hand, wie Ayurveda wirkt und wie die heilenden Medikamente sowie die natürlichen Öle hergestellt werden. Eine Kräuteressenz dürfen wir probieren. Nun wissen wir, wo Jägermeister sich zu seinem Rezept inspirieren ließ.
    Dann geht es weiter zur ältesten Königsstadt Anuradhapura, einem UNESCO-Welterbe. Der Aufstieg der Stadt begann mit dem ersten buddhistischen Königs 259-210 v. Chr. Die riesige Stupa Ruanveli Seya Dagoba (107 Meter hoch) umrunden wir zusammen mit zahlreichen Pilgern. Eine große Gruppe von pilgernden Mönchen besucht mit uns das Naturdenkmal Sri Maha Bodhi, einen Ableger des Feigenbaums, unter dem Buddha Erleuchtung erlangte (diesen Baum gibt es nicht mehr). Er gilt als der älteste Baum Asiens - ein magischer Ort.
    Unser Guide fragt uns auf der Rückfahrt, ob wir noch Lust haben, das Dorfleben kennenzulernen. Das Ganze stellt sich dann doch eher als das Cloppenburg von Sri Lanka heraus. Irgendeiner im Ort muss auf die glorreiche Idee gekommen sein, das Dorf zu vermarkten. Und nun hat jeder in der Gemeinde sein Auskommen durch die zahlreichen Touristen. Erste Station: Rauf auf einen Ochsenkarren. Nach den ausgiebigen Regengüssen sind die Wege völlig aufgeweicht und die Ochsen haben ihre Last mit uns. Wir sind froh, von den ruckeligen Karren runterzukommen. Der muntere kleine Dorfvorsteher gönnt uns aber keine Pause, sondern jagt uns zu den Katamaranen. Ein großes Wort für zwei Plastikschläuche, die mit einem Brett verbunden sind. Uns erwartet eine sehr schöne Fahrt über einen See, die Ruhe wird nur unterbrochen von den Ansagen des Dorfvorstehers zu irgendwelchen Vögeln rechts und links. Und wenn es gerade keine neuen Vögel zu sehen gibt, summt der Gute alte ceylonesische Weisen vor sich hin. Dazu hat er sich wohl von den Gondeln in Venedig anstecken lassen. Um das Entertainment perfekt zu machen, übergibt er uns aus Seerosen gebastelte Hüte. Die sehen ein bisschen aus, als hätte Däniken hier sein Unwesen getrieben. So stellt man sich jedenfalls die Kopfbedeckungen der Marsmenschen vor.
    Wir erreichen unser Ziel. Über einen Anleger, der offenbar von den Kindergartenkindern gebastelt wurde, kommen wir sicher an Land und werden nun in die Küche Sri Lankas eingeführt. Im ersten Schritt raspeln wir Kokosflocken. Dann wird ein Brotteig angerührt und während dieser über offenen Feuer gart, wird die Auflage zubereitet. Chilli und Zwiebeln werden mit einem Stein zerrieben, dann kommen unsere Kokosflocken dazu. Statt Geschirr wird ein geflochtener Korb mit einem Bananenblatt ausgelegt. Das inzwischen gegarte Brot mit unserer Paste draufgelegt. Fertig. Das schmeckt richtig gut, wenn man es scharf mag …
    Auch wenn es sich natürlich um ein typisches Touristen-Event handelt. Insgesamt ein sehr berührender Ausflug. 100 Punkte für den Dorfvorsteher und seine Untertanen.
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  • Ballonfahrt und Safari

    March 14, 2018 in Sri Lanka 🌧 29 °C

    Heute können wir unsere Ballonfahrt nachholen. Mitten in der Nacht werden wir von einem PKW abgeholt. Angesichts der bevorstehenden Ballonfahrt meint der Fahrer, dass geistlicher Beistand nicht schaden kann und hat eine MP3 gestartet mit einem Mönch, der Buddhas Weisheiten rezitiert. Da alles auf Singhalesisch ist, lenkt uns nichts von der wahren Botschaft ab. Es kann nichts mehr schiefgehen. An der Hauptstraße steigen wir um in einen Land Rover, der wahrscheinlich schon den englischen Kolonialherren gute Dienste geleistet hat. Der hat schon einige Mitfahrer eingesammelt. Gemeinsam werden wir zum Startplatz geschaukelt.
    Nicht besonders elegant, aber irgendwie bin ich reingekommen in die Gondel. Der Chef gibt Gas, im wahrsten Sinne des Wortes, und wir erheben uns ziemlich flott gen Himmel. Nur die gewaltig grummelnden Schübe des Gasbrenners unterbrechen den stillen Ausblick.
    Zu einer perfekten Ballonfahrt gehört eine perfekte Landung. Und die bekommen wir nach etwa einer Stunde. Direkt in einem von Palmen umgebenen kleinen Feld, lässt der Chef den Ballon runter. Besser als in den umliegenden nassen Reisfeldern. Sofort sind wir von den Dorfbewohnern umzingelt, für die wir natürlich eine große Attraktion sind. Ein großer Brunnen für die Wasserversorgung bildet den Mittelpunkt des Dorfes. Und wir stellen uns dazu mit einem Sektglas in der Hand. Ziemlich dekadent.
    Auf dem Rückweg ins Hotel sehen wir am Straßenrand zwei wilde Elefanten, angelockt durch Müll. Das ist – mitten im besiedelten Gebiet – für die Leute natürlich ein Problem.
    Safari
    Am Nachmittag geht es auf zu einer Safari in den Minneriya Nationalpark. Wir steigen in einen rustikal zusammengeschweißten indischen Jeep (und wünschen uns den Land-Rover-Oldtimer zurück). Als Afrika-erprobte Safaristen (heißen die so?) erwarten wir eigentlich nicht viel. Und los geht es auch nur mit ein paar Affen (da sieht man in mancher Pagode mehr) und ein paar Adlern, die genauso regungslos in den Bäumen hocken, wie ein Krokodil ganz entfernt auf einer anderen Flussseite. Ich vermute schon, dass sich der Nationalpark mit Gummi-Attrappen aus chinesischer Produktion versorgt hat, als Bewegung in den Urwald kommt. Ein Elefantenbulle bahnt sich seinen Weg und überquert vor uns den Pfad. Definitiv echt. Nach ein paar weiteren Vögeln (von fünf im Nationalpark heimischen Adlern sehen wir immerhin vier), Schakalen, Leguanen kommen wir an einen großen See. Und hier gibt es nicht nur Wasserbüffel zu bestaunen, sondern insgesamt rund 200 Elefanten. So viele hat auch unser singhalesischer Begleiter hier noch nie gesehen. Das ist faszinierend zu beobachten.
    Riesige Elefantenfamilien machen sich am Nachmittag (ca. 45 Min. Fahrzeit) zum See auf, um zu trinken, zu baden und zu spielen. Im Safari-Jeep durchstreifen wir das Gebiet und treffen nicht nur reichlich Elefanten, sondern auch endemische Affenarten, Wasserbüffel, Pelikane und weitere Seevögel.
    Auf dem Rückweg fahren wir zu einem kleinen Tempel. Unser singhalesischer Begleiter hat sich mit dem Jeep-Fahrer verständigt, er kommt mit und fährt uns hin. Wir halten noch an einem Geschäft und denken, dass die beiden noch ihre Einkäufe für das Abendessen erledigen wollen. Später erfahren wir, dass sie Opfergaben für die Mönche des Tempels eingekauft haben (u. a. Zahnpasta und Seife). Wir gehen zunächst in das kleine Nebengebäude, wo wir vom Abt empfangen werden. Ein bisschen Small-Talk dann werden wir eingeladen, dass uns der Abt Glücksbänder fertigt und mit seinem Segen anlegt. Diese tragen wir nun solange, bis sie von selbst abfallen.
    Wir gehen zur neugebauten Stupa als Mittelpunkt eines Ortes für Zeremonien und beobachten die Vorbereitungen der Dorfbewohner, die nach und nach mit Opfergaben eintreffen und diese vor der Stupa ablegen. Dann erscheint der Abt, setzt sich und beginnt mit der Zeremonie. Die Gemeinde antwortet dabei im Chor seinen Gebeten.
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  • Fahrt nach Kandy

    March 15, 2018 in Sri Lanka ☁️ 28 °C

    Unterwegs nach Kandy (Fahrzeit ca. 3 Std.) besuchen wir den Tempel Kawatayamuna Viharaya, eine alte buddhistische Anlage, die wegen ihrer menschengroßen Figuren berühmt ist (und eher wie ein Hindu-Tempel wirkt). Wir schauen nebenan in die angeschlossene 1-Klassen-Schule, wo der Unterricht gerade zu Ende gegangen ist; die Kinder und die Lehrerinnen freuen sich über unser Interesse. Weiter geht es nach Matale, wo wir die einen Gewürzgärten besuchen und viel über die zahlreichen ceylonesischen Gewürze und vor allem Heilkräuter und deren Wirkung erfahren. Und um das gleich zu probieren, erhalten wir Salben, werden mit Öl eingerieben und massiert. „Machen Sie mal den Oberkörper frei“ im offenen Wellness-Tempel zur Freude der chinesischen Touristen-Kollegen.

    In Kandy besuchen wir erst einmal ein Sari-Studio. Hier kann Susan die neusten Modelle kennenlernen und vor allem, wie man ein solches Kleidungsstück überhaupt anzieht.

    Schließlich erreichen wir unser Hotel, das Earls Regency, welches gekonnt in die Granitfelsen eines Berges eingefügt wurde. Am frühen Abend erleben wir eine Aufführung ceylonesischer Tänzer und Trommler die wir fast allein erleben dürfen.

    Das anschließende Abend-Menü wird untermalt von einer älteren singhalesischen Dame am Flügel mit toller Klaviermusik. Die Musik sagt auch einigen Chinesen zu, die daraufhin Geige und einige uns unbekannte Streichinstrumente auspacken und mitspielen wollen. Ein einmaliges Gruppenerlebnis. Die Chinesen haben ihren Spaß. Dass es für uns „eigenwillig“ klingt, liegt nicht nur daran, dass die gespielten Stücke entweder den Chinesen oder der Pianistin vorher nicht bekannt schienen, sondern auch an den Fähigkeiten der Geigerin (entweder hat sie gerade angefangen mit dem Instrument oder sie sollte die Honorare für ihren Geigenlehrer zurückfordern). - leider keine Fotos von diesem Event :-(
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  • Kandy

    March 16, 2018 in Sri Lanka 🌧 26 °C

    Kandy ist die letzte Königsstadt Sri Lankas, bevor die Engländer den König abgesetzt haben. Der alte Palast dient nun als Tempel und beherbergt das größte Heiligtum Sri Lankas: Den heiligen Eckzahn Buddhas. Dass der Zahn echt ist, wurde vor 25 Jahren bewiesen: Bei einem Anschlag wurde ein mit Sprengstoff beladener Lkw vor 25 Jahren zur Detonation gebracht. Die umliegenden Gebäude und Mauern wurden dabei zerstört, das innere Gebäude mit der Reliquie blieb unversehrt. Wenn das kein Zeichen ist.
    Wir besuchen den Tempel. Die Masse der Pilger erinnert uns an die Grabeskirche in Jerusalem.

    Zur Entspannung geht es danach in den sehr schönen botanischen Garten von Peradeniya und danach in ein „Edelsteinmuseum“. Ein Film zeigt sehr anschaulich, unter welchen Bedingungen die Edelsteine in Sri Lanka abgebaut werden. Ganz überraschend ist an das Museum auch ein Juweliergeschäft angegliedert. Wir kommen auch hier heil wieder raus …

    Am Nachmittag besuchen wir eine Tanzschule und lernen etwas über Schrittfolgen und die Rhythmen des klassischen singhalesischen Tanzes. Der Tanzlehrer ist geborener Katholik und hat sich die eigentlich buddhistischen Tänze und Musik erarbeitet. Nach der Unterweisung sitzen wir noch beim Tee zusammen und haben die Möglichkeit, eine wahrscheinlich typische Wohnung kennenzulernen.

    Unruhen in Kandy

    Die Unruhen in Kandy haben sich im ganzen Land dadurch geäußert, dass WhatsApp und Facebook landesweit abgeschaltet waren, um Verabredungen für Anschläge zu erschweren. Als wir in Kandy ankommen, sehen wir zwar noch ausgebrannte Geschäfte, es ist aber inzwischen wieder ruhig und das Internet läuft wieder ohne Beschränkungen. Das Land hat dabei zwei Konflikte: einen ethnischen zwischen den Tamilen und den Singhalesen. Und einen religiösen zwischen den Buddhisten und den Muslimen. Unser Guide erklärt uns seine Sicht: Die Tamilen bilden 15% der Bevölkerung und fordern 50% unseres Landes (was wohl 1948 tatsächlich mal eine Forderung war) und die Muslime bilden 15% der Bevölkerung und fordern weitere 50% des Territoriums. Wo sollen wir – die Buddhisten - dann hin?

    Eine eigene Bewertung der Konflikte ist nicht möglich. Was auffällt ist, dass sich die Muslime durch ihre Kleidung – die Frauen insbesondere durch Kopftücher und Vollverschleierung – deutlich abgrenzen, zumindest insoweit also keine Integration erfolgt ist. Ob sich diese Entwicklung hier – wie in Europa und Nahost– verstärkt hat, wissen wir nicht.
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  • Fahrt nach Galle

    March 17, 2018 in Sri Lanka 🌧 28 °C

    Nach dem Frühstück startet eine längere (Fahrzeit ca.4,5 Std.), aber landschaftlich reizvolle Fahrt über Bergstraßen in den Süden nach Galle (ca. 90.000 Einwohner). Obwohl es sich um die Verbindung der beiden größten Städte Sri Lankas (Colombo und Kandy) bzw. der Hauptstadt mit dem gesamten Norden handelt, würde die Verbindung kaum die Bezeichnung „Landstraße“ verdienen. Wir schlängeln uns von einer Ortschaft zur nächsten. Erst kurz vor Colombo können wir auf eine Autobahn in den Süden wechseln.

    Unterwegs wird unser singhalesischer Begleiter häufig im Auto angerufen. Seine Reaktion meist „Oh … Oh, ooohh, Oh Oh …“. Das klingt immer wie die Bestätigung irgendwelcher Katastrophenmeldungen. Tatsächlich heißt „Oh“ einfach nur „Ja“ in der Landessprache. Es ist also alles ok.

    Auf einer Teeplantage können wir Tee probieren, der kaum den Weg nach Deutschland schafft, weil die hier produzierten Qualitäten fast komplett von Engländern aufgekauft werden.

    Pünktlich zum Afternoon Tea sind wir im Hotel Fort Bazaar. Galle hat eine exponierte Lage im Süden Sri Lankas, die ihr schon zum Verhängnis geworden ist. Der Tsunami vor ein paar Jahren hat hier erhebliche Schäden angerichtet und 3.900 Tote gefordert. Davon sieht man allerdings nichts mehr. Das von den Holländern 1663 gebaute Fort, dass heute die Altstadt darstellt, hat mit ihren dicken Befestigungsmauern der Wassergewalt allerdings widerstanden. Dieses Viertel mit vielen hübschen kolonialen Häusern, winzigen Geschäften, Cafes und Kunstgewerbe hat einen ganz eigenen Charme.
    Auch unser Hotel stammt aus der Kolonialzeit. Die Zimmer waren damals Handelsräume von Kaufleuten und Maklern. Im Hotel gibt es keinen Alkohol, irgendwelche Probleme mit der Lizenz. Vielleicht haben sie bei Vollmond Alkohol ausgeschenkt und sind dabei erwischt worden. Denn bei Vollmond ist der Alkoholausschank und -verkauf in Hotels auch an westliche Touristen verboten. Ausgerechnet an diesem Tag … Vollmond hat hier also absolut nichts mit Vollrausch zu tun.

    Da wir vorgewarnt waren, haben wir einen Alkohol-Shop angefahren. Aber auch Wein ist hier nicht zu bekommen; Bier und Schnaps muss reichen. Hinter einem kleinen Ausgabefenster bekomme ich das verbotene Bier im Tausch gegen Bargeld herübergereicht. Wie gut, dass mich hier keiner kennt, die Prozedur hat schon etwas Entwürdigendes. Aber das soll wohl auch so sein. Unserem einheimischen Begleiter ist es extrem unangenehm, sich in dieser verbotenen Zone aufzuhalten.
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  • Galle

    March 18, 2018 in Sri Lanka 🌧 28 °C

    Unser singhalesischer Begleiter bereitet sich auf das Ende der Tour vor; wir haben „frei“ und schauen uns die Altstadt an.
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    +Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen+

    Insbesondere der Norden wurde schon „immer“ von Tamilen bewohnt. Während der britischen Besatzung wurden von den Briten Tamilen aus Südindien als Plantagenarbeiter auf die Insel gebracht. Der Konflikt zwischen den Tamilen und den Singhalesen betrifft gerade die Nachkommen der späten Einwanderer. Ein Hintergrund ist die Bevorzugung der Tamilen durch die Engländer, die überwiegend Tamilen in der Verwaltung einsetzten. Trotz des nur etwa 15%igen Bevölkerungsanteils besetzten diese die Mehrzahl der Führungsfunktionen. Mit der Unabhängigkeit veränderten sich die Machtverhältnisse zugunsten der die Bevölkerungsmehrheit stellenden Singhalesen. Singhalesisch wurde zur Nationalsprache, von der Mehrheit der Tamilen jedoch nicht gesprochen. 1970 wurden mit dem Zusammenschluss tamilischer Parteien der Ruf nach einem eigenen Staat lauter. 1983 eskalierte der Konflikte, 1986 eroberten Tamilen-Milizen die nördliche Halbinsel Jafna. 2002 begonnene Friedensverhandlungen in Genf scheiterten 2006. Der Bürgerkrieg endete so erst 2009 militärisch, in dem die Armee die letzten Rebellengebiete eroberte. Der Bürgerkrieg endete nicht mit einem Frieden, sondern mit dem Tod des letzten tamilischen Kämpfers.

    Aber man bemüht sich um ein friedliches Zusammenleben, auch wenn das etwas hilflos wirkt. So müssen alle Tamilen Singhalesisch lernen und alle Singhalesen Tamilisch. Dadurch wird allerdings Englisch für alle erst zur zweiten Fremdsprache.
    Als Besucher bekommt man nicht mit, ob der Konflikt noch besteht und wie er den Alltag bestimmt. Die Tamilen leben auch eher im Norden der Insel, den wir nicht besucht haben. Augenfälliger ist der Religionskonflikt. Die Ausschreitungen in Kandy haben wir ja (fast) mitbekommen. Dort gab es z. B. auch Aktionen aus buddhistischen Kreisen, dass man nicht bei Moslems kaufen soll, die würden die Lebensmittel mit Giften versetzen, die unfruchtbar machen.
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  • Rückfahrt nach Colombo

    March 19, 2018 in Sri Lanka ☁️ 28 °C

    Unser Rückflug startet heute erst gegen Mitternacht. Wir fahren daher ganz entspannt mit vielen Zwischenstopps Richtung Colombo entlang der Küste, die vor ein paar Jahren stark vom Tsunami betroffen war. Hier ein paar Impressionen ...

    Etwa 30 km von Galle entfernt erreichen wir in Paraliya den 30 Meter hohen Nachbau der in Afghanistan zerstörten Buddha-Statuen in Gedenken an die 35.000 Opfer des Tsunami 2004. In der Nähe befindet sich auch eine Schildkröten-Rettungsstation auf unserem Programm.
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    Trip end
    March 20, 2018