Mit dem Bus durch El Salvador 🚎
Mar 9–19 in El Salvador ⋅ ☀️ 34 °C
Unser Trip durch El Salvador - btw das kleinste Land in Mittelamerika - startete in der Hauptstadt San Salvador. El Salvador hat unter dem neuen Präsidenten Nayib Bukele in den letzten fünf Jahren eine ziemlich extreme Wandlung durchlaufen und sich von einem der gefährlichsten Länder weltweit zu einem der sichersten Länder in Mittelamerika entwickelt.
Unter dem Motto der sogenannten „Iron Fist“-Politik ging die Regierung rigoros gegen die hohe Kriminalität und die mächtigen Banden im Land vor. Das brachte zwar deutlich mehr Sicherheit, allerdings wurden auch über 70.000 Menschen verhaftet, und internationale Organisationen werfen der Regierung zahlreiche Menschenrechtsverstöße vor.
In San Salvador schauten wir uns das Stadtzentrum an und erledigten ein paar Einkäufe. Auf den ersten Eindruck wirkt alles sehr sauber und modern – teilweise fühlt man sich eher an eine europäische Großstadt erinnert.
Am nächsten Tag ging es für uns nach Santa Ana, wo wir zwei Nächte blieben. Hier hatten wir zwei Programmpunkte vor uns. Am Kratersee Coatepeque liehen wir uns einen Jetski und umrundeten den See. In der Mitte liegt eine kleine Insel, die einst ein religiöser Ort der Maya war. Die Gegend ist wunderschön, allerdings sind die Zugänge zum See größtenteils privat – ans Wasser kommt man fast nur über Restaurants, Hotels oder Beachclubs.
Am nächsten Tag fuhren wir mit einem der örtlichen „Chicken-Busse“ zum Startpunkt des Santa-Ana-Vulkans, der von vielen als das Highlight von El Salvador bezeichnet wird. Als wir aus dem Bus ausstiegen, trafen wir zufällig Marcel und Nicole wieder, mit denen wir uns bereits einige Wochen zuvor in Guatemala ein Taxi geteilt hatten. Wir kamen direkt ins Gespräch und wanderten gemeinsam den Vulkan hinauf.
Nach einem für uns überraschend milden Aufstieg – wir hatten noch die Strapazen des Acatenango im Kopf – erreichten wir den Vulkankrater. Dort liegt ein beeindruckender, giftgrün schimmernder Kratersee. Seine intensive Farbe entsteht durch hohe Konzentrationen von Schwefel und Mineralien im Wasser, was ihn zwar faszinierend, aber auch hochgiftig macht. Nach einer kurzen Pause ging es für uns wieder zurück zur Busstation, um den früheren Bus nach Santa Ana zu erwischen.
Am nächsten Tag reisten wir weiter zur Blumenstraße, der sogenannten Ruta de Flores. Diese etwa 42 km lange Strecke verbindet mehrere kleine Dörfer und ist bekannt für guten Kaffee, Streetfood und bunte Wandmalereien. Wir blieben drei Nächte in Concepción de Ataco und erkundeten von dort auch andere Orte wie Juayúa. In Juayúa machten wir die Wanderung „Siete Cascadas“ (7 Wasserfälle) durch den Dschungel. Die Hitze von etwa 34 Grad machte uns dabei ganz schön zu schaffen. Als Belohnung gab es später Pizza und ein kühles Getränk.
Zurück in Concepción de Ataco gaben wir unsere Wäsche ab und verabredeten uns später mit Marcel und Nicole zum Pupusas-Essen. Pupusas sind gefüllte Maisfladen, meist mit Käse, Bohnen oder Fleisch. Nachdem wir sie zum ersten Mal probiert hatten, wollten wir die nächsten Tage kaum noch etwas anderes essen – und super günstig sind sie auch: Pro Pupusa zahlt man etwa 0,50–1 €. Zwischendurch gab es noch ein kleines Erdbeben, das etwa 20 Sekunden lang unsere Hostelwände leicht wackeln ließ – ein ziemlich seltsames Gefühl.
Am nächsten Tag trafen wir uns wieder mit Marcel und Nicole und teilten uns den Bus in Richtung El Zonte. In El Zonte wollten wir eigentlich zum ersten Mal surfen. Beim Abendessen erfuhren wir jedoch, dass die Wellen aktuell sehr hoch sind und es für Anfänger zu gefährlich wäre. Stattdessen verbrachten wir die nächsten Tage am Strand und beobachteten die Profis, wie sie gegen die Wellen kämpften – meistens gewannen allerdings die Wellen. Beim Zuschauen waren wir dann doch ganz froh, dass wir unser Surf-Abenteuer verschoben haben. 😀
Die zehn Tage in El Salvador vergingen wie im Flug. Das kleine Land lässt sich perfekt mit lokalen Bussen bereisen – eine Fahrt kostet meist weniger als einen Dollar, egal wie lange sie dauert. Auf dem Weg zurück in die Hauptstadt hatten wir eine Reifenpanne, konnten aber problemlos in den nächsten Bus umsteigen.
Wir fühlten uns während der gesamten Reise sehr sicher und behalten El Salvador in guter Erinnerung. Es ist vielleicht kein Land der ganz großen „Wow“-Highlights, aber gerade durch seine kompakte Größe kann man in kurzer Zeit viel sehen und erleben. Außerdem ist es vergleichsweise günstig – besonders, wenn man wie wir zum Pupusa-Fan wird.
Für uns geht es jetzt in der Nacht mit dem Bus durch Honduras weiter nach Nicaragua.Read more



















