Tag 7: Eisenbahnromantik
April 14 in Madagascar ⋅ ☀️ 25 °C
Heute hieß es wirklich früh aufstehen: um 4.00h klingelte der Wecker, 5.00h treffen am Bus und ohne Frühstück los das erste Mal - quasi "ohne über Los". Hat jeder seinen Pass dabei? - öhmm., nö.. ok ... um 5.12h starteten wir den zweiten Versuch zur im wahrsten Sinne des Wortes Nacht-und-Nebel-Aktion. Wie Richard, unser Fahrer, nicht nur die Schlaglöcher recht zielsicher umfuhr, sondern überhaupt den unbeleuchteten Lehmweg fand, ist mir immer noch ein Rätsel.
Mit der Dämmerung erreichten wir unser Ziel: den Bahnhof von Fianarantsoa,
wo wir unsere reservierten Plätze in der ersten Klasse einnahmen - gepolsterte Sitze, keine Tiere oder Stehplätze, gute Fahrt. Zweimal wöchentlich fährt die Bahn die Strecke von ca 160km durch den unwegsamen Urwald an die Ostküste - eine Straße gibt es nicht. Fast pünktlich um 7.32h statt um 7.00h (mora mora = langsam langsam) - draußen immer noch die dickste Suppe - begann die romantische Fahrt durch die hinter dem Nebel höchstwahrscheinlich wunderschöne Landschaft. Wir fuhren in einem recht gemäßigten Tempo, so dass Fahrradfahrer und laufende Fußgänger uns bequem überholen und uns während der Fahrt auch die eine oder andere Leckerei anbieten konnten. An den Bahnhöfen wurde uns tsakytsaky durch die Fenster und im Abteil gereicht. Das sind abwechslungsreiche Snacks - von frittierten Innereien, über gegrillte Geflügelteile bis hin zu mundgerecht zerteiltem Obst. Da die Strecke vor 2 Jahren von einem Erdrutsch so stark beschädigt wurde, dass sie nicht mehr komplett befahrbar ist (die Menschen in Manakara an der Ostlüste werden seitdem zu Fuß mit allem Nötigen versorgt!) steigen wir nach 13 Kilometern an einem Halt direkt gegenüber von unserem Hotel aus und frühstücken dort erstmal reichlich. Es folgte ein Besuch bei Sabrina, einer deutschen Auswanderin, die den einheimischen Frauen ein Einkommen ermöglicht, indem sie gemeinsam verschiedene Handarbeiten anfertigen, die dann den NOCH recht spärlichen Touristen zum Verkauf angeboten werden - ich kaufte "Sonst Nix" - das Gewichtsproblem meines Koffers wiegt langsam aber sicher schwerer.
Vor uns lag nun eine wieder einmal abenteuerliche Fahrt (Busfahren ist hier wirklich wahres Entertainment) zu unserem nächsten Ziel, dem Ranomafana Nationalpark. Wir stiegen kurz vor dem Ziel an einem großen Wasserfall aus und suchten zu Fuß leider erfolglos Chamäleons in den Bäumen am Straßenrand. Es boten sich jedoch viele andere superschöne Fotomotive. Das Hotel "Le Grenat" liegt sehr romantisch am Fluss, wo ein ständiges reges Treiben herrscht: ein Fähr-Kahn bringt die Menschen gerne ans andere Ufer, sofern sie nicht zu Fuß die Furt nutzen möchten. Am gegenüber liegenden Ufer wird Wäsche gewaschen und getrocknet, Kinder baden .... bis zum Abendessen vergeht die Zeit wie im Flug. Nach dem Essen sitzen einige von uns noch etwas "Rum", bevor wir unter unsere Mosquitonetz-Höhlen verschwinden. Oh, was für ein schöner Tag das war 😊Read more

























