Galle
March 18, 2018 in Sri Lanka
🌧 28 °C
Unser singhalesischer Begleiter bereitet sich auf das Ende der Tour vor; wir haben „frei“ und schauen uns die Altstadt an.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------
+Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen+
Insbesondere der Norden wurde schon „immer“ von Tamilen bewohnt. Während der britischen Besatzung wurden von den Briten Tamilen aus Südindien als Plantagenarbeiter auf die Insel gebracht. Der Konflikt zwischen den Tamilen und den Singhalesen betrifft gerade die Nachkommen der späten Einwanderer. Ein Hintergrund ist die Bevorzugung der Tamilen durch die Engländer, die überwiegend Tamilen in der Verwaltung einsetzten. Trotz des nur etwa 15%igen Bevölkerungsanteils besetzten diese die Mehrzahl der Führungsfunktionen. Mit der Unabhängigkeit veränderten sich die Machtverhältnisse zugunsten der die Bevölkerungsmehrheit stellenden Singhalesen. Singhalesisch wurde zur Nationalsprache, von der Mehrheit der Tamilen jedoch nicht gesprochen. 1970 wurden mit dem Zusammenschluss tamilischer Parteien der Ruf nach einem eigenen Staat lauter. 1983 eskalierte der Konflikte, 1986 eroberten Tamilen-Milizen die nördliche Halbinsel Jafna. 2002 begonnene Friedensverhandlungen in Genf scheiterten 2006. Der Bürgerkrieg endete so erst 2009 militärisch, in dem die Armee die letzten Rebellengebiete eroberte. Der Bürgerkrieg endete nicht mit einem Frieden, sondern mit dem Tod des letzten tamilischen Kämpfers.
Aber man bemüht sich um ein friedliches Zusammenleben, auch wenn das etwas hilflos wirkt. So müssen alle Tamilen Singhalesisch lernen und alle Singhalesen Tamilisch. Dadurch wird allerdings Englisch für alle erst zur zweiten Fremdsprache.
Als Besucher bekommt man nicht mit, ob der Konflikt noch besteht und wie er den Alltag bestimmt. Die Tamilen leben auch eher im Norden der Insel, den wir nicht besucht haben. Augenfälliger ist der Religionskonflikt. Die Ausschreitungen in Kandy haben wir ja (fast) mitbekommen. Dort gab es z. B. auch Aktionen aus buddhistischen Kreisen, dass man nicht bei Moslems kaufen soll, die würden die Lebensmittel mit Giften versetzen, die unfruchtbar machen.Read more





















