002 Reisebericht Canada 03.05.-09.05.26
9. maj, Canada ⋅ ☁️ 5 °C
002 Reisebericht Canada vom 03.05. bis 09.05.2026
520 km Strecke haben wir bereits für unseren ersten Teilabschnitt (Reisebericht 001) zurückgelegt. Unser nächsten Teilabschnitt Ingonish – North Sydney – Moncton – Saint John – Riviere du Loup – Québec umfasst 1.450 km.
In North Sydney fanden wir einen schönen ruhigen Stellplatz direkt am Yachthafen. Erkundet haben wir den Ort aufgrund des feuchten Wetters nicht. Wir sind direkt am nächsten Morgen weitergereist bis Moncton, das war mit knapp 500 km Länge unser bisher längster Reiseabschnitt. So haben wir das anhaltend schlechte Wetter als Reisetag genutzt. Eigentlich ein interessanter Streckenabschnitt, der in Nova Scotia noch an riesigen Seen vorbeiführt. In den Sommermonaten sind die Seen sicherlich stark vom Tourismus geprägt, Infrastruktur für Wassersport, Kayaking und Angeln ist vorhanden. Das kann bestimmt schön sein. Am Atlantik ist natürlich grundsätzlich auch Whale Watching und Tauchen möglich. Jedoch werden all diese Aktionen erst in der Saison angeboten. Die Strassenverhältnisse bewerten wir insgesamt mit gut, ja es gibt auch Strassen mit Schlaglöchern (wie in Köln), aber grundsätzlich sind die Strassen breiter und wirklich einfach zu befahren. Wir reisen noch in der Vorsaison, das bedeutet auch weniger Verkehr. Dafür können wir die Riesentrucks – mit bis zu 8 Achsen – bewundern, wenn sie an unserem kleinen MANí vorbeirauschen. Unsere Reisegeschwindigkeit ist auf den Highways zwischen 90 und 110 kmh. Höchstgeschwindigkeit auf den Highways liegt bei 110 km/h, die auch von allen Verkehrsteilnehmern eingehalten wird. Spritpreise liegen für Diesel bei 2,20-2,40 CA$ (1,40-1,55€). Von 10 Zapfsäulen an einer Tankstelle bietet übrigens nur 1 Zapfsäule Diesel an.
In Moncton, dieser Ort liegt in der Provinz New Brunswick, stehen wir an einem Sportplatz, fußläufig zur Innenstadt. Nach der langen Fahrt spazieren wir in die Innenstadt, dort kehren wir in einen feinen Pub ein und lassen es uns gut gehen. Unser Rückweg führt entlang des Petitcodiac Rivers. Er wird von den Einheimischen aufgrund seiner Farbe auch liebevoll Chocolate River genannt. Und nein, wir haben die Schokolade nicht probiert! Das Besondere an diesem Fluß ist die Tidal Bore, das ist eine Gezeitenwelle, die aus dem Atlantik kommend flussaufwärts wandert und den Pegelstand des Flusses 2 x täglich deutlich erhöht. Ein tolles Phänomen, das wir weiterverfolgen. Die Bay of Fundy, an der wir uns gerade befinden, weist die höchsten Gezeitenunterschiede weltweit auf. An manchen Stellen wurden Gezeitenunterschiede von 20m beobachtet. Wir besuchen den Hopewell Rocks Provencial Park, der direkt an der Bay liegt. Zu bestaunen gibt’s Steinformationen mit Nicknames wir Elephant Rock oder Diamond Rock, deren Form sich durch den Tidehub so entwickelt hat. Wir besuchen diese Küstenabschnitte zweimal, zum Zeitpunkt des Wasserhöchststand und -tiefstand. So lassen sich die Gezeitenunterschiede am besten feststellen. Ergebnis: die 20 Meter wurden sicher nicht erreicht, aber auch 8 Meter Gezeitenunterschiede machen sich bemerkbar. Zum Vergleich: an der Nordsee beträgt der Tiedenhub bis zu max. 4 Meter. Zum Tiefstand entsteht auch am Bay of Fundy ein Wattenmeer, jedoch ist eine Schlickwanderung streng untersagt. Es besteht die Gefahr, dass Kleinstlebewesen im Schlick, die die Lebensgrundlage für viele Seevögel darstellen, ansonsten zerstört werden. Also keine Schlickwanderung, und wieder was gelernt.
Nach einem Stop in Alma, wo es für Jürgen die beste Lobsterrolle ever gegeben hat, setzen wir den Weg weiter fort nach St. John. Außerhalb des Ortes finden wir einen wunderbaren Stellplatz mit Meerblick, nur leider ist es schon dunkel. Am nächsten Morgen besuchen wir in der Innenstadt eine Markthalle, von der wir uns mehr versprochen hatten. Danach besichtigen wir die älteste Steinkirche innerhalb des Ortes. Diese wird interessanterweise mittlerweile vielfältig genutzt. Gottesdienst ist nur sonntags, ansonsten stehen die Räumlichkeiten sozialen Vereinen zur Verfügung. Diese haben sich hier innerhalb der Kirche abgetrennte Büros und Zimmer eingerichtet. Die Vereine haben – so wurde uns versichert – nicht zwingend einen kirchlichen Träger. So wird dieses schöne alte Gebäude erhalten und hat noch eine sinnvolle Funktion. Gut gemacht!!!! Insgesamt finden wir jedoch St. John nicht wirklich sehenswert und machen uns daher schnell wieder on the road.
Unser Ziel ist jetzt die Provinz Québec. Wir fahren bis Riviere-du-Loup eine Strecke von 500 km, wieder ein kompletter Fahrtag. Und wieder regnet und windet es. Die Natur ist hier übrigens noch nicht so weit wie zuhause im Bergischen. Bei dem Wetter verwundert uns dies auch nicht wirklich. Schätzungsweise vier Wochen ist die Natur zurück, die Wiesen sind schon grün, an den Bäumen erkennen wir erste Knospen, aber nirgends sehen wir blühende Blumen. Québec hat eine andere Zeitzone, jetzt beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland sechs Stunden.
In Reviere-du-Loup finden wir einen exzellenten Stellplatz mit Blick auf den Lorenz-Strom. Fantastisch. Und wir werden auch mit einem schönen Abendlicht belohnt. Wunderbar. Der Lorenzstrom ist ebenso wie die Bay of Fundy bekannt für umfangreiche Walbesuche – auch schon im Mai. Schwerpunktmäßig sind diese jedoch auf der anderen Seite des Stromes, wo der Saguenay in den Strom fließt. Aufgrund der höheren Wassertemperatur (und der daraus resultierenden höheren Plankton- und Kleintieranzahl) ist dies das Schlaraffenland für die Wale. Wie auch immer – Wale sehen wir leider keine. Aber es ist hier wirklich schön.
Am nächsten Morgen ziehen wir weiter nach Québec Stadt. Der Tag ist noch jung, und so fahren wir direkt weiter zur Basilika in Sainte-Anne-de-Beaupre außerhalb der Stadt. Die heilige Anne ist die Mutter der Jungfrau Maria. Die Basilika gilt als der älteste Pilgerort Nordamerikas und als einer der heiligsten Orte in Kanada. Die jetzige Kirche (es ist die 5. an diesem Standort), die ca. 1945 errichtet wurde, ist zwar sehr groß, aber erreicht nicht den Umfang des Kölner Doms. Sie ist ähnlich strukturiert wie der Dom, jedoch empfinden wir beide, dass die „erhabene“ Atmosphäre fehlt. Woran liegt das – wir haben keine Antwort. Vielleicht sind wir einfach „verwöhnt“ von unserem Dom. Eine Besonderheit ist sicherlich das Duplikat der Pieta von Michelangelo. Das Original befindet sich im Petersdom in Rom. Aber da es eine detailgetreue Kopie ist, können wir uns jetzt den Weg nach Rom sparen. Es ist wirklich ein wunderschönes Kunstwerk, welches unseres Erachtens die Basilika deutlich aufwertet.
Im Québec finden wir 3 km von der Innenstadt einen praktischen Stellplatz. Wir lernen Patrick kennen, ein Globetrotter aus Hochdahl (Kreis Mettmann). Das ist Jürgens alte Heimat. Er reist mit einem über 30 Jahre alten, roten Mercedes Transit (ehemaliges Fahrzeug der Feuerwehr) mit einem H-Kennzeichen. Besonders beeindruckt hat uns seine Erfahrung über Außendusche in Nebraska auf Schnee und Eis. Und seine Augen leuchteten.
Da wir in etwa ähnliche Reiserouten verfolgen, tauschen wir unsere Kontakte. Womo-Reisende helfen sich untereinander.
Wir bleiben zwei Nächte in Québec. Am ersten Abend besuchen wir das Konzert „The Queens of Music“ im Theatre Capitole. Hier singen 4 Lady aus Québec bekannte Songs der weiblichen Superstars nach. Sie präsentieren sich in Pailettenkleidern in rot, schwarz, gold und silber. Gecovert werden Songs von Aretha Franklin, Ella Fitzgerald, Liza Minelli, Donna Summer, Whitney Houston, Dolly Parton, Celine Dion, Beyoncé, Madonna und anderen mehr. Eben die Queens 👸 of Music. Die Show in diesem wunderbaren Theater ist sehr unterhaltsam und hat sich gelohnt. Allein die Location lohnt schon der Eintritt. Es ist ein gelungener Abend, wir haben viel Freude gehabt.
Am nächsten Tag trecken wir durch die Stadt, das Wetter ist wieder einmal durchwachsen. Québec ist sehr touristisch. Hier dominieren jedoch nicht die Wanderer und Wohnmobilisten, es ist mehr die „upper class“. Viele schöne neue Autos, teure Boutiquen, erlesene Restaurants. Das Herzstück ist dabei das Luxushotel Château Frontenac. Es ist architektonisch äußerst beeindruckend und dominiert einen ganzen Stadtteil.
Am nächsten Tag besuchen wir noch die Montmorency Falls, die außerhalb der Stadt liegen. Sie haben eine um 30 Meter höhere Falltiefe als die Niagarafälle, sind aber nicht so breit. Über die Fälle laufen wir auf einer Holzbrücke, das gibt einen wirklich schönen Einblick. Super schön und spektakulär.
Fazit für Québec: Eine sehr attraktive Stadt, die uns sehr gut gefällt. Eine klare Empfehlung, wenn ihr mal in der Gegend seid.
Weiter geht es nach Montréal – bleibt spannend 🧐 !!!!!!!
Good to know:
> New Brunswick: Die Provinz hat 750.000 Einwohner und ist flächenmäßig ein wenig kleiner als Bayern. Es ist die einzige offiziell zweisprachige Provinz in Kanada. New Brunswick wird auch Neubraunschweig genannt. Den Namen hat die Provinz von der britischen Königsfamilie Braunschweig-Lüneburg aus dem Hause Hannover.
> Québec (Provinz): Die Provinz hat 8,5 Mio. Einwohner und hat von allen Provinzen den größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Flächenmäßig ist es die größte Provinz von Kanada und ungefähr 4 x so groß wie Deutschland.
Québec (Stadt): Die Metropolregion Québec besitzt 850.000 Einwohner. Architektonisch gilt Québec als die europäischste Stadt Nordamerikas. Das Stadtbild gilt als französisch geprägt.
> Whale watching: Die beste Zeit ist zwischen Mai und Oktober. Während man im Westen (rund um Vancouver) Grauwale und Orcas beobachten kann, sind im Osten (Bay of Fundy, Lorenzstrom) Blau- und Buckelwale unterwegs.Læs mere













Rejsende
Québec hat mir bei unseren beiden Besuchen auch sehr gut gefallen. 🙋🏼♀️🇨🇦
RejsendeWie schön 🥰 die Lobsterrolle war bestimmt sehr lecker 😋
RejsendeLieben Dank für den beeindruckenden Reisebericht
RejsendeWunderbar. Bleibt gesund. 😊