003 Reisebericht Canada 09. - 14.05.26
14 maggio, Canada ⋅ ☁️ 12 °C
1.970 km hatten wir bisher zurückgelegt. Unser nächster Teilabschnitt Québec – Montréal – Ottawa – Cobourg – Niagara Falls umfasst insgesamt 1.070 km.
Von Québec aus fahren wir entlang des Sankt-Lorenz-Stromes nach Montréal. Wir fahren teilweise über den Chemin du Roy (Route 138) auf einer Königsroute, die älteste Überlandstraße Kanadas. Unser Weg führt durch historische Dörfer des 17. und 18. Jahrhundert. Doch bald sind wir uns einig, im Bergischen ist es viel schöner. Wir wechseln daher auf den schnelleren Highway.
Dank Park4Night finden wir in Montréal einen tollen Stellplatz an einem Park mit direkter Metro Anbindung zur Innenstadt (knapp 8 km entfernt). Montréal – oder besser Teile der Stadt – erkunden wir am nächsten Tag zu Fuß. Wir beginnen mit Vieux- Montréal (Altstadt). Die Basilika Notre-Dame de Montréal ist eine neugotische Kirche mit einer prachtvollen blau-goldenen Innengestaltung. Sie ist wirklich beeindruckend und wunderschön, hier stimmt die Atmosphäre; unser unbedingter Tipp für jeden Besuch in Montréal. Der Eintritt kostet übrigens 16 CDN/P. (ca 10.30€/P.). Auch der Kölner Dom kostet demnächst Eintritt, aber wenn du Mitglied im ZDV (Zentral-Dombau-Verein) bist (aktuell Mitgliedsbeitrag 20€ p.a.), ist der Eintritt kostenfrei. (ein Tipp für alle Freunde des Kölner Doms)
Die touristische Altstadt ist sehr gemütlich; viele alte Gebäude dominieren das Viertel. Wir wechseln das Szenario und begeben uns in das Quartier der Spectacles. Hier gibt es Gastro und Pubs für jeden Geschmack.
Kennt ihr Poutine? Das ist das Nationalgericht hier in Montréal. Es handelt sich um Pommes frites, die zunächst mit einer Käsesauce überzogen werden und dann auch noch eine Bratensauce on top bekommen. Ein echter Renner, wir lehnen jedoch dankend ab.
Schnell lernen wir, dass die Gastro sich räumlich themenorientiert sortiert, eine Straße hat italienische Gastro-Angebote, die nächste libanesische und Chinatown gibt es auch, etc.
Es gibt Musikkneipen mit Live-Musik. Das ist wirklich toll. Hier kannst du tagelang flanieren und immer wieder ein neues Highlight entdecken. Wir haben z.B. eine Musikkneipe mit Schwerpunkt Blues besucht, die hat uns ausgesprochen gut gefallen; die zweite Musikkneipe mit Schwerpunkt Rockmusik war zwar wesentlich besser besucht, jedoch ein wenig wie eine Spelunke…… Also für Musikliebhaber ist Montréal auf jeden Fall empfehlenswert.
Und siehe da – ein Flitzer. Splitterfasernackt, und etwas verschämt. Was mag da für eine Geschichte dahinterstecken? Wir wissen es nicht, aber der Phantasie sind keine Grenzen gesteckt…!
Wetterbedingt haben wir unseren Aufenthalt nicht verlängert und sind am nächsten Morgen weitergezogen zum 200km entfernten Ottawa.
Wir finden einen Stellplatz - Park4Night sei Dank - in Gatineau, der Zwillingsstadt von Ottawa, die lediglich durch einen Fluss namens Ottawa getrennt ist.
Während Gatineau noch zur Provinz Québec gehört, liegt Ottawa bereits in Ontario. So nah die beiden Städte einander sind, so unterschiedlich sind sie. In Ottawa wird mehrheitlich englisch gesprochen, in Gatineau französisch. Ottawa ist durch den Status Hauptstadt natürlich privilegierter; die prächtigen Regierungsgebäude prägen die Innenstadt. Touristen-Hotspot! Gatineau hat eher einen gemütlichen Shabby Look mit viel Graffities. Einige Häuser bzw. Straßenzüge haben sicherlich schon bessere Zeiten erlebt.
Unser Schwerpunkt ist natürlich Ottawa. Hier können wir Einblick nehmen in das politische System von Kanada. Dabei gibt es starke Parallelen mit dem britischen System. Kanada besitzt eine parlamentarische Monarchie (tolles Wortspiel) und eine föderative Demokratie. Der Monarch in Kanada ist der Generalgouverneur und aktuell eine Frau (wie zuletzt “Lizbeth” in England). Die Exekutive wird vom Premierminister angeführt, das ist aktuell der Liberale Mark Carney. Es gibt ein Oberhaus (nennt sich in Kanada Senat) und ein Unterhaus – analog zum britischen System. Zu besichtigen im Rahmen von Führungen sind sämtliche Räumlichkeiten des politischen Systems. Das Unterhaus, der Senat, der Amtssitz des Generalgouvernements, das Büro des Premierministers.
Uns stellt sich die Frage: Wann arbeiten die denn?
Egal, wir entscheiden uns für das Epizentrum der Macht, nämlich für das Unterhaus! Führung leider nur auf französisch, die englische ist schon ausgebucht. Whatever, Hannes muss für Jürgen dolmetschen. Nach einigen Sicherheitskontrollen haben wir Zugang zum Epizentrum. Erwartet haben wir am 12.05., dass alle Abgeordneten für Jürgen Spalier stehen und “Happy Birthday” anstimmen. Aber, was sollen wir sagen - quelle surprise - war nicht so. Die haben alle frei!!!
So haben wir den Saal für uns, sieht aus wie das britische Unterhaus (kennst du aus dem Fernsehen, wo die wilden Wortgefechte stattfinden).
Der kanadische Saal, ein hergerichteter Innenhof des Gebäudes ist deutlich heller und moderner. Früher haben die Abgeordneten hier ihre Pferde “geparkt”. Unser Tour Guide weiss viele Geschichten zu erzählen, und manche sind sogar interessant bis witzig. Insgesamt fühlen wir uns gut aufgehoben und sind sicherlich nicht dümmer geworden. Übrigens sind sämtliche Führungen am Parliament Hill kostenfrei. Danach haben wir ausgiebig das Gastroangebot in Ottawa getestet.
Unser Eindruck: während in Ottawa die klassisch, kanadische Küche (Burger, Pizza, Fast Food) dominiert, gibt es in Gatineau tatsächlich auch französische Restaurants.
Abends besuchen wir einen Pub mit Livemusik, macht einen netten Eindruck. Angekündigt ist Musik ab 21.00 Uhr; um 22.00 Uhr hat die Gruppe dann auch wirklich schon ein Lied vorgetragen, danach mussten sie erst kulinarisch aufgebaut werden; um 23.00 Uhr hatten wir dann aber keine Lust mehr. Ein rundum bescheidenes Konzept. Und wir haben wieder was gelernt.
Aber insgesamt haben wir einen sehr guten Eindruck von Ottawa.
In unserem persönlichen Ranking der drei Städte Québec, Montréal, Ottawa sind wir nicht einig: Hannes präferiert Ottawa, Jürgen präferiert Montréal.
Weiter geht es Richtung Niagarafälle, bleibt also gespannt!!!
Good to know:
> Ontario: Ontario ist die mit Abstand bevölkerungsreichste (16 Mio. bzw. 40 % der Gesamtbevölkerung) und flächenmäßig die zweitgrößte Provinz des Landes. Toronto ist die Hauptstadt der Provinz. Ontario ist ein irokesisches Wort und bedeutet “Schönes Wasser”.
> Montréal: In der Kernstadt leben 2 Mio. Einwohner, in der Metropolregion werden rund 4,4 Mio. Einwohner gezählt. Montréal ist die zweitgrößte Stadt in Kanada und nach Paris die weltweit zweitgrößte Stadt mit einer primär französischsprachigen Bevölkerung. Die Stadt liegt mehrheitlich auf einer Insel im Sankt-Lorenz-Strom.
> Ottawa: Ottawa ist die Hauptstadt von Kanada. Die Kernstadt zahlt 1,1 Mio. Einwohner, die Metropolregion zählt 1,5 Mio. Einwohner. Ottawa liegt in Ontario, direkt an der Grenze zur Provinz Québec. Auch die Staatsgrenze zu den USA ist lediglich 50 km entfernt. Der Name Ottawa bedeutet “Händler” in der Sprache der Algonkin (Ureinwohner).Leggi altro













Viaggiatore... ich präferiere Québec🇨🇦😀
Viaggiatore
Bis jetzt hatte ich Kanada nicht auf dem Schirm, bei den Bilder bekommt man einen tollen Eindruck und Reiselust 👍
Viaggiatore
Sehr schön !!!!