Nationalpark Chapada Diamantina 💎
Dec 27, 2025–Jan 7, 2026 in Brazil ⋅ ☀️ 30 °C
Unser nächstes Ziel war Lençóis im Chapada-Diamantina-Nationalpark, der etwa sechs Autostunden von Salvador entfernt liegt. Im folgenden Abschnitt habe ich die Geschichte der Region in Kurzform zusammengefasst:
Der Nationalpark Chapada Diamantina hat eine sehr bewegte Vergangenheit. Zunächst war die Region die Heimat vieler indigener Völker, bis im 18. Jahrhundert die ersten Diamanten entdeckt wurden. Diese Funde lösten einen riesigen Zustrom von Garimpeiros (auf Deutsch: Glücksritter) aus, die hofften, schnell reich zu werden. Es entstanden erste Städte, darunter Lençóis, und der Reichtum der Region nahm stetig zu. Anfang des 19. Jahrhunderts galt Lençóis als eine der reichsten Städte Brasiliens. Ende des 19. Jahrhunderts war die glorreiche Diamantenzeit jedoch vorbei, da in Afrika Diamanten günstiger und leichter zugänglich wurden. In der Folge verließen die meisten Menschen die Gegend wieder, und es entstanden zahlreiche Geisterstädte sowie verlassene Minen. Seit den 1950er-Jahren ist die Chapada Diamantina ein geschützter Nationalpark mit stetig wachsendem Öko- und Wandertourismus.
In Lençóis angekommen, checkten wir in unserer Unterkunft ein, die etwas außerhalb und mitten in der Natur lag. Wir waren umgeben von Mango- und Jackfruit-Bäumen, die reichlich Früchte trugen und von denen wir uns auch beim Frühstück bedienen konnten. In den nächsten vier Tagen erkundeten wir Lençóis und seine Umgebung, gingen wandern und besuchten verschiedene Wasserfälle sowie Badestellen des örtlichen Flusses.
Ein Highlight – oder eher Lowlight – war die knapp sechsstündige Wanderung zur Cachoeira da Fumaça, mit 324 m einer der höchsten Wasserfälle des Landes. Als wir oben ankamen, hatten wir zwar eine herausragende Aussicht über den vor uns liegenden Canyon, vom Wasserfall selbst war jedoch fast nichts zu sehen. Lediglich ein kleines Rinnsal floss über einen Felsen und stürzte in die Tiefe. Da hatten wir uns mehr erhofft, auch wenn der Ausblick letztlich entschädigte. Bei unseren Wanderungen sahen wir kleine Büschel- und Kapuzineraffen sowie unzählige Eidechsen. Zum Glück aber keine Schlangen – und ChatGPT versicherte uns auch, dass es hier keine giftigen Exemplare gibt.
An Silvester feierten wir bei einem Abendessen in der Altstadt und bewunderten später eine Gruppe von Trommlern, die durch die kleinen Gassen zog. Kurz vor Mitternacht mischten wir uns unter die Menschenmenge vor der Hauptbühne, wo ein DJ auflegte und wir ins Jahr 2026 hineinfeierten. Gegen halb zwei liefen wir zu unserer Unterkunft zurück und fanden dabei zwei Korallenschlangen auf dem Weg – hochgiftig. Danke für nichts, ChatGPT!
Am nächsten Tag wechselten wir nochmals die Location und fuhren in das winzige, abgelegene Bergdorf Igatu. Die letzten zehn Kilometer ins Dorf führen über eine Art Kopfsteinpflaster aus großen Steinen, durchzogen von tausenden Schlaglöchern. Für diesen Abschnitt brauchten wir fast eine Stunde, und unser Renault Kwid ging dabei ans Limit. Am Ende schafften wir es aber und checkten für die nächsten drei Tage ein. Wieder lag unsere Unterkunft mitten in der Natur, die Zimmer waren teilweise direkt in den Fels gehauen.
Das Tagesprogramm war ähnlich wie zuvor: Zu Fuß erkundeten wir die Gegend und starteten kleinere Wanderungen zu Aussichtspunkten und Ruinen. Bei teilweise 30 Grad versuchten wir, immer früh morgens loszulaufen, um der größten Hitze auszuweichen. Während zwei dieser Wanderungen hatten wir erneut unsere „Schlangenbegegnungen“. Beide Male lag die Schlange direkt auf dem schmalen Wanderpfad, und nur mit Glück sind wir nicht draufgetreten. Um welche Arten es sich handelte, konnten wir nicht eindeutig klären – vielleicht auch besser so 😅. Das Wandern fühlte sich danach deutlich mulmiger an, wenn man ständig darauf achten muss, wo man hintritt oder was einem begegnen könnte. Auch Taranteln und Boa Constrictors gibt es hier.
Kulinarisch wurden wir in Igatu bestens versorgt. Wir hatten ein tolles Frühstück in der Unterkunft, zwei sehr gute Restaurants mit vegetarischer Speisekarte sowie unseren Açaí-/Eismann (ganz wichtig!). Nach den meisten Wanderungen gönnten wir uns außerdem eine frische Kokosnuss.
Die Chapada Diamantina hat uns wirklich sehr gut gefallen und war wohl der perfekte Ort, um den vielen Touristen zu entkommen, die aktuell die Hotspots Brasiliens besuchen. Die Ferienzeit hier ist wirklich verrückt.
Am nächsten Tag fuhren wir knapp 6,5 Stunden zurück in Richtung Salvador und verbrachten noch zwei Tage in dem Küstenort Imbassaí, der unweit von Salvador entfernt liegt. In Imbassaí trifft der Fluss Imbassaí auf den Atlantik, und entlang des Flusses wachsen Mangrovenbäume.Read more



























