16. Tag - Gion Matsuri (祇園祭)
July 17 in Japan ⋅ ☁️ 36 °C
Am 17. Juli findet einer der Höhepunkte des Gion-Festes statt. Das Gion-Matsuri (Matsuri bedeutet etwa (Volksfest) findet den ganzen Juli über statt. Am 17. und am 24. Juli werden dann die riesigen, geschmückten Festwägen durch die Straßen Kyōtos gezogen.
Der Legende nach hat ein solcher Umzug die Pestseuche im Jahr 869 beendet. Seither wir das Fest jedes Jahr gefeiert und die Wagen wurden immer prunkvoller.
Und genau diese Parade haben wir uns angesehen: Am Vormittag haben wir uns mit tausenden anderen an den Rand der Kawaramachi-dori gestellt - es gab sogar vier Sitzreihen, die man buchen konnte! Nach einer gefühlten Ewigkeit ist das der erste Wagen aufgetaucht: ein Hoko, mit Baumspitze bis zu 25m hoch, auf riesigen Holzrädern und von vielen Männern im Schritttempo mühsam gezogen - im Wagen sitzen Musikanten, die (für unsere Ohren dissonant) Flöte und Trommel spielen; sogar am Dach der Wagen sitzen Männer. Hinter jedem Hoko werden mehrere kleinere, aber nicht weniger prachtvolle Yama gezogen. Dazwischen springen und tanzen verschieden gekleidete Menschen, Schulkinder zeigen einstudierte Tänze.
Weil es sehr heiß war, sind wir nicht an einem Platz stehen geblieben, sondern ein Stück der Zugrichtung entgegen gegangen und haben die unterschiedlichen Wägen bestaunt.
Danach sind wir den Philosophen-Weg (Tetsugaku no Michi, 哲学の道) entlang spaziert (der Philosoph Kitaro Nishida meditierte hier oft). Der Weg führt entlang eines kleinen Kanals, immer wieder kann man rechts oder links zu Schreinen und Tempeln abbiegen, außerdem gibt es ab und zu kleine Geschäfte, in denen man lokale Kleinigkeiten kaufen kann.
Zum Abendessen waren wir wieder in der Innenstadt - und gerade rechtzeitig zum zweiten Teil der Parade: den Laternen-Willkommensfest. Drei heilige Schreine werden von hunderten Männern unter lauten „Hoita hoita“-Rufen („ho-ruck“) in verschiedene Teile der Stadt getragen, an großen Plätzen gibt es Aufführungen, bevor die Schreine mit Laternen geschmückt und zurück getragen werden. Wir haben den Zug von Rathaus aus durch den Tatamachi-Markt begleitet, bis zu dem Punkt, an dem die drei Scheine sich wieder getroffen haben und gemeinsam in den Yasuka-Schrein gezogen sind.
Faszinierend war, wie friedlich und geordnet alles abgelaufen ist - kein Drängeln oder Schubsen, alle haben sich miteinander gefreut. Und das schönste: immer wieder haben uns die Menschen mitgenommen, uns erklärt, was passiert und sich darüber gefreut, dass wir - als eindeutig Fremde - dabei waren.Read more






































