• Fahrt nach Galle

    March 17, 2018 in Sri Lanka 🌧 28 °C

    Nach dem Frühstück startet eine längere (Fahrzeit ca.4,5 Std.), aber landschaftlich reizvolle Fahrt über Bergstraßen in den Süden nach Galle (ca. 90.000 Einwohner). Obwohl es sich um die Verbindung der beiden größten Städte Sri Lankas (Colombo und Kandy) bzw. der Hauptstadt mit dem gesamten Norden handelt, würde die Verbindung kaum die Bezeichnung „Landstraße“ verdienen. Wir schlängeln uns von einer Ortschaft zur nächsten. Erst kurz vor Colombo können wir auf eine Autobahn in den Süden wechseln.

    Unterwegs wird unser singhalesischer Begleiter häufig im Auto angerufen. Seine Reaktion meist „Oh … Oh, ooohh, Oh Oh …“. Das klingt immer wie die Bestätigung irgendwelcher Katastrophenmeldungen. Tatsächlich heißt „Oh“ einfach nur „Ja“ in der Landessprache. Es ist also alles ok.

    Auf einer Teeplantage können wir Tee probieren, der kaum den Weg nach Deutschland schafft, weil die hier produzierten Qualitäten fast komplett von Engländern aufgekauft werden.

    Pünktlich zum Afternoon Tea sind wir im Hotel Fort Bazaar. Galle hat eine exponierte Lage im Süden Sri Lankas, die ihr schon zum Verhängnis geworden ist. Der Tsunami vor ein paar Jahren hat hier erhebliche Schäden angerichtet und 3.900 Tote gefordert. Davon sieht man allerdings nichts mehr. Das von den Holländern 1663 gebaute Fort, dass heute die Altstadt darstellt, hat mit ihren dicken Befestigungsmauern der Wassergewalt allerdings widerstanden. Dieses Viertel mit vielen hübschen kolonialen Häusern, winzigen Geschäften, Cafes und Kunstgewerbe hat einen ganz eigenen Charme.
    Auch unser Hotel stammt aus der Kolonialzeit. Die Zimmer waren damals Handelsräume von Kaufleuten und Maklern. Im Hotel gibt es keinen Alkohol, irgendwelche Probleme mit der Lizenz. Vielleicht haben sie bei Vollmond Alkohol ausgeschenkt und sind dabei erwischt worden. Denn bei Vollmond ist der Alkoholausschank und -verkauf in Hotels auch an westliche Touristen verboten. Ausgerechnet an diesem Tag … Vollmond hat hier also absolut nichts mit Vollrausch zu tun.

    Da wir vorgewarnt waren, haben wir einen Alkohol-Shop angefahren. Aber auch Wein ist hier nicht zu bekommen; Bier und Schnaps muss reichen. Hinter einem kleinen Ausgabefenster bekomme ich das verbotene Bier im Tausch gegen Bargeld herübergereicht. Wie gut, dass mich hier keiner kennt, die Prozedur hat schon etwas Entwürdigendes. Aber das soll wohl auch so sein. Unserem einheimischen Begleiter ist es extrem unangenehm, sich in dieser verbotenen Zone aufzuhalten.
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