• Kandy

    March 16, 2018 in Sri Lanka 🌧 26 °C

    Kandy ist die letzte Königsstadt Sri Lankas, bevor die Engländer den König abgesetzt haben. Der alte Palast dient nun als Tempel und beherbergt das größte Heiligtum Sri Lankas: Den heiligen Eckzahn Buddhas. Dass der Zahn echt ist, wurde vor 25 Jahren bewiesen: Bei einem Anschlag wurde ein mit Sprengstoff beladener Lkw vor 25 Jahren zur Detonation gebracht. Die umliegenden Gebäude und Mauern wurden dabei zerstört, das innere Gebäude mit der Reliquie blieb unversehrt. Wenn das kein Zeichen ist.
    Wir besuchen den Tempel. Die Masse der Pilger erinnert uns an die Grabeskirche in Jerusalem.

    Zur Entspannung geht es danach in den sehr schönen botanischen Garten von Peradeniya und danach in ein „Edelsteinmuseum“. Ein Film zeigt sehr anschaulich, unter welchen Bedingungen die Edelsteine in Sri Lanka abgebaut werden. Ganz überraschend ist an das Museum auch ein Juweliergeschäft angegliedert. Wir kommen auch hier heil wieder raus …

    Am Nachmittag besuchen wir eine Tanzschule und lernen etwas über Schrittfolgen und die Rhythmen des klassischen singhalesischen Tanzes. Der Tanzlehrer ist geborener Katholik und hat sich die eigentlich buddhistischen Tänze und Musik erarbeitet. Nach der Unterweisung sitzen wir noch beim Tee zusammen und haben die Möglichkeit, eine wahrscheinlich typische Wohnung kennenzulernen.

    Unruhen in Kandy

    Die Unruhen in Kandy haben sich im ganzen Land dadurch geäußert, dass WhatsApp und Facebook landesweit abgeschaltet waren, um Verabredungen für Anschläge zu erschweren. Als wir in Kandy ankommen, sehen wir zwar noch ausgebrannte Geschäfte, es ist aber inzwischen wieder ruhig und das Internet läuft wieder ohne Beschränkungen. Das Land hat dabei zwei Konflikte: einen ethnischen zwischen den Tamilen und den Singhalesen. Und einen religiösen zwischen den Buddhisten und den Muslimen. Unser Guide erklärt uns seine Sicht: Die Tamilen bilden 15% der Bevölkerung und fordern 50% unseres Landes (was wohl 1948 tatsächlich mal eine Forderung war) und die Muslime bilden 15% der Bevölkerung und fordern weitere 50% des Territoriums. Wo sollen wir – die Buddhisten - dann hin?

    Eine eigene Bewertung der Konflikte ist nicht möglich. Was auffällt ist, dass sich die Muslime durch ihre Kleidung – die Frauen insbesondere durch Kopftücher und Vollverschleierung – deutlich abgrenzen, zumindest insoweit also keine Integration erfolgt ist. Ob sich diese Entwicklung hier – wie in Europa und Nahost– verstärkt hat, wissen wir nicht.
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