• Iguazu Falls & das Drei-Länder-Eck

    Jan 8–13 in Paraguay ⋅ ☀️ 34 °C

    Über Buenos Aires ging es für uns weiter nach Puerto Iguazú, um die berühmten Iguazú-Wasserfälle zu besuchen, von denen wir schon so viel Gutes gehört hatten. Daneben bildet Puerto Iguazú (Argentinien) gemeinsam mit den Städten Foz do Iguaçu (Brasilien) und Ciudad del Este (Paraguay) das sogenannte Drei-Länder-Eck. Zugang zu den Wasserfällen haben allerdings nur Argentinien und Brasilien. Um dennoch vom Tourismus zu profitieren, findet man in Ciudad del Este unzählige Shoppingcenter und Einkaufsmöglichkeiten, vor allem für Elektronik. Viele Besucher der Iguazú-Fälle machen daher einen Tagesausflug nach Paraguay und decken sich dort mit neuer Technik ein, da hier deutlich weniger Steuern anfallen.

    Wir hatten in der Region vier volle Tage eingeplant: Zwei Tage besuchten wir die argentinische Seite der Iguazú-Fälle, einen Tag die brasilianische Seite und einen weiteren Tag verbrachten wir mit unserem „Shopping-Trip“ nach Paraguay. An die Wasserfälle hatten wir im Vorfeld extrem hohe Erwartungen, gleichzeitig aber auch die Befürchtung, dass aufgrund der Ferienzeit der Besucherandrang riesig sein würde. Im Nachhinein stellte sich Letzteres als unbegründet heraus – und der Besuch der Iguazú-Fälle war einfach wunderschön. Im Folgenden beschreiben wir kurz die Besonderheiten der jeweiligen Nationalparks:

    🇦🇷 Nationalpark Argentinien:
    Diese Seite ist deutlich weitläufiger als die brasilianische und man hat das Gefühl, „mittendrin“ zu sein – rund 80 % der Iguazú-Fälle gehören zu Argentinien. Es gibt mehrere Wanderwege, die durch den Atlantischen Regenwald („Atlantic Forest“) führen, und man kann die Wasserfälle aus den unterschiedlichsten Perspektiven erleben.
    Das Highlight des Nationalparks ist der Aussichtspunkt „Teufelsschlund“ bzw. „Garganta del Diablo“. Um dorthin zu gelangen, nimmt man zunächst eine kleine Eisenbahn vom Parkeingang und fährt einige Kilometer bis ans Ende des Nationalparks. Von dort geht es nochmals einige hundert Meter zu Fuß über Stege direkt über den Iguazú-Fluss bis zum Aussichtspunkt.
    Sobald man diesen erreicht, hat man einen unglaublichen Blick auf die Wasserfälle und das Gefühl, quasi mitten im Wasser zu stehen. Von allen Seiten stürzen riesige Wassermassen die Felsen hinunter, im Canyon treffen die verschiedenen Wasserfälle aufeinander und es entsteht ein gewaltiger Wassernebel, der dafür sorgt, dass man selbst oben komplett nass wird. Der Name „Iguazú“ bedeutet „großes Wasser“ – und passt perfekt.
    Nachdem wir dieses Naturspektakel ausgiebig bewundert hatten, wanderten wir noch über die verschiedenen Wege im Park, die uns ebenfalls sehr gefallen haben. Auch Wildlife in Form von Affen, Nasenbären oder Eidechsen war allgegenwärtig. Sogar unseren „Freund“, die Korallenotter 🐍☠️, entdeckten wir erneut am Wegesrand.

    🇧🇷 Nationalpark Brasilien:
    Die brasilianische Seite des Parks ist etwas distanzierter angelegt, und man betrachtet die insgesamt 275 Wasserfälle eher aus der Ferne. Dadurch hat man insgesamt eine bessere Übersicht und kann die Dimensionen der Wasserfälle besonders gut einschätzen. Allerdings gibt es hier kaum Wanderwege, weshalb der Besuch nur etwa zwei Stunden dauert und sich auf mehrere Aussichtspunkte beschränkt.
    Eine klare Empfehlung ist es daher, den Besuch mit dem nahegelegenen „Parque de Aves“ zu verbinden, der nur wenige hundert Meter entfernt liegt. In diesem Vogelpark werden aus Gefangenschaft befreite oder verletzte Vögel gepflegt und – wenn möglich – wieder in die Wildnis entlassen. Der Park liegt auf einem großen Areal im Atlantischen Regenwald und beherbergt Tukane, Papageien und viele weitere heimische Vogelarten.

    Daneben verbrachten wir noch einen Tag in 🇵🇾 Ciudad del Este. Mit dem Bus ging es über Brasilien nach Paraguay zum Shoppen. Die Einreise war schnell und unkompliziert, allerdings regnete es den ganzen Tag. Nach unserer Ankunft in Ciudad del Este erwartete uns dann das pure Chaos: Überall waren viel zu viele Menschen hektisch unterwegs und strömten in die Geschäfte. Wir mussten uns durch die Menschenmassen kämpfen und hatten zeitweise ein mulmiges Gefühl. Nahezu jedes Geschäft verkauft dabei das Gleiche – entweder Elektronik oder Parfüms.
    Nach knapp zwei Stunden hatten wir die Lust verloren und gingen noch etwas zu Mittag essen. Meine Actioncam, weswegen wir ursprünglich hierher gefahren waren, gab es übrigens nicht. Gegen 13:30 Uhr stellten wir uns an die Bushaltestelle und hofften, dass irgendwann der richtige Bus zurück nach Argentinien kommen würde. Einen Fahrplan gab es nicht, und auf den Straßen bewegte sich aufgrund des Staus vor dem Grenzposten fast eine Stunde lang gar nichts. Nach etwa 45 Minuten kam zum Glück unser Bus, und wir waren froh, als wir wieder zurück in Argentinien waren.

    In Summe war unser Aufenthalt hier aber wunderschön, und wir verstehen absolut, warum die Iguazú-Wasserfälle ein absolutes „Must-See“ auf jeder Südamerika-Reise sind. Den Tagestrip nach Paraguay würden wir beim nächsten Mal allerdings auslassen – auch wenn es definitiv eine „interessante“ Erfahrung war.

    Für uns geht es jetzt weiter nach Salta und in den Norden Argentiniens.
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