Salta & der Norden Argentiniens
Jan 13–23 in Argentina ⋅ ☁️ 19 °C
Von den Iguazú-Wasserfällen ging es für uns weiter in die Stadt Salta, die im Norden Argentiniens liegt und ein hervorragender Ausgangspunkt für einen weiteren Roadtrip ist.
Nach unserer Ankunft verbrachten wir zunächst einen Tag in Salta und schauten uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt an sowie ein super spannendes Museum namens Museo de Arqueología de Alta Montaña (MAAM). Das Museum thematisiert die Traditionen und Bräuche der Inka, die vor einigen hundert Jahren in der Region herrschten. Ein Brauch war es, die Götter mit Opferungen der schönsten Kinder zufriedenzustellen und um Gesundheit und Reichtum zu bitten.
Bei Ausgrabungen am Vulkan Llullaillaco auf 6.700 m Höhe wurden im 20. Jahrhundert drei geopferte Kinder gefunden, die aufgrund der extrem trockenen Luft und der Höhenlage perfekt konserviert waren. Das Museum stellt jeweils eines der mumifizierten Kinder aus – ein Anblick, der uns mit einem merkwürdigen und nachdenklichen Gefühl zurückließ.
Am nächsten Tag ging es für uns an den Flughafen, um unseren Mietwagen für die nächsten acht Tage abzuholen – diesmal ein Toyota mit Automatikschaltung. Endlich kann Antra auch ans Steuer! 🎊
Die folgenden Tage hatten viele Highlights zu bieten und meistens fuhren wir Serpentinenstraßen durch wunderschöne Berglandschaften mit Felsen, die in den verschiedensten Farben schimmerten. Wir bewegten uns zwischen 2.000 m und 4.500 m Höhe. Vor allem die höheren Lagen machten sich bemerkbar, und selbst kleine Wanderungen wurden plötzlich anstrengend.
Nachfolgend die Höhepunkte unseres Aufenthalts:
- Quebrada de Humahuaca: eine super farbenfrohe Felsformation auf bis zu 4.200 m Höhe. Auf dem Weg dorthin nahmen wir drei Argentinier im Auto mit und konnten unsere bisherigen Spanischkenntnisse vertiefen.
- Salinas Grandes: ein riesiger Salzsee, den man schon aus vielen Kilometern Entfernung sieht und der ein gigantisches Ausmaß hat. Bei Regen oder in den Wasserbecken entsteht ein toller Spiegeleffekt, der sich super für Fotos eignet. 😀 Gleichzeitig wird hier auch noch Salz abgebaut.
- Nationalpark Los Cardones: ein Nationalpark entlang einer Bergstraße mit abertausenden Kakteen in allen Größen und Formen. In Kombination mit den bunten Felsen im Hintergrund und den überall zu sehenden Guanakos sowie Vikunjas wirklich wunderschön.
- Serpentinenstraßen: Im Norden Argentiniens ist oft schon die Fahrt mit dem Auto durch die Berge das eigentliche Highlight. Überall ergeben sich tolle Aussichtspunkte und spektakuläre Panoramen. Teilweise befindet man sich auf Wolkenhöhe oder Nebel versperrt die Sicht. Dennoch war die Landschaft für uns etwas ganz Besonderes – so etwas hatten wir auf unseren Reisen noch nicht gesehen.
Daneben übernachteten wir in kleineren Bergdörfern (Cachi & Tilcara) sowie im Weindorf Cafayate. Die Fahrt von Cachi nach Cafayate war dabei ein weiteres Highlight bzw. eine unvergessliche Erfahrung. Zwei Tage zuvor hatte es stundenlang stark geregnet, und unsere Fahrt über die Straße Ruta 40 wurde zum absoluten Abenteuer. Es handelt sich um einen etwa 160 km langen Streckenabschnitt über einen unbefestigten Schotterweg. Durch den Regen waren viele Abschnitte überflutet, und Flüsse liefen über die Straße.
Nicht nur einmal hatten wir ein ungutes Gefühl und waren uns unsicher, ob der Toyota (ohne Allrad) die Wassermassen vor uns meistern kann. Einmal durchquerte Antra einen der Flüsse zu Fuß, um zu schauen, wie tief er ist. Auch danach hatten wir keine Ahnung, ob wir das packen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon vier Stunden unterwegs, und die alternative Route hätte 14 Stunden Umweg bedeutet. Am Ende siegte der Leichtsinn, und irgendwie kamen wir in Cafayate an. Rückblickend würden wir die Strecke nicht mehr fahren, nachdem wir wissen, was auf uns zukommt. Wir hatten uns vorab sogar im Infozentrum informiert und die Info bekommen, dass die Strecke nicht geschlossen ist. Dennoch hatten wir zu viele Momente, in denen wir fast stecken geblieben oder weggeschwemmt worden wären. Neben uns waren auch kaum andere Autos unterwegs und falls doch ausschließlich SUVs.
In Cafayate machten wir noch eine schöne Wanderung zum Cerro de la Cruz (auch hier mussten wir einen Fluss überqueren – diesmal aber ohne Auto).
Nachdem wir unser Auto in Salta zurückgegeben hatten, verbrachten wir noch zwei Tage in der Stadt und erledigten einige Dinge. Außerdem buchten wir eine Sprachschule für zwei Wochen in unserem nächsten Ziel Guatemala.
Wir sind froh, dass wir auch diesen Abschnitt Argentiniens sehen durften, und hatten eine tolle Zeit mit vielen einmaligen Erlebnissen. Apropos einmalige Erlebnisse: Weil meine Haare viel zu lang waren, wollte ich, dass Antra sie mir schneidet. Am Ende wurde daraus mehr oder weniger eine Glatze. 😂 Ich sah mit Sicherheit schon mal besser aus, aber zum Reisen ist das die perfekte „Frisur“.Read more


























