Ankunft in Peru & Huaraz Gebirge ⛰️
Jul 31–Aug 12 in Peru ⋅ ⛅ 9 °C
In Lima angekommen, verbrachten wir zunächst zwei entspannte Tage, um uns für die geplanten Wanderungen rund um Huaraz etwas zu schonen. 😀
Wir wohnten direkt in Miraflores und liefen von dort zur Pazifikküste, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Später besuchten wir das Centro Histórico und konnten unverhofft die neue Präsidentin Keiko vor dem Parlamentsgebäude sehen, die erst wenige Tage zuvor ihr Amt angetreten hatte. Anschließend ging es noch ins Museo Larco, wo wir zahlreiche Fundstücke aus der langen Geschichte Perus bestaunten und einiges über die verschiedenen Kulturen des Landes lernten. 🇵🇪
Mit dem Nachtbus ging es für uns anschließend weiter nach Huaraz, das auf knapp 3.100 Metern liegt. Hier verbrachten wir unsere ersten fünf Tage in der „Caroline Lodging“, die wir absolut empfehlen können. Den ersten Tag nutzten wir noch zur Akklimatisierung, gingen etwas essen und erledigten ein paar Einkäufe.
Ab dem Folgetag ging es dann jeden Tag in die Berge. Die Cordillera Blanca ist wirklich eine wunderschöne Gegend und bei meist bestem Wetter erkundeten wir sie in den nächsten Tagen Stück für Stück:
- Willcacocha-Lagune 🏞️ :
Der Startpunkt der Wanderung liegt nicht weit von Huaraz entfernt und lässt sich einfach und günstig mit einem Colectivo erreichen. Von dort ging es für uns knapp zwei Stunden bergauf auf über 3.700 Meter. Oben angekommen wartet zwar nur eine kleine Lagune, dafür aber ein wunderschönes Panorama auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca. Ein perfekter Einstieg und gleichzeitig eine gute erste Akklimatisierungswanderung.
- Laguna Churup 🏞️ :
Unser zweiter Tagestrip führte uns zunächst nach Pitec, dem Ausgangspunkt der Wanderung auf rund 3.850 Metern. Von dort wanderten wir langsam durch die peruanische Berglandschaft nach oben, bis wir schließlich einen kleinen Kletterabschnitt erreichten, der mithilfe von Stahlseilen überwunden werden muss.
Dieser Abschnitt machte Antra aufgrund ihrer Höhenangst etwas zu schaffen. Aber wie immer biss sie sich durch und gemeinsam erreichten wir schließlich die Laguna Churup auf rund 4.450 Metern. Vor uns lag ein wunderschöner türkisblauer Bergsee, eingerahmt von steilen Felswänden und hohen Gipfeln. Nach einer kleinen Stärkung liefen wir noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Lagune, bevor es zurück nach Huaraz ging.
- Nevado Mateo 🏔️:
Die beiden vorherigen Wanderungen waren nicht nur landschaftlich schön, sondern sollten uns vor allem auf die Höhe vorbereiten. Und diese Akklimatisierung konnten wir heute definitiv gebrauchen.
Mitten in der Nacht, gegen 3 Uhr, wurden wir am Hostel abgeholt und zum Ausgangspunkt am Punta Olímpica gebracht. Unser Tagesziel: die Besteigung unseres ersten 5.000ers – und gleichzeitig unsere erste Gletschertour mit Alpinausrüstung.
Am Fuß des Berges packten wir Eispickel, Steigeisen und die restliche Ausrüstung ein, legten unsere Gurte an und machten uns bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf den Weg. Zunächst ging es rund zwei Stunden über Felsen steil nach oben in Richtung Gletscher.
Schon innerhalb der ersten 30 Minuten gaben einige Teilnehmer auf, weil ihnen entweder die Höhe oder die körperliche Anstrengung zu schaffen machte. Auch bei Antra meldete sich die Höhenangst wieder und am liebsten wäre sie umgedreht. Nach einer kurzen Pause kämpfte sie sich aber weiter die Felsen hinauf und schließlich standen wir gemeinsam am Fuß des Gletschers. 💪🏻
Wir zogen unsere Steigeisen an und wurden jeweils zu dritt mit einem Seil verbunden, um uns im Falle eines Sturzes gegenseitig sichern zu können. Danach ging es Schritt für Schritt über die Eiszunge nach oben, bis wir schließlich den Gipfel des Nevado Mateo auf rund 5.150 Metern erreichten.
Bei klarem Himmel hatten wir einen atemberaubenden Ausblick über die Cordillera Blanca – und waren ziemlich stolz, den Aufstieg geschafft zu haben. 🏔️
Antra hatte ich vorher versprochen, dass der Aufstieg „relativ entspannt“ werden würde. Später meinte sie, es sei das Härteste/ Beängstigendste gewesen, was sie jemals gemacht habe. 😅
Auf dem Rückweg machte sich dann bei mir die Höhe bemerkbar. Erst kamen Kopfschmerzen, dann Schwindel und schließlich musste ich mich unten am Parkplatz zweimal übergeben. Schon verrückt, welchen Einfluss die Höhe auf den menschlichen Körper haben kann.
- Santa Cruz Trek ⛰️:
Nur einen Tag später klingelte der Wecker erneut früh. Um 5 Uhr morgens ging es für uns zum Startpunkt unserer viertägigen Wanderung durch den Huascarán-Nationalpark. Gemeinsam mit acht anderen Wanderern starteten wir bei bestem Wetter in den Santa Cruz Trek.
In den folgenden Tagen wanderten wir durch spektakuläre Gletschertäler, vorbei an türkisblauen Lagunen und immer wieder mit Blick auf die schneebedeckten 6.000er der Cordillera Blanca. 🏔️
Am Nachmittag erreichten wir jeweils unsere Camps, die bereits für uns aufgebaut waren. Zelte, Schlafsäcke, Essen und die restliche Ausrüstung wurden von Eseln transportiert, sodass wir selbst nur unsere Tagesrucksäcke tragen mussten.
Sobald gegen 18 Uhr die Sonne hinter den Bergen verschwand, wurde es allerdings eisig kalt. Die Nächte waren dementsprechend hart und wir zogen teilweise sämtliche Klamotten an, die wir dabeihatten. Trotzdem war die Kälte permanent zu spüren und wirklich erholt starteten wir an keinem Morgen in den nächsten Wandertag. 😅
Dafür entschädigten uns die Landschaft und unsere coole Gruppe. Der anspruchsvollste Tag wartete schließlich am dritten Tag auf uns: die Überquerung des Punta-Unión-Passes auf 4.750 Metern.
Schon während des Aufstiegs kippte das Wetter. Aus Regen wurde mit zunehmender Höhe zunächst Hagel und schließlich Schnee. ❄️ Gleichzeitig zog sich der Himmel immer weiter zu und nahm uns fast vollständig die Sicht auf die umliegenden Berge.
Unsere Gruppe zog sich zudem auseinander, da zwei Wanderer mit Magenproblemen und der Höhe zu kämpfen hatten. Damit wir nicht ewig in der Kälte warten mussten, legten wir als Gruppe für ein Pferd zusammen, das Jasmin bis hoch auf den Pass brachte.
Oben angekommen fiel die eigentlich spektakuläre Aussicht dem Wetter zum Opfer und wir machten uns deshalb direkt wieder an den Abstieg. Nach einer weiteren eisigen Nacht zeigte sich das Wetter am letzten Morgen zum Glück wieder von seiner besseren Seite und wir konnten den Santa Cruz Trek erfolgreich abschließen. 🥾
Nach insgesamt knapp 60 Kilometern waren wir ziemlich geschafft, aber auch glücklich. Trotz der eisigen Nächte war der Trek eine tolle Erfahrung und wir nehmen viele besondere Erinnerungen aus diesen vier Tagen mit.
Trotzdem sind wir heilfroh, heute Nacht wieder in der „Caroline Lodging“ in einem warmen Bett zu schlafen und endlich wieder eine heiße Dusche zu haben. 🚿
Am nächsten Tag geht es für uns vom kleinen Flughafen nahe Huaraz über Lima weiter nach Cusco.
Huaraz war für uns ein großartiger Start in Peru und landschaftlich ein absoluter Traum. Die Cordillera Blanca gehört definitiv zu den beeindruckendsten Bergregionen, die wir bisher auf unserer Reise gesehen haben. Wer gerne wandert, draußen unterwegs ist und hohe Berge liebt, findet hier ein kleines Paradies. 🏔️🥾Read more

































Traveler
So ein Esel ist auch eine arme "Sau", muss alles tragen😳