Wagah Border Ceremony
October 4, 2025 in Pakistan ⋅ 🌙 27 °C
Die Waga-Grenz-Zeremonie findet an der einzigen, eigentlich offenen, Landgrenze zwischen Pakistan und Indien statt. Seit dem Pahalgam Terroranschlag im Mai 2025 im indischen Kashmir mit 26 Toten, ist sie jedoch geschlossen!
Die Zeremonie ist eine Art synchrone Militärparade von beiden Ländern, die seit 1959 täglich abgehalten wird, während die Flaggen am Abend eingeholt werden.
Sie soll ein Symbol für die Rivalität zwischen den beiden Ländern sein, zielt aber auch darauf ab, die Zusammenarbeit und Brüderlichkeit der Länder gleichzeitig zu betonen. Für mein Geschmack, ein bisschen zu viel Rivalität und Patriotismus für das jeweils eigene Land.
Vom Lawrence View Hotel sind es ca. 25 km die meine angemietete Rikscha in knapp einer Stunde bis zum ersten Check-Point schafft. Danach geht's zu Fuß die ca. 1 km weiter bis zum "Stadion". Es gibt ein paar weitere Check-Points, aber die Kontrollen nimmt man nicht so ernst. Am Grenzzaun geht es dann direkt ins "Stadion", begrüßt von ohrenbetäubender Musik. Das pakistanische Stadion ist vielleicht zur Hälfte besetzt, während auf der indischen Seite die Bude fast voll ist. Man darf nicht unfair sein, Indien ist mit 1,2 Milliarden Einwohnern auch fast 5x größer als Pakistan. Anscheinend passen auf der indischen Seite bis zu 25.000 Menschen rein 🫣.
Die pakistanische Flagge am etwa 50 m hohem Mast ist auch schon etwas "zerfleddert". Da macht die indische schon mehr her.
Einen Platz im Stadion finde ich zwischen einer Schulklasse von 10 -15 jährigen. Ich werde beäugt, wie ein Außerirdischer. Ein Junge spricht mich in gutem Englisch an. Unzählige Selfies werden gemacht, Plätze getauscht, so dass jeder mal neben mir sitzen kann. Der Lehrer bemüht sich auch noch auf einen Smalltalk zu mir. Es ist aber so laut durch die Lautsprecherbeschallung, dass Konservation fast unmöglich ist. "Einpeitscher"sorgen noch für mehr Lärm, um die Stimmung anzuheizen.
Gegen 17 Uhr geht es los. Die Wachen marschieren im Stechschritt in Richtung verschlossenem Grenztor. Die Beine werden möglichst hoch geschleudert und man legt eine Art Tänzchen vor dem "Feind" hin, um ihn zu beeindrucken. Das ganze passiert mehr oder weniger synchron auf beiden Seiten.
Zu guter Letzt wird die Fahne beider Länder synchron eingeholt und das Spektakel ist nach 30 Minuten zu Ende.
Für mich war es eine etwas verstörende Veranstaltung. Die Rivalität und Aggressivität unter den Zuschauern ist schon spürbar. Einer der Schüler neben mir fragte mich, ob ich Pakistan mag. Ja, erwiderte ich. Und Indien? Ja, auch! Und du? Er mag natürlich Pakistan und fügt hinzu: und Indien.
Was für versöhnliche Worte von einem 10 jährigen 👍.
Auf gleichem Weg geht es zurück zu meinem Rikscha-Fahrer, der am ersten Check-Point auf mich wartet. Die einstündige Fahrt zum Hotel in Lahore ist ermüdend. Es gibt viele Staus, eine Menge Abgase und Schlaglöcher. Gegen 19 Uhr steige ich etwas geschafft am Hotel aus und gebe dem Fahrer für den vier Stunden Trip 3000 PKR. Er wirkt überglücklich und ich bin froh, etwas Gutes und Geld losgeworden zu sein 😆. Die letzten 10.000 PKR (ca. 30 €) haue ich morgen auf den Putz!Read more



























TravelerNa ja, wenn die Rivalität nur in dieser Zirkusform ausgelebt würde, wäre es ja eigentlich gut...
TravelerHey, auf meiner Asientour, 2024, haben mich Freunde mitgenommen zu der Zeremonie, aber auf indischer Seite. Wir kamen von Amritsar. Es war ein richtiger Affenzirkus, teils spaßig, aber auch mit Scharfmachern, Einpeitschern, Schlachtgesängen und wilden Tänzen. Und ich dachte auch, solange sie nur „spielen“ ist das doch albern, aber auch okay.
TravelerIch fand es ein wenig .... sehr befremdlich! Muss ich kein zweites Mal haben.