Ballonfahrt und Safari
March 14, 2018 in Sri Lanka
🌧 29 °C
Heute können wir unsere Ballonfahrt nachholen. Mitten in der Nacht werden wir von einem PKW abgeholt. Angesichts der bevorstehenden Ballonfahrt meint der Fahrer, dass geistlicher Beistand nicht schaden kann und hat eine MP3 gestartet mit einem Mönch, der Buddhas Weisheiten rezitiert. Da alles auf Singhalesisch ist, lenkt uns nichts von der wahren Botschaft ab. Es kann nichts mehr schiefgehen. An der Hauptstraße steigen wir um in einen Land Rover, der wahrscheinlich schon den englischen Kolonialherren gute Dienste geleistet hat. Der hat schon einige Mitfahrer eingesammelt. Gemeinsam werden wir zum Startplatz geschaukelt.
Nicht besonders elegant, aber irgendwie bin ich reingekommen in die Gondel. Der Chef gibt Gas, im wahrsten Sinne des Wortes, und wir erheben uns ziemlich flott gen Himmel. Nur die gewaltig grummelnden Schübe des Gasbrenners unterbrechen den stillen Ausblick.
Zu einer perfekten Ballonfahrt gehört eine perfekte Landung. Und die bekommen wir nach etwa einer Stunde. Direkt in einem von Palmen umgebenen kleinen Feld, lässt der Chef den Ballon runter. Besser als in den umliegenden nassen Reisfeldern. Sofort sind wir von den Dorfbewohnern umzingelt, für die wir natürlich eine große Attraktion sind. Ein großer Brunnen für die Wasserversorgung bildet den Mittelpunkt des Dorfes. Und wir stellen uns dazu mit einem Sektglas in der Hand. Ziemlich dekadent.
Auf dem Rückweg ins Hotel sehen wir am Straßenrand zwei wilde Elefanten, angelockt durch Müll. Das ist – mitten im besiedelten Gebiet – für die Leute natürlich ein Problem.
Safari
Am Nachmittag geht es auf zu einer Safari in den Minneriya Nationalpark. Wir steigen in einen rustikal zusammengeschweißten indischen Jeep (und wünschen uns den Land-Rover-Oldtimer zurück). Als Afrika-erprobte Safaristen (heißen die so?) erwarten wir eigentlich nicht viel. Und los geht es auch nur mit ein paar Affen (da sieht man in mancher Pagode mehr) und ein paar Adlern, die genauso regungslos in den Bäumen hocken, wie ein Krokodil ganz entfernt auf einer anderen Flussseite. Ich vermute schon, dass sich der Nationalpark mit Gummi-Attrappen aus chinesischer Produktion versorgt hat, als Bewegung in den Urwald kommt. Ein Elefantenbulle bahnt sich seinen Weg und überquert vor uns den Pfad. Definitiv echt. Nach ein paar weiteren Vögeln (von fünf im Nationalpark heimischen Adlern sehen wir immerhin vier), Schakalen, Leguanen kommen wir an einen großen See. Und hier gibt es nicht nur Wasserbüffel zu bestaunen, sondern insgesamt rund 200 Elefanten. So viele hat auch unser singhalesischer Begleiter hier noch nie gesehen. Das ist faszinierend zu beobachten.
Riesige Elefantenfamilien machen sich am Nachmittag (ca. 45 Min. Fahrzeit) zum See auf, um zu trinken, zu baden und zu spielen. Im Safari-Jeep durchstreifen wir das Gebiet und treffen nicht nur reichlich Elefanten, sondern auch endemische Affenarten, Wasserbüffel, Pelikane und weitere Seevögel.
Auf dem Rückweg fahren wir zu einem kleinen Tempel. Unser singhalesischer Begleiter hat sich mit dem Jeep-Fahrer verständigt, er kommt mit und fährt uns hin. Wir halten noch an einem Geschäft und denken, dass die beiden noch ihre Einkäufe für das Abendessen erledigen wollen. Später erfahren wir, dass sie Opfergaben für die Mönche des Tempels eingekauft haben (u. a. Zahnpasta und Seife). Wir gehen zunächst in das kleine Nebengebäude, wo wir vom Abt empfangen werden. Ein bisschen Small-Talk dann werden wir eingeladen, dass uns der Abt Glücksbänder fertigt und mit seinem Segen anlegt. Diese tragen wir nun solange, bis sie von selbst abfallen.
Wir gehen zur neugebauten Stupa als Mittelpunkt eines Ortes für Zeremonien und beobachten die Vorbereitungen der Dorfbewohner, die nach und nach mit Opfergaben eintreffen und diese vor der Stupa ablegen. Dann erscheint der Abt, setzt sich und beginnt mit der Zeremonie. Die Gemeinde antwortet dabei im Chor seinen Gebeten.Read more
























