Oh wie schön ist Panama!☀️
4.–24. Apr. in Panama ⋅ ⛅ 32 °C
Die Kindergeschichte von Janosch kennt so ziemlich jeder. Wir wollten selbst herausfinden, wie schön das Land wirklich ist, und konnten 21 wundervolle Tage in Panama verbringen.
Die ersten beiden Tage verbrachten wir in Panama City und erkundeten die Hauptstadt, die super modern ist, sowie den berühmten Panama-Kanal und den Soberanía-Nationalpark. Hier wandert man entlang einer alten Ölpipeline tief in den Dschungel hinein und sieht dabei vor allem Affen und Vögel. 🐒
Mit dem Bus ging es für uns dann nach El Valle de Antón. Die kleine Stadt liegt inmitten eines Vulkankraters und bietet fantastische Wandermöglichkeiten. Aufgrund der Lage muss allerdings bei jeder Wanderung erst einmal der Vulkankrater emporgestiegen werden, bevor man oben auf dem Kraterrand tolle Ausblicke und Wanderungen vor sich hat. Angenehm sind hier auch die Temperaturen, da der Ort auf knapp 1000 m Höhe liegt und wir während unseres Aufenthalts 25 statt 35 Grad (wie in Panama City) hatten. Wir blieben drei volle Tage hier und glauben, dass das genau die richtige Dauer ist. Ein Highlight war noch unser erster Tukan, den wir über unsere Köpfe fliegend beobachten konnten. 🦜
Weiter ging es mit einem kleinen Shuttlebus an die Pazifikküste Panamas. Fast eine Woche verbrachten wir im kleinen Küstenort Santa Catalina, der vor allem durch das Surfen sowie den angrenzenden Coiba-Nationalpark berühmt ist. In Santa Catalina machten wir endlich unsere ersten Surfversuche und stellten uns nach einer Stunde Privatunterricht schon ganz gut an. 🏄♂️ Die Bedingungen am Playa El Estero sind für Anfänger perfekt, da man über Hunderte Meter langsam ins Meer hineinlaufen kann und die Wellen genau die richtige Größe (für uns) hatten. Das Surfen machte uns so viel Spaß, dass wir auch an zwei weiteren Tagen Boards ausliehen und immer wieder unser Glück auf den Wellen suchten. 🌊
Zwischen den Surftagen ging es für mich dann mit „Panama Dive“ in den Coiba-Nationalpark zu insgesamt drei Tauchgängen. War ich vom Tauchen in Honduras noch etwas enttäuscht gewesen, lieferte der Coiba-Nationalpark richtig ab. Schon beim ersten Tauchgang sahen wir Mobulas und viele andere Rochen, Schildkröten, Oktopusse, Riffhaie, Muränen und unzählige Fische. 🦈🤿 Auf dem Weg zurück zum Hafen besuchte uns dann noch eine große Gruppe Delfine und machte den Tagesausflug perfekt. Die Zeit in Santa Catalina hat uns super gut gefallen.
Nach den Strandtagen fuhren wir weiter nach Boquete, das als schönstes Wandergebiet des Landes gilt. Nach einer ersten Wanderung durch Boquete und die umliegenden Hügel machten wir am zweiten Tag die „Los Quetzales“-Wanderung, die durch einen Nebelwald führt und die Heimat des Quetzals (Nationalvogel Guatemalas) ist. Den Vogel hatten wir schon vergeblich in Guatemala gesucht, und dementsprechend groß waren unsere Hoffnungen. Mit langsamen Schritten bewegten wir uns durch den Wald und lauschten den Vogelgeräuschen. Und tatsächlich konnten wir nach einer Stunde unsere ersten drei (!) Quetzale ganz in der Nähe beobachten. Wirklich unfassbar schöne Vögel, denen wir eine ganze Weile zuschauten. Auch der Rest der Wanderung bis zu einem Aussichtspunkt war super schön, und natürlich entdeckte Antra auch wieder eine Schlange 🐍 auf dem Weg.
Von Boquete machten wir uns auf zum letzten Spot in Panama – der Inselgruppe Bocas del Toro in der Karibik. Hier erwarteten uns die typischen „Postkartenstrände“ und türkisblaues Wasser. Am Tag nach unserer Anreise buchten wir einen Tagesausflug zur „Isla Zapatilla“. Auf dem Weg dorthin konnten wir bestimmt 20 Delfine 🐬 beobachten und waren bester Laune. Dann kam allerdings ein großer Schauer, und wir mussten erst einmal auf einem schwimmenden Restaurant Unterschlupf suchen und warten, bis der Regen aufgehört hatte. Weiter ging es dann mit dem Boot zu einem weißen Karibikstrand und zum Schnorcheln (was okay war). Auf dem Rückweg versuchten wir dann noch, Faultiere auf den „Sloth Islands“ zu finden, und wurden auch fündig: fünf Tiere konnten wir – mal mehr, mal weniger gut– beim Nichtstun beobachten. Die nächsten beiden Tage erkundeten wir dann noch mit Roller und Fahrrädern die Hauptinsel Colón und konnten im Norden Seesterne im Wasser entdecken und im Osten den für uns schönsten Strand der bisherigen Reise: Playa Bluff. 🛵☀️
Als Fazit können wir Panama nur wärmstens empfehlen und Janosch recht geben: Panama ist verdammt schön!!!
Da wir gerade an der Grenze zu Costa Rica sind, entscheiden wir uns nun doch, auch Costa Rica zu bereisen. Das Land wollten wir zuerst auslassen, da es recht teuer ist. Auf der anderen Seite hat es aber auch die schönsten Nationalparks in Mittelamerika, auf die wir uns nun jetzt freuen. 🤙Weiterlesen
Nicaragua - das Land der Vulkane 🌋
19. März–4. Apr. in Nicaragua ⋅ ☀️ 23 °C
Mit dem Bus ging es knapp 12 Stunden von El Salvador über Honduras nach Nicaragua mit dem Ziel León. Die Grenzübergänge liefen nicht ganz reibungslos und gerade in Honduras wurde man als Tourist beim Eintritt erst einmal abgezockt – fehlendes Wechselgeld, schlechte Kurse, keine Kartenzahlung. Dennoch kamen wir sicher in León an und checkten in unser Hostel ein. Die Temperaturen lagen mittlerweile bei 34 Grad und wir waren sehr froh, unseren Reisetag geschafft zu haben. 🥵
León ist eine der ältesten Städte Mittelamerikas und Ausgangsort für einige der insgesamt 19 Vulkane (8 davon aktiv) des Landes. Über die Company „Volcano Days“ buchten wir einen „Sunset Trip“ zum nahegelegenen Vulkan Cerro Negro. Mit dem Bus angekommen, griffen wir uns jeweils ein Sandboard, das wir anschließend eine Stunde den Vulkan hinauftrugen. Mit den Boards wollten wir uns den späteren Abstieg erleichtern. 🏄♂️
Oben angekommen erkundeten wir erst einmal die Vulkanlandschaft und den Krater. Der Boden hier oben ist teilweise extrem heiß – aufgrund der unterirdischen Lavaströme. Gegen 17:30 Uhr ging dann das Sandboarding los. Der Reihe nach legten wir uns auf die Bretter und fuhren – mal schneller, mal langsamer – die knapp 500 Meter zurück an den Fuß des Vulkans.
Auf der Rückfahrt wurden die Busse zu „Party-Bussen“ umfunktioniert und es wurde Rum-Cola bei Latino-Musik verteilt. 🍹 Der Trip hat uns insgesamt gut gefallen und wir würden ihn definitiv empfehlen. Ansonsten haben wir uns hier noch die Stadt angeschaut und die weitere Reise geplant.
Diese sollte uns als Nächstes nach Ometepe führen. 🏝️ Eine Insel im Süden des Landes, die aus zwei Vulkanen besteht und die Form einer Erdnuss hat. Die Insel sollte einer der schönsten Stops unserer gesamten Reise werden und statt der geplanten fünf Tage blieben wir eine Woche, weil es hier einfach viel zu viel zu erleben gibt. Die Zeit blieben wir im „Bullshark Hostel“, das direkt an einer Bananenplantage liegt. Das könnte auch der Grund sein, weshalb wir uns das Zimmer eine Nacht mit einer Tarantel teilen mussten. 🕷️
Mit dem Roller umrundeten wir die gesamte Insel und machten früh morgens eine Kajaktour durch den Fluss „Rio Istián“, bei der wir einige Kaimane, unzählige Vögel und Fledermäuse sahen. 🐊
Das eigentliche Highlight wartete aber mit den beiden Vulkanen auf uns. Den ersten Aufstieg machten wir gemeinsam mit einem deutschen Pärchen aus unserem Hostel auf den aktiven Vulkan Concepción. Und wow – hatte es dieser in sich. Für uns ging es knapp fünf Stunden bei sengender Hitze durch Wälder, Felsen und Geröll langsam nach oben, bis wir den Krater auf 1610 Metern erreichten.
Am Kraterrand brachte ein Wolkennebel wenigstens etwas Abkühlung und wir konnten den ausströmenden Schwefeldampf aus dem Inneren sehen. Gemeinsam mit unserem Guide machten wir eine bitter nötige Pause und tankten Energie, die wir noch brauchen sollten. Die Aussicht und der Blick über Ometepe entschädigten zum Glück für unsere Strapazen.
Der Weg hinunter war vermutlich schwieriger als hinauf, da es keinen richtigen Pfad gab und man über das Geröll nach unten rutschte und versuchte, nicht umzufallen. Am Ende schafften wir aber auch dieses Abenteuer, welches sich in den nächsten Tagen deutlich in unseren Oberschenkeln bemerkbar machte.
Bis der Muskelkater vorüber war, erkundeten wir weiter die Insel und trafen uns auch wieder mit Marcel und Nicole, mit denen wir uns gut verstehen und die eine ähnliche Mittelamerika-Tour machen.
Für Antras Geburtstag wollten wir dann wieder etwas „Besonderes“ machen und entschieden uns daher für den noch verbleibenden Vulkan der Insel. 😅 Der Vulkan Maderas ist komplett bewachsen und besitzt einen Nebelwald, der das Wandern extrem matschig macht. Dieser Auf- und Abstieg dauerte ebenfalls etwa neun Stunden, war aber etwas weniger (wenn auch immer noch) anstrengend. Das Highlight von Maderas ist ein Kratersee, den wir allerdings aufgrund des Nebels nicht sehen konnten. Dennoch gefiel uns auch dieser Vulkan sehr und wir sahen viele Tiere, darunter verschiedene Affen und natürlich auch wieder eine Schlange auf dem Weg. 🐍🐒 Nach der Anstrengung tranken wir noch Smoothies und aßen etwas in unserem Stammcafé. 🍹
Nach acht Tagen auf der Insel ging es für uns dann weiter zur Kolonialstadt Granada, die als eine der schönsten Städte Zentralamerikas gilt. Aufgrund der Hitze entschieden wir uns hier aber recht schnell, weiterzureisen, und verbrachten die letzten Tage an einem vulkanischen Kratersee – der „Laguna de Apoyo“. Mit dem „Paradiso Hotel“ hatten wir einen direkten Zugang zum See und konnten uns jederzeit Kajaks ausleihen. Auch Beachvolleyball und Tischtennis spielten wir. Die Zeit hier war super entspannt und die Tage haben uns sehr gefallen.
Als Fazit unsere zwei Wochen finden wir Nicaragua als Land super abwechslungsreich und dabei noch sicher und recht preisgünstig. Vor allem Ometepe können wir absolut empfehlen. Für uns geht es jetzt weiter nach Panama. 🇵🇦Weiterlesen
Mit dem Bus durch El Salvador 🚎
9.–19. März in El Salvador ⋅ ☀️ 34 °C
Unser Trip durch El Salvador - btw das kleinste Land in Mittelamerika - startete in der Hauptstadt San Salvador. El Salvador hat unter dem neuen Präsidenten Nayib Bukele in den letzten fünf Jahren eine ziemlich extreme Wandlung durchlaufen und sich von einem der gefährlichsten Länder weltweit zu einem der sichersten Länder in Mittelamerika entwickelt.
Unter dem Motto der sogenannten „Iron Fist“-Politik ging die Regierung rigoros gegen die hohe Kriminalität und die mächtigen Banden im Land vor. Das brachte zwar deutlich mehr Sicherheit, allerdings wurden auch über 70.000 Menschen verhaftet, und internationale Organisationen werfen der Regierung zahlreiche Menschenrechtsverstöße vor.
In San Salvador schauten wir uns das Stadtzentrum an und erledigten ein paar Einkäufe. Auf den ersten Eindruck wirkt alles sehr sauber und modern – teilweise fühlt man sich eher an eine europäische Großstadt erinnert.
Am nächsten Tag ging es für uns nach Santa Ana, wo wir zwei Nächte blieben. Hier hatten wir zwei Programmpunkte vor uns. Am Kratersee Coatepeque liehen wir uns einen Jetski und umrundeten den See. In der Mitte liegt eine kleine Insel, die einst ein religiöser Ort der Maya war. Die Gegend ist wunderschön, allerdings sind die Zugänge zum See größtenteils privat – ans Wasser kommt man fast nur über Restaurants, Hotels oder Beachclubs.
Am nächsten Tag fuhren wir mit einem der örtlichen „Chicken-Busse“ zum Startpunkt des Santa-Ana-Vulkans, der von vielen als das Highlight von El Salvador bezeichnet wird. Als wir aus dem Bus ausstiegen, trafen wir zufällig Marcel und Nicole wieder, mit denen wir uns bereits einige Wochen zuvor in Guatemala ein Taxi geteilt hatten. Wir kamen direkt ins Gespräch und wanderten gemeinsam den Vulkan hinauf.
Nach einem für uns überraschend milden Aufstieg – wir hatten noch die Strapazen des Acatenango im Kopf – erreichten wir den Vulkankrater. Dort liegt ein beeindruckender, giftgrün schimmernder Kratersee. Seine intensive Farbe entsteht durch hohe Konzentrationen von Schwefel und Mineralien im Wasser, was ihn zwar faszinierend, aber auch hochgiftig macht. Nach einer kurzen Pause ging es für uns wieder zurück zur Busstation, um den früheren Bus nach Santa Ana zu erwischen.
Am nächsten Tag reisten wir weiter zur Blumenstraße, der sogenannten Ruta de Flores. Diese etwa 42 km lange Strecke verbindet mehrere kleine Dörfer und ist bekannt für guten Kaffee, Streetfood und bunte Wandmalereien. Wir blieben drei Nächte in Concepción de Ataco und erkundeten von dort auch andere Orte wie Juayúa. In Juayúa machten wir die Wanderung „Siete Cascadas“ (7 Wasserfälle) durch den Dschungel. Die Hitze von etwa 34 Grad machte uns dabei ganz schön zu schaffen. Als Belohnung gab es später Pizza und ein kühles Getränk.
Zurück in Concepción de Ataco gaben wir unsere Wäsche ab und verabredeten uns später mit Marcel und Nicole zum Pupusas-Essen. Pupusas sind gefüllte Maisfladen, meist mit Käse, Bohnen oder Fleisch. Nachdem wir sie zum ersten Mal probiert hatten, wollten wir die nächsten Tage kaum noch etwas anderes essen – und super günstig sind sie auch: Pro Pupusa zahlt man etwa 0,50–1 €. Zwischendurch gab es noch ein kleines Erdbeben, das etwa 20 Sekunden lang unsere Hostelwände leicht wackeln ließ – ein ziemlich seltsames Gefühl.
Am nächsten Tag trafen wir uns wieder mit Marcel und Nicole und teilten uns den Bus in Richtung El Zonte. In El Zonte wollten wir eigentlich zum ersten Mal surfen. Beim Abendessen erfuhren wir jedoch, dass die Wellen aktuell sehr hoch sind und es für Anfänger zu gefährlich wäre. Stattdessen verbrachten wir die nächsten Tage am Strand und beobachteten die Profis, wie sie gegen die Wellen kämpften – meistens gewannen allerdings die Wellen. Beim Zuschauen waren wir dann doch ganz froh, dass wir unser Surf-Abenteuer verschoben haben. 😀
Die zehn Tage in El Salvador vergingen wie im Flug. Das kleine Land lässt sich perfekt mit lokalen Bussen bereisen – eine Fahrt kostet meist weniger als einen Dollar, egal wie lange sie dauert. Auf dem Weg zurück in die Hauptstadt hatten wir eine Reifenpanne, konnten aber problemlos in den nächsten Bus umsteigen.
Wir fühlten uns während der gesamten Reise sehr sicher und behalten El Salvador in guter Erinnerung. Es ist vielleicht kein Land der ganz großen „Wow“-Highlights, aber gerade durch seine kompakte Größe kann man in kurzer Zeit viel sehen und erleben. Außerdem ist es vergleichsweise günstig – besonders, wenn man wie wir zum Pupusa-Fan wird.
Für uns geht es jetzt in der Nacht mit dem Bus durch Honduras weiter nach Nicaragua.Weiterlesen
Entspannte Tage in Honduras ☀️🤿
26. Feb.–9. März in Honduras ⋅ ☀️ 26 °C
Die Reise zum Inselparadies hatte es zunächst einmal in sich: Mitten in der Nacht fuhren wir mit dem Uber zum Flughafen in Mexiko City. Von dort ging es über El Salvador weiter nach Honduras. In Honduras landeten wir in San Pedro Sula und fuhren anschließend mit einem zuvor organisierten Fahrer etwa vier Stunden in die Küstenstadt La Ceiba. Von dort nahmen wir die Fähre (ca. 1,5 Stunden) zur kleinen Karibikinsel Utila. In Summe waren wir knapp 16 Stunden unterwegs und entsprechend froh, als wir endlich angekommen waren.
Die kommenden Tage verbrachten wir in der Tauchschule Utila Underwater Vision, die uns Janina empfohlen hatte. Utila gehört – genau wie die größere und bekanntere Nachbarinsel Roatán – zu den Bay Islands und wird vom Mesoamerikanischen Barriereriff, dem zweitgrößten Korallenriff der Welt nach dem Great Barrier Reef, umgeben. Dementsprechend reiht sich auf der Insel eine Tauchschule an die nächste und man kann hier vergleichsweise sehr günstig tauchen gehen. Viele Reisende kommen extra nach Utila, um hier ihren Divemaster- oder Instructor-Kurs zu machen.
Unsere Zeit auf den Inseln wurde zur entspanntesten Phase unserer Reise bis dato. Entweder lagen wir am Strand und lasen Kindle oder es ging mit dem Boot zu einem der vielen Tauchspots rund um die Insel. In unserer Unterkunft spielten wir Karten oder Billard. An einem Abend besuchten wir ein super niedliches Kino (3 € Eintritt) mit einer verrückten Besitzerin, die während der Filmvorführung mit Abstand am lautesten lachte.
Eine etwas ernüchternde Nachricht bekamen wir allerdings gleich am ersten Tag: Die erhofften Walhaie, für die Utila früher berühmt war, sieht man hier inzwischen kaum noch. Ein Grund dafür ist, dass sie in Mexiko und Belize teilweise gezielt angefüttert werden, wodurch sich ihre Wanderroute verändert hat. Ich machte auf Utila insgesamt sechs Tauchgänge, die sich gefühlt von Tauchgang zu Tauchgang steigerten. Die Sicht unter Wasser ist hervorragend und die Diversität an Fischen und Korallen wirklich beeindruckend. Leider blieb mir größeres Marine Life diesmal verwehrt. Die Highlights waren Meeresschildkröten, Muränen und Oktopusse. Antra machte einen Refresher-Kurs, brach diesen aufgrund der starken Wellen aber vorsichtshalber ab. Ihre Tauchzeit kommt noch! 😃
An einem Tag wanderten wir auf die Nordseite der Insel und „hoch“ zum Pumpkin Hill. Mit knapp 50 Metern ist er der höchste Punkt der Insel. Dort steht ein etwas in die Jahre gekommener Leuchtturm, den man von innen besteigen kann. Von oben hat man eine tolle Aussicht über die gesamte Insel und das umliegende Karibische Meer.
Nach einer Woche wechselten wir noch einmal die Insel und fuhren mit der Fähre nach Roatán. Roatán ist deutlich größer, touristischer und auch teurer als Utila. Für uns sah das Programm aber ähnlich aus: entspannte Strandtage – und ich ging noch einmal einen Tag tauchen.
Auf Roatán entsteht seit einigen Jahren außerdem eine Startup- bzw. Tech-Stadt namens Próspera, eine sogenannte ZEDE (Zona de Empleo y Desarrollo Económico) – eine spezielle Wirtschaftszone mit eigenen regulatorischen Rahmenbedingungen für Unternehmen. Bekannt wurde das Projekt unter anderem durch die Netflix-Doku über den Millionär Bryan Johnson, der versucht, seinen Alterungsprozess möglichst stark zu verlangsamen. Seine Anti-Aging-Klinik bzw. das Forschungsprojekt „Blueprint“ ist dort angesiedelt.
Unsere Tage auf den Bay Islands waren eine schöne Abwechslung, weil wir zuvor kaum Zeit am Meer oder am Strand verbracht hatten. Das Tauchen war gut – aufgrund des Rufs der Inseln als „Taucherparadies“ hatte ich persönlich allerdings etwas mehr erwartet.
Außerdem sind wir beide eher aktive Reisende, sodass wir uns jetzt auch wieder auf etwas mehr Action in El Salvador freuen.
Bezüglich Sicherheit fühlten wir uns auf den Inseln übrigens jederzeit sehr wohl. Vom Festland wollten wir allerdings möglichst schnell weg – daher auch der private Fahrer. Die Stadt San Pedro Sula gilt seit Jahren als eine der gefährlichsten Städte der Welt, insbesondere aufgrund der hohen Gewalt- und BandenkriminalitätWeiterlesen
Planänderung in Mexiko City 🌮🇲🇽
22.–26. Feb. in Mexiko ⋅ ☁️ 15 °C
Von Guatemala ging es weiter nach Mexiko-Stadt. Die Hauptstadt wollten wir bereits letztes Jahr besuchen, hatten unsere Reisepläne damals aber kurzfristig geändert. Und auch diesmal sollte unser Aufenthalt anders verlaufen als gedacht.
Am Tag unserer Ankunft führten die mexikanische Polizei und das Militär die Festnahme von El Mencho durch – dem wohl mächtigsten Drogenboss des Landes und Anführer des Kartells CJNG. Übersetzt bedeutet der Name „Kartell der neuen Generation“. Die Organisation ist in den letzten Jahren enorm mächtig geworden und verfügt über mehr Waffen und Militärfahrzeuge als alle anderen Kartelle hier. Beim Festnahmeversuch wurde El Mencho durch Schüsse verletzt und erlag später seinen Verletzungen. Sein Tod löste in vielen Regionen Mexikos eine Welle der Gewalt aus – Angriffe auf Polizisten und Zivilisten, Brandstiftungen und Straßenblockaden. Vor allem in den westlichen Bundesstaaten herrscht Ausnahmezustand. Aufgrund der angespannten und vor allem unsicheren Lage entschieden wir uns daher, unsere geplante Weiterreise durch Mexiko abzusagen und nach einigen Tagen in der Hauptstadt wieder auszureisen. Stattdessen fiel unsere Wahl auf die Taucherinsel Utila in Honduras, die uns wärmstens empfohlen wurde – danke Janina! 😀
Während unserer vier Tage vor Ort sahen wir zwar auffallend viel Polizei, fühlten uns aber jederzeit sicher. Wir übernachteten im wunderschönen Viertel Roma Norte und genossen die zahlreichen Cafés und Restaurants. Außerdem nutzten wir die Zeit zum Shoppen (endlich habe ich meine Tauchkamera kaufen können!) und für Sightseeing. Besonders beeindruckt hat uns die Altstadt mit ihrer imposanten Kathedrale und dem riesigen Platz der Verfassung – hier wird aktuell sogar eine Bühne für ein kostenloses Shakira-Konzert aufgebaut. Das öffentliche Leben scheint hier also weitgehend normal weiterzugehen.
Zusätzlich besuchten wir das Schloss und den weitläufigen Stadtwald Chapultepec. Dort befindet sich auch eines der besten Anthropologie-Museen der Welt, in dem wir mehrere Stunden verbrachten und das wir sehr empfehlen können. Den Rest der Zeit nutzten wir zur Planung unserer Weiterreise sowie für Workouts im Fitnessstudio.
Auch wenn unser Aufenthalt deutlich kürzer ausfiel als geplant, hat Mexiko-Stadt bei uns einen tollen Eindruck hinterlassen. Schade, dass wir nicht noch mehr vom Land sehen konnten – die aktuelle Lage lässt es leider nicht zu.
Jetzt geht es weiter nach HondurasWeiterlesen
Flores & das Maya-Erbe 🌳🛕🐆
19.–23. Feb. in Guatemala ⋅ ☀️ 34 °C
Für uns geht es heute weiter in den Norden des Landes, wo wir die folgenden Tage auf der Insel Flores übernachten, die vom See „Petén Itzá“ umgeben ist. Die kleine Insel lässt sich innerhalb von etwa 30 Minuten problemlos umrunden und besitzt viele schöne Cafés und Restaurants. Besonders zu empfehlen ist das Maracuya-Café, welches wir täglich besuchten und uns leckere Bowls und Kaffee schmecken ließen.
Am Tag unserer Ankunft erkundeten wir die Insel zunächst zu Fuß und liehen uns gegen Abend ein Doppel-Kajak aus, um den See zu erkunden. Auch den Sonnenuntergang genossen wir vom Wasser aus.
Von Flores aus kann man außerdem hervorragend Tagestouren in die ehemaligen Maya-Zentren Tikal und Yaxhá unternehmen, die mitten im Dschungel liegen und erst im Jahr 1848 (Tikal) bzw. im frühen 20. Jahrhundert (Yaxhá, systematisch ab ca. 1904) wiederentdeckt wurden. Tikal gilt als eines der wichtigsten Machtzentren und als eine der größten Städte der Maya-Welt. Zwischen etwa 200 n. Chr. und 900 n. Chr. erreichte die Stadt ihre Blütezeit, und schätzungsweise 60.000 bis 100.000 Menschen lebten hier. Nach dem Niedergang der Maya-Zivilisation holte sich der Dschungel die Tempel und Gebäude langsam zurück, und sie gerieten über Jahrhunderte in Vergessenheit. Bis heute sind nur etwa 15–20 % der gesamten Anlage freigelegt – der Großteil liegt weiterhin verborgen unter dichter Vegetation. Gleichzeitig sind Tikal und Yaxhá heute ein wichtiges Schutzgebiet und bieten Lebensraum für Affen, Nasenbären, Tapire und Jaguare. Um dieses empfindliche Ökosystem zu schützen, werden bewusst nicht alle Strukturen freigelegt. 🛕🌳
Für Tikal organisierten wir lediglich den Transport und erkundeten die Tempelanlage etwa 4 Stunden lang zu Fuß. Einige Tempel sind vollständig freigelegt, andere nur teilweise. Das Highlight von Tikal ist der Tempel IV, der mit seinen ca. 65 Metern Höhe der höchste Tempel der Anlage ist und weit aus dem Dschungel herausragt. Von oben hat man einen beeindruckenden Blick über das Blätterdach, aus dem mehrere andere Tempelspitzen hervorragen. Während unserer Erkundung sahen wir Klammer- und Brüllaffen, Nasenbären, Eichhörnchen und sogar ein kleines Krokodil in einem Sumpf. Erst in der vergangenen Woche berichteten Besucher, dass sie beobachtet hatten, wie ein Jaguar am helllichten Tag einen Nasenbären erbeutete. 🐆
Auch unseren zweiten Tag verbrachten wir bei den Maya-Tempeln im Dschungel. Diesmal besuchten wir Yaxhá, das etwa 2 Stunden von Flores entfernt liegt. Die Tempel sind hier nicht ganz so imposant wie in Tikal, dafür gibt es deutlich weniger Touristen, und die Stadt liegt malerisch zwischen zwei Lagunen. Landschaftlich fanden wir Yaxhá sogar noch schöner und ursprünglicher. Auf einem der Tempel verbrachten wir den Nachmittag und beobachteten den Sonnenuntergang. Von dort hatten wir auch eine wunderbare Sicht auf Klammeraffen, die in den Baumkronen rund um den Tempel spielten. 🐒
Der Besuch in Flores hat uns wirklich sehr gut gefallen. Es ist faszinierend zu sehen, in welch gutem Zustand die freigelegten Tempel nach über 1.000 Jahren noch sind und wie sich die Natur den Großteil der Stadt zurückerobert hat. Die Kombination aus Geschichte, Natur und Archäologie macht Flores zu einem tollen Reiseziel. Auch die kleine Insel Flores war der perfekte Ausgangspunkt. Einzig die Hitze hat uns teilweise zu schaffen gemacht, da es hier oft 35 °C oder mehr hatte und damit etwa 8–10 °C wärmer war als im Hochland Guatemalas. 🥵
Nach knapp einem Monat in Guatemala geht es für uns nun weiter nach Mexiko! 🇲🇽 Guatemala hatten wir zuvor gar nicht auf dem Schirm und sind sehr glücklich, dass wir vier unvergessliche Wochen hier erleben durften. Eine absolute Reiseempfehlung!Weiterlesen
Lago Atitlan & noch mehr Vulkane 🌊🌋
14.–18. Feb. in Guatemala ⋅ ⛅ 22 °C
Von Antigua ging es für uns nach Panajachel am Lago Atitlán. Dieser See gilt als einer der schönsten Seen der Welt und ist eingebettet zwischen drei Vulkanen. Rund um den See liegen traditionelle Maya-Dörfer, die meist nur per Boot erreichbar sind und jeweils ihren ganz eigenen Charme besitzen.
Wir blieben vier Tage in Panajachel, das im Vergleich zu den kleineren Maya-Dörfern zwar etwas weniger „schön“ ist, dafür aber eine gute Infrastruktur bietet und ein hervorragender Ausgangspunkt für alle Aktivitäten am Lago Atitlán ist.
So besuchten wir mit dem Boot (eine einfache Fahrt kostet 30 Q / ca. 4 €) das Dorf Santa Cruz und wanderten von dort entlang des Sees bis nach San Marcos. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Wir liefen durch mehrere kleine Maya-Dörfer und hatten dabei einen großartigen Blick auf den See und die umliegenden Vulkane. In San Marcos besuchten wir ein Café und aßen zu Mittag. Der Vibe in San Marcos ist dabei sehr besonders: Yoga, Meditation und die spirituelle Szene sind hier allgegenwärtig und bilden einen starken Kontrast zu den anderen Orten.
Von dort ging es für uns wieder mit dem Boot weiter nach San Juan, wo wir einen kleinen Spaziergang durch die lebhaften Gassen machten. Die hunderten bunten Regenschirme, die über den Straßen hängen, sind dabei ein tolles Fotomotiv. ☂️ 📸
Am nächsten Tag entschieden wir uns gegen die Wanderung auf den Vulkan San Pedro und verbrachten den Vormittag stattdessen an einem kleinen, abgelegenen Strand direkt in Panajachel. Nach einer kurzen Schwimmeinheit zur Abkühlung entspannten wir uns in der Sonne. ☀️ Gegen Mittag ging es zurück ins Zentrum – und seit langem mal wieder indisch essen. Anschließend buchten wir unsere Rückfahrt nach Guatemala City, von wo aus wir am Donnerstag weiter nach Tikal und zu den Maya-Tempeln fliegen werden. In Guatemala City werden wir uns außerdem mit Sascha Friedrich und seiner Familie treffen, die dort seit knapp einem Jahr leben.
Außerdem besuchten wir noch das Nature Reserve Atitlán, ebenfalls in Panajachel. Hier soll es viele Nasenbären und Brüllaffen geben. Während unserer 90-minütigen Wanderung durch den Wald sahen wir mit Ausnahme von Schmetterlingen und Kolibris jedoch kein einziges Tier. 😅
Insgesamt verbrachten wir die Tage hier ziemlich entspannt. Der See und die Kulisse sind wunderschön, und die einzelnen Dörfer sind sehr abwechslungsreich. Unser Aufenthalt hat uns gut gefallen – vielleicht hatten wir sogar etwas mehr erwartet, da uns der See im Vorfeld so oft empfohlen worden war.
Mit dem Kleinbus geht es für uns jetzt zurück nach Guatemala City.Weiterlesen
Antigua - zwischen Vulkanen & Schulbank
24. Jan.–13. Feb. in Guatemala ⋅ ⛅ 24 °C
Eher notgedrungen buchten wir einen Flug von Argentinien nach Guatemala. In unserem eigentlichen Ziel Bolivien war die Situation aufgrund eines ausgelaufenen Ölvertrags angespannt, und daher flogen wir spontan nach Guatemala und bereisten Mittelamerika früher als geplant. Nach Südamerika wollen wir im Juni zurückkehren. Was uns in Guatemala erwarten sollte, hätten wir uns nicht besser vorstellen können.
Über die Spanischschule „Mundo“ buchten wir zwei Wochen Unterricht (jeweils von 8 bis 12 Uhr vormittags) sowie eine Unterkunft bei einer guatemaltekischen Familie. Endlich drückten wir also wieder die Schulbank und hatten dabei (meistens) großen Spaß. Unsere Lehrerin Paola sprach kaum Englisch, weshalb wir alle Gespräche direkt auf Spanisch führten und schnell Fortschritte machten. Paola war zudem super liebevoll und eine großartige Lehrerin für uns. An den Nachmittagen nahmen wir an Aktivitäten teil, die von unserer Schule organisiert wurden. So besuchten wir eine kleine Kaffee-Farm, eine winzige Schokoladenfabrik, erhielten eine Stadtführung von Freddy oder kochten das guatemaltekische Nationalgericht in einer Kochschule. Daneben erfüllte sich hier auch Antras Traum, Salsa zu lernen. Wir besuchten zweimal die Tanzschule „New Sensation“, lernten die Salsa-Basisschritte und übten gelegentlich zuhause. 💃🕺
Das größte Highlight unseres Aufenthalts erwartete uns aber am ersten Wochenende. Wir buchten über „OX“ einen Übernachtungstrip auf den Vulkan Acatenango. Gemeinsam mit knapp 40 Personen begaben wir uns am Samstagmorgen auf den steilen Aufstieg Richtung Basecamp, das auf 3600 m liegt. Während des Trips kamen wir mit vielen coolen Personen ins Gespräch und freundeten uns mit drei Mexikanern an, die wir bald in Mexiko-Stadt wiedersehen werden. 🇲🇽🎊 Nach etwa fünf Stunden erreichten wir gegen 14 Uhr das Basislager. Von dort ging es um 16 Uhr weiter zum angrenzenden Vulkan Fuego, der einer der aktivsten Vulkane der Welt ist und etwa alle fünf Minuten ausbricht. 🌋Nach zwei Stunden erreichten wir den Vulkan und hatten bei untergehender Sonne beste Sicht auf diese Naturgewalt. Wir hatten bereits viele Bilder des Vulkans gesehen, dennoch hätten wir es nicht für möglich gehalten, wie beeindruckend das Ganze ist. Regelmäßig kommen riesige Rauchschwaden aus dem Vulkan, Lava wird in den Himmel gespuckt und Lavaströme fließen den Vulkan hinunter. Nach jeder Eruption regnete es zudem Vulkanasche vom Himmel herab. Nach einer Stunde des Staunens machten wir uns in kompletter Dunkelheit auf den Rückweg ins Basislager. Hier schliefen wir in unserem Zelt (mit Blick auf den Fuego!) bei etwa 0 Grad bis 03:30 Uhr in der Nacht. Dann ging es für uns weiter zum Gipfel (3980 m) des Vulkans Acatenango, den wir zum Sonnenaufgang erreichten. Hier hatten wir erneut einen fantastischen Blick auf den Vulkan Fuego sowie auf die beiden anderen Vulkane Agua und Pacaya. Das gesamte Erlebnis war wirklich surreal. Auf knapp 4000m hatte ich aber etwas mit der Höhe zu kämpfen - leichte Kopfschmerzen und jeder Schritt war etwas anstrengender als üblich - von unserer Gruppe blieben so auch etwa die Hälfte im Basislager. Mit tollen Erfahrungen im Gepäck ging es anschließend weitere fünf Stunden zurück nach Antigua. Der Vulkan Fuego ist wohl das krasseste Ereignis, das ich bisher in meinem Leben sehen durfte.
In Antigua verlängerten wir nochmals um eine Woche und gingen weiter fleißig zur Schule. Diesmal entschieden wir uns jedoch, in einem Hostel zu bleiben, da Antigua viele richtig gute und schöne Cafés und Restaurants hat und wir das leckere Essen genießen wollten. Bei unseren Gastfamilien hatten wir jeweils Frühstück, Mittag- und Abendessen inklusive.
Am zweiten Wochenende besuchten wir noch den Vulkan Pacaya, der aber in keiner Weise mit den Vulkanen Acatenango und Fuego mithalten kann. Daneben gingen wir (endlich wieder) regelmäßig ins Gym und besuchten ein Fußballspiel der ersten Liga Guatemalas. Panza Verde!! 🥑⚽️
In Summe vergingen diese drei Wochen wie im Flug, und wir sind sehr dankbar für all die tollen Menschen, die wir hier treffen konnten, und für die Erfahrungen, die wir mitnehmen durften. Vermutlich hätten wir keinen besseren Ort als Antigua finden können. Unser Spanisch hat in dieser Zeit auch einen riesigen Sprung gemacht, und wir können langsam echte Gespräche führen. 🇪🇸
Heute geht es für uns weiter an den See „Lago Atitlán“.Weiterlesen

Janina LampeJa der Acatenango ist wirklich unglaublich und ihr hattet riesen Glück so gute Sicht und starke Erruptionen erleben zu dürfen. Echt hammer Aufnahmen! Antigua ist rinfach wundervoll und ideal zum verweilen. Ich kann mich auch noch an ein sehr gutes Gym dort errinnern, wo es günstig Tageskarten gab. Vermutlich wart ihr im selben :) Vom Lago Atitlan aus kann man eine drei Tages Wanderung nach Xela machen, die wirklich unglaublich schön ist. Falls ihr Bock habt. Die hatten wir damals als Spanischkurs genutzt, weil die Guides kein Englisch können :D Aber nach den drei Wochen intensivkurs durfte das gar kein Problem mehr sein und wird euch in Zukunft viele Türen in die wundervolle Kultur Sûdamerikas õffnen ❤️ Schön wieder von euch zu lesen, genießt eure Weiterreise :) PS wenn ich Bock auf Salsa habt, freut euch schonmal auf Kolumbien💃🕺

ReisenderAch cool! Wann hast du ihn gemacht ? 😍 wir haben danach auch gelesen, dass der Vulkan schon viele Jahre nicht mehr so aktiv war, wie an unserem Wochenende. Es war wirklich magisch! Mit Sicherheit war es das gleiche Gym 😅 und danke für den Tipp beim Lago Atitlan. Hier waren wir aber ziemlich faul und ich habe dein Kommentar auch zu spät gelesen 😀 wart ihr länger in Mittelamerika unterwegs? Dann freuen wir uns über jeden Tipp! Vll ja via WhatsApp 🎊
Salta & der Norden Argentiniens
13.–23. Jan. in Argentinien ⋅ ☁️ 19 °C
Von den Iguazú-Wasserfällen ging es für uns weiter in die Stadt Salta, die im Norden Argentiniens liegt und ein hervorragender Ausgangspunkt für einen weiteren Roadtrip ist.
Nach unserer Ankunft verbrachten wir zunächst einen Tag in Salta und schauten uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt an sowie ein super spannendes Museum namens Museo de Arqueología de Alta Montaña (MAAM). Das Museum thematisiert die Traditionen und Bräuche der Inka, die vor einigen hundert Jahren in der Region herrschten. Ein Brauch war es, die Götter mit Opferungen der schönsten Kinder zufriedenzustellen und um Gesundheit und Reichtum zu bitten.
Bei Ausgrabungen am Vulkan Llullaillaco auf 6.700 m Höhe wurden im 20. Jahrhundert drei geopferte Kinder gefunden, die aufgrund der extrem trockenen Luft und der Höhenlage perfekt konserviert waren. Das Museum stellt jeweils eines der mumifizierten Kinder aus – ein Anblick, der uns mit einem merkwürdigen und nachdenklichen Gefühl zurückließ.
Am nächsten Tag ging es für uns an den Flughafen, um unseren Mietwagen für die nächsten acht Tage abzuholen – diesmal ein Toyota mit Automatikschaltung. Endlich kann Antra auch ans Steuer! 🎊
Die folgenden Tage hatten viele Highlights zu bieten und meistens fuhren wir Serpentinenstraßen durch wunderschöne Berglandschaften mit Felsen, die in den verschiedensten Farben schimmerten. Wir bewegten uns zwischen 2.000 m und 4.500 m Höhe. Vor allem die höheren Lagen machten sich bemerkbar, und selbst kleine Wanderungen wurden plötzlich anstrengend.
Nachfolgend die Höhepunkte unseres Aufenthalts:
- Quebrada de Humahuaca: eine super farbenfrohe Felsformation auf bis zu 4.200 m Höhe. Auf dem Weg dorthin nahmen wir drei Argentinier im Auto mit und konnten unsere bisherigen Spanischkenntnisse vertiefen.
- Salinas Grandes: ein riesiger Salzsee, den man schon aus vielen Kilometern Entfernung sieht und der ein gigantisches Ausmaß hat. Bei Regen oder in den Wasserbecken entsteht ein toller Spiegeleffekt, der sich super für Fotos eignet. 😀 Gleichzeitig wird hier auch noch Salz abgebaut.
- Nationalpark Los Cardones: ein Nationalpark entlang einer Bergstraße mit abertausenden Kakteen in allen Größen und Formen. In Kombination mit den bunten Felsen im Hintergrund und den überall zu sehenden Guanakos sowie Vikunjas wirklich wunderschön.
- Serpentinenstraßen: Im Norden Argentiniens ist oft schon die Fahrt mit dem Auto durch die Berge das eigentliche Highlight. Überall ergeben sich tolle Aussichtspunkte und spektakuläre Panoramen. Teilweise befindet man sich auf Wolkenhöhe oder Nebel versperrt die Sicht. Dennoch war die Landschaft für uns etwas ganz Besonderes – so etwas hatten wir auf unseren Reisen noch nicht gesehen.
Daneben übernachteten wir in kleineren Bergdörfern (Cachi & Tilcara) sowie im Weindorf Cafayate. Die Fahrt von Cachi nach Cafayate war dabei ein weiteres Highlight bzw. eine unvergessliche Erfahrung. Zwei Tage zuvor hatte es stundenlang stark geregnet, und unsere Fahrt über die Straße Ruta 40 wurde zum absoluten Abenteuer. Es handelt sich um einen etwa 160 km langen Streckenabschnitt über einen unbefestigten Schotterweg. Durch den Regen waren viele Abschnitte überflutet, und Flüsse liefen über die Straße.
Nicht nur einmal hatten wir ein ungutes Gefühl und waren uns unsicher, ob der Toyota (ohne Allrad) die Wassermassen vor uns meistern kann. Einmal durchquerte Antra einen der Flüsse zu Fuß, um zu schauen, wie tief er ist. Auch danach hatten wir keine Ahnung, ob wir das packen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon vier Stunden unterwegs, und die alternative Route hätte 14 Stunden Umweg bedeutet. Am Ende siegte der Leichtsinn, und irgendwie kamen wir in Cafayate an. Rückblickend würden wir die Strecke nicht mehr fahren, nachdem wir wissen, was auf uns zukommt. Wir hatten uns vorab sogar im Infozentrum informiert und die Info bekommen, dass die Strecke nicht geschlossen ist. Dennoch hatten wir zu viele Momente, in denen wir fast stecken geblieben oder weggeschwemmt worden wären. Neben uns waren auch kaum andere Autos unterwegs und falls doch ausschließlich SUVs.
In Cafayate machten wir noch eine schöne Wanderung zum Cerro de la Cruz (auch hier mussten wir einen Fluss überqueren – diesmal aber ohne Auto).
Nachdem wir unser Auto in Salta zurückgegeben hatten, verbrachten wir noch zwei Tage in der Stadt und erledigten einige Dinge. Außerdem buchten wir eine Sprachschule für zwei Wochen in unserem nächsten Ziel Guatemala.
Wir sind froh, dass wir auch diesen Abschnitt Argentiniens sehen durften, und hatten eine tolle Zeit mit vielen einmaligen Erlebnissen. Apropos einmalige Erlebnisse: Weil meine Haare viel zu lang waren, wollte ich, dass Antra sie mir schneidet. Am Ende wurde daraus mehr oder weniger eine Glatze. 😂 Ich sah mit Sicherheit schon mal besser aus, aber zum Reisen ist das die perfekte „Frisur“.Weiterlesen
Iguazu Falls & das Drei-Länder-Eck
8.–13. Jan. in Paraguay ⋅ ☀️ 34 °C
Über Buenos Aires ging es für uns weiter nach Puerto Iguazú, um die berühmten Iguazú-Wasserfälle zu besuchen, von denen wir schon so viel Gutes gehört hatten. Daneben bildet Puerto Iguazú (Argentinien) gemeinsam mit den Städten Foz do Iguaçu (Brasilien) und Ciudad del Este (Paraguay) das sogenannte Drei-Länder-Eck. Zugang zu den Wasserfällen haben allerdings nur Argentinien und Brasilien. Um dennoch vom Tourismus zu profitieren, findet man in Ciudad del Este unzählige Shoppingcenter und Einkaufsmöglichkeiten, vor allem für Elektronik. Viele Besucher der Iguazú-Fälle machen daher einen Tagesausflug nach Paraguay und decken sich dort mit neuer Technik ein, da hier deutlich weniger Steuern anfallen.
Wir hatten in der Region vier volle Tage eingeplant: Zwei Tage besuchten wir die argentinische Seite der Iguazú-Fälle, einen Tag die brasilianische Seite und einen weiteren Tag verbrachten wir mit unserem „Shopping-Trip“ nach Paraguay. An die Wasserfälle hatten wir im Vorfeld extrem hohe Erwartungen, gleichzeitig aber auch die Befürchtung, dass aufgrund der Ferienzeit der Besucherandrang riesig sein würde. Im Nachhinein stellte sich Letzteres als unbegründet heraus – und der Besuch der Iguazú-Fälle war einfach wunderschön. Im Folgenden beschreiben wir kurz die Besonderheiten der jeweiligen Nationalparks:
🇦🇷 Nationalpark Argentinien:
Diese Seite ist deutlich weitläufiger als die brasilianische und man hat das Gefühl, „mittendrin“ zu sein – rund 80 % der Iguazú-Fälle gehören zu Argentinien. Es gibt mehrere Wanderwege, die durch den Atlantischen Regenwald („Atlantic Forest“) führen, und man kann die Wasserfälle aus den unterschiedlichsten Perspektiven erleben.
Das Highlight des Nationalparks ist der Aussichtspunkt „Teufelsschlund“ bzw. „Garganta del Diablo“. Um dorthin zu gelangen, nimmt man zunächst eine kleine Eisenbahn vom Parkeingang und fährt einige Kilometer bis ans Ende des Nationalparks. Von dort geht es nochmals einige hundert Meter zu Fuß über Stege direkt über den Iguazú-Fluss bis zum Aussichtspunkt.
Sobald man diesen erreicht, hat man einen unglaublichen Blick auf die Wasserfälle und das Gefühl, quasi mitten im Wasser zu stehen. Von allen Seiten stürzen riesige Wassermassen die Felsen hinunter, im Canyon treffen die verschiedenen Wasserfälle aufeinander und es entsteht ein gewaltiger Wassernebel, der dafür sorgt, dass man selbst oben komplett nass wird. Der Name „Iguazú“ bedeutet „großes Wasser“ – und passt perfekt.
Nachdem wir dieses Naturspektakel ausgiebig bewundert hatten, wanderten wir noch über die verschiedenen Wege im Park, die uns ebenfalls sehr gefallen haben. Auch Wildlife in Form von Affen, Nasenbären oder Eidechsen war allgegenwärtig. Sogar unseren „Freund“, die Korallenotter 🐍☠️, entdeckten wir erneut am Wegesrand.
🇧🇷 Nationalpark Brasilien:
Die brasilianische Seite des Parks ist etwas distanzierter angelegt, und man betrachtet die insgesamt 275 Wasserfälle eher aus der Ferne. Dadurch hat man insgesamt eine bessere Übersicht und kann die Dimensionen der Wasserfälle besonders gut einschätzen. Allerdings gibt es hier kaum Wanderwege, weshalb der Besuch nur etwa zwei Stunden dauert und sich auf mehrere Aussichtspunkte beschränkt.
Eine klare Empfehlung ist es daher, den Besuch mit dem nahegelegenen „Parque de Aves“ zu verbinden, der nur wenige hundert Meter entfernt liegt. In diesem Vogelpark werden aus Gefangenschaft befreite oder verletzte Vögel gepflegt und – wenn möglich – wieder in die Wildnis entlassen. Der Park liegt auf einem großen Areal im Atlantischen Regenwald und beherbergt Tukane, Papageien und viele weitere heimische Vogelarten.
Daneben verbrachten wir noch einen Tag in 🇵🇾 Ciudad del Este. Mit dem Bus ging es über Brasilien nach Paraguay zum Shoppen. Die Einreise war schnell und unkompliziert, allerdings regnete es den ganzen Tag. Nach unserer Ankunft in Ciudad del Este erwartete uns dann das pure Chaos: Überall waren viel zu viele Menschen hektisch unterwegs und strömten in die Geschäfte. Wir mussten uns durch die Menschenmassen kämpfen und hatten zeitweise ein mulmiges Gefühl. Nahezu jedes Geschäft verkauft dabei das Gleiche – entweder Elektronik oder Parfüms.
Nach knapp zwei Stunden hatten wir die Lust verloren und gingen noch etwas zu Mittag essen. Meine Actioncam, weswegen wir ursprünglich hierher gefahren waren, gab es übrigens nicht. Gegen 13:30 Uhr stellten wir uns an die Bushaltestelle und hofften, dass irgendwann der richtige Bus zurück nach Argentinien kommen würde. Einen Fahrplan gab es nicht, und auf den Straßen bewegte sich aufgrund des Staus vor dem Grenzposten fast eine Stunde lang gar nichts. Nach etwa 45 Minuten kam zum Glück unser Bus, und wir waren froh, als wir wieder zurück in Argentinien waren.
In Summe war unser Aufenthalt hier aber wunderschön, und wir verstehen absolut, warum die Iguazú-Wasserfälle ein absolutes „Must-See“ auf jeder Südamerika-Reise sind. Den Tagestrip nach Paraguay würden wir beim nächsten Mal allerdings auslassen – auch wenn es definitiv eine „interessante“ Erfahrung war.
Für uns geht es jetzt weiter nach Salta und in den Norden Argentiniens.Weiterlesen
Nationalpark Chapada Diamantina 💎
27. Dez. 2025–7. Jan. 2026 in Brasilien ⋅ ☀️ 30 °C
Unser nächstes Ziel war Lençóis im Chapada-Diamantina-Nationalpark, der etwa sechs Autostunden von Salvador entfernt liegt. Im folgenden Abschnitt habe ich die Geschichte der Region in Kurzform zusammengefasst:
Der Nationalpark Chapada Diamantina hat eine sehr bewegte Vergangenheit. Zunächst war die Region die Heimat vieler indigener Völker, bis im 18. Jahrhundert die ersten Diamanten entdeckt wurden. Diese Funde lösten einen riesigen Zustrom von Garimpeiros (auf Deutsch: Glücksritter) aus, die hofften, schnell reich zu werden. Es entstanden erste Städte, darunter Lençóis, und der Reichtum der Region nahm stetig zu. Anfang des 19. Jahrhunderts galt Lençóis als eine der reichsten Städte Brasiliens. Ende des 19. Jahrhunderts war die glorreiche Diamantenzeit jedoch vorbei, da in Afrika Diamanten günstiger und leichter zugänglich wurden. In der Folge verließen die meisten Menschen die Gegend wieder, und es entstanden zahlreiche Geisterstädte sowie verlassene Minen. Seit den 1950er-Jahren ist die Chapada Diamantina ein geschützter Nationalpark mit stetig wachsendem Öko- und Wandertourismus.
In Lençóis angekommen, checkten wir in unserer Unterkunft ein, die etwas außerhalb und mitten in der Natur lag. Wir waren umgeben von Mango- und Jackfruit-Bäumen, die reichlich Früchte trugen und von denen wir uns auch beim Frühstück bedienen konnten. In den nächsten vier Tagen erkundeten wir Lençóis und seine Umgebung, gingen wandern und besuchten verschiedene Wasserfälle sowie Badestellen des örtlichen Flusses.
Ein Highlight – oder eher Lowlight – war die knapp sechsstündige Wanderung zur Cachoeira da Fumaça, mit 324 m einer der höchsten Wasserfälle des Landes. Als wir oben ankamen, hatten wir zwar eine herausragende Aussicht über den vor uns liegenden Canyon, vom Wasserfall selbst war jedoch fast nichts zu sehen. Lediglich ein kleines Rinnsal floss über einen Felsen und stürzte in die Tiefe. Da hatten wir uns mehr erhofft, auch wenn der Ausblick letztlich entschädigte. Bei unseren Wanderungen sahen wir kleine Büschel- und Kapuzineraffen sowie unzählige Eidechsen. Zum Glück aber keine Schlangen – und ChatGPT versicherte uns auch, dass es hier keine giftigen Exemplare gibt.
An Silvester feierten wir bei einem Abendessen in der Altstadt und bewunderten später eine Gruppe von Trommlern, die durch die kleinen Gassen zog. Kurz vor Mitternacht mischten wir uns unter die Menschenmenge vor der Hauptbühne, wo ein DJ auflegte und wir ins Jahr 2026 hineinfeierten. Gegen halb zwei liefen wir zu unserer Unterkunft zurück und fanden dabei zwei Korallenschlangen auf dem Weg – hochgiftig. Danke für nichts, ChatGPT!
Am nächsten Tag wechselten wir nochmals die Location und fuhren in das winzige, abgelegene Bergdorf Igatu. Die letzten zehn Kilometer ins Dorf führen über eine Art Kopfsteinpflaster aus großen Steinen, durchzogen von tausenden Schlaglöchern. Für diesen Abschnitt brauchten wir fast eine Stunde, und unser Renault Kwid ging dabei ans Limit. Am Ende schafften wir es aber und checkten für die nächsten drei Tage ein. Wieder lag unsere Unterkunft mitten in der Natur, die Zimmer waren teilweise direkt in den Fels gehauen.
Das Tagesprogramm war ähnlich wie zuvor: Zu Fuß erkundeten wir die Gegend und starteten kleinere Wanderungen zu Aussichtspunkten und Ruinen. Bei teilweise 30 Grad versuchten wir, immer früh morgens loszulaufen, um der größten Hitze auszuweichen. Während zwei dieser Wanderungen hatten wir erneut unsere „Schlangenbegegnungen“. Beide Male lag die Schlange direkt auf dem schmalen Wanderpfad, und nur mit Glück sind wir nicht draufgetreten. Um welche Arten es sich handelte, konnten wir nicht eindeutig klären – vielleicht auch besser so 😅. Das Wandern fühlte sich danach deutlich mulmiger an, wenn man ständig darauf achten muss, wo man hintritt oder was einem begegnen könnte. Auch Taranteln und Boa Constrictors gibt es hier.
Kulinarisch wurden wir in Igatu bestens versorgt. Wir hatten ein tolles Frühstück in der Unterkunft, zwei sehr gute Restaurants mit vegetarischer Speisekarte sowie unseren Açaí-/Eismann (ganz wichtig!). Nach den meisten Wanderungen gönnten wir uns außerdem eine frische Kokosnuss.
Die Chapada Diamantina hat uns wirklich sehr gut gefallen und war wohl der perfekte Ort, um den vielen Touristen zu entkommen, die aktuell die Hotspots Brasiliens besuchen. Die Ferienzeit hier ist wirklich verrückt.
Am nächsten Tag fuhren wir knapp 6,5 Stunden zurück in Richtung Salvador und verbrachten noch zwei Tage in dem Küstenort Imbassaí, der unweit von Salvador entfernt liegt. In Imbassaí trifft der Fluss Imbassaí auf den Atlantik, und entlang des Flusses wachsen Mangrovenbäume.Weiterlesen
Weihnachten in Salvador 🎅
23.–27. Dez. 2025 in Brasilien ⋅ ⛅ 28 °C
Von Uruguay ging es für uns knapp 4,5 Stunden mit dem Flugzeug nach Salvador in Brasilien – dem afrikanischen Herzen des Landes und seiner ersten Hauptstadt.
Während der Kolonialzeit war Salvador einer der größten Umschlagsplätze für versklavte Afrikaner. Diese Geschichte prägt die Stadt bis heute und äußert sich in Religion, Musik (Samba-Reggae), afrikanischer Küche sowie einer Vielzahl an Sprachen und Bräuchen.
Nach unserer Ankunft im Hotel gingen wir am Abend noch an einen der Stadtstrände, liefen bis zu einem Leuchtturm und schauten uns den Sonnenuntergang an.
Am nächsten Tag besuchten wir die Altstadt und das Viertel Pelourinho, das für seine vielen bunten Häuser bekannt ist und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Bereits nach wenigen Stunden zeigte sich Salvador für uns als extrem lebendige Stadt mit vielen Facetten. Auf den Straßen wird überall gesungen und getrommelt. Zudem laufen viele Baianas (Frauen in traditioneller weißer Kleidung) durch die engen Gassen und bemalen die Körper der Touristen.
Nach einem Spaziergang durch Pelourinho ging es für uns weiter zum Aufzug Elevador Lacerda, der die Oberstadt Salvadors mit der Unterstadt verbindet. Nach einer kostenlosen Fahrt nach unten liefen wir weiter zur Markthalle Mercado Modelo und schauten uns Kunstwerke sowie Souvenirs der afrobrasilianischen Kultur an. Anschließend ging es zurück nach Pelourinho, wo wir unter anderem Moqueca de Camarão aßen – einen Fischeintopf mit Garnelen, Palmöl und Kokosmilch. Sehr lecker!
Die Stadt ist zudem überall weihnachtlich geschmückt, und es stehen (mehr oder weniger schöne) Weihnachtsbäume und Dekorationen herum. Unser Heiligabend verlief sehr unspektakulär: Im Hotel gingen wir nach langer Zeit mal wieder ins hoteleigene Fitnessstudio und telefonierten mit unserer Family. Später spielten wir Karten und schauten entspannt einen Weihnachtsfilm.
Auch die restlichen Feiertage verliefen ruhig. Wir pendelten zwischen Fitnessstudio, den Stränden, unserem Hotelpool und den vielen Açaí-Bars, um uns eine leckere Bowl zu holen.
Insgesamt hat uns die Altstadt von Salvador gut gefallen, und die Stadt vermittelt einen ganz besonderen Vibe. Ehrlicherweise hatten wir aber das Gefühl, dass zwei Tage mehr als ausreichend sind, um die wichtigsten Spots zu sehen. Für uns war das kein Problem, da wir die Feiertage bewusst ruhig angehen lassen wollten. Ansonsten hielten wir uns hauptsächlich in belebteren Straßen auf und machten uns oft mit Sonnenuntergang auf den Rückweg ins Hotel. Zwar werden die Straßen von der Militärpolizei patrouilliert, dennoch wollten wir kein Risiko eingehen und auf Nummer sicher gehen.
Am 27.12. fuhren wir mit einem Uber zum Flughafen und holten uns dort für die nächsten zehn Tage einen Mietwagen, um zum Nationalpark Chapada Diamantina zu fahren.Weiterlesen
Roadtrip an der Ostküste 🇺🇾
16.–23. Dez. 2025 in Uruguay ⋅ 🌬 21 °C
Mit dem Bus in Montevideo angekommen, checkten wir direkt in einem super schönen Hostel ein und erkundeten Montevideo am Nachmittag zu Fuß. Wir liefen durch die Altstadt, zur Port Hall am Hafen und sahen uns den Plaza de Independencia an, der unweit unserer Unterkunft lag.
Am nächsten Tag fuhren wir mit Uber über die längste Rambla der Welt zum Flughafen. Dort holten wir uns bei Localiza unseren Mietwagen (Peugeot 208) ab, mit dem wir die nächsten sechs Tage die Ostküste des Landes erkunden sollten. Da mein erstes Auto ein Peugeot 207 war, freute ich mich, einen gefühlt alten Bekannten wiederzuhaben.
Von Montevideo fuhren wir zunächst in den kleinen Küstenort La Paloma und schauten uns den Ort sowie den tollen Sandstrand an. Von hier ging es am nächsten Tag weiter die Küste hinauf nach Cabo Polonio.
Cabo Polonio wird in Uruguay zunehmend beliebter und ist ein kleines Fischerdorf, das nur über 4x4-Trucks erreicht werden kann, da der Zugang über Sanddünen erfolgt. Das Dorf selbst verfügt über keinen Strom, und Autos sind verboten. Dort angekommen war unser erster Stopp die große Seelöwenkolonie, die hier ansässig ist. Unzählige Tiere sonnten sich auf den Felsen oder schwammen im Ozean und jagten Fische. Dass es leider nicht immer so friedlich zugeht, zeigten die Gesichter und Körper der Seelöwen: Viele trugen große Narben oder frische Wunden von Kämpfen untereinander. Zwei Exemplare waren dabei besonders stark verletzt. Nachdem wir die Tiere lange beobachtet hatten, erkundeten wir den Rest des Dorfes und lagen anschließend am tollen Sandstrand.
Gegen 14 Uhr ging es mit dem Truck zurück zum Auto und weiter in den Santa-Teresa-Nationalpark. Dieser Park ist bekannt für seine schönen Strände und Capybaras, die hier frei herumlaufen und die wir unbedingt sehen wollten. Als wir direkt am Eingang eine Capybara-Mutter mit ihrem Nachwuchs sahen, waren wir super happy. Später stellte sich allerdings heraus, dass die Tiere hier wirklich überall sind. 😅 Die Wasserschweine sind extrem entspannt und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Gelegentlich landet sogar ein Vogel auf ihrem Kopf, ohne dass sie sich daran stören.
Später ging es tiefer in den Park, wo wir uns zwei weitere Strände anschauten. Auch diese waren wunderschön – Uruguay bietet mit die schönsten Strände unserer gesamten Reise. Das ist sicher auch ein Grund, weshalb so viele Argentinier ihre Feiertage hier verbringen.
Die Nacht verbrachten wir in Punta del Diablo in der Nähe des Parks. Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir zum Eingang des Monte-de-Ombrú-Parks und trafen uns dort mit Patricio und Marianne, die wir in Argentinien kennengelernt hatten und die inzwischen hier leben. Nach einem herzlichen Wiedersehen fuhren wir mit einem kleinen Fischerboot etwa 15 Minuten über den Fluss zum Ombrú-Wald. Diese Bäume kommen nur an zwei Orten in Uruguay vor und weisen Eigenschaften verschiedener Pflanzenarten auf, weshalb sie nicht eindeutig als Bäume klassifiziert werden können. So können Ombrús große Verletzungen selbst reparieren, mit anderen Ombrús vollständig fusionieren und leben in Symbiose mit den umliegenden Pflanzenarten. Auch ihre Struktur mit zahlreichen Höhlen ist äußerst faszinierend. Gemeinsam erkundeten wir den Wald und hörten unserem Guide sowie Patricio, der ebenfalls als Guide arbeitet, aufmerksam zu. Anschließend gingen wir gemeinsam Mittag essen und erfuhren viel Spannendes über Uruguay. Obwohl das Land als fortschrittlich und sehr sicher gilt, weist es eine der weltweit höchsten Suizidraten bei 18- bis 23-Jährigen auf. Erklärungen dafür sind unter anderem die hohen Lebenshaltungskosten, der geringe religiöse Glaube und eine schwache nationale Identifikation, da viele Bürger Nachfahren von Einwanderern sind. Am Nachmittag zeigte uns Patricio noch die wunderschöne Laguna Rocha, die auch für Flamingo-Sichtungen bekannt ist.
Nach der Verabschiedung fuhren wir zurück nach La Paloma und von dort weiter Richtung Montevideo. Auf dem Weg besuchten wir ein Museum für moderne Kunst, das sich über einen großzügigen Park erstreckt und zahlreiche Skulpturen eines lokalen Künstlers zeigt. Das Museum – wie viele Sehenswürdigkeiten und Parks in Uruguay – ist kostenlos und in hervorragendem Zustand. Am Abend suchten wir uns eine Unterkunft in Piriápolis. Der Ort liegt unweit von Patricios und Mariannes Zuhause, sodass wir uns am nächsten Morgen erneut trafen – diesmal am Fuße des Cerro Pan de Azúcar. Mit Patricio wanderten wir bei rund 30 Grad zum Gipfelkreuz, während Marianne unten im Park blieb, um für ein Examen zu lernen. Anschließend besuchten wir noch eine Aufzuchtstation für verletzte Tiere, in der auch ein Puma untergebracht war. Damit sahen wir endlich unseren ersten Puma, der hoffentlich bald wieder ausgewildert werden kann. Nach leckeren Empanadas verabschiedeten wir uns erneut und sind sehr dankbar für die gemeinsame Zeit.
Am nächsten Tag gaben wir unser Auto am Flughafen in Montevideo zurück und fuhren mit einem absolut verrückten Busfahrer in die Stadt. Dort besuchten wir das Estadio Centenario, in dem 1930 das erste Spiel einer Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Uruguay gewann damals das Finale mit 4:2 gegen Argentinien. Anschließend besuchten wir das „Anden 1972“-Museum, das der unglaublichen Geschichte eines uruguayischen Rugby-Teams gewidmet ist.
Im Jahr 1972 befanden sich 45 Personen (40 Passagiere und 5 Crewmitglieder) auf dem Flug nach Chile zu einem Sportevent. Durch schlechtes Wetter und eine Fehleinschätzung des Piloten stürzte das Flugzeug auf etwa 3.600 Metern Höhe in den Anden ab, nachdem der Rumpf eine Bergspitze gerammt hatte. Insgesamt 29 Menschen starben beim Absturz oder kurz danach. Die Überlebenden waren 72 Tage extremsten Bedingungen ausgesetzt, mit Temperaturen von bis zu −30 °C. Um diese Kälte erfahrbar zu machen, ist im Museum eine Kältekammer installiert, die uns für knapp eine Minute bei −20 °C einschloss.
Am Ende überlebten 16 Personen. Um zu überleben, griffen sie unter anderem auf das Fleisch der Verstorbenen zurück und entwickelten strenge Regeln und Strukturen – später als „Society of the Snow“ bezeichnet. Die Geschichte geht einem sehr nahe; das Museum zeigt Interviews der Überlebenden sowie zahlreiche Fundstücke, die später aus dem Eis geborgen wurden. Die Ereignisse wurden auch von Netflix verfilmt.
Nach einem Steak (vorerst mein letztes – Neujahrsvorsatz: kein Fleisch mehr) fuhren wir zurück zur Unterkunft und am nächsten Tag weiter zum Flughafen mit dem Ziel Salvador, Brasilien.
Uruguay hat uns beiden außerordentlich gut gefallen. Wir sind dankbar, dass unsere lange Reise uns auch in Regionen führt, die man nicht sofort als klassisches Reiseziel im Kopf hat. Die wunderschönen Strände, die Vielfalt des Landes und vor allem das Wiedersehen mit Freunden bleiben uns in sehr schöner ErinnerungWeiterlesen
Ankunft in Uruguay 🇺🇾
15.–16. Dez. 2025 in Uruguay ⋅ ☁️ 23 °C
Mit der Fähre ging es für uns knapp 90 Minuten vom Hafen in Buenos Aires nach Colonia del Sacramento, wo wir gegen Mittag ankamen. Wir entschieden uns, von dort nicht direkt weiter nach Montevideo zu fahren, sondern hier zu übernachten und uns die kleine historische Stadt genauer anzuschauen. Auch viele Argentinier kommen für einen Tagesausflug hierher.
Wir checkten also direkt in unserem Hotel ein und luden unser Gepäck ab. Da wir beide hungrig waren, entschieden wir uns, im „Calma Coco“ etwas zu essen. Das Restaurant ist super klein und wir fanden es nur dank der 5-Sterne-Google-Bewertung, die nicht lügen sollte. Wir aßen dort vielleicht das beste Essen unserer gesamten Reise und waren sehr, sehr happy. Gleichzeitig stellten wir fest, dass die Preise hier nochmals höher sind als in Argentinien oder Chile. Uruguay gilt allerdings auch als das Land in Südamerika mit dem höchsten Lebensstandard und als ausgesprochen sicher.
Nach dem Essen schlenderten wir noch eine Weile durch die Altstadt und schauten uns die Sehenswürdigkeiten von Colonia del Sacramento an, darunter einen alten Leuchtturm, die bunten Pflasterstraßen und die älteste Kathedrale Uruguays. Später liefen wir noch zum Strand und genossen die letzten Sonnenstrahlen. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Fußballspiel vorbei und durften kostenlos in das kleine Stadion, um den Jungs eine Weile beim Kicken zuzuschauen. Zum Abschluss des Tages sahen wir uns den Sonnenuntergang von einem Steg am Meer an.
Der erste Eindruck unseres neuen Reiselandes ist sehr vielversprechend. Morgen geht es mit dem Bus weiter in die Hauptstadt MontevideoWeiterlesen
Buenos Aires & Sonne ☀️
11.–15. Dez. 2025 in Argentinien ⋅ ☁️ 30 °C
Nach unserer Rückkehr nach Ushuaia ging es für uns für einige Stunden zurück in die Stadt und am Nachmittag direkt weiter nach Buenos Aires. Dort kamen wir spät abends an und nahmen ein Uber zu unserer Unterkunft. Statt der kalten Temperaturen der Antarktis erwartete uns hier zum ersten Mal richtig heißes Wetter mit bis zu 33 Grad. Das war eine echte Umstellung, und während wir die Stadt erkundeten, sehnten wir uns manchmal sogar nach dem kälteren Wetter zurück.
In Buenos Aires hatten wir außerdem noch ein großes To-do: den Verlobungsring kaufen. 💍 Also fuhren wir mit dem Uber zur sogenannten „Schmuckstraße“, wo sich Juwelier an Juwelier reiht und die Auswahl riesig ist. Die ersten Geschäfte verließen wir noch erfolglos, doch später fanden wir mehrere Ringe, die uns gut gefielen – und schließlich auch unseren Verlobungsring, den wir direkt vor Ort anpassen lassen konnten. Happy Wife, Happy Life. 🎊😀 Auf den Erfolg gab es anschließend Cocktails in einer Skybar. Außerdem schauten wir uns noch einige Highlights an, die wir fußläufig erreichen konnten, wie den Plaza de Mayo, den Obelisken oder das Präsidentenhaus. Auch überquerten wir die Avenida 9 de Julio, die mit 16 Spuren als breiteste Straße der Welt gilt.
Den zweiten vollen Tag verbrachten wir in Palermo, besuchten den Rosengarten, den Parque de Alemania und ein großes Einkaufszentrum – allerdings ohne Erfolg. Ich suche immer noch eine Unterwasser-Actioncam für das Tauchen auf den Galapagos-Inseln, aber die sind in Südamerika gar nicht so leicht zu bekommen. Zum Mittagessen gingen wir in ein Veggie-Restaurant, und für das Abendessen nahmen wir uns frisches Obst mit.
Am nächsten Tag besuchten wir das Viertel La Boca und die berühmte Caminito-Straße. Hier leuchtet wirklich alles in bunten Farben, da Künstler und Maler ihre Farbreste nutzten, um die Gegend aufzuhübschen. Für mich war es das schönste Viertel in Buenos Aires. Die touristischen Gegenden gelten hier als sicher, außerhalb dieser sollte man sich in La Boca allerdings besser nicht bewegen (laut unseres Reiseplaners ChatGPT). Nach einem kurzen Bummel durch La Boca liefen wir weiter zum Boca Juniors-Stadion, das legendäre La Bombonera. Dort kaufte ich mir recht spontan auch ein Argentinien-Trikot mit Messi-Flock – immerhin ist es seine letzte Weltmeisterschaft 😀. Messi und Maradona sind in der gesamten Stadt allgegenwärtig und auf vielen Hauswänden als Graffiti zu finden. Von Messi gibt es zudem jedes vorstellbare Produkt in den Läden zu kaufen.
Von La Boca fuhren wir weiter nach San Telmo, schlenderten durch die Markthalle und aßen dort richtig leckeres Schweizer Fondue mit Kartoffeln, Brot, Tomaten und argentinischer Chorizo-Wurst. Nach einem Spaziergang über den Sonntagsmarkt holten wir uns noch ein Eis und gingen zurück zu unserer Unterkunft.
Dort planten wir die nächsten Tage und buchten unsere Fähre nach Colonia del Sacramento in Uruguay für den nächsten Tag. Außerdem kauften wir unseren Weiterflug von Uruguay nach Brasilien (Salvador) und hatten damit einen Plan für unsere weitere Reise.
Uruguay, wir kommen! 🇺🇾Weiterlesen
Antarktis 🧊 - unser 7. Kontinent
1.–11. Dez. 2025, Bransfieldstraße ⋅ ☀️ -2 °C
Vom Hafen in Ushuaia startete unsere Reise zur Antarktis am Nachmittag. Hier hatten sich bereits einige Luxus-Kreuzfahrtschiffe versammelt, an denen wir getrost vorbeilaufen konnten, denn unser Schiff wartete am Ende des Docks auf uns – die MV Ushuaia. Im Gegensatz zu den anderen Schiffen ist die MV Ushuaia deutlich kleiner und auf das „Nötigste“ reduziert. Hier finden knapp 80 Passagiere und 40 Crew-Mitglieder Platz. Neben dem günstigeren Preis haben wir uns bewusst für ein kleines Schiff entschieden, da wir so eine „echtere“ Erfahrung ohne Ablenkung erleben wollten.
Am Schiff bezogen wir zuerst unser Zimmer für die nächsten elf Tage, bevor es eine Vorstellung des Expeditionsteams sowie einige Sicherheitsanweisungen gab. Kurz darauf begann unsere Expedition und wir verließen den Hafen.
Die ersten beiden Tage passierten wir die berüchtigte Drake-Passage. Die Bedingungen sind in diesem Abschnitt so rau, dass das Schiff permanent von einer Seite zur anderen schaukelt. Die Ärztin an Bord verteilt daher Tabletten gegen Seekrankheit und wird liebevoll „Candy-Man“ genannt. Das Schiff wankte so stark, dass sogar das Duschen untersagt war und alle Gegenstände fest verstaut werden mussten. Zu unserem Glück hatten wir – glaubt man der Crew – eine vergleichsweise ruhige Überfahrt. Viele Passagiere hatten dennoch stark zu kämpfen, und auch Antra war in den ersten beiden Tagen nicht richtig fit. Die Zeit der Durchquerung verbrachten wir mit Essen und gelegentlichen Vorlesungen des Teams über die Antarktis, ihre Bedeutung und die verschiedenen Wale, Robben und Pinguine, die wir hier antreffen können.
Am dritten Tag hatten wir unser Ziel, die Antarktis, endlich erreicht – und das eigentliche Abenteuer konnte beginnen. Der Ablauf der folgenden sechs Tage sah dabei sehr ähnlich aus:
07:00 Uhr – Frühstück
08:30 Uhr – Landing: Besuch verschiedener Inseln oder des Festlands der Antarktis mit kleinen Speedbooten (Zodiacs)
12:00 Uhr – Mittagessen
15:00 Uhr – Zweiter Landgang
19:00 Uhr – Abendessen
20:30 Uhr – Vorlesung, Filme oder gemeinsame Abende
Ehrlich gesagt hatten wir keine richtige Vorstellung davon, wie unsere Zeit hier werden würde und was wir erleben könnten. Die fünf Tage, die wir hier verbringen durften, gehören aber mit Sicherheit zu den schönsten Reiseerfahrungen, die wir bisher gemacht haben. Gleichzeitig ist es sehr schwer zu beschreiben, was wir erleben durften. Die Ausmaße der Antarktis mit ihren Eisbergen und Gletschern sind einfach gigantisch – hier gilt wirklich: „Man muss es selbst gesehen haben.“ Das Wetter ist unberechenbar; wir hatten alles von sonnigen Tagen bis zu starkem Schneefall.
Während unserer Landgänge konnten wir verschiedene Pinguinarten ungestört beobachten und zusehen, wie sie miteinander kommunizieren, ihre Pinguinstraßen nutzen (um schneller voranzukommen), Steine für ihre Nester sammeln oder Eier ausbrüten. Zur gleichen Zeit kreisten riesige Sturmvögel und Albatrosse (mit bis zu über 3 m Spannweite) am Himmel auf der Suche nach Nahrung. Auf dem Eis oder auf Eisschollen ruhten sich große Robben aus, um sich zu erholen und aufzuwärmen. Auch einen aktiven Vulkan auf einer unwirklich wirkenden Insel konnten wir besuchen. Von nahezu jedem Aussichtspunkt oder vom Boot aus konnte man Wale – meist Buckelwale – an der Oberfläche beobachten. Die Beobachtungen sind übrigens rund um die Uhr möglich, da es während der Sommermonate nie dunkel wird und man ohne Uhr nicht wüsste, wie spät es ist. Außerdem besuchten wir eine argentinische Forschungsstation und konnten auf einer anderen Insel ein riesiges Walskelett anschauen. Die Temperaturen lagen meistens so bei -5 bis +3 Grad. Auch die Wassertemperatur liegt Nahe am Gefrierpunkt. Bei Schnee konnten wir zuschauen, wie dieser auf der Wasseroberfläche direkt zu Eis wurde und sich innerhalb Minuten eine dünne Eisschicht bildete. An einem der sonnigen Tage fuhren wir mit den Zodiacs an einen kleinen Strand, um das erste Mal „baden“ zu gehen. Und das Wasser ist wirklich eiskalt!!!🥶 Aber zum Glück wartete am Schiff eine warme Dusche auf uns.
Ein weiteres Highlight war die Durchsage unseres Expeditionsleiters Lucas gegen 06:00 Uhr morgens, dass sich rund um unser Schiff Orcas versammelt hatten. Also ging es schnell in die Expeditionskleidung und hinaus an Deck. Von hier konnten wir eine Gruppe von etwa 14 Orcas – darunter auch Jungtiere – über eine Stunde lang beobachten. Sie kamen sehr nah an das Schiff. Ein unvergesslicher Augenblick und Tiere, die ich schon lange sehen wollte.
Ein weiterer unvergesslicher Moment war unsere Verlobung. Nach einem Aufstieg auf einen schneebedeckten Berg hatten wir eine traumhafte Aussicht auf die umliegenden Eisberge und die Antarktis. Hier fühlte sich alles richtig an – und ich stellte Antra die Frage, ob sie mich heiraten wolle. Nach kurzem Überlegen und einem Telefonat mit ihrer Mom sagte sie Ja. 💍
Neben diesen vielen tollen Momenten konnten wir auch wunderbare Menschen an Bord kennenlernen. Die meisten Tische im Essensraum sind für vier Personen ausgelegt, sodass man fast immer mit anderen zusammensitzt und viele spannende Geschichten hört. So trafen wir Roul und Mike, zwei homosexuelle Ärzte aus den Niederlanden, die seit fünf Jahren in einem über eine Million Euro teuren Wohnmobil auf Reisen sind. Oder Steve, der leider an Krebs erkrankt ist und noch so viel wie möglich erleben möchte.
Der komplette Trip hat sich wirklich gelohnt, und wir sind sehr dankbar, dass wir uns nach langem Überlegen für die Antarktisreise entschieden haben. Die Reise ist zwar nicht günstig, aber wir haben am Ende mehr bekommen, als wir erwartet hätten. Einen großen Anteil hatte auch das großartige Team, das schon nach wenigen Stunden unsere Namen kannte und unglaublich fürsorglich war. Antra, beim Essen etwas wählerisch, hat sich mit der Chef-Kellnerin Carla angefreundet und bekam immer ein eigenes Gericht, das meistens nicht auf dem Menü stand. Der Barkeeper Fabian legte während der Talent-Show mehrere (leider) unvergessliche Tanzauftritte hin. 🕺
Am neunten Tag ging es für uns dann wieder durch die Drake-Passage zurück nach Ushuaia. Bevor wir dort ankamen, gab es am letzten Tag nochmal ein Rückblick der Crew auf die vergangenen Tage und ein paar Abschiedsgeschenke samt eines Antarktis-Zertifikats. Nun geht es weiter nach Buenos Aires.
DANKE, Antarktis, für diese unfassbare Zeit!Weiterlesen
Ushuaia & das Ende der Welt 🌎
27. Nov.–1. Dez. 2025 in Argentinien ⋅ ☁️ 9 °C
Erstaunlich reibungslos verlief die am Ende etwa zehnstündige Busfahrt über die Grenze nach Ushuaia/Argentinien. Auf halber Strecke nahmen wir eine kurze Fähre, die häufig für Probleme sorgt. Aufgrund des starken Windes kann sie nicht immer ablegen – am Vortag mussten Reisende sogar acht Stunden warten, bis sich die Bedingungen besserten. Entsprechend hatten wir etwas Sorge, dass uns dasselbe passieren könnte und unser Antarktis-Trip gefährdet wäre, da der Bus nur ein weiteres Mal in dieser Woche fuhr. Glücklicherweise lief aber alles gut.
In Ushuaia - der südlichsten Stadt der Welt und daher auch „Ende der Welt“ genannt - aßen wir noch zu Abend und checkten dann in unser AirBnB ein, das etwas oberhalb der Stadt auf einem Hügel lag. Am nächsten Tag ging es zu „Freestyle Adventure“, um unsere Expeditions-Klamotten für den Antarktis-Trip anzuprobieren und die letzten Details zu klären. Zu unserem Glück bekamen wir sogar ein kostenloses Upgrade auf ein besseres Zimmer mit eigenem Bad. Nehmen wir gerne! ☺️
Die weiteren Tage bis zum Start in die Antarktis ließen wir recht entspannt angehen. Wir erkundeten die Stadt, liefen zum Hafen, erledigten unsere Wäsche und ich ließ meinen Kamera-Sensor in einem Fotogeschäft reinigen – damit die Pinguine später auch in bester Qualität abgelichtet werden können! 😀
Direkt von unserer Wohnung startete zudem eine Wanderung zum Cerro del Medio, die wir mittags laufen wollten. Nach etwa zwei Kilometern gelangten wir jedoch in einen Waldabschnitt mit mehreren Wohnhütten, die von freilaufenden großen Hunden bewacht wurden. Nach einiger Zeit versperrten uns drei bellende Hunde den schmalen Pfad, und wir entschieden, diesen Kampf nicht anzunehmen und kehrten lieber in die Stadt zurück – direkt in ein Café.
Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Uber-Taxi zum Eingang des Tierra-del-Fuego-Nationalparks. Dort erfuhren wir, dass unser geplanter Wanderweg geschlossen war. Das war problematisch, weil der nächste Weg noch einmal zwölf Kilometer weiter im Parkinneren lag – und wir kein Auto hatten. Also sprachen wir ein Pärchen an, das uns freundlicherweise mitnahm. Gemeinsam tauschten wir uns über unsere bisherigen Reisen aus. Nach knapp drei Stunden im Park, mit kleineren Wanderungen im Wald und entlang der Fjorde, entschieden wir uns, den Bus zurück in die Stadt zu nehmen. Die Distanzen im Park sind zu groß, um ihn gut zu Fuß zu erkunden. Der Park ist schön, fällt jedoch im Vergleich zu vielen anderen Parks, die wir in den letzten Wochen gesehen haben, etwas ab.
Zurück in Ushuaia aßen wir noch einen Burger und spielten Karten in der Wohnung. Nach einem kurzen Workout ging es dann aber ins Bett.
Am Montag checkten wir nach dem Frühstück aus und nahmen ein Uber, um Richtung Hafen zu gelangen. Vorher holten wir noch unsere Expeditions-Klamotten ab und steigen gegen Nachmittag aufs Schiff. Wir sind sehr gespannt, was wir in den nächsten 11 Tagen erleben dürfen. 🐧❄️🧊Weiterlesen

Janina LampeOh ja ein paar freie Hunde können ganz schön fies werden. Bin gespannt auf eure Expedition! Danke für die tollen Bilder und Berichte, die wecken schon wieder richtig Fernweh.... habt eine schöne Zeit und genießt es :)
Punta Natales & Camper Abschied
22.–26. Nov. 2025 in Chile ⋅ 🌧 12 °C
Am Samstag machten wir uns von Puerto Natales auf den Weg nach Punta Arenas, wo wir später unseren geliebten Camper abgeben sollten. Zuvor trafen wir uns nochmal mit Antonin, Constance & Kids, da uns ein gemeinsames Abschiedsfoto fehlte und wir zufällig wieder zur selben Zeit in Punta Arenas waren. Constanze und Antonin kamen gerade von Ushuaia zurück und fuhren weiter in den Norden, während wir genau die entgegengesetzte Richtung einschlagen.
Etwas außerhalb von Punta Arenas übernachteten wir alle im Parque Chabunco. Dort saßen wir am Abend zusammen, kochten, machten ein kleines Feuer, tranken Bier und genossen unseren letzten gemeinsamen Abend.
Am nächsten Tag zog es uns in den Reserva Nacionalpark Magallanes. Obwohl meine Füße noch deutlich an die Wandertage im Torres del Paine erinnerten, wollten wir unbedingt wieder in die Natur und unternahmen eine kleine Wanderung oberhalb der Stadt und konnten diese von einem Viewpoint super sehen. Später kehrten wir im Luan’s Restaurant ein, wo ich die wahrscheinlich beste Fischsuppe meines Lebens gegessen habe. Ein Grund mehr, am Tag unserer Abreise nochmal zurückzukehren.
Bevor wir uns erneut kulinarisch belohnen konnten, stand allerdings der Abschied von unserem Camper bevor. 45 Tage und über 5.500 Kilometer quer durch Patagonien lagen hinter uns (davon ist Antra etwa 800 Meter gefahren 🫣). Natürlich gab es ein paar kleine Problemchen – verlorenem Öl, tropfendem Dach bei Regen und zeitweisen Wasserverlust aus der Spüle – aber trotzdem war er der perfekte Begleiter. Ohne Allrad und ohne Panne brachte er uns selbst in die abgelegensten Ecken und durch die härtesten Bedingungen. Gerade die Straßen in Chile sind manchmal mehr Schlagloch als Straße.
Die Rückgabe verlief problemlos. Sebastian bot uns sogar an, das Auto zu kaufen, aber für einen dauerhaften Besitz wäre wohl doch zu viel daran zu tun gewesen. Nach der Abgabe checkten wir in unser Airbnb ein und erkundeten Punta Arenas. Vom Mirador Cerro de la Cruz aus hatten wir einen großartigen Blick über die bunte Stadt und die Magellanstraße.
Am Dienstag frühstückten wir entspannt und setzten uns anschließend in ein Café, um unsere weitere Südamerika-Reise zu planen – mit Erfolg. Nach der Antarktis geht es für uns nach Buenos Aires, von dort mit der Fähre nach Uruguay für ein paar Strandtage und später mehrere Wochen nach Brasilien. Nachdem die Planung stand, telefonierten wir noch lange mit Familie und Freunden, bevor wir den Tag – und unseren letzten Abend in Chile – wieder im Luan’s ausklingen ließen.
Chile hat es geschafft, unsere ohnehin hohen Erwartungen aus Instagram-Videos und co. noch einmal zu übertreffen. Die Menschen waren unglaublich herzlich, wir fühlten uns jederzeit sicher und hatten so viele unvergessliche Momente – einschließlich unserer ersten Vulkanbesteigung. Und die Landschaft ist schlicht WAHNSINN.
Morgen geht es für uns mit dem Bus rund elf Stunden weiter: an das „Ende der Welt“ nach Ushuaia. Patagonien, du warst wild und großartig.Weiterlesen
Abenteuer im Torres del Paine NP
16.–21. Nov. 2025 in Chile ⋅ ☁️ 4 °C
Gegen Abend fuhren wir zum Visitor Center am Laguna-Amarga-Eingang, um von hier am nächsten Tag unsere viertägige W-Trek-Wanderung (von Ost nach West) zu starten. Im Vorfeld hatten wir noch gehofft, dass sich die Wetterprognose (Regen) ändert und wir bei Sonnenschein starten können. Leider hatte es bereits in der Nacht ziemlich stark geregnet und am nächsten Morgen hingen dunkle Wolken am Himmel.
Nichtsdestotrotz packten wir unsere Rucksäcke für die nächsten Tage und marschierten los zu unserem ersten Tagesziel: den berühmten blauen „Türmen“ des Torres del Paine. Der Weg führte vom Besucherzentrum vorbei am Campingplatz (in dem wir später übernachten sollten) und stieg langsam, aber stetig an. Nach knapp 1,5 Stunden Regen gab es dann endlich den ersehnten Wetterwechsel. Doch statt der erhofften Sonne fing es an zu schneien. Je höher wir kamen, desto stärker wurde der Schneefall. Aufgrund des ohnehin starken patagonischen Windes mussten wir den Rest unseres Aufstiegs gegen einen Schneesturm ankämpfen. Schnell wurde uns klar, dass der Ausblick am Ende anders als erhofft ausfallen würde. Dennoch machte uns der Aufstieg bei dem rauen Wetter Spaß, auch wenn wir die Sicht auf Berge, Wasserfälle oder das Tal nicht so genießen konnten wie bei gutem Wetter.
Oben angekommen, blickten wir über den Bergsee hinweg auf die berühmten Gipfel – oder besser gesagt dorthin, wo sie hätten sein sollen. Denn aufgrund des immer dichteren Schnees und Nebels sahen wir absolut nichts. Nach dem viereinhalbstündigen Aufstieg war das schon ernüchternd, da die erhoffte Belohnung ausblieb. Der Schnee wurde noch stärker, überall bildeten sich blitzartig Eiszapfen, denen wir beim wachsen zusehen konnten. Unsere geplante Pause ließen wir wegen der eisigen Temperaturen ausfallen und starteten den Abstieg. Dieser hatte es ebenfalls in sich, da der Schnee inzwischen zu Eis geworden war und die ohnehin rutschigen Steine bedeckte. Mit Vorsicht bahnten wir uns unseren Weg zurück zur Campsite.
Mehrmals wunderten wir uns über Wanderer, die am Nachmittag ohne gute Kleidung den Weg nach oben wagten. Leider gab es an diesem Tag etwas oberhalb unserer Strecke auf dem O-Trek fünf Todesfälle aufgrund der schlechten Bedingungen, darunter auch ein deutsches Paar. Die vielen Nachrichten, die uns deshalb erreichten, konnten wir erst drei Tage später beantworten, da wir keine Daten hatten. Uns ging es zum Glück gut, auch wenn Antras Hände durch die Minusgrade leicht geschwollen waren. Ein Tag, den wir uns definitiv anders vorgestellt hatten. Im Camp übernachteten wir in einem hochgestellten Zelt und hängten unsere nassen Sachen zum Trocknen auf.
Am nächsten Morgen liefen wir zuerst zurück zum Camper, da unsere Kleidung nicht trocken geworden war, und zogen uns etwas Passendes an. Zum Glück wurde das Wetter in den nächsten Tagen deutlich besser und teilweise sogar sonnig. Nach den 27 km des Vortags folgte eine erholsamere Etappe (14 km) entlang des Sees zum Cuernos Camp. Die Wanderung war wunderschön, und wir genossen zum ersten Mal unseren Aufenthalt hier so richtig. Landschaftlich erneut beeindruckend, was dieses Land zu bieten hat. Nach einem Bier und unserem „Tüten-Essen“, das wir mit dem mitgebrachten Gaskocher zubereiteten, ging es wieder ins Zelt, um Kraft für die dritte Etappe zu tanken.
Der dritte Tag sollte wieder anders laufen, als wir es uns vorgestellt hatten. Schon während der bisherigen Wanderungen hatten wir festgestellt, dass die Längenangaben in Chile nicht immer genau sind. Wie wir später merkten, mussten wir statt der eingeplanten 27 km am Ende über 37 km mit einem 15-kg-Rucksack und rund 2.000 Höhenmetern zurücklegen. Ein Tag, den wir aufgrund der Strapazen nie vergessen werden – und an dessen Ende wir uns fragten, wie wir das überhaupt geschafft hatten.
Die Wanderung begann jedoch bei bestem Wetter entlang des Sees. Anschließend ging es für uns zum zweiten Berg hinauf, zum Mirador Británico, wo wir Berge und Gletscher in einem 360 Grad Panorama bewundern konnten. Nach einer kurzen Pause und einer Tasse Tee ging es wieder hinunter ins Tal und von dort entlang der Lagune zum nächsten Anstieg: dem Mirador Grey, wo sich auch unsere heutige Campsite befand. Die ursprünglich ausgeschilderten 27 km hatten wir bereits überschritten, bevor wir überhaupt am Fuß des Berges ankamen. Jammern half nicht – wir mussten vor Einbruch der Dunkelheit ankommen. Also nochmals 11 km und 400 Höhenmeter Schritt für Schritt nach oben.
Durch den Schnee vom Montag waren viele Abschnitte matschig oder von kleinen Rinnen durchzogen, die Schmelzwasser aus den Bergen ins Tal führten. Also mussten wir uns trotz Müdigkeit konzentriert weiterkämpfen. Am Ende war es eine wirklich grenzwertige Erfahrung, die insgesamt fast 13 Stunden dauerte. Wir waren heilfroh, als nach einer gefühlten Ewigkeit das Camp vor uns auftauchte. Die letzten Kilometer waren landschaftlich allerdings fantastisch: Wir liefen kontinuierlich auf den riesigen Grey-Gletscher zu und hatten unzählige Postkartenmotive vor uns. Noch mehr hätten wir das genießen können, wären wir nicht seit Stunden im Automodus unterwegs gewesen.
Im Camp aßen wir zu Abend, gönnten uns als Belohnung eine Fanta und Apfelsaft und bezogen unser Zimmer im Vierer-Hostel. Nach einem Gespräch mit unseren Zimmerkollegen fielen wir erschöpft ins Bett.
Der letzte Tag sollte glücklicherweise wieder kürzer ausfallen – was auch gut war, denn unsere Beine gaben wirklich nicht mehr viel her. Wir schauten uns nach dem Frühstück den Gletscher noch einmal genauer an und starteten dann den Weg zurück ins Tal zur Fähre, die uns um 17 Uhr zurückbringen sollte. Unterwegs sahen wir sogar einen der seltenen Huemuls, die vom Aussterben bedroht sind und fast nur noch in Patagonien vorkommen – weltweit gibt es nur noch etwa 1.500 Tiere. Nach einer kleinen Fotosession erreichten wir die Fähre und hatten tatsächlich den W-Trek geschafft. Hinter uns lagen vier unglaublich intensive Tage und über 90 zurückgelegte Kilometer. Wir werden die Zeit hier vor allem wegen der Abenteuer am ersten und dritten Tag wohl nie vergessen.
Landschaftlich ist der Nationalpark fantastisch, allerdings waren wir vom Wildlife etwas enttäuscht, da wir außer dem Huemul kaum Tiere sahen – das sind wir aus anderen Parks anders gewohnt. Auch die Organisation und die teilweise utopischen Preise (1 Stunde WLAN = 10 Dollar) störten, sind aber wohl dem aktuellen Hype geschuldet. Ein Beispiel für die schlechte Organisation: Die Fähre, die für die Rückfahrt notwendig ist, ist überhaupt nicht mit den Bussen abgestimmt. Sie kommt um 17:45 Uhr an, der nächste Bus fährt aber erst um 19:45 Uhr. Auch finden wir andere Nationalparks unberührter und nicht weniger schön. Warum die meisten Touristen vor allem hierher kommen, können wir nur bedingt nachvollziehen.
Am Tag unserer Abreise hatten wir nach dem Aufstehen plötzlich blauen Himmel und Sonnenschein. Wir entschieden uns kurzerhand, unsere Wanderung zum Torres-del-Paine-Aussichtspunkt vom Montag zu wiederholen und die Bedingungen auszunutzen. Unsere Beine waren zwar kaum noch zu gebrauchen, aber die Top-Sehenswürdigkeit des Parks wollten wir uns nicht entgehen lassen. Also ging es noch einmal 11 km den Berg hinauf und später wieder hinunter– diesmal hofften wir auf die verdiente Belohnung. Und tatsächlich hielt das Wetter, und der Weg war so viel angenehmer als beim tobenden Schneesturm zuvor.
Oben angekommen konnten wir endlich die blauen Türme in voller Pracht genießen und bei einer Tasse Tee und Pfannkuchen einen gelungenen Abschluss feiern. Auch unsere Füße waren froh, dass wir es nach über 110km im Park nun gut sein lassen konnten.
Zurück am Camper fuhren wir noch eine Weile in der Abenddämmerung durch den Park, um vielleicht einen Puma zu entdecken – leider erfolglos. Also ging es zurück nach Puerto Natales, wo wir uns eine verdiente Pizza gönnten.Weiterlesen
Entspannte Tage in Puerto Natales
11.–16. Nov. 2025 in Chile ⋅ 🌬 13 °C
In Puerto Natales hatten wir noch fünf Tage bis zum Start unserer 4-Tages-Wanderung (W-Trek) im Nationalpark Torres del Paine.
Da wir die letzten Wochen unheimlich aktiv waren und viel gesehen hatten, entschieden wir uns, unseren Aufenthalt hier entspannter anzugehen. Diese Entscheidung war auch ein wenig dem Wetter geschuldet, da einige leichtere Regentage bevorstanden.
Am Tag unserer Ankunft aßen wir in der Alveoli Bakery die bisher beste Pizza unserer Reise und verbrachten die (windige) Nacht auf einem Parkplatz am Wasser.
Am nächsten Morgen überraschte uns beim Frühstück die Polizei, die aber lediglich unseren Reisepass sehen wollte. Anschließend machten wir in der Stadt einige Erledigungen für den W-Trek und kauften einen kleinen Gaskocher sowie Outdoor-Nahrung. Bei einem leckeren Kaffee suchten wir auf Google Maps nach einem passenden Fitnessstudio und wurden bei „Extra Fit & Padel Gym“ fündig. Dort besorgten wir uns einen Wochenpass und waren jeden Tag trainieren. Die Workout-Serie tat nach der längeren Gym-Abstinenz richtig gut – auch wenn wir sie überall im Körper spürten.
Am dritten Tag probierten wir uns dann zum ersten Mal im Padel-Spielen aus, und es machte echt Laune. Mit Sicherheit etwas, das wir in Zukunft noch öfter spielen werden. Bei Black Lamp holten wir uns anschließend erneut hervorragende Empanadas (mit Königskrabbe 🤤) und gingen abends noch zu einem Asiaten für eine Runde Bier und Tischtennis.
Am Folgetag fuhren wir mit unserem Camper etwa 20 Minuten aus der Stadt hinaus, um die Milodón-Höhlen zu besuchen. Hier wurden im 19. Jahrhundert mehrere Höhlen entdeckt. In der größten fand man Fellreste und Knochen eines Milodons – eines prähistorischen Riesenfaultiers, das vor rund 10.000 Jahren in Patagonien lebte. Spätere archäologische Ausgrabungen brachten außerdem Fossilien von Smilodons (Säbelzahnkatzen) und Riesen-Guanakos zutage.
Die drei Besuchshöhlen lassen sich hervorragend zu einem Halbtagesausflug kombinieren, und man kann gemütlich von Höhle zu Höhle wandern. Abends ging es noch ins „La Guanaka“, wo wir Steak und Pizza aßen, und anschließend gönnten wir uns ein Patagonia-Berry-Eis. Der Legende nach kehren alle Reisenden, die diese Sorte probieren, mindestens einmal im Leben nach Patagonien zurück. Wir werden sehen. 😊
An Tag fünf fuhren wir zum Cerro Dorotea, um eine kleine, aber steile Wanderung zu machen. Der Startpunkt liegt auf einem Privatgrundstück, und wir zahlten 5.000 Pesos / 5 € pro Person. Nachdem man ein kurzes Stück durch Schaf- und Kuhweiden läuft, beginnt der stetige und recht steile Anstieg über 2,5 km. Dabei legt man knapp 500 Höhenmeter zurück, bevor man den Gipfel des Cerro Dorotea erreicht. Von oben hat man eine schöne Aussicht auf Puerto Natales sowie die umliegenden Berge und Flüsse.
Das Highlight der Wanderung waren allerdings unsere Sichtungen unterwegs: Direkt zu Beginn begegnete uns ein patagonischer Graufuchs (Zorro Gris), der sich überhaupt nicht an uns störte und verspielt umherlief. Am Ende der Wanderung kreiste dann erneut ein Andenkondor über unseren Köpfen. Zurück in der Stadt ging es wieder ins Gym, und wir kochten Pasta im Camper.
Am nächsten Tag geht es für uns dann endlich in den Torres-del-Paine-Nationalpark.Weiterlesen
El Calafaté & das ewige Eis 🧊
9.–11. Nov. 2025 in Argentinien ⋅ ☀️ 20 °C
Von El Chaltén ging es für uns nach dem Frühstück weiter nach El Calafaté und dem berühmten „ewigen Eis“.
Gegen Nachmittag trafen wir in El Calafaté ein, das als Ausgangspunkt für den rund 70 km entfernten Nationalpark Los Glaciares mit dem Perito-Moreno-Gletscher dient. In der kleinen Stadt tankten wir unseren Camper auf und fuhren direkt weiter an den Gletscher. Auf dem Weg dorthin kamen uns bereits zahlreiche Touristenbusse entgegen – der Spot sollte der bisher touristischste unserer Reise werden.
Nichtsdestotrotz lohnte sich unser Aufenthalt allein durch den sagenhaften Anblick des Gletschers. Die blaue Eiswand ist schon hunderte Meter vor dem eigentlichen Ziel zu sehen und ragt bis zu 70 m aus dem davorliegenden Gletschersee heraus. An entfernteren Stellen und im Zentrum des Gletschers ist das Eis rund 700 m tief – das zeigten die letzten Bohrungen. Mit einer Fläche von etwa 250 Quadratkilometern und einer Länge von über 30 km gehört der Perito-Moreno-Gletscher zu den größten Gletschern der südamerikanischen Anden. Besonders faszinierend ist, dass der Perito Moreno einer der wenigen Gletscher weltweit ist, die nicht schrumpfen, sondern stabil bleiben oder sogar wachsen. Das Wachstum hat 2020 nach jahrzehntelanger Stabilität wieder begonnen.
Nachdem wir unser Auto geparkt hatten, liefen wir über die künstlich angelegten Wege entlang des Gletschersees und hatten dank vieler Aussichtspunkte beste Sicht auf das blaue Eis. Kurz bevor der Park gegen 18 Uhr schloss, fuhren wir zu einem Wildcamping-Spot unmittelbar vor dessen Eingang. Dort verabredeten wir uns auch wieder mit Constance und Antonin, um den Abend gemeinsam bei einem Bier zu verbringen. Den Übernachtungsplatz teilten wir uns noch mit weiteren Campern, und auch ein iranisches Pärchen gesellte sich zu uns.
Am nächsten Tag buchten wir eine kleine Bootsfahrt, um eine andere Perspektive auf den Gletscher zu bekommen und ein besseres Gefühl für seine Dimensionen zu erhalten. Unser Boot startete um 11:30 Uhr und war gut besucht. Kurz nachdem wir ablegten, tummelten sich alle Passagiere oben auf dem Deck und fotografierten eifrig den Gletscher. Aufgrund der vielen Menschen und des Gedränges bleibt uns die Aktivität nicht als das große Highlight in Erinnerung – dennoch ist der Gletscher vom Wasser aus nochmal ganz anders zu sehen, und seine schiere Größe ist beeindruckend. Da der Gletscher permanent unter Spannung steht, brechen regelmäßig große Eisstücke unter donnerndem Lärm ab und stürzen in den See – die Geräuschkulisse ist wirklich gewaltig.
Der Gletscher lohnt sich auf jeden Fall und sollte bei keiner Patagonien-Reise fehlen. Allerdings reicht ein voller Tag völlig aus, um den Gletscher von Land und Wasser aus zu erkunden.
Zurück in El Calafate brachten wir noch unsere Wäsche zur Laundry, ich ging (endlich!) zum Friseur, und wir tranken noch einen Kaffee und aßen in einem libanesischen Restaurant zu Abend. Die Nacht verbrachten wir mal wieder an einer Tankstelle (WLAN!).
Am nächsten Morgen schliefen wir etwas länger, frühstückten und füllten unseren Wasservorrat wieder auf. Danach holten wir unsere saubere Wäsche ab, aßen Empanadas und tranken Kaffee. Gestärkt ging es für uns dann vier Stunden weiter nach Puerto Natales – und damit zurück nach Chile.Weiterlesen
El Chaltén - Trekking Hauptstadt der 🌎
5.–9. Nov. 2025 in Argentinien ⋅ ☁️ 12 °C
In El Chaltén angekommen, parkten wir unseren Camper vor dem Ortseingang auf einem großen Parkplatz. Hier sahen wir viele Wohnmobile wieder, die wir in den vergangenen Wochen bereits auf der Carretera Austral in Chile oder der Ruta 40 in Argentinien getroffen hatten. Auch die französische Familie übernachtete direkt neben uns, und wir tauschten unsere Reiseerfahrungen aus. Sie empfahlen uns, einen Jahrespass für alle argentinischen Nationalparks zu kaufen, da dieser günstiger ist, als jedes Mal einzeln den Eintritt zu bezahlen. Der Jahrespass kostet 225.000 ARS (entspricht knapp 130 €), während der Tageseintritt in den Nationalpark Los Glaciares bei 45.000 ARS (ca. 27 €) liegt. Da wir ohnehin planen, Argentinien auch außerhalb Patagoniens kennenzulernen, kauften wir den Pass ebenfalls.
Am Nachmittag brachen wir zu einer kleineren Wanderung auf, die direkt an unserem Schlafplatz beginnt. Wir besuchten die beiden Aussichtspunkte Mirador Cóndores und Mirador Águilas auf einem Rundweg. Zunächst sahen wir keine Kondore, doch im späteren Abschnitt entdeckten wir einen der riesigen Vögel unweit von uns auf einem Felsen sitzen. Langsam näherte ich mich ihm und machte einige Fotos. Der Vogel blieb völlig unbeeindruckt – und die Aufnahmen wurden großartig. Nach der Wanderung aßen wir noch etwas im Ort und übernachteten anschließend in unserem geliebten Camper.
Am nächsten Morgen stand dann die „Highlight“-Strecke des Nationalparks an: die Wanderung zur Laguna de los Tres mit fantastischer Aussicht auf die schroffen, Türme des Berges Fitz Roy. Das Wetter hätte nicht besser sein können – 15 bis 20 Grad und Sonne pur. Generell hatten wir auf unserer Reise bisher kaum Regen und richtig Glück mit dem Wetter. Die Prognose für die kommenden Tage ist ebenfalls sonnig.
Die ersten zweieinhalb Stunden der Wanderung verliefen problemlos, und immer wieder bot sich ein atemberaubender Blick auf den Fitz Roy, auf El Chaltén oder den Fluss Las Vueltas, der sich durch das Tal schlängelt. Der letzte Kilometer hatte es dann jedoch in sich: Über fast 500 Höhenmeter ging es in steilem Anstieg über Geröll und große Felsen nach oben – gemeinsam mit vielen anderen Wanderern. Zum ersten Mal in einem Nationalpark waren wir nicht allein unterwegs, sondern mussten teilweise warten, um Wanderern aus der Gegenrichtung Platz zu machen. Es gibt nur einen einzigen Pfad, den sich Auf- und Absteiger teilen.
Nach vielen anstrengenden Schritten wurden wir oben angekommen schnell für unsere Mühen belohnt: Die Aussicht auf den Fitz Roy war gigantisch. Vor ihm lag die eingeschneite Laguna de los Tres. Bei diesem Panorama tranken wir eine Tasse Tee und aßen Sandwiches und Müsliriegel. Natürlich machten wir auch das ein oder andere Erinnerungsfoto – wir hatten es geschafft! 🥳
Anschließend ging es langsam wieder bergab. Beim Abstieg musste man noch mehr auf seine Schritte achten als beim Aufstieg, und einige Wanderer rutschten immer wieder aus. Nach fast sieben Stunden waren wir schließlich wieder im Tal angekommen und hatten 22 Kilometer und 1.100 Höhenmeter zurückgelegt. Hungrig suchten wir uns ein Restaurant, um die verbrannten Kalorien wieder aufzufüllen. Die beiden Burger, die wir bestellten, waren jedoch leider die schlechtesten, die wir je gegessen haben. Als Krönung fand Antra als Vegetarierin sogar alte Baconstücke in ihren Pommes. Das Bier zum Happy-Hour-Preis schmeckte glücklicherweise trotzdem. Zurück im Camper fielen wir erschöpft ins Bett und schliefen sofort ein.
Am nächsten Tag starteten wir gemütlich. Nach dem Frühstück machte ich ein kleines Workout, wir putzten den Camper und füllten unseren Wasservorrat am Info-Center wieder auf. Danach machte Antra Pfannkuchen, und gegen 14 Uhr fuhren wir in die Stadt.
Von dort ging es die nächsten 2,5 Stunden mit dem Schlauchboot zum Rafting über den Río de las Vueltas. Wir waren zu siebt im Boot und hatten eine richtig coole Gruppe erwischt, die uns während der Fahrt jede Menge Tipps für unsere Weiterreise durch Argentinien und Uruguay gab. Später wurden noch Nummern ausgetauscht, damit wir Bescheid geben können, sobald wir in ihrer „Heimat“ vorbeikommen.
Das Rafting selbst hat super viel Spaß gemacht, und mit Lolli hatten wir einen Guide, der das schon seit 35 Jahren macht – einer der lustigsten Guides, die ich je getroffen habe. Unter seinen Anweisungen meisterten wir die Fahrt über den Fluss und die Stromschnellen (Kategorie III+) problemlos und genossen jeden Moment. Begleitet wurden wir von zwei Rescue-Kajaks, die sich allerdings eher als unsere Fotografen hervortaten. Beim nächsten Mal darf es aber gerne noch etwas mehr Action sein
Zurück in El Chaltén aßen wir in einem veganen Restaurant – happy wife, happy life 😀. Das Essen war super lecker, und im Anschluss gönnten wir uns noch ein ebenfalls richtig gutes Eis, bevor wir die Nacht wieder auf unserem „Stammplatz“ verbrachten.
An unserem letzten Tag unterhielten wir uns nach dem Frühstück noch eine Weile mit Constance und Antonin (🇫🇷-Family) und tranken gemeinsam einen Kaffee. Danach brachen wir zur Wanderung „Laguna Torres“ auf, um noch einmal einen anderen Blick auf die Gebirgskette zu erhalten. Statt des Fitz Roys stand diesmal der große, aber isolierte Gipfel des Cerro Solo Torre im Fokus.
Nach knapp 2,5 Stunden erreichten wir unser Ziel samt des davorliegenden Sees „Lago Torres“ – eine vergleichsweise moderate Wanderung. Der See war diesmal nicht schneebedeckt, doch der Gletscher hatte eine Reihe kleiner Eisschollen in ihn gespült. Gemeinsam mit einigen anderen Wanderern genossen wir den wundervollen Ausblick, der sich uns bot.
Nach einer kurzen Stärkung und einer Tasse Tee liefen wir seitlich an der Lagune noch einen kleinen Pfad bergauf, der – mit der Lagune zu unserer Linken und der Berglandschaft zu unserer Rechten – zu einem weiteren Aussichtspunkt führte. Nach knapp einer Stunde und weiteren 350 Höhenmetern erreichten wir den Mirador Maestri und konnten die Gletscherlandschaften und das Eisfeld bestaunen.
Nach insgesamt etwa 5,5 Stunden (850 hm) kehrten wir wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück und fuhren anschließend zum Campingplatz. Die Wanderung war für uns nicht weniger schön als der „Laguna de los Tres“-Weg, der so viele Reisende nach El Chaltén lockt.
Am Campingplatz gab es anschließend Ravioli, und ich machte noch ein kleines Workout. Zu meiner Überraschung bekam ich dann Besuch von einem vierbeinigen Freund/ Andenschakal🦊.
Die Tage hier in El Chaltèn hätten für uns nicht schöner sein können. Die Stadt ist deutlich touristischer und hat alles zu bieten was man benötigt. Wir waren gemeinsam mit anderen Camper etwas außerhalb der Ortschaft und hatten bei bestem Wetter vier wundervolle Tage.Weiterlesen
Ab durch die Steppe 🏜️
4.–5. Nov. 2025 in Argentinien ⋅ ☀️ 18 °C
Von unserem traumhaften Aufenthalt im Patagonia-Nationalpark ging es weiter nach El Chaltén, das als Trekking-Hauptstadt der Welt gilt. Zwischen unserem derzeitigen Standort und unserem Ziel lagen rund 600 km durch die argentinische Steppe.
Da entlang der Strecke kaum weitere Highlights zu finden sind, entschieden wir uns, direkt nach El Chaltén zu fahren, ohne noch einen Sightseeing-Stopp einzulegen. Lediglich in Gobernador Gregores hielten wir entlang der Ruta 40 an – dies ist die letzte verlässliche Möglichkeit, um Diesel zu tanken und Einkäufe zu erledigen. Wasser erhielt unser Camper diesmal von der örtlichen Feuerwehr (Bomberos), die uns netterweise aushalfen und ausgesprochen freundlich waren. Da es bereits spät wurde, aßen wir noch leckere Empanadas zu Abend und übernachteten gemeinsam mit anderen Campern auf einem großen Parkplatz hinter der Tankstelle.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf die letzten 300 km nach El Chaltén. Auf unserem Weg durch die Steppe sahen wir hunderte Guanakos entlang der Strecke. Zäune sollen verhindern, dass die Tiere auf die Fahrbahn gelangen und Unfälle verursachen. Leider springen viele Guanakos einfach über die Zäune und bleiben dabei manchmal mit den Hinterbeinen hängen, sodass sie sich nicht mehr selbst befreien können. Entsprechend mussten wir auf unserem Weg leider zahlreiche tote Tiere sehen.
Die Straße nach El Chaltén ist stellenweise in hervorragendem Zustand, wechselt sich jedoch immer wieder mit kurzen Abschnitten ab, die von tiefen und großen Schlaglöchern durchzogen sind – konzentriertes Fahren ist daher Pflicht. Der Feuerwehrmann in Gobernador Gregores erzählte uns, dass das Abschleppen von Autos den größten Teil ihrer Arbeit ausmacht.
Nach einiger Zeit zeichnete sich schließlich der berühmte Fitz Roy mit seinen schneebedeckten Gipfeln am Horizont ab – wir waren am Ziel! Die nächsten Tage werden wir mit Wandern und in der Natur verbringen. Wir freuen uns darauf!Weiterlesen
Bienvenidos a Argentina! 🇦🇷
1.–4. Nov. 2025 in Argentinien ⋅ 🌬 13 °C
Mit dem Camper fuhren wir gegen Abend zur chilenischen Grenze. Nach einer kurzen Verwirrung darüber, welche Dokumente wir nun vorzeigen mussten, war der Ausreisestempel auch schon im Reisepass, und wir fuhren einige Kilometer weiter zur argentinischen Passkontrolle. Auch hier waren wir allein am Grenzposten und konnten nach wenigen Minuten zum ersten Mal über argentinische Straßen fahren. Wir sind im zweiten Land unserer Reise angekommen 🥳. Das vorherige Aussortieren unseres Kühlschranks hätten wir uns übrigens sparen können – anders als online beschrieben, hat niemand unser Auto genauer inspiziert.
In Argentinien fuhren wir noch etwa 50 km weiter bis in die kleine Stadt Perito Moreno, um dort unsere Vorräte aufzufüllen. Die Nacht verbrachten wir ungestört am Stadtrand.
Am nächsten Morgen kauften wir noch ein paar Dinge ein und fuhren dann weiter auf der Ruta 40 zum Nationalpark Patagonien, den wir bereits auf chilenischer Seite besucht hatten. Auch wenn beide Parks denselben Namen tragen, sind sie doch sehr unterschiedlich. Gleich zu Beginn machten wir eine kleine Wanderung namens Tierra de Colores und bestaunten die Felsformationen, die in bunten Farben fast schon leuchteten. Zurück am Auto fuhren wir weitere 20 km tiefer in den Park und besuchten das Planetario, das als Museum und Informationszentrum dient. Mit den beiden Angestellten verstanden wir uns auf Anhieb gut und besprachen, was wir am nächsten Tag unternehmen könnten. Danach sahen wir uns das Museum an, das die Völkerbewegungen der Kontinente thematisiert.
Zum ersten Mal tranken wir hier auch Mate-Tee, das Nationalgetränk Argentiniens. Wie üblich teilten wir uns alle denselben Mate-Becher und tranken durch einen metallenen Strohhalm mit kleinem Filter am Ende. Uns schmeckte der Tee auf Anhieb – er dient hier als Ersatz für Kaffee.
Am nächsten Tag lernten wir eine fünfköpfige französische Familie kennen, die seit Juni ebenfalls mit dem Camper unterwegs ist und ein Jahr Auszeit nimmt. Anschließend wanderten wir den Circuito Panorámico, der uns etwa vier Stunden durch den Park führte. Unterwegs sahen wir einige Andenkondore am Himmel kreisen sowie viele der flugunfähigen Vögel Choique, die kleinen Straußen ähneln. Auch Choique-Babys waren dabei, ebenso wie Guanakos, unsere ständigen Begleiter. Die Wanderung war sehr angenehm, und der Blick über den Canyon erinnerte uns stellenweise an unseren Besuch im Grand Canyon im letzten Jahr. Nur auf die tausenden (!) Heuschrecken mussten wir achten, die an manchen Abschnitten vor uns herumsprangen – sehr zum Missfallen von Antra.
Zurück am Camper gab es Pfannkuchen, und wir besuchten noch einmal das Planetario, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen und unsere Outin-Espressomaschine zu demonstrieren. Einer der Mitarbeiter erzählte uns, dass er früher ein eigenes Café mit viel Herzblut betrieben hatte, es aber nach Corona leider schließen musste. Also testeten wir seine Kaffeebohnen und tranken viel zu viel Espresso.
Auch diese Nacht verbringen wir noch im Park, bevor es morgen weitergeht.Weiterlesen
Chile Chico an der 🇨🇱/🇦🇷 Grenze
30. Okt.–1. Nov. 2025 in Chile ⋅ ⛅ 14 °C
Weiter geht es für uns in Richtung Grenze nach Chile Chico. Diesmal hatten wir auch die Straßensperrung aufgrund der Sprengarbeiten auf dem Schirm und konnten diese zeitlich gut passieren. Nach einem anfangs schwer zu befahrenden Untergrund erreichten wir nach einiger Zeit eine kurvige Straße, mit Felsen auf der rechten Seite und dem General-Carrera-See auf der linken. Mehrmals hielten wir an, um die türkisblauen Seen zu fotografieren – oder Wildpferde und deren Nachwuchs.
In Chile Chico angekommen, aßen wir in einem richtig leckeren Sushi-Restaurant einen Sushi-Burger und Sushi zum Abendessen. Nicht lange nach unserer Ankunft im Restaurant stellte sich uns ein Chilene vor, der uns anbot, auf seiner Farm zu übernachten. Auch wenn wir das Angebot gerne angenommen hätten, scheiterte es später daran, dass wir den Ort nach mehreren Anläufen einfach nicht fanden. Also ging es doch auf einen Campingplatz (den ersten nach langer Zeit), um unseren Wasservorrat aufzufüllen und unseren treuen Begleiter mal wieder zu putzen.
Am nächsten Tag hatten wir dann einen „Chill-Tag“ geplant. Zuerst brachten wir unsere Wäsche weg und aßen die bis dato beste Empanada unserer Reise. Gut gestärkt liefen wir anschließend zu einem Aussichtspunkt am Rande der Stadt, um den Blick auf Chile Chico von oben zu genießen. Heute liefen fast alle Bewohner in Kostümen herum – offenbar wird Halloween in Südamerika noch größer gefeiert als bei uns. Auch die meisten Restaurants waren entsprechend dekoriert.
Am darauffolgenden Tag wollten wir zum Jeinimeni-Nationalpark fahren, um uns das Valle Lunar (Mondtal) anzuschauen. Leider stellten wir beim Online-Buchen der Tickets fest, dass der Park angeblich geschlossen sei. Da uns das komisch vorkam, fuhren wir trotzdem hin. Der Ranger vor Ort erklärte uns, dass das Ticketsystem derzeit Probleme habe, und ließ uns einfach passieren. Unseren Camper parkten wir direkt am Eingang, da wir ihm die letzten zwei Kilometer auf der Schotterpiste zum Startpunkt der Wanderung nicht zumuten wollten.
Die Wanderung selbst ist ein etwa 8 km langer Rundweg, an dessen Ende das Mondtal auf uns wartete. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Stopp bei einer der „Las Manos“-Höhlen. Indigene Völker bemalten hier einst die Höhlen mit Händen und Tieren.
Weiter ging es dann zum Mondtal, das zwar nur auf einem kleinen Areal so richtig zum Vorschein kommt, aber dort fühlt man sich wirklich, als wäre man auf dem Mond. Statt Gras oder Steppe steht man plötzlich auf einem weißen Untergrund, und überall ragen helle Felsbrocken hervor – wirklich beeindruckend und wieder eine ganz neue Facette Chiles.
Nach einigen Fotos ging es für uns zurück nach Chile Chico. Dort sortierten wir noch unseren Kühlschrank aus und fuhren weiter zur Grenze. Das nächste Land wartet! 🥳Weiterlesen




































































































































































































































































































































































































































































Janina LampeWow ihr habt Quetzale gesehen? Der Wahnsinn! Für mich ähneln sie Fabelwesen aus einer anderen Welt. Der Coiba-Nationalpark ist wirklich der Hammer. Wir haben dort einige richtig große Bullenhausengesehen und die Vielzahl an Fischen und Riffbewohnern ist einfach wundervoll! Danke für die tollen Bilder :)
ReisenderJa wir haben uns auch Mega über die Quetzale gefreut! Sind einfach richtig rrichtig schön 🤩 Ach wie cool mit den Bullsharks. 🥳 die haben wir leider nicht gesehen aber fanden Coiba auch so richtig top. Hast du Tipps für Costa Rica ?😂