012 Reisebericht Canada vom 12.-21.07.26
July 25 in Canada ⋅ ☁️ 20 °C
012 Reisebericht Canada vom 12.-21.07.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich auf 9.210 km. Unser nächster Teilabschnitt Vancouver Burnaby – Vancouver Island – Vancouver Tsawwassen – Grenzübergang Sumas/ Abbotsford umfasst nun zusätzlich 1.210 km. Damit haben wir die 10.000 km reine Reiseroute geknackt. Tatsächlich haben wir jedoch laut Tacho bereits 12.600 km zurückgelegt. Der Unterschied ergibt sich durch zahlreiche “Hin und Hers”, wie z.B. Einkaufen, Tanken, Viewpoints und dies und das. Das hat sich ganz schön aufaddiert.
Wir starten von unserem Campground in Vancouver und steuern Richtung Fährhafen Tsawwassen. Da die Fähre erst am Abend startet, nutzen wir die Zeit noch für einen Ausflug zu dem Fischerstädtchen Steveston – südlich von Vancouver. Der Ort war in seiner Blütezeit eine Hochburg für Fischerei und die Produktion von Fischkonserven. In einem Museum wird eine ehemalige Fischkonservenfabrik recht anschaulich präsentiert. Maschinen, die den Fisch schneiden, Fließbandarbeit mit vielen Einzelschritten, um den Fisch in die Dose zu bekommen. Viele Einwanderer, insbesondere aus Asien, waren hier tätig. Das war keine angenehme Arbeit. Fließbandarbeit unter fischigen Bedingungen. Ein ehemaliger Arbeiter sagt dazu…: “Stunde um Stunde, Tag um Tag, Woche um Woche unter diesen Bedingungen, Fischmehl und Fischöl werden ein Teil von dir…”. Insgesamt ist dies eine gelungene und sehenswerte Ausstellung. An der Waterfront sieht man auch heute noch Fischereiboote, doch der große Boom ist schon lange vorbei. Überfischung, Fangquoten und Umweltschutz haben den fetten Jahren ein Ende gemacht. Heute dominiert an der Waterfront eindeutig der Tourismus, und natürlich gibt es auch fast an jeder Ecke die legendären Fish and Chips. Dabei werden verschiedene Fischsorten genutzt, wie Heilbutt, Kabeljau, Seelachs, Rotlachs oder Barsch. Abhängig von der verwendeten Fischsorte variieren auch die Preise. Als besonderer Leckerbissen gilt übrigens der Heilbutt, was einer von uns auch bestätigen kann (sooo lecker). Wir schlendern noch über einen kleinen Handwerksmarkt, flanieren durch einen Park mit Blick auf die Straße von Georgia. Strait of Georgia, so heisst die Meerenge zwischen Vancouver und Vancouver Island.
Nach einer 2-stündigen ruhigen Fährfahrt kommen wir nachts um 1:30h auf der Insel an. Wir steuern zielgerichtet auf einen Parkplatz von Supermarkt COSCO, hier ist das Freistehen über Nacht erlaubt. Campgrounds sind um diese Zeit sowieso schon geschlossen. Vielen Dank an COSCO, Walmart gestattet das Freistehen übrigens in British Columbia nicht. Tatsächlich bleiben wir jetzt noch 8 weitere Tage und Nächte auf der Insel. Die Insel hat flächenmäßig die Größe von Belgien. Wir haben uns auf die südliche Hälfte der Insel fokussiert. Das ist auch die touristisch deutlich besser erschlossene Hälfte der Insel. Eingeschränkt war die nördliche Hälfte auch durch mehrere Waldbrände, da wollen wir doch einen gesunden Abstand wahren. Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle ist die Feuergefahr allgegenwärtig, auf den Campgrounds sind die so beliebten Firepits verboten, selbst am Strand gibt es vereinzelt Rauchverbote. Wir hören auch, dass es auf dem Festland in Ontario und Saskatchewan weitere erhebliche Waldbrände gegeben hat, die sogar zu Luftproblemen in New York geführt haben. Angeblich ist das WM Finale gefährdet, die New Yorker müssen Atemschutzmasken tragen und Donald fordert Regress von Kanada. Was ist wahr, was ist fake?? Wir genießen in den Tagen das mehrheitlich wunderbare Wetter mit Temperaturen, die sogar die 30° Gradmarke erreichen. Wir sind zunächst verwundert über den starken Verkehr auf der Insel. Letztlich erklärt sich dies jedoch vor allem durch die wenigen großen Strassen, die vorhanden sind.
Auf der Insel haben wir besucht:
Duncan, die Stadt der Totempfähle. So wurden in der Stadt geschätzt um die 40 Totempfähle aufgebaut. Dadurch will der ansonsten nicht so ansprechende Ort vielleicht doch am Tourismus teilhaben. Wie auch immer, es sind Totempfähle, die von verschiedenen Künstlern im Auftrag der Stadt errichtet wurden. Durch die Erläuterungen an den Pfählen bekommst du schnell ein Gefühl für die Symbolik. Wir haben hier letztlich einen Schnellkurs in Sachen Totempfahl erhalten.
Um die Ecke liegt der charmante Ort Chemainus. Nachdem die große Holzfabrik vor Ort schließen musste, hat die Stadt sich auch neu aufgestellt. Sie haben weltweit Künstler eingeladen, die auf vielen Hausern insgesamt rund 60 Wandgemälde angefertigt haben, sogenannte “Murals”. Chemainus nennt sich gerne das größte Freilichtmuseum für Murals in Nordamerika. Der Ort hat seinen Charme behalten, die Murals, die insbesondere die Geschichte der Region darstellen, fügen sich hier sehr gut ein. Der Besuch des Ortes war eine echte Freude. Hier haben wir auch ein längeres Gespräch mit einer Einwanderin aus den Niederlanden geführt. Als Kind mit den Eltern eingewandert, betreibt sie heute, 35 Jahre später, eine Boutique im Ort. Sie träumt von einer Reise nach Europa. Chemainus ist wirklich charmant und noch ein echter Tipp, denn es ist noch nicht einer der ganz großen Hotspots der Insel.
Coombs, der Ort wirbt mit einem bunten Markt. Das besondere sind die Dächer des Marktes, auf dem Ziegen grasen. Ja, die Zeit hätten wir auch anders nutzen sollen.
Cowichan Bay wirbt die seiner Waterfront und deren Häusern auf Pfählen, die ins Wasser ragen. Tatsächlich sind die Prospekte ansprechender als die Realität. Außerdem herrscht hier ein ziemliches Gedränge auf engen Raum. Wir bleiben nur kurz.
Am Qualicum Beach verbringen wir eine Nacht mit Blick auf die Meerenge. Bei guten Wetter kannst du hier baden gehen. Restaurant & Bistros sind in der Nähe. Der Beach ist nicht überlaufen.
Ein Hotspot im Süden der Insel ist die Provinzhauptstadt Victoria. Hier verbringen wir einen wundervollen Tag. Wir starten im Park, der mit vielen exotischen Pflanzen und Wasserspielen angelegt wurde. So einer Park fehlt in Overath! Der Regierungssitz direkt am Hafen ist eine architektonische Augenweide. Mit dieser Aussicht lässt es sich bestimmt gut regieren mit angrenzendem, gepflegten Rosengarten des Gouverneurs. Vor dem Regierungssitz wurde der größte Totempfahl von Kanada positioniert, vermutlich als Zeichen für die Verständigung mit den indigenen Völkern. Unterwegs zum Fisherman’s Wharf entdecken wir zu unserer Freude tatsächlich Otter unterhalb des Stegs. Unsere ersten Otter in Kanada. Die lassen sich von den Spaziergängern, und das sind einige, tatsächlich überhaupt nicht stören. Die Wharf mit den vielen bunten Häusern und schön hergerichtete Hausboote gefallen uns sehr. Reizenden kleine Wassertaxis fahren zwischen Inner Harbour und Fisherman’s Wharf. Victoria ein Abstecher wert, gefällt uns sehr. Auf unserer Victoria-Küstenwanderung schauen wir auf die naheliegende Küste und auf einen hohen Gletscher der USA.
Wir fahren weiter auf die Westseite der Insel und steuern Port Renfrew an. Die Küstengegend ist im touristischen Sinne kein Hotspot, gleichwohl aber wunderschön. Es gibt tolle Küstentrails und viele einsame Strände. Der bekannteste ist wohl der China Beach. An den Stränden liegen oft Unmengen an Holzstämmen, so etwas kennen wir überhaupt nicht von europäischen Stränden; ein mhystischen Nebeneffekt.
Port Renfrew besteht gefühlt vornehmlich aus Ferienhäusern. Die Straßen sind sanierungsbedürftig, aber immerhin asphaltiert. Insgesamt ein netter Ort, der allein durch seine abgesonderte Lage etwas Besonderes ist. Gerne wären wir von hier aus weiter an der Westküste nach Tofino gefahren. Aber es führt nur eine Schotterpiste entlang der Küste dorthin, uns wird empfohlen, die asphaltierten Straßen zu benutzten; ein Umweg von mindestens 200km. Unser Vorteil: Wir haben die Zeit. So müssen wir die Insel in der Mitte gleich 2 x durchqueren, einmal von West nach Ost, und dann 50 km weiter nördlich wieder von Ost nach West. Auch gut, wir wollen ja auch das Innere der Insel kennenlernen.
Hier dominiert der Regenwald mit einer üppigen Pflanzenwelt, die nahezu undurchdringlich erscheint. Die Bäume sind oft komplett mit Moos und Flechten bewachsen. Die Flechten hängen teilweise von den Ästen herunter, ein Zauberwald wie bei den Harry Potter. Die dunklen Flechten werden “Indian Hair”, die hellgrünen Flechten “Od Man’s Beard” genannt. Nett, gell?
Wir besuchen die Cathedrale Grove, ein Hotspot im Inneren der Insel. Um die 50 Parkplätze kämpfen mehr als 100 Fahrzeuge; es wird gehupt, es entsteht ein Rückstau auf der Durchgangsstraße. Großstadtfeeling im Dschungel. Und Warum? Hier ist eine Ansammlung von Douglasien zu bestaunen. Ein Nadelgehölz mit riesigen Bäumen mit immensen Umfang, die bis zu 800 Jahre alt sein können. 1997 ist durch das Areal ein Sturm gezogen, der einige dieser Riesen gefällt hat. Im Sinne einer naturgerechten Rekultivierung wurden diese liegen gelassen, worauf mittlerweile neue Pflanzen wachsen. Das Areal erscheint dadurch noch mhystischer. Zurecht ein Hotspot auf Vancouver Island.
Am Sproat Lake legen wir eine Badepause ein. Der Badestrand eignet sich hervorragend zum Schwimmen und Motorbootfahren. Letzteres scheint hier sehr beliebt zu sein. Das Wasser ist bei Außentemperaturen von knapp 30°C wohltuend erfrischend. Der Grund des Sees ist allerdings ziemlich bewachsen. Wenn du dich hinstellt, stecken deine Füße gut 10 cm tief in dieser Pflanzenwelt; fühlt sich merkwürdig an, daher lieber nur schwimmen!! Sehr dankbar sind wir auch für die warme, angebotene Duschkabine. Nach den vielen Kilometern war das eine perfekte Pause.
Die Hotspots auf der Westseite der Insel sind eindeutig Tofino und Ucluelet. Hier haben wir nur mit viele Mühe und Glück einen Campsite für 3 Nächte ergattern können. Es gibt zwar sehr viele Campingplätze, aber diese Ecke der Insel ist eben auch sehr beliebt. Nicht alle Campingplätze sind im Internet buchbar, aber es ist ein Risiko, wenn du auf geratewohl ohne Buchung auf die lange Fahrt quer durch die Insel begibst; denn Freistehen ist auch strengstens untersagt und kann teuer werden. Unser Campsite ist auch ein wenig speziell, aber erfüllt seinen Zweck, auch wenn vor unserer letzten Nacht unser Campsite nach unserer Rückkehr vom Strand plötzlich durch einen anderen Camper belegt ist. Unschöne Diskussionen, das Office des Platzes nicht besetzt, warum lieben wir das Freistehen? Aber es gibt einen netten Pub, direkt am Campsite – das passt doch!!!
Tofino erweist sich als ein kleiner schicker, mondäner Touristenort. Hier gibt es einen kleinen Yachthafen, immer wieder landen oder starten Wasserflugzeuge. Bootsfahrten werden angeboten zwecks Angeln, Walbeobachtung oder einfach nur um das Inselparadies zu bestaunen. Gut hat uns auch die Ausstellung des indigenen Künstlers R.H.Vickers gefallen, die hier sehr umfangreich präsentiert wird. Eine Kunstausstellung hätten wir an diesem Ort nicht erwartet, aber es zeigt eben auch, wie sich dieser Ort entwickelt.
Ucluelet ist etwas bodenständiger. Unser Eindruck ist, das hier der Schwerpunkt auf Angeln gelegt wird. Rund um Ucluelet windet sich der Wild Pacific Trail, ein Wanderweg entlang der Pazifikküste mit atemberaubenden Ausblicken. Felsklippen und kleine Strandbuchten, die mit angeschwemmten Holzstämmen verziert werden. Unterwegs entdecken wir auch einen interessanten Vogel; die KI sagt, es ist ein Diademhäher. Schon hilfreich, so eine KI. Der Trail unterscheidet sich sehr von unseren famosen Trails in den Bergen, ist gleichwohl aber eine willkommene Abwechslung und einfach toll. Wir sind jedenfalls voll begeistert und geben für diesen Trail 10 von 10 Punkten. Zwischen den beiden Orten, die immerhin 40 km voneinander entfernt sind, liegt ein Sandstrand neben dem anderen. Die Gegend ist letztlich auch aufgrund ihrer Strände ein Hotspot für Urlauber geworden. Sehr beliebt auch bei den Surfern, die insbesondere am Long Beach geduldig mit ihren Brettern auf die perfekte Welle warten. An den flachen Sandstränden genießen wir auf ausgedehnten Wanderungen die Meeresbrise und das bunte Treiben. In Tofino haben wir übrigens auch das Finale der Fussball WM beim Public Viewing auf großem Bildschirm verfolgt. Gefühlt waren 99% der Zuschauer für Spanien, bei Spielabpfiff brach großer Jubel aus. Um uns herum stehen Kanadier, Deutsche, Niederländer, Amerikaner – nur keine Spanier und keine Argentinier.
Noch eine Anekdote: Während des Spieles kreisten pötzlich 2 Weißkopfadler über uns. Natürlich erregten sie unsere Aufmerksamkeit. Wir haben ihnen gerne zugeschaut, wie sie über unsere Köpfe kreisten – und haben dabei das einzige Tor des Spieles verpasst. Gibt es denn so etwas?! Insgesamt hat sich unser Ausflug an die Westküste der Insel sehr gelohnt – also eine Empfehlung.
Von Nanaimo aus nehmen wir wieder die Fähre nach Tsawwassen. Dieses Mal am frühen Morgen, die Fähre ist deutlich ausgebucht. Wir steuern nun die Grenze zur USA an. Wir haben durch die KI erfahren, dass wir für unseren MANí eine Ausnahmegenehmigung erwirken müssen, um mit dem eigenen Bus einreisen zu dürfen. Diese ist wohl erforderlich, da europäische KfZ die amerikanischen Abgasnormen nicht erfüllen. Problem: Wir haben das erst vor drei Tagen zufällig erfahren, die Bearbeitung eines solchen Antrages dauert aber leider bis zu sechs Wochen.
Unsere Verschiffungsagentur, die unsere Reise begleitet, verneint das Erfordernis einer solchen Genehmigung, sofern du über den Landweg in die USA einreist. Also auf dem Schiffsweg erforderlich, aber nicht auf den Landweg? Das klingt für uns nicht logisch. Dennoch wollen wir den Versuch einmal wagen. Wir wissen folglich jetzt noch nicht, wie es weitergeht. Wir sind gespannt, bleibt auch gespannt!!
Unser Fazit zu Kanada:
> Negativ:
Das kulturelle Angebot ist ausbaufähig. Die kleinen Livekonzerte in den Pubs sind wunderbar, jedoch ist das Angebot für Großkonzerte oder Opern überschaubar.
Preise werden immer vor Steuern und in Restaurants, Imbissen, Pubs vor Trinkgeld angegeben. Dabei werden Trinkgelder von 15% bis 25% erwartet. Warum diese Erwartung auch bei Self Service besteht, hat sich uns bis zum letzten Tag nicht erschlossen.
Löcher in den Straßen. Gerade in den Städten gibt es immer wieder Straßen, die noch schlimmer sind als einige in Köln... Auch auf den kleineren Landstraßen hangelst du dich manchmal von Schlagloch zu Schlagloch. Gut sind dagegen zumeist die überregionalen Highways.
Kanada hat ein Drogenproblem. Vielleicht rächt sich hier, dass Cannabis kommerziell gehandelt wird. Aber sowohl in den großen wie auch in den kleinen Städten haben wir dieses Problem häufig bemerkt.
> Positiv:
Das Landschaft ist einfach wunderbar vielfältig und auch spannend. Ob das wohl an der Größe liegt?
Die Menschen sind äußerst angenehm. Überall haben wir nette Begegnungen gehabt. Die Menschen sind offen und empathisch, sie sind rücksichtsvoll und höflich. Durch die hohen Einwanderungszahlen ist dieses Land das Paradebeispiel für Weltoffenheit, Miteinander und Toleranz. Wir haben nicht gewußt, wie schön das ist.
Ergebnis:
Wenn wir jung genug wären, würden wir über eine Auswanderung nachdenken. Das Land blickt optimistisch in die Zukunft. Unser Fazit ist natürlich subjektiv. Viele Aspekte haben wir überhaupt nicht in das Kalkül gezogen. Wie ist z.B. das Sozialsystem aufgestellt? Aber in unserer Wahrnehmung ist es ein lebenswertes Land, das durch Landschaft und die Toleranz der Menschen besticht.Read more
Lake Cowichan
July 16 in Canada ⋅ 🌧 20 °C
011 Reisebericht Canada vom 02.-12.07.26
July 16 in the United States ⋅ ⛅ 32 °C
011 Reisebericht Canada vom 02.-12.07.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich auf 8.210 km. Unser nächster Teilabschnitt Jasper – Blue River – Bridge Lake – Kamloops – Pemberton – Whistler - Vancouver umfasst nun zusätzlich 1.000 km.
In Jasper haben wir das Ende des Icefield Parkway erreicht. Diese 260 km lange Panoramastrecke führt quer durch die Nationalparks Banff und Jasper; ist eine absolute Traumstrecke, also ein unbedingtes “Must Do It” für jeden Besucher der Rocky Mountains. Vorteil: Die Strecke führt meistens in einem Tal durch die Bergwelt. Rechts und links türmen sich schneebedeckte 3.000er und hin und wieder kannst du Tiere am Straßenrand oder auf der Straße beobachten. Die Strecke ist für jedes Fahrzeug ohne Probleme fahrbar. Nachteil: Diese optimalen Rahmenbedingungen führen dazu, dass die Strecke gut frequentiert ist. Die drei Zentren Banff, Jasper und Columbia Icefield sind die Touristenhotspots auf der Strecke. In den Nationalparks befinden sich viele Campgrounds, manche können im Voraus gebucht werden, andere haben das System “first come first get”; die einen bieten einen Komplettservice, die anderen lediglich Basic Service (Toilette, Müll). Serviceleistungen wie Strom, Dusche, Dumping Station, Frischwasser gibt es nicht auf allen Campgrounds. Und ebenfalls wichtig: Ausserhalb der drei Zentren gibt es auf der gesamten Strecke kein WiFi!
Wir verlassen Jasper und reisen weiter nach Blue River in der Provinz British Columbia, die Zeit Verschiebung nach Deutschland beträgt jetzt 9 Stunden. Das Wetter ist wieder durchwachsen, Sonne und kurze Schauer wechseln sich ab. Wir inspizieren die Umgebung um unseren Campground. Hier wird im Winter Heli Skiing angeboten. Hinter dem wunderhübschen kleinen Eleanore See erstreckt sich ein Wandergebiet. Hier wollten wir einen schönen Nachmittag verbringen, schwimmen, paddeln, spazieren, wandern, whatever – aber die Mosquitos fressen einen förmlich auf. Wir stoppen alle Aktivitäten und verstecken uns im MANí. Diese gemeinen, blutgierigen Monster!!!
Weiter geht es Richtung Clearwater; zum Zentrum der grünen Idylle. Wir wechseln vom Hochgebirge ins Mittelgebirge – eine sehr gefällige Landschaft. Das beständige Grün wird immer wieder durch Seen aufgelockert. Clearwater erweist sich als ein kleines Touristenzentrum mit einem vielfältigen Angebot. Allerdings sind die Preise hier höher als am Lake Louise!! Nein, danke.
Wir fahren weiter und finden einen absoluten Traumplatz am Latremouille Lake in der Nähe von Bridge Lake. Unser Stellplatz liegt direkt am See; absolute Ruhe, wunderschön. So haben wir uns Kanada immer vorgestellt. Wir haben auch nette Nachbarn, eine kanadische Familie mit 2 Hunden, die hier wohl eine Woche verbringen. Sie haben es sich hier richtig gemütlich gemacht. Lustig ist es, wenn die fünf auf ihren zwei Brettern in den See paddeln, Mutter und Tochter vorneweg, Vater mit den beiden Hunden hinterher. Alle fünf haben Spass auf dem Wasser, und wir am Uferrand auch. Von den Nachbarn erhalten wir auch Zugang zum Internet, unsere „eSim“ versagt hier leider vollständig. Das ist für unsere Orientierung und weitere Planung wirklich eine große Hilfe. Vielen Dank dafür!
Wir machen einen Tagesausflug zum RODEO nach Bridge Lake – ist unser erstes Rodeo; wir sind gespannt. Rodeo ist auch immer ein wenig Volksfest, hier kommt die ganze Umgebung zusammen und feiert. Die Kunststücke mit den Pferden, Lassos, Rindern, Bullen gepaart mit den verschiedenen Foodtrucks bilden dabei das unterhaltende Rahmenprogramm. Genauso wichtig ist es aber auch das Socialisen, sich zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam Freude zu haben. So richtig tierfreundlich ist ein Rodeo auch nicht. Kälber werden erst mit Pferd & Lasso eingefangen, dann auf den Boden geworden und gefesselt, mutige Cowboys setzen sich auf irgendwelche Muskelpakete von Bullen und lassen sich durchschütteln. Pferde müssen parieren. Aber die Menge hat Spass – und wir auch. Leider spielt das Wetter einfach nicht mit. Die Veranstaltung beginnt mit Hagel und Dauerregen. Es ist einfach nur kalt, nass und ungemütlich. Das ist leider sowohl für die Akteure als auch für die Zuschauer nicht wirklich schön. Aber die echten Kanadier scheint das schlechte Wetter weniger zu stören. Wie auch immer, für uns war es eine interessante Erfahrung. Jetzt können wir mitreden.
Bridge Lake liegt übrigens am Fishing Highway 24, der Name ist hier Programm, viele Gäste kommen zum Angeln und Fliegenfischen. Wir lernen einen Gast kennen, der extra vom Bodensee zum Fliegenfischen hierhergereist ist.
Unsere Reise geht weiter, dieses Mal bis Kamloops. Die Landschaft ändert sich hier wieder sehr deutlich. Kamloops ist umrahmt von Hochplateaus, die Landschaft ist überraschend trocken, Büsche und Pinienwälder dominieren. Die bisherigen üppigen Wälder und das satte, erfrischende Grün werden zunehmend durch eine Steppenlandschaft ersetzt. Wir bleiben in Kamloops eine Nacht, besuchen das Wildlife Center, also ein kleiner Zoo, wo wir schließlich endlich einmal Biber und Elche in Kanada antreffen wollten. Nun gut, wir sehen Bären, Adler, Eulen, Füchse, Wapitis und einiges mehr. Aber weder Elche noch Biber werden gezeigt. Pech gehabt! Die großen Raubvögel werden in recht überschaubaren Volieren gehalten, ist das artgerecht? Das Thema “artgerechte Haltung” wird im Kölner Zoo doch um einiges besser umgesetzt.
In der Stadt flanieren wir durch den Riley Park. Hier beobachten wir eine Gruppe von zehn Maulwürfen, die sich hier am Parkrand vergnügen. Die possierlichen Tiere scheinen wenig Scheu vor den Menschen zu haben. Im Park ist eine große Bühne aufgebaut; Public Viewing > Fussball WM in Parkatmospäre. Eine schöne Idee!! Und es gibt sogar einen kleinen Rosengarten, die Rosen sind gerade in voller Blüte – so lovely!!
Pemberton ist unser nächstes Ziel. Direkt hinter Kamloops passieren wir einige kleine Salzseen, die hier auch eine Folge des trockenen Klimas sind. Immer wieder fahren wir an einer Ranch vorbei; Bonanza-Feeling. Vielleicht treffen wir ja auch noch Little Joe und Hoss? Wir machen einen Stopp bei der Deadman’s Junction Ranch, einer klassischen Western-Geisterstadt mit Saloon, Gefängnis und Holzhäusern. Sie diente bereits mehrfach als Kulisse für Westernfilme. Hier lassen sich natürlich tolle Aufnahmen machen. Der Betreiber ist ein Unikat, der nicht zu reden aufhört. Er warnt uns eindringlich vor den vielen Klapperschlangen, die hier ihr Unwesen treiben. Ernst oder Fake? Wir sind lieber ein wenig vorsichtig. Das Herumstreifen macht viel Freude, vielleicht weil wir die Ghost Town am frühen Vormittag bei angenehmen Temperaturen ganz für uns haben. Das Wetter ist bestens, aber es werden noch Temperaturen von an die 40°C erwartet. Jedenfalls wird uns das erzählt. Wieder Fake? Tatsächlich sind wir nahe der einzigen Wüste von Kanada; natürlich ist hier auch der heißeste Ort des Landes. Aber auch egal, wir wollen nicht in die Wüste – wir fahren weiter nach Pemberton. Das liegt wieder in den Bergen, und da herrschen annehmbare Temperaturen. Wir finden den feinen Stellplatz, der von der Stadt zur Verfügung gestellt wird und verbringen eine ruhige Nacht. Übrigens haben wir in Pemberton unser 24-jähriges Kennenlernen gefeiert - stilgerecht mit Wein und Kaffee.
Der legendäre Mount Whistler ist gleich nebenan und daher unser nächstes Ziel. Das Village Whistler meiden wir, es ist dort sehr busy – und eigentlich interessiert uns mehr der Berg und die Natur. Tatsächlich wissen wir auch am Ende des Tages immer noch nicht, welcher von den vielen Bergen der Mount Whistler ist – aber letztlich ist das auch egal. Die Gegend ist phänomenal; die Berge ragen deutlich weniger hoch in den Himmel als die am Icefield Parkway; so ist der Mount Whistler auch n u r 2.181 m hoch, er gehört übrigens zu den Coastal Mountains und nicht zu den Rocky Mountains. Die Gegend gefällt uns ausnehmend gut, hier könnten wir noch ein paar Tage mehr verbringen. Am Olympic Park unternehmen wir die Wanderung am Medley Creek Loop. Der Weg führt teilweise über Pfade, die im Winter als Langlaufpiste genutzt werden. Eine schöne entspannte Wanderung, wenn du von den vielen Hinweisschildern absiehst, die vor Bären warnen. Vorsichtshalber probieren wir auch unser Bärenspray aus; da ist ganz schön Druck drauf. Das gibt uns ein besseres Gefühl.
Der Olympic Park ist straff organisiert, aber letztlich konstatieren wir eine deutliche Sommerflaute. Wir könnten hier und jetzt auch eine Fahrt mit dem Bob auf der Eisbahn machen, aber wer will denn so etwas machen? Egal, außerhalb des Parkgeländes finden wir eine tolle Übernachtungsgelegenheit mit Blick auf die schneebedeckte Bergkette, die wir uns mit 15 anderen Wohnmobilisten teilen.
Wir sind sehr gespannt auf Vancouver, unser nächstes Etappenziel. Die Anreise verläuft mit vielen Zwischenstopps, weil die Aussicht auf die Landschaft immer wieder überwältigend ist. Es gibt Ähnlichkeiten zu den Fjorden in Norwegen, aber auch wirklich nur Ähnlichkeiten. Das Wetter spielt mit, dafür sind wir dankbar. Eine wunderbare Panoramastraße, sie gehört auf jeden Fall zu den schönsten Panoramastrassen, die wir kennen. Unterwegs treffen wir eine Familie vom Niederrhein. Sie holen ihren Sohn ab, der ein halbes Jahr in der Nähe von Vancouver verbracht hat. Ergebnis: er wäre am liebsten geblieben.
In Vancouver ist der Verkehr deutlich angespannter, aber MANí bleibt souverän. Wir finden unseren vorab reservierten Campground in einem Randbezirk, hier bleiben wir vier Nächte. Am Empfang werden wir von Hanna und Achmed begrüßt, wieder zwei deutsche Einwanderer, die sich hier sichtlich wohl fühlen. Auf dem Campground kommen wir mit einer deutschen Familie aus Hamburg ins Gespräch, die Eltern holen ihre Tochter nach einem Auslandssemester ab. Auch sie wäre lieber noch ein wenig geblieben. Die Geschichten wiederholen sich, wir finden das äußerst interessant. Auf dem Campground sind viele deutsche Touristen, das ist für uns sehr ungewohnt. In den letzten 10 Wochen waren deutsche Begegnungen eher selten. Der Campground ist richtig luxuriös, so gibt es z.B. einen Pool und einen Fitnessraum. Sehr gut, letzteren haben wir dann auch einmal genutzt. Ansonsten hat es uns aber primär in diese magische Stadt gezogen. Wir fahren immer mit dem Skytrain (eine fahrerlose U-Bahn) in die Stadt, Fahrtzeit rund 40 Minuten.
In Vancouver empfehlen wir die folgenden Highlights:
Die Waterfront ist spektakulär. Hier liegen die Kreuzfahrtschiffe. Es ist dementsprechend voll und busy. In Sichtweite starten die Wasserflugzeuge und Helikopter für Rundflüge.
Im Rahmen der Fußball WM ist die Granville Road eine einzige Partymeile. Das kannst du schön finden, oder auch nicht. Durch das grelle Sonnenlicht sind die auf der Straße befindlichen Bildschirme nur bedingt tauglich. Dazu sind die meisten Zuschauer auch mehr am Alkohol und Lamentieren interessiert. Das eigentliche Spiel wird leider oft zur Nebensache. Kein Wunder, Kanada ist ja auch schon raus. Für das Spiel Schweiz gegen Argentinien entscheiden wir uns für ein mexikanisches Restaurant auf Granville Island. Natürlich haben wir auch Fähnchen dabei, die zur Unterhaltung sämtlicher Nachbarn auch stilgerecht auf unserem Tisch platziert werden. Im Laufe des Spieles zeigt es sich, dass hier mehr Fans für die Schweiz als für Argentinien sind, aber geholfen hat das leider auch nicht. Egal, wir hatten trotzdem einen schönen Abend. Granville Island ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert. Ein Angebot an jeder Menge Seafood, schönen Boutiquen und Marktständen. Viele Strassenkünstler bilden das Rahmenprogramm.
Gastown ist ebenfalls ein besonderer (von uns favorisierter) Stadtteil; ein pulsierendes Viertel, das auch als das historische Herzstück der Stadt bezeichnet wird. Bekannt durch die einzigartige Steamclock, die regelmäßig den Westminster Glockenschlag nachpfeift. Ein Wunderwerk der Technik und entsprechend beliebt. Gastown haben wir als sehr touristisch erlebt. Die Einheimischen, also Leute im Stream Punk Look oder Gothic Look, sind deutlich in der Minderheit. Aber es laufen schon ein paar echte Exoten durch diesen Stadtteil. Wir finden, das lohnt sich auf jeden Fall.
Viel Freude hat die Fahrradtour durch den Stanley Park gemacht. Mit geliehenen Rädern machen wir uns auf den Weg. Immer wieder gibt es einen Stopp, um das wunderbare Panorama auf die Skyline von Vancouver zu genießen. Unterwegs gibt es einen kleinen Garten, auf dem mehrere Totempfähle stehen. Und natürlich ist das auch eine willkommene Gelegenheit für eine kleine Kaffeepause. Die Strecke ist gut ausgebaut, verfahren kannst du dich nicht.
Die beliebte Rad-Strecke ist dank der Einbahn-Regelung gegen den Uhrzeigersinn kein Konflikt-Potential wie die Rheinufer-Strecke in Kölns Altstadt! Positiv ist anzumerken, dass die Mehrzahl der zahlreichen Radler auch sehr rücksichtsvoll unterwegs ist.
Später gibt es noch eine kleine Lunchpause neben einem kleinen Freibad mit einen Infinity-Pool, von dem schaust du auf das Meer – ist das nicht phantastisch? Wir haben viel Freude, viel Bewegung – und einfach einen tollen Tag gehabt. Also ja, diese Fahrradtour ist eine Empfehlung.
Unser Fazit zu Vancouver: Es ist eine Traumstadt in einer famosen Umgebung. Auf der einen Seite ist der Pazifik, auf der anderen Seite erstrecken sich die Coastal Mountains. Gleichwohl ist es eine Großstadt mit all ihren Vor- und Nachteilen. Positiv ist das umfangreiche kulturelle Angebot, nachteilig ist der immense Touristenansturm sowie die Verkehrssituation in der Stadt. Ja, wenn wir ein wenig jünger wären, würden wir vielleicht auch noch einmal nachdenken, ob……….
Noch eine Randinformation: Vancouver liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Karlsruhe.
Ein Satz noch zu unserer Windschutzscheibe. Sie hält sich wacker, auch wenn der Riss schon ein wenig gewachsen ist. Wir bleiben positiv gestimmt, et hätt noch immer jot jejange. Unsere Reise geht weiter, nach der Großstadt brauchen wir jetzt erst einmal eine Auszeit auf der Insel. Also, bleibt gespannt!!!!!!!
Good to know:
> British Columbia: Die Provinz hat aktuell knapp 6 Mio. Ew. und verzeichnet seit kurzem erstmalig einen Bevölkerungsrückgang. Durch die hohen Lebenshaltungskosten, verstärkt durch eine aktuell recht restriktive Einwanderungspolitik, wurde für 2025 erstmalig ein Rückgang festgestellt. Gut die Hälfte der Bevölkerung lebt im Großraum Vancouver. Die Hauptstadt der Provinz heißt Victoria und liegt auf Vancouver Island.
> Vancouver: Die Kernstadt zählt 750.000 Ew, die Metropolregion hat über 3 Mio. Ew. So wie für die Provinz sind aktuell auch die Einwohnerzahlen für Vancouver stagnierend bzw. leicht rückläufig. Die Stadt ist lediglich 40km von der amerikanischen Grenze entfernt. Die Kernstadt ist überflutet mit schlanken Wohntürmen. Dieses urbane Konzept, das Vancouverism genannt wird, setzt weltweit neue Denkanstöße und Massstäbe bei der Stadtplanung. Vancouver gilt als eine der lebenswertesten Städte weltweit und ist bekannt für eine progressive Umweltpolitik sowie für ihre außergewöhnlich multikulturelle Bevölkerung.
> Auslandsaufenthalt für Schüler: Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt. Dieser muss vor Beginn der Abiturphase stattfinden. Der Aufenthalt kann bis zu einem Schuljahr betragen, meistens aber wohl nur für ein halbes Jahr. Wir finden: Wenn das Budget passt und die Schüler das Interesse und die Motivation mitbringen, ist das eine feine Sache. Es kann sich natürlich auch als Problem erweisen, wenn die Schüler nicht mehr nach Hause möchten …..Read more
010 Reisebericht Canada 25.06.-02.07.26
July 7 in Canada ⋅ ☁️ 18 °C
010 Reisebericht Canada 25.06.-02.07.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich auf 7.810 km. Unser nächster Teilabschnitt Glacier NP (Illecillewaet Campground) – Banff NP (Waterfowl Lakes Campground, Columbia Icefield – Jasper NP (Wapiti Campground) umfasst nun zusätzliche 400 km.
Die Strecke zum Banff NP sind wir bereits einmal gefahren. Wieder kreuzen wir einen unserer Lieblingsplätze – den Lake Louise. Aber wir stürzen uns nicht in das Getümmel am See, es wird aufgetankt, Großeinkauf getätigt und es geht weiter nördlich. Knapp hinter dem Ortsschild kommt er uns auf dem Icefield Parkway entgegen getrottet – der Grizzly!!!! Unbeeindruckt von den stehenbleibenden Autos marschiert er Richtung Stadt. Er will bestimmt in das Nobelrestaurant am See, die haben heute Lachs auf der Karte. Wir haben jedenfalls eine gute Gelegenheit, den prächtigen Bären aus der Nähe zu beobachten, und fühlen uns in unserem MANí zum Glück auch sicher. Übrigens steigt kein anderer Beobachter aus dem Auto, um ein Selfie mit diesem Brummi zu machen. Wir jedenfalls freuen uns sehr über diesen Glücksmoment.
Die letzten Kilometer zu dem Waterfowl Lakes Campground vergehen wie im Fluge. Hier werden Campsites vergeben nach dem Prinzip first come-first get. Reservierungen sind nicht möglich. Aber wir sind rechtzeitig und finden einen tollen Platz direkt am Mistaya River, einem idyllisches Fleckchen Erde. Wir entscheiden uns, drei Nächte zu bleiben.
Der Blick über den See zu den schneebedeckten Berggipfeln ist wirklich malerisch. Am See lernen wir – einmal mehr – einen deutschen Auswanderer kennen. Er ist vor einigen Jahren vom Niederrhein nach Kanada ausgewandert, fühlt sich offensichtlich pudelwohl, und ist vor kurzem glücklicher Papa geworden. Leider kippt nach dem ersten Abend das Wetter; es bedeckt sich zunehmend und immer wieder kommt es zu Regenschauern.
Tapfer halten wir an unseren Programmpunkten fest:
Wir besuchen den Peyto Lake. Das ist ein wahres Phänomen: der Himmel ist grau, das Wetter ist trübe, aber der See leuchtet richtig blau. Warum ist das so? Der Effekt ist insbesondere von Ende Juni bis in den August zu beobachten. Während der Schneeschmelze wird von den Felsen feiner Staub (genannt Gletschermehl) in den See gespült. Da der Staub sehr fein ist, sinkt er nicht auf den Grund, sondern schwebt im See. Bei Lichteinwirkung schluckt der Staub alle Farben außer blau und grün. Entsprechend werden nur blaue und grüne Lichtstrahlen reflektiert und sind sichtbar. Ein wirklich wunderschönes Phänomen. Wir sind jedenfalls beeindruckt.
Voll motiviert begeben wir uns auf den Trail zum Bow Summit. Anfangs läuft es auch ganz gut, doch die Eisfelder werden immer größer, der Weg am Ende auch noch steiler – wir brechen ab. Trotz Wanderschuhe, das war uns zu riskant. Unterwegs kommt uns eine junge Frau im dünnen Kleid (wir haben knapp 10°C) mit Flip Flops entgegen, nassen langen Haaren (es regnet immer wieder), sie möchte ebenfalls auf den Summit. Das ist absolut verrückt und kann nicht gut enden, aber sie muss ihre Erfahrungen selber machen.
Direkt an unserem Campsite startet eine weitere Wanderung zum benachbarten Chephren Lake. Doch auch diese Wanderung brechen wir nach einer Stunde ab, der Weg ist einfach zu schlammig, das macht nicht wirklich Spass.
Mehr Glück haben wir bei unserem Ausflug zum Mistaya Canyon. Ebenso wie der Peyto Lake ist auch der Canyon ein sehr beliebtes Ausflugsziel und gut besucht. Aber wir können das Naturschauspiel sehr gut beobachten. Das Gletscherwasser hat in dieser Kalksteinschlucht durch die gewaltige Kraft bizarre wellenförmige Felsformationen und tiefe Strudeltöpfe gewaschen. Ein lohnender Besuch.
Wir reisen weiter in Richtung Columbia Icefield Discovery Center.
Kurz vor dem Center begehen wir den Wilcox Pass Trail. Aber das Wetter spielt wieder nicht mit; wir haben den Trail begonnen, um von der Passhöhe einen besonders guten Blick auf den Athabasca Gletscher zu erhalten. Tiefe Wolken, Nebelschwaden, ständiger Regen – ja, das war schon wieder nichts.
Im Center verbringen wir eine Nacht umgeben von zahlreichen 3.000ern. Das Columbia Icefield ist eine riesige zusammenhängende Eis- und Schneemasse, die ein hochalpines Plateau bedeckt und mehrere Gletscher, auch den Athabasca Gletscher, speist. Schade nur, dass sich die 3.000er und das Eisplateau in den Wolken verstecken.
Hier werden schöne Highlights angeboten. Es gibt den Glacier Skywalk – eine Aussichtsplattform mit Glasboden mit einem guten Blick auf den Gletscher. Dann gibt es Fahrten mit dem Ice Explorer auf den Gletscher und geführte Wanderungen auf dem Gletscher. Heute ist es leider untersagt, den Gletscher auf eigene Gefahr zu betreten. Übrigens, vor 30 Jahren war das noch ohne Probleme möglich. Die genannten Angebote sind unserer Meinung nach extrem überteuert, aber es besteht trotzdem eine hohe Nachfrage. Wir schonen unsere Reisekasse lieber ein wenig, zumal die Sicht aufgrund des bescheidenen Wetters doch eingeschränkt ist.
Stattdessen nutzen wir das Restaurant für ein feines Diner. Schöner Tisch mit Blick auf den Gletscher, den wir halt nur aufgrund des schlechten Wetters kaum erkennen können. Unsere Kellnerin Bella, eine sehr nette Person mit einem wunderbaren Lachen, ist übrigens auch eine Einwanderin. Sie kommt aus Perth Australien und ist der Liebe wegen in Kanada geblieben. Eine Lovestory!!! Leckerer Wein, leckeres Bisonsteak, leckerer Gemüsestrudel, eine äußerst nette Bedienung, das ist doch ein sehr feiner Abend.
Am nächsten Morgen wollen wir weiterreisen, da kommt sie nun endlich – die Sonne. So können wir wenigstens noch ein paar schöne Momente und Ausblicke auf den Athabasca Gletscher und das umliegende Icefield genießen.
Wir besuchen noch die informative Foto-Ausstellung zum Columbia Icefield, die im Center gezeigt wird. Hervorragende Photos, die kurz und bündig erläutert sind. Danach verlassen wir dieses wirklich wunderschöne Fleckchen Erde bei Sonnenschein.
Das Columbia Icefield ist auf jeden Fall ein Highlight unserer Reise, und eine unbedingte Empfehlung.
Bei weiterhin unbeständigem Wetter reisen wir nach Jasper zum Wapiti Campground, wo wir drei Nächte verweilen. Auf dem Weg nach Jasper machen wir einen kurzen Stopp bei den Sunwapta Falls sowie bei den Athabasca Falls. Mehr beeindruckt haben uns die Letztgenannten. Richtig schön war jedoch eine kleine Lunchpause unterwegs auf einem No Name Rastplatz direkt am Bow River. Wir beide am Fluss sitzend – bei Sonnenschein – das Panorama genießend, und kein anderer Mensch um uns herum. Das ist jetzt unsere neue Lieblingsstelle.
Bei den Athabasca Falls sehen wir erste Spuren des verheerenden Feuers rund um Jasper. Das Feuer war im Sommer 2024 und hat große Landstriche (33.000 Hektar) und ungefähr 30% der Häuser in Jasper zerstört. Verursacht durch Blitzeinschläge und gefördert durch einen vor erkrankten Wald hat sich das Feuer sehr schnell ausgebreitet und war anfangs nicht kontrollierbar. Es wurde später auch als ein “Monsterfeuer” bezeichnet. Wir fahren Richtung Jasper auf der Nebenstrecke Highway 93a.
Hier wollten wir eigentlich den Mount Cavill erobern, aber Parkplätze, Trails und auch die Straße zum Cavill sind aufgrund des Feuerschadens gesperrt. Stattdessen sehen wir überall verbrannte Erde und Pflanzen. Wir bekommen einen Eindruck vom Drama, welches sich hier vor zwei Jahren abgespielt haben muss. Gleichwohl sehen wir auch wieder erstes Grün auf dem Waldboden sprießen, und auch die ersten Wapitis laufen bereits durch die Landschaft. Unser Campground heißt auch nicht ohne Grund Wapiti Campground. Hier ist ein ganzes Rudel dieser Tiere zu Hause. Immer wieder streifen sie durch das Camp und starren zum Fenster herein. Bobby war über diese Neugier auch sehr verwundert.
In Jasper wird derzeit noch viel gebaut, am Ortsrand stehen noch zahlreiche Container, die als Notunterkunft dienen – 2 Jahre danach!!! Der Ort selber ist ansprechend, zweckmäßig, sehr gut strukturiert und organisiert. Er ist kleiner als Banff und wohl auch nicht so mondän. Da das Wetter wieder unberechenbar ist, legen wir einen Waschtag ein. Zwei Maschinen Wäsche plus Trocknen kosten knapp 30 Dollar. In Jasper lassen sich auch wieder schöne Aktivitäten organisieren. Rafting ist ja auch noch auf unserer Liste. Aber letztlich hält uns das schlechte Wetter dann doch davon ab. Stattdessen unternehmen wir einen Tagesausflug zum Man and Medicin Lake und Maligne Lake. Unterwegs gibt es immer mal wieder Viewpoints. So auch einen mit Blick auf einen Adlerhorst. Liebe Sonja, leider haben wir nicht euer Glück gehabt. Letztes Jahr war hier wohl noch ein munteres Treiben im Nest. Dieses Jahr war das Nest leer.
Die Bootsfahrt am Maligne See hat uns gereizt, jedoch haben wir davon aufgrund des schlechten Wetters, der schlechten Sicht und den überhöhten Preisen Abstand genommen. Einen kleinen Trail haben wir dann doch gewagt, so haben wir wenigstens ein wenig Bewegung gehabt. Das war es dann aber auch. Nice walk, no view.
Auf der Rückfahrt begegnet uns noch ein kapitaler Wapiti mit einem umfangreichen Geweih – ein prächtiger Bursche.
Am nächsten Morgen verlassen wir Jasper. Zum ersten Mal zeigt sich die Stadt bei Sonnenschein, so als will sie sagen, bleibt doch noch ein Weilchen hier. Aber wir wollen weiter – also bleibt gespannt!!!!!
Good to know:
> Kanada und die Eisenbahn in der Vergangenheit und in der Gegenwart:
> Vergangenheit: die Eisenbahn ist das Rückgrat der kanadischen Geschichte. Ohne sie gäbe es das Land in seiner heutigen Form nicht. Ende des 19. Jahrhundert bildete sich die kanadische Föderation zunächst an der Ostküste. Das unabhängige British Columbia im Westen erklärte sich nur zum Beitritt bereit, sofern eine Eisenbahnverbindung quer durch das Land den Osten mit dem Westen verbindet. Der eigentliche Bau der Strecke (4.800 km von Montreal bis Vancouver) dauerte übrigens nur fünf Jahre! Wie lange hat man jetzt an der Leverkusenern Brücke oder an der Oper in Köln gebaut? Wir schweifen ab, es bleibt das Ergebnis: die Bahn war seinerzeit die elementare Voraussetzung um der kanadischen Föderation den Weg zu dem heutigen Kanada zu bereiten.
> Gegenwart: heute dominiert eindeutig der Güterverkehr auf der Bahn. Die Güterzüge haben oft eine Länge von mehr als einem Kilometer und die Container werden auf den Waggons i.d.R. gestapelt. Der Anteil des Personenverkehrs ist gering. Der Kanadier von heute fährt Auto oder fliegt.Read more
009 Reisebericht Canada vom 16.-25.06.26
June 28 in Canada ⋅ 🌧 10 °C
009 Reisebericht Canada vom 16.-25.06.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich auf 7.260 km. Unser nächster Teilabschnitt Calgary – Longview – Canmore – Banff – Golden umfasst nun zusätzliche 550 km.
Wir starten bei besten Wetter und bester Laune in die Rocky Mountains. Wir machen erneut einen Abstecher über das Turner Valley bis nach Longview, da wir von hier einen guten Zugang zu dem Kananaskis Country haben. Das Country ist ein riesiges zusammenhängendes System aus Provinzparks und Schutzgebieten. Aber es ist gleichwohl genauso sehenswert wie die berühmten Nationalparks in den Rockies. Wir fahren auf einer wunderbaren Panaromastrasse und haben die Berge immer vor uns im Blick. Es ähnelt ein wenig den Voralpen oder dem Allgäu. Wir sehen viel Natur und auch ein paar Wildtiere, Ziegen und das hier berühmte Bighorn Sheep. Den Tieren gefällt es auf dem Highway sehr gut, sie lecken immer die Teerrinne mitten auf der Strasse. Und lassen sich dabei auch nicht stören. Das muss schon ziemlich schmackhaft sein. Hier kann man sicherlich wunderschöne Wanderungen um die Seen vornehmen. Aber wir wollen weiter.
Wir fahren durch bis Canmore. Hier steuern wir den Grassi Lake zwecks einer kleiner Wanderung an. Die Parkgebühren sind unverschämt, aber jetzt sind wir schon mal hier. Am See werden gerade Hochzeitsfotos für ein Paar geschossen. Ein schönes Paar, das Kleid der Braut hängt im See, das Wetter ist nasskalt, der Fotograf gibt sich alle Mühe. Unser Spaziergang führt uns durch ein gehobenes Wohngebiet am Hang, bei dem Wetter ist niemand auf der Strasse, es sind durchgehend tolle Häuser – eingebettet in der wunderbaren Natur der Rockies. Ausserhalb des Ortes Canmore übernachten wir auf einem Wanderparkplatz nebst zehn anderen WoMos. Am nächsten Tag erkunden wir das Städchen, ein netter kleiner Ort, der kurz vor dem Touristenboom steht. Trotz der hohen Immobilienpreise wird hier kräftig gebaut. Sehenswert ist die Kletterhalle im Ort, hier herrscht reger Betrieb. Aufgrund des nur mittelprächtigen Wetters versuchen wohl hier alle Sportenthusiasten ihr Glück. Wir betreiben hier genüsslich ein paar Sozialstudien – und verziehen uns wieder. Sonst schicken die uns noch auf die Kletterwand. Ansonsten ist der Ort gemütlich und überschaubar.
Wir reisen weiter in den Nationalpark Banff. Nahe des Ortes Banff haben wir zunächst zwei Übernachtungen mit Vollpension (d.h. mit Dusche und Strom) im Campground Tunnel Mountain Village 2, danach drei Übernachtungen – sehr Basic – auf dem Campground Two Jack Main. Dort lernen wir eine deutsche Auswanderfamilie kennen, Laura und Michael und ihre beiden noch nicht schulpflichtigen Kinder wohnen jetzt in Calgary. Während unserer Tage in Banff unternehmen wir die folgenden Wanderungen:
> Sundance Canyon Trail: die Wanderung verläuft entlang des Flusses um später in den Canyon zu steigen. Am Fluß treffen wir immer wieder auf Gruppen, die mit ihren Pferden entlang des Trails reiten. Im Canyon begegnen wir einem indigenen, sehr kommunikativen Kanadier, liefert uns gute Informationen und viele Ratschläge für die weitere Reise. Vielen Dank.
>Lake Minnewanka: ist ein Hotspot rund um Banff. Entsprechend war es ziemlich voll – trotz des mittelprächtigen Wetters. Die Wanderung, die wir uns vorgenommen hatten, führt entlang des Sees. Aber – aufgrund einer Bärenwarnung - war sie nicht durchführbar. Unsere Meinung: keine Empfehlung.
> Sulphur Mountain Trail: gestartet bei den Hot Springs führt die Wanderung über 650 Höhenmeter hinauf auf den Mount Sulphur. Die Wanderung ist gut begehbar und windet sich langsam über Serpentinen aufwärts durch den Wald mit eingeschränkter Sicht auf das Umfeld. Ist für sportlich ambitionierte eine gute Wahl, spannender jedoch ist es oben auf dem Gipfel. Denn den erreichen nicht nur die sportlich Ambitionierte, sondern auch die Gondelfahrer. Dort oben treffen Welten aufeinander. Stirnband und Leggins trifft auf Gucci Tasche und Prada Brille. Ein Eldorado für die von uns so geliebten Sozialstudien. Wenn die jungen und junggebliebenen Ladies auf dem Gipfel bei knapp 10 °C sich ihrer Daunenjacken entledigen, um sich in Spagettiträgern ablichten zu lassen, wobei die genannten Taschen und Brillen immer mit auf das Bild müssen. Besser als Fernsehen!!!! Aber egal wie – der Gipfel des Sulphur Mountains ist eine Empfehlung.
> Lake Louise: ein Kronjuwel in Kanada!!!! Und das stimmt. Schwierig ist die Anfahrt. Mit dem WoMo ist sie schlichtweg verboten. Wir sind mit einem Busshuttle von Banff aus angereist. Dieser war online nicht mehr buchbar, aber über das Visitorcenter haben wir noch zwei Tickets bekommen. Das Buchungssystem ist ein wenig wunderlich. Egal – wir haben uns einfach wie Schneekönige über unseren Coup gefreut. Das Wetter hat prima mitgespielt. Nach einem Heißgetränk in dem Nobelhotel “Fairmont Château” am See geht es los. Das Panorama unten am See ist bereits phänomenal, da stören auch nicht die vielen anderen Touristen, die sich daran ergötzen. Soooo schön, das ist schon fast kitschig. Wir wählen die Tour über den Mirror Lake zum Agnes Lake, an dem das wir das Teahouse Agnes besuchen wollen. Die Touren, die noch höher führen, sind wegen Lawinengefahr gesperrt. Wir merken schnell, wir sind nicht die einzigen, die diese Tour gewählt haben. Der Weg ist grandios, immer wieder gibt es Aussichtspunkte auf den See und die umliegenden Berge. Wir freuen uns auf einen Lunch im Teahouse. Bumms, das war dann nichts. Da stehen bereits mindestens 50 Menschen in der Schlange. Gut, dass wir wenigstens einen Apfel, Kekse und auch Wasser dabei haben. Wir gehen weiter hoch auf den Big Beehive. Unten hieß es noch, er ist nicht begehbar. Wieder sind wir nicht die Einzigen. Aber der Ausblick oben ist einfach sensationell. Also, was sollen wir sagen: Lake Louise – ein absolutes Muß!!!
Noch ein Anekdote: Auf der Rückfahrt im Bus nach Banff (dauert 1 Stunde) merken wir plötzlich, dass wir voller Würmer sind. Auf dem Hut, auf den Hosen, unseren Rücksäcken – überall dieses Gewürm. Ekelig. Wo wir uns das wohl eingefangen haben. Zuhause kommt uns die Erkenntnis. Das nette, junge Paar vor uns im Bus, hat ihre Rücksäcke über uns abgelegt. Wir denken, die beiden sind passionierte Angler. Da hat sich wohl eine Dose mit Fischködern selbständig gemacht………
Noch zwei Worte zum Ort Banff: er ist größer als Canmore und deutlich stärker frequentiert; nicht wirklich groß, aber die Einkaufsstraße war immer so voll wie die Schildergasse in Köln. Im Ort schaffen wir es jedoch sowohl die 2. Halbzeit des Spieles Schweiz:Bosnien Herzegowina als auch Deutschland:Elfenbeinküste in einer Sportsbar zu verfolgen. Beim Spiel der Schweiz waren vornehmlich Schweizer in der Bar, beim Spiel der Deutschen waren es vornehmlich Deutsche. Also hatten wir sozusagen zweimal Heimspielatmosphäre. Das war nett, zumal ja auch immer die Richtigen gewonnen haben.
Wir reisen weiter in den Glacier Nationalpark. Der Park schützt einen Teil der Columbia Mountains, die geologisch und klimatisch strikt von den Rocky Mountains zu trennen sind. Wir wählen bewusst den Weg über den Bow Valley Parkway, der parallel zu dem Trans Canada Highway verläuft. Es ist eine Panoramastraße, die mitten durch diese wunderbare Natur führt. Und wir haben Glück: Unterwegs sehen wir einen kapitalen Hirschen am Wegesrand grasen. Danach durchqueren wir den Yoho Nationalpark, der auch mit einigen Attraktionen aufwartet. Wir stoppen am Highway an einem Viewpoint. Hier wird einem die Wunderwelt der Technik vor Augen geführt. Aufgrund der steilen Berge wurde seinerzeit die Trassenführung für die Eisenbahn schleifenförmig vorgenommen. Ein netter Nebeneffekt: so kommt derselbe Zug gleich dreimal auf ein einziges Foto. Denn die Züge sind bekanntlich extrem lang und quälen sich hier in sehr gemächlichem Tempo mühsam durch die Berge. Respekt, vor soviel Ingenieurkunst im Jahre 1909.
Im Visitorcenter erhalten wir die Information, dass viele Trails derzeit aufgrund von Lawinengefahr gesperrt sind. Auf unser enttäuschtes Nachfragen wird uns erläutert, dass grundsätzlich der Juni der beste Monat für eine Reise in die Parks sei. Nur dieses Jahr sei die Schneeschmelze eben leider ein wenig verspätet, daher gibt es noch einige Behinderungen. Der freundliche Mitarbeiter, der sich viel Zeit für uns genommen hat, ist übrigens auch ein Einwanderer; er kommt ursprünglich aus Zürich. Wie auch immer, wir haben drei Nächte in dem einfachen (kein Strom, keine Dusche), aber bezaubernden Illecillewaet Campground genächtigt. Auch hier sind die Wanderungen, die wir eigentlich angestrebt haben, die auf die Gipfel der Berge führen, wegen Lawinengefahr gesperrt. Zudem ist gerade um den Campground ein Grizzly sehr umtriebig. Die aushängenden Tagesprotokolle dokumentieren, dass der streunende Grizzly mehrfach täglich von Wanderern gesichtet wurde. Drei Kanadier präsentieren uns ein Video, welches sie am Vortag von dem Bären aufgenommen haben. Ihr Kommentar: alles easy, keine Gefahr. Wir sind nicht so sicher und beschaffen uns das Bärenspray (ein “Pfefferspray” für Bären), das wird hier als das Schutzmittel schlechthin vermarktet. Zusätzlich gibt es immer wieder gut gemeinte Ratschläge: laut unterhalten, nicht weglaufen, Glöckchen an den Rucksack etc. etc.
Unsere Wanderungen sind:
> Great Glacier: die Wanderung geht stetig bergauf, oberhalb der Baumgrenze befindet sich eine Art Plateau mit einem wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge und Gletscher. Überwältigend und aller Mühen wert. Dieser Trail ist ein ganz klare Empfehlung.
> Marion Lake: Wir machen diese Wanderung zwei Tage vor dem Geburtstag unserer lieben Freundin Marion. Das muss doch ein gutes Omen haben. Die Wanderung führt steil bergauf durch einen Wald. Die Sicht ist eingeschränkt. Je höher wir kommen, umso mehr Eis bedeckt den Weg. Der See selber ist schwarz und wirkt bedrückend. Schön ist jedoch der Viewpoint 300 Meter hinter dem See, der einen wunderbaren Blick auf die Berge eröffnet. Unser Fazit: Dieser Trail ist nicht wirklich das Nonplusultra.
Unseren Campground haben wir übrigens mit Firepit gebucht, wir dürfen also auch einmal zündeln. Das machen wir – und wider Erwarten klappt es sogar. Es klappt so gut, dass sich die Nachbarn wegen des Qualms beschweren. Okay, es ist nicht unser Ding. Uns macht das tatsächlich auch keine große Freude. Was die anderen nur daran so toll finden?!?! Am nächsten Tag werden wir dann übrigens kräftig eingenebelt; ist dann wohl die Quittung.
Der Glacier Nationalpark ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Wir haben leider ein wenig Pech mit der akuten Lawinengefahr gehabt, jedoch die Bilder der Berge und Gletscher sind wirklich superb. Wir glauben nicht, dass das auf unserer weiteren Reise noch übertroffen werden kann.
Von den Columbia Mountains fahren wir wieder zurück in die Rocky Mountains – also bleibt gespannt!!!!
Good to know:
Trennung oder Vereinigung: in Kanada gibt es Diskussionen über beide Wege. In Alberta wird am 19.10.26 abgestimmt, ob sich die Provinz von Kanada abtrennt und sich für unabhängig erklärt. In Calgary haben wir Linda kennengelernt, eine 79 jährige Lady, die sich vehement für die Unabhängigkeit einsetzt. An den westlichen Provinzen Quebec und Ontario hat Linda kein gutes Haar gelassen.
In gesamt Kanada gibt es eine Debatte, sich mit der EU zu verbünden. Die Weltlage hat sich in den letzten fünf Jahren massiv verändert, und viele Bündnisse müssen überarbeitet oder neu geschmiedet werden. Der Premier von Kanada hat Kanada in einer bemerkenswerten Rede bereits als das europäischste Land außerhalb der EU bezeichnet! Unser Voting dazu: eine sehr gute Idee!!Read more

TravelerDa kommen Erinnerungen hoch… vor ziemlich genau einem Jahr waren wir auch in den Rockys und haben (bis auf Canmore) dieselben Sachen gesehen wie ihr 😍 so schön, dass jetzt wieder in Erinnerung gerufen zu bekommen. Und bei uns damals gab es auch eine Bären Warnung am Lake Minnewanka, sodass wir uns den auch geschenkt haben 😉 tolle Tour euch weiterhin!

TravelerAuch bei uns werden Erinnerungen wach🤩Allerdings ist unsere Reise schon ein paar Jahre her. Zum Teahouse sind wir auch hochgelaufen😅und Bärenwarnungen gab es auch. Ach, wir bekommen wirklich Lust wieder in dieses tolle Land zu reisen……. Wir wünschen euch weiterhin gutes Wetter, nette Begegnungen und großartige Landschaften!
008 Reisebericht Canada vom 08.06.-16.06
June 16 in Canada ⋅ ☁️ 14 °C
008 Reisebericht Canada vom 08.06.-16.06.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich auf 6.770 km. Unser nächster Teilabschnitt Elk Island National Park – Edmonton – Drumheller – Calgary umfasst nun zusätzlich 490 km.
Edmonton liegt nur einen kleinen Sprung vom Elk Park entfernt. Hier bleiben wir für drei Nächte. Erstmals verbringen wir eine Nacht auf einem Parkplatz von Walmart. Diese Supermarkt Kette ist nahezu das einzig große kommerzielle Unternehmen in Nordamerika, welches seine Parkplätze für Durchreisende zur Übernachtung zur Verfügung stellt – kostenfrei. Wir finden, das ist äußerst generös. Das müssen wir doch einmal ausprobieren. Tatsächlich sind wir in dieser Nacht das einzige WoMo, jedoch nutzen auch Handwerker in ihren Transportern und einige Reisende in ihren PkWs dieses Angebot. Für die anderen beiden Nächte haben wir uns die Erlaubnis einer kleineren Shopping Mall eingeholt und können hier nächtigen. Auf städtischen Parkplätzen ist – wie so oft – die Übernachtung untersagt.
Mitten durch die Stadt fließt der Saskatchewan. Rund um den Fluß sind wieder viele Grünanlagen, die etliche Freizeitmöglichkeiten bieten. Nördlich des Flusses liegt die Innenstadt, wo viele moderne Hochhäuser eine wunderbare Skyline bilden, die wir von der südlichen Seite des Flusses bewundern können. Hier liegt auch der ICE District, Kanadas größtes zusammenhängendes Sport- und Unterhaltungsviertel. Mittelpunkt des District ist – wie kann es anders sein - ein Eishockeystadion, genannt Rogers Place. Um dieses Stadium herum haben sich viele Gastro- und Sportbars angesiedelt. Mehrere Plätze nehmen die Fangemeinde auf, wenn mitten in der Stadt gefeiert wird. Und die Edmonton Boilers sind äußerst erfolgreich im Eishockey. Hier gibt es also entsprechend reichlich Gelegenheiten zu feiern. Der absolute Superstar ist übrigens ein echter Kölner, Leon Draisaitl. Der beste Spieler der gesamten Liga, er besitzt hier regelrecht Kultstatus. Ja ja, die Kölner …… Ebenfalls neben dem Rogers Place ist das Neon Sign Museum angesiedelt. Hier sind an den Außenwänden von alten Backsteinhäusern diverse alte Neonreklamen angebracht, die im Dunkeln ihre volle Pracht entfalten. Ein nettes Highlight. Abends besuchen wir noch ein Konzert, stilgerecht natürlich einen Country Night Club. Dieser liegt nicht in der besten Gegend; wir sind erst nicht ganz sicher, ob das der richtige Ort für uns ist. Drinnen erweist es sich sehr heimelig. Ein kleiner Club, mit einer Kapazität von ca. 100 Leute, heute aber zählen wir nur 30 Gäste. Die Atmosphäre ist also sehr heimelig; also ein Wohnzimmerkonzert. In den Pausen ist Pub Atmospäre, jeder redet mit jedem. Schnell sind wir mittendrin - als Deutsche auf Kanada Tour - sind wir hier eine kleine zusätzliche Attraktion. Die Künstler heißen übrigens: Pony Gold, Trevor Mann und The Western Thistles – falls ihr mal reinhören möchtet bei YouTube, Spotify, Deezer – oder wo auch immer. Es war ein sehr kurzweiliger Abend!!!!
Auf der Südseite besuchen wir das Muttart Conservatory, eines der Wahrzeichen der Stadt. Das umfasst vier Glaspyramiden, die als Gewächshäuser benutzt werden. In den Pyramiden werden jeweils unterschiedliche Ökosysteme mit ihren eigenen besonderen klimatischen Bedingungen gezeigt. Die Pyramiden sind architektonisch ein Blickfang – wir denken beide direkt an die Glaspyramide vor dem Louvre. Ebenfalls südlich des Flusses liegt Old Strathcona, das Kulturviertel der Stadt. In einem Strassenblock sind alleine 7 – in Worten sieben – Theater angesiedelt. Viele Restaurants und Bars säumen die Straße. Auch die LGBTQ Community ist hier präsent. An einer Kreuzung erinnert eine Tafel an eine lesbische Frau, die sich an dieser Stelle ab 2021 gegen homophobe Strassenprediger gewehrt hat, die hier ihre Hasspredigten abgehalten haben. Sie protestierte zunächst alleine und still, daraus wurde eine wöchentliche Massendemonstration mit mehreren hundert Menschen, die dann nicht mehr so still waren. Heute weht hier eine Fahne und eine Tafel erinnert an die tapfere Einzelkämpferin. Uns erinnert die Geschichte direkt an Greta Thunberg, die hier offensichtlich als Vorbild gedient hat. Auch sie hat die Welt ein wenig verändert hat. Leider regnet es bei unserem Rundgang, schade für uns und schlecht für die Photos.
Natürlich haben wir auch die West Edmonton Mall besucht. Mit über 800 Läden auf einer Fläche von 490.000 qm ist sie das größte Einkaufszentrum der westlichen Hemisphäre. Hier ist alles vertreten von günstigen Discountern bis exklusiven Stores von Louis Vuitton, Gucci und Yves Saint Laurent. In der Mall befindet sich des Weiteren ein Schwimmbad, ein Jahrmarkt mit Fahrgeschäften, eine Minigolfanlage – also viele Freizeitmöglichkeiten, die wir irgendwo, aber sicher nicht in einem Einkaufszentrum erwartet haben. Im Ergebnis finden wir die Mall zwar von ihrer Größe beeindruckend, jedoch auch bereits ein wenig in die Jahre gekommen.
Eine Geschichte haben wir noch: Wir sitzen am späten Nachmittag im MANí und bereiten uns für den Abend vor. Da steht bei uns Sven vor der Tür. Sven, Mitte 30, lebt seit 15 Jahren in Kanada, ist aber gebürtiger Kölner. Und da wir ja mit einem Kölner Kennzeichen durch die Welt reisen, musste er einfach „Guten Tag“ sagen. Das kölsche Jeföhl bleibt wohl ein Leben lang, egal wo du bist. Das war ein netter Austausch, leider hat ein Wiedersehen dann aber nicht mehr geklappt.
Wir fahren weiter Richtung Süden nach Drumheller. Unterwegs entdecken wir immer wieder kleine Bohrtürme, hier wird offensichtlich Erdöl gewonnen. Mitten auf der Wiese steht oft nur ein einziger kleiner Bohrturm, manchmal eine ganze Reihe davon. Wir recherchieren. Erdöl ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Kanada. In der Region um Edmonton (insbesondere um Leduc) dominieren klassische Erdölbohrungen, während die größten Ölmengen aus Ölsand gewonnen werden. Alberta gilt als das Herz der kanadischen Erdölindustrie (96% der Ölreserven Kanadas liegen in Alberta) und verfügt über die viertgrößten nachgewiesenen Ölreserven weltweit. Das haben wir vorher nicht gewußt. Die Strecke nach Drumheller verändert sich zunehmend in eine faszinierende, wüstenähnliche Mondlandschaft, die auch die kanadischen Badlands genannt werden. Charakteristisch sind die zahlreichen Canyons, farbige Gesteinsschichten sowie vereinzelt Erdpyramiden (sogenannte Hoodoos). Die Vegetation ist hier sehr sparsam, schon fast steppenartig. Eine solche Landschaft haben wir eigentlich erst in den USA, also wesentlich weiter südlich erwartet. Hier wurden übrigens zahlreiche Dinosaurier Fossilien gefunden. Die bekannteste Attraktion in Drumheller ist das Royal Tyrell Museum mit einer der bemerkenswertesten Sammlungen von restaurierten Dinosaurierskeletten. Drumheller ist tatsächlich ein wenig dinoverrückt – tatsächlichlich steht an jeder Ecke so ein Dino rum. Und eigentlich hatten wir das Museum auch auf der Liste, aber es sollte nicht sein.
Kurz vor Drumheller hatten wir leider einen ziemlich heftigen Steinschlag auf der Windschutzscheibe. Ein kleines Loch, ein Riss, der immer größer wurde. Die Geschichte hat uns doch beunruhigt. Und wir sind nicht Fachleute in Sachen Steinschlag und Windschutzscheibe. So haben wir beschlossen, direkt nach Calgary weiterzureisen. Hier gibt es Werkstätten, eine Niederlassung von VW, mehrere Pendants zu CarGlass und andere Möglichkeiten. An unseren ersten Tag in Calgary haben wir uns damit beschäftigt, eine Lösung für den Schaden zu finden. Das Problem, der Schaden im Fenster kann nicht repariert werden, da er dafür schon zu groß ist. Ein neues Fenster in diesem Format ist aber weder in Kanada noch in den USA erhältlich, weil europäisches Modell. Einheitlich haben uns alle Fachleute aber versichert, dass wir auch mit dem Schaden unsere Reise fortsetzen können. Ja, dann tun wir das wohl.
In Calgary bleiben wir fünf Nächte, das ist bisheriger Rekord auf unserer Reise. Wir haben einen schönen ruhigen Stellplatz direkt am Riley Park, die Innenstadt ist fußläufig erreichbar. Die Stadt hat in den letzten Jahren wirtschaftlich geboomt und sich zu einem Zentrum in Canada für die Engergie- und Technologiebranche entwickelt. Gleichwohl gilt Calgary immer noch als die Cowboy Hauptstadt, sie wird liebevoll cow town genannt. Die Hauptattraktion in der Stadt ist die berühmte Calgary Stampede. Das ist das größte Rodeo weltweit, es findet jährlich im Juli statt, dauert 10 Tage und zieht immer mind. 1Mio. Besucher in die Stadt. Wir wollen auf jeden Fall auch noch ein Rodeo besuchen, aber das erscheint uns eine Nummer zu groß und passt auch nicht ganz in unseren Terminkalender. Dafür hat jetzt die Fussball WM begonnen. Durch Zufall sind wir in einem Pub, als Canada sein erster Spiel absolviert. So richtiges Interesse beobachten wir bei den Gästen nicht, erst als Kanada in den Schlussminuten den Ausgleich schafft, wird es mal etwas lauter. Die Betonung liegt auf “etwas”. Fussball ist eben nicht Eishockey. Egal, wir freuen uns für Canada, und werden ihnen auch im weiteren Turnierverlauf den Daumen drücken. Dann wird es auch mit der Stimmung im Lande etwas besser werden. Für das Deutschland Spiel gegen Curacao haben wir uns einen internationalen Pub in Downtown ausgesucht, hier wurde uns ein Fußball begeistertes internationales Publikum versprochen. Fehlanzeige, der Pub hatte geschlossen. Stattdessen haben wir dann eine Sportsbar besucht, waren aber fast die einzigen Gäste. Stimmung – nicht vorhanden. Wir konnten jedenfalls das Spiel verfolgen, und haben uns über den Kantersieg gefreut. Hoffentlich geht das so weiter. Mit Sehenswürdigkeiten ist das in der Stadt ein wenig speziell. Der Calgary Tower oder das Heritage Park Historical Village haben uns nicht interessiert. Den Olympic Park haben wir besucht, jedoch war das Gelände weiträumig abgesperrt und wir wollten doch so gerne mit dem Bob die Bahn hinuntersausen …… In unserem Reisegepäck haben wir die Fitnessbänder wiedergefunden. Wir haben sie im Park genutzt und dabei den anderen beim Baseball zugeschaut. Das hat Spaß gemacht und gut getan. Das werde wir jetzt regelmäßig machen – hoffentlich. Wirklich sehenswert ist die Skyline von Calgary. Zahlreiche Wolkenkratzer, die eng aneinander stehen. Das ist wirklich ein bemerkenswerter Anblick, ob bei Sonnenschein oder Regen, bei Tag oder Nacht. Natürlich sind wir auch mehrfach durch Downtown gegangen. Alleine um die Architektur besser bewundern zu können. In der obersten Etage einer Mall in Downtown liegt auch Devonian Garden, ein botanischer Garten, der zum Verweilen einlädt. Praktisch, dass auf der Etage auch ein Food Court liegt. So läßt sich hier gut eine Lunchpause oder Kaffeepause einrichten. Das wird auch gut angenommen. Unmittelbar nebenan liegt die bekannte Stephen Avenue. Das ist eine kleine Fußgängerzone mit vielen Restaurants und Bars, vielleicht wie bei uns die Altstadt – nur eben nicht alt! Unser kultureller Höhepunkt war der Besuch eines Konzertes in dem Club “The Blues Can”. Gast war die Crawford Company, eine Coverband, die einen großartigen Mix von Blues, Motown, Funk, R&B und Rap dargeboten hat. Der Club fasst etwa knapp 300 Person, die Stimmung würden wir als energiegeladen bezeichnen. Schon beim zweiten Song standen die ersten von ihren Plätzen auf, um vor der Bühne zu tanzen. Wie ihr euch sicher schon gedacht habt, haben wir da kräftig mitgemacht. Das war….. Spitze! Ein weiterer schöner Treffpunkt mitten in der Stadt ist der Prince’s Island Park. Das ist eine idyllische Parkanlage auf einer Insel im Bow River auf der Höhe von Downtown. Es ist zurecht ein sehr beliebtes Erholungsgebiet, welches wir auf unseren Touren auch immer wieder gerne genossen haben. Als Sehenwürdigkeit wird auch gerne die Peace Bridge aufgeführt, und ja es ist eine nette Fussgängerbrücke. Insgesamt finden wir Calgary nicht wirklich reich an besonderen Sehenswürdigkeiten, gleichwohl gefällt uns die Stadt. Die Lebensqualität schätzen wir hier als hoch ein.
Zu guter letzt haben wir südlich von Calgary das Turner Valley durchquert. Das ganze Tal war vor 100 Jahren ein riesiges Ölfeld, überall waren Bohrtürme aufgestellt. Das Tal war seinerzeit das wichtigste Ölfeld von Canada. Heute dominiert eine Weidelandschaft, auf der friedlich die Kühe grasen. Natürlich erinnern Museen und Geschichtstafeln an die Historie. Wir sind jedenfalls erstaunt, wie sehr sich hier offensichtlich in 80 Jahren die Landschaft verändert hat.
Wir reisen weiter, jetzt geht es in die Rocky Mountains. Bleibt gespannt!
Good to know:
> Edmonton: Edmonton (1,2 Mio. Einwohner) ist die Hauptstadt der Provinz Alberta und gehört – vornehmlich wegen günstigen Wohnraums, geringeren Steuersätzen und guten Arbeitsmöglichkeiten - zu den am schnellsten wachsenden Regionen in Kanada. Unsere Meinung: Die genannten Vorteile sowie zusätzlich die hohe Lebensqualität in der Stadt sind eine echte Einladung für alle potentiellen Einwanderer. Wir würden uns für Edmonton entscheiden.
> Calgary: Calgary (1,5 Mio. Einwohner) ist die größte Stadt in der Provinz Alberta. Die Rahmenbedingungen sind ähnlich wie in Edmonton und die Region gehört ebenfalls zu den am schnellsten wachsenden Regionen in Canada. Die Stadt gilt als eine der saubersten und lebenswertesten Städte weltweit. Sie gilt auch als sicher, multikulturell und verzeichnet die meisten Sonnenstunden in Canada.
> Cocktail Paper Plains: Hier mal ein Rezept für einen Cocktail. Black Fox triticale Whisky, Amaro Nonino (Kräuterlikör), Aperol, Lemon, Sea Buckthorn (Sanddorn) sind die Ingredienzien, nur das Mischungsverhältnis fehlt noch! Aber sehr fein!!
> Cannabis: In Kanada wird Cannabis kommerziell gehandelt. In jedem Stadtteil gibt es immer mindestens einen Cannabis Store. Aber ähnlich wie das normale Rauchen wird es nur selten offen auf der Straße konsumiert. Öffentlicher Konsum ist zwar unter Einschränkungen generell erlaubt, wird jedoch zunehmend gesellschaftlich “geächtet”. Die hohen Preise, die strengen Regulierungen und die gesellschaftliche Ächtung haben in Kanada zu einem rasanten Rückgang des Tabakkonsums geführt.Read more

TravelerVielen Dank für die umfangreichen Informationen! Wir drücken fest die Daumen, dass die Scheibe hält🍀🍀🍀

Traveler
Leon Draisaitl haben wir vor vielen Jahren mal in Calgary beim Eishockey-Spiel seiner Jugendmannschaft Prince Albert Raiders gesehen ... da hatte der Stadionsprecher noch Schwierigkeiten bei der Aussprache des Nachnamens. 😉 Sein Vater Peter war auch Eishockeyspieler, u.a. in Köln.🏒
007 Reisebericht Canada 03. – 08.06.26
June 11 in Canada ⋅ ☁️ 14 °C
007 Reisebericht Canada 03. – 08.06.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich mittlerweile auf 5.490 km. Unser nächster Teilabschnitt Winnipeg – Yorkton – Saskatoon – Innisfree - Elk Island National Park umfasst nun zusätzliche 1.280 km.
Auf den Weg nach Yorkton passieren wir wieder einmal eine Zeitzone. In der Provinz Saskatchewan haben wir einen Zeitunterschied von 8 Stunden im Vergleich zu Overath. Yorkton hat für uns nur eine Übernachtungsfunktion. Es ist eine Kleinstadt am Trans Canada Highway ohne nennenswerte Attraktionen.
Wieder eine nette Begegnung in der Touristeninformation. Wir dürfen dort übernachten, wissen jetzt alles über die Stadt und haben uns im Gästebuch verewigt. Außer uns übernachten noch 3 weitere Womos, ein paar lernen wir kennen. Erst wird englisch geredet, dann deutsch, und letztendlich schwitzerdütsch. Hannes hatte seine Freude. Die beiden Schweizer sind 1997 nach Toronto ausgewandert, wollen demnächst aber wieder zurück in die Heimat – nach Rapperswil am Zürichsee.
Die Landschaft in Saskatchewan ist vollständig von der Landwirtschaft geprägt. Getreideanbau, soweit das Auge reicht. Immer wieder fahren wir an Getreidesilos vorbei. Kleinere für die LKWs, größere für die Eisenbahn Waggons. Wir sehen Frachtzüge mit vier Zugmaschinen und mindestens 100 Waggons. Bei Hundert haben wir aufgehört zu zählen. Das ist schon wirklich sehr imposant.
Aber es gibt auch andere kleine Anekdoten auf der Fahrt, wie das Angebot eines Gebrauchtwagenhändlers am Highway oder ist’s doch eher ein Autofriedhof? Wieder irgendwo im nirgendwo. Unmengen an Oldtimern, die hier am Stück oder in Einzelteilen angepriesen werden. Einige davon könnten vielleicht auch für die Demolition Derbys genutzt werden…..
Echte Oldtimer Liebhaber vermuten wir hier weniger, aber wer weiß…..
Saskatoon ist eine deutlich interessantere Stadt (250.000 Ew). Sie erstreckt sich wunderschön entlang eines Flußes. Aufgrund ihrer vielen Brücken wird die Stadt auch „Stadt der Brücken“ oder „Paris der Prärie“ genannt. Am Fluß, an dem wir auch zentrumsnah einen tollen Stellplatz finden, verläuft der Meewasin Valley Trail. Ein Trail für Radfahrer und Wanderer, der viele Parks entlang des Flusses verbindet. Das frei zugängliche Sportangebot in den Parks in Zentrumsnähe ist immens (Skateranlage, Basketballplätze, Fitnessareal). Zumindest das Fitnessareal haben wir auch fleißig genutzt. In den letzten Wochen konnten unsere Gelenke und Muskeln im Oberkörper nicht wirklich eingesetzt werden. Der Ausgleich war uns daher sehr willkommen.
In der Stadt haben wir das Museum Remai Modern besucht, welches die umfangreichste Sammlung an Linolschnitten von Picasso beherbergt. Der Eintritt ist kostenfrei, es wird lediglich um eine „Donation“ gebeten. Leider wurde ausgerechnet der Raum der Picasso Werke neugestaltet. Er war also nicht zugänglich. So haben wir uns die weiteren Ausstellungen angeschaut, die sich thematisch schwerpunktmäßig mit der indigenen Vergangenheit und Gegenwart in der Kunst beschäftigen. Das ist in der kanadischen Kunstwelt derzeit ein omnipräsentes Thema, denn ähnliche Ausstellungen wurden auch in den anderen Großstädten (Quebec, Montreal, Ottawa, Winnipeg) angeboten. Nur haben wir diese bisher immer gemieden ….. Jetzt sind wir quasi reingestolpert – und es waren auch einige ansprechende Arbeiten dabei.
Nett war die Begegnung mit Heike, eine gebürtige Düsseldorferin, die vor 30 Jahren nach Kanada ausgewandert ist, und jetzt im Museum mitarbeitet. Heike und Jürgen hatten direkt eine gemeinsame Ebene – beides Düsseldorfer. Außerhalb der Stadt haben wir – auf der Suche nach Bisons – den Wanuskewin Heritage Park besucht. Der Ort wird als heilige Kulturstätte angepriesen, er ist eine wichtige Ausgrabungsstätte in Kanada und steht auf der Vorschlagsliste für das UNESCO Weltkulturerbe. Da die Bisons 500 Meter entfernt waren, und keine Anstalten machten näher zu kommen, haben wir den zugänglichen Trail abgelaufen und uns anschließend die Ausstellung näher angeschaut. Die Jugendlichen, die hier mit mehreren Schulbussen angereist waren, hatten den meisten Spass auf dem Spielplatz. Und das haben wir verstanden. Vielleicht waren wir von den fehlenden Bisons so enttäuscht, dass wir den Zugang zu dieser Kultstätte dann nicht gefunden haben. Wie auch immer, wir hatten insgesamt zwei schöne Tage in Saskatoon, die wir so eigentlich nicht erwartet haben.
Unsere nächste Tagesetappe führt uns bis Innisfree. Willkommen in der Provinz Alberta. Innisfree ist ein unscheinbarer Ort irgendwo im Nirgendwo. Unterwegs haben wir noch eine Begegnung der besonderen Art. Während der Fahrt werden wir auf dem Highway von einem Motorradfahrer überholt, der merkwürdige Zeichen gibt. Er zeigt immer auf die Rückseite seines Motorrades. Wir verstehen nur Bahnhof. Aber er ist hartnäckig, wir sind nur irritiert. Ist was bei uns defekt? Brennt der Auspuff? Also – stoppen wir am Straßenrand und schauen nach. Nichts, alles bestens. Wir wollen weiterfahren, da klopft es an der Tür. Wieder dieser Kerl!!!! Dann klärt sich die Geschichte. Was haben wir für ein Auto? Und wo kommen wir her? Seine Zeichen galten dem Nummernschild. TATA!!!!!
Wir finden einen Stellplatz auf einem großen Parkplatz mit Blick auf einen See. Alles ganz für uns alleine. Besser als jeder Campground! Das Wetter wechselt gerade von Sonnenschein und viel zu warm hin zu dunklen Wolken und Gewitter. Unser Panaramablick auf den See verändert sich also ständig.
Unser Ziel am nächsten Tag ist der Elk Island National Park. Wir wählen einen Platz auf einem Campground, den wir auch ohne Reservierung bekommen. Die Campgrounds von ParkCanada haben eine spezielle Preispolitik. Grundsätzlich zahlt man eine Gebühr für den Nationalpark und eine Gebühr für den Campground. Jedoch entfällt in der Hochsaison die Gebühr für den Nationalpark. Entsprechend reisen die meisten Touristen und Einheimische vorzugsweise in der Hauptsaison an.
Aktuell bis 19.06. ist noch Vorsaison, d.h. es ist teurer, aber noch nicht so voll! Wir haben uns diesen Park ausgesucht, weil wir auf Begegnungen mit Bisons und Elks hoffen. Wir haben auch unser Englisch verbessert. Übersetze einmal Elch! Nein, elk ist falsch. Es heisst moose. Elk ist die Übersetzung für Wapiti-Hirsche. Wieder was gelernt. Am ersten Tag haben wir wenig Glück; wir entdecken nur zwei Bisons versteckt hinter einem Grashügel. Wir machen noch eine längere Wanderung, sind aber aufgrund der ziemlich penetranten Mücken und der schlammigen Wege nicht wirklich entzückt. Entdeckt haben wir lediglich die Hinterlassenschaften der Wapitis und Bisons.
Abends spazieren wir noch am See, hier verbringen viele Leute einen schönen Tag und den Abend und genießen das wirklich tolle Panorama. Wir auch!
Am nächsten Tag sind wir bereits unterwegs Richtung Parkausgang. Und plötzlich sind sie da. Eine kleine Gruppe Bisons überquert die Straße und verteilt sich um unseren MANí, wir sind mittendrin. Bobby wusste nicht, wo er zuerst hinschauen soll – und wir auch nicht. Das war ein absolutes Highlight. Bisons haben übrigens ein Sommer- und ein Winterfell. Aktuell konnte man bei einigen Tieren noch die Reste des Winterfelles erkennen. Es macht aber auch Sinn bei den Temperaturunterschieden von 30° C im Sommer und - 30° C im Winter.
Wir treffen hinterher auf weitere Tiere, jetzt fällt uns der Abschied vom Park schon fast schwer. Das waren tolle Bisonbeobachtungen. Ach ja, Wapiti-Hirsche haben wir leider nicht gesehen.
Nach so viel Natur zieht uns jetzt wieder in eine Stadt – bleibt gespannt.
Good to know:
> Saskatchewan: Die Provinz ist fast doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 1,3 Mio. Ew. und 30% der Bewohner haben deutsche Wurzeln. Die Landschaft wird geprägt durch endlose Getreidefelder („Brotkorb Kanadas“) und über 100.000 Seen. Der größte Fluß und Namensgeber der Provinz ist der Saskatchewan River (Cree Sprache: „schnell fließender Fluss“).
> Alberta: In der Provinz, die ebenfalls fast doppelt so groß wie Deutschland ist, leben 5,1 Mio. Ew. Anders als Saskatchewan ist die Landschaft sehr vielfältig. Im Westen die Rocky Mountains, im Osten Getreidefelder und Prärieland, im Süden die kargen Badlands, im Norden die Taiga. Die Provinz gilt aufgrund von Ölvorkommen, landwirtschaftlicher Exporte aber auch aufgrund des Tourismus als eine der wohlhabenderen Provinzen Kanadas.
> Getreideanbau: In Kanada werden – anders als in Deutschland - nach der Getreideernte die verbliebenen Stoppeln und das restliche Stroh nicht untergepflügt, bevor die neue Saat verteilt wird. Als Korrosionsschutz vor Wind und Wasser wird das Stroh auf den Feldern belassen.Read more
006 Reisebericht Canada 29.05. bis 03.06
June 8 in Canada ⋅ ☀️ 26 °C
006 Reisebericht Canada 29.05. bis 03.06.26
Die bisherige Reisestrecke beläuft sich mittlerweile schon auf 5.160 km. Unser nächster Teilabschnitt Kenora – Winnipeg Lake – Winnipeg umfasst nun zusätzliche 330 km.
Nachdem wir jetzt mehrere Tage durch Ontario gereist sind, ziehen wir nun in die Provinz Manitoba weiter. Das ist eine der drei sogenannten Prärieprovinzen. Die Landwirtschaft wird von Getreideanbau und Rapsfeldern dominiert. Die Natur ist jedoch noch nicht so weit wie in Deutschland, so dass wir vermutlich keine blühenden Rapsfelder sehen werden. Wir freuen uns auf freilebende Bisons in den Nationalparks (und auch außerhalb). Auch hier gibt es wieder viele Seen, und vermutlich auch die netten kleinen Insekten, die uns gerne heimsuchen.
Zunächst steuern wir in den “Urlaub”. Bei über 30° C, blauem Himmel und Sonne satt haben wir uns für einen Strandurlaub entschieden. Nach den teilweisen schon recht kühlen Tagen in der Vergangenheit (die Nächte waren anfangs um den Gefrierpunkt), haben wir das jetzt “verdient”. Und es sollen gleich 3 ganze Tage sein. Unser Ziel ist der Grand Beach an der Ostseite des Sees, es locken lange Sandstrände und Wanderdünen auf einem großen Campground. Und wichtig für uns: hier können wir über den Stromanschluss auch unsere Klimaanlage nutzen. Denn es ist abzusehen, dass MANí ohne Klimaanlage die reine Sauna wird. Und ab geht es in den Urlaub - trallallallala. Wir bekommen einen relativ schattigen Stellplatz zugewiesen. Sehr schön. Und werden dann begrüßt von unseren Nachbarn, 3 Familen mit 12 Kindern, und das ganze auf deutsch. Jau, so haben wir uns das vorgestellt, grummelgrummel. Unsere Vorurteile gegenüber Campgrounds: Kindergeschrei, Gestank von Grill, Lagerfeuer am liebsten 24 Stunden lang. Ja, das wird jetzt alles wieder bestätigt, zumindest teilweise.
Die Familien erweisen sich als umgänglich, haben einen interessanten Hintergrund, und die Kinder sind auf den zweiten Blick sogar liebenswert. Die Familien sind miteinander verwandt und allesamt aus Deutschland vor Jahrzehnten eingewandert. Es handelt sich um sogenannte Russland-Deutsche. Sie wohnen jetzt in Steinbach, südlich von Winnepeg, hier haben sich Ende des 19. Jahrhunderts Mennoniten, Mitglieder einer protestantischen Glaubensbewegung, die in Russland verfolgt wurden, niedergelassen. Und unsere Nachbarn gehören ebenfalls dieser Glaubensbewegung an. Es ist schon interessant, dass sich hier offensichtlich eine ganze Stadt (14.000 EW) auf dieser Grundlage entwickeln konnte. Strenge Mennoniten bewegen sich noch in Kutschen, aber so streng sind unsere Nachbarn nun wirklich nicht. Wir erfahren, dass die Kinder (zwischen 2 und 16 Jahren) allesamt noch nie eine Schule besucht haben. Gibt es so etwas?!?! Wir recherchieren: Es gibt in Kanada keine Schulpflicht, sondern lediglich eine Unterrichtspflicht. Eltern können ihre Kinder mittels Homescooling selber unterrichten; je nach Provinz müssen bestimmte Lernstandsberichte nachgewiesen werden. Diese Unterrichtspflicht gilt je nach Provinz bis zum 16. / 18. Lebensjahr des Kindes. Grundsätzlich ist es auch möglich, dass Kindern anschliessend der Zugang zu einer Universität möglich wird. Aktuell werden knapp 4% aller Kinder durch Home-Schooling unterrichtet. Ist das gut/ Ist das schlecht? Ganz so einfach ist die Frage sicher nicht zu beantworten. Zu unseren Nachbarn: Hier sehen wir einen sehr engen Zusammenhalt in der Familie, die Eltern schauen auf ihre Kinder, die großen Geschwister beschäftigen sich auch mit den jüngeren Geschwistern, Fremden gehen sie erst einmal scheu, aber doch neugierig aus dem Weg. Die 10–12-jährigen Jungs wussten nicht, dass in 2 Wochen die Fussball WM beginnt und auch in Kanada teilweise ausgetragen wird. Kaum zu glauben. So genug dazu.
Den Grand Beach haben wir natürlich ausführlich erkundet, und ja, wir waren auch schwimmen. Wobei schwimmen – nun man muss rund 100 Meter in den See hinein, um den Boden unter den Füßen zu verlieren…. Und kalt ist das Wasser trotzdem. Sobald wir den Zugang in dieses kupferfarbene Etwas gefunden haben, ist es auch wunderbar erfrischend. Nebenan treibt auch eine Gruppe von 20 Pelikanen, aber sie sind sehr scheu, leider. Näher als 50 Meter kommen wir nicht. Der Lake Winnipeg ist übrigens 45-mal so groß wie unser Bodensee. Noch ein Satz zu den Mücken: Hier auf den Campground haben sie uns jetzt auch erwischt. An einem Abend haben wir 15 – 20 ungeladene Gäste in unserem MANí gezählt, und ja sie stechen auch zu. Im Ergebnis haben uns die 3 Tage trotzdem gefallen und gutgetan.
Wir verabschieden uns vom Grand Beach und reisen 100 km weiter bis nach Winnipeg. Winnipeg hat 850.000 Einwohner und ist die Hauptstadt von der Provinz Manitoba. In der Stadt leben mehr als 50 % aller Einwohner von Manitoba. Winnipeg stellt das geographische Zentrum von Nordamerika dar. Der Name kommt aus der indigenen Cree Sprache und bedeutet „schlammiges Wasser“. Das bezieht sich wohl auf den naheliegenden Winnipeg See. Wir erfahren unterwegs, dass derzeit der „Winnipeg Pride“ stattfindet, das entspricht in etwa dem CSD, dem großen Happening der LGBTQ und anderen Communities. Während am letzten Wochenende bereits die Regenbogenfahne gehisst wurde, haben wir uns noch am Grand Beach vergnügt. Leider sind die Kernveranstaltungen (Parade, Feuerwerk, Parties, Konzerte) erst am nächsten Wochenende – das wird für uns zu knapp, wir müssen vorher weiterreisen. Termindruck von Langzeit-Reisenden; wir haben in anderen Nationalparks bereits Campgrounds gebucht. Das würde sonst nicht passen. Schade, wirklich schade. Da hätten wir gerne zugeschaut und mitgemacht. Aber am Dienstag gibt es einen 5 km Run für die Community durch die Stadt mit DJ und Partystimmung. Klingt super, das planen wir ein!!!! Auch hier einmal ein Größenverhältnis: während in Köln 2025 bei der CSD-Parade am Straßenrand mehr als 1 Mio. Zuschauer standen, waren das in Winnipeg rd. 11.000 Zuschauer.
Winnipeg hat natürlich neben der Pride Week auch andere Attraktionen. Wir besuchen den Downtown/ Exchange Distrikt. Dieser besticht mit einer besonderen Architektur. Das Viertel umfasst viele Fabrik- und Bankgebäude aus der Jahrhundertwende; man spricht von einer Backsteinarchtektur im Chicago-Stil; heute dient das Quartier oft als Filmkulisse für das historische Chicago oder New York. Charakteristisch sind sicherlich auch die Feuertreppen, die häufig an den Außenwänden der Gebäude befestigt sind. Tatsächlich haben wir das Viertel an einem Sonntag Nachmittag besucht – und es wirkte nicht wirklich einladend. Keine Menschen auf den Straßen, und die Backsteinarchitektur wirkt ein wenig bedrückend – vielleicht wie in den alten amerikanischen Krimis. Aber so haben wir uns tatsächlich die amerikanischen Großstädte in den 50er Jahren vorgestellt.
Ein Highlight ist „The Forks“. Das ist eine große, alte, sanierte Markthalle, in der geschätzt 30 verschiedene Köche ihre Speisen und Getränke anbieten, in der Mitte der Halle sind dann die Tische und Bänke aufgebaut. So kann sich jede/jeder bei einem beliebigen Stand ihr/sein Lieblingsessen aussuchen, gegessen wird dann gemeinsam. Zusätzlich befinden sich einige Shops in der Galerie und am Eingang. Gutes Konzept, sehr ansprechend präsentiert, das sehr erfolgreich angenommen wird.
Im Innenstadtbereich stoßen wir immer wieder auf Skulpturen, die sich mit der indigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Eines bleibt uns in Erinnerung, es stellt einen Bison dar, der aus Büchern gebaut ist. Titel des Werkes: “Education is the new Bison”. Früher hat der Bison das Leben der Indigenen bestimmt, der Bison war das Zentrum ihres Seins. Heute ist die Bildung der Schlüssel für das künftige Sein. Unseres Erachtens ein gelungenes Kunstwerk, der den Schlüssel für ein gesellschaftliches Problem anspricht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass zwar der Zugang zu Bildung einerseits für alle möglich sein muss, zum anderen aber auch von den Betroffenen nachgefragt werden muss.
Unser Highlight sollte ja der 5 km Pride Run der LGBTQ und andere Community werden. Leider hat das Wetter einmal mehr nicht mitgespielt. Nach einer Tropennacht und an die 30°C bis in den Nachmittag hinein, kippte das Wetter am Spätnachmittag in Regen mit Sturmwarnung. Folge: wir nehmen nicht teil; vermutlich musste das Event auch abgesagt werden. Schade, wirklich schade.
Der Regen bleibt auch über Nacht und wir reisen weiter – westwärts!!! Hier noch eine Anekdote: vor der Abreise kaufen wir im Supermarkt ein. Beim Einräumen hält plötzlich ein Polizeiwagen vor uns. Direkt bekommst du ein schlechtes Gewissen – warum eigentlich?!? Die beiden Officer haben die Spannung jedoch direkt gelöst. Wo kommt ihr her? Was ist das für ein Auto? Es folgt ein netter kleiner Plausch über Kanada, unsere Reise und natürlich das wunderschöne Winnipeg. Wir bekommen noch ein Freundschaftsgeschenk – 2 Bleistifte der Polizei von Winnipeg zusammen mit den besten Wünschen für unser kleines Abenteuer. Na, wenn das nicht etwas Besonderes ist!
Wie geht es weiter? Mal sehen - bleibt gespannt.
Good to know:
Manitoba: Die Provinz hat 1,5 Mio. Einwohner und gehört neben Saskatchewan und Neufundland zu den am schwächsten besiedelten Provinzen Kanadas. Die Provinz ist flächenmäßig deutlich größer als Deutschland, hat jedoch deutlich weniger Einwohner.
Hudson’s Bay Company: 1670 wurde das kanadische Einzelhandelsunternehmen gegründet. Der englische König übertrug der Gesellschaft sämtliche Rechte an Ruperts Land. 1870 verkaufte die Gesellschaft Ruperts Land an die Dominian Canada (damaliger kanadischer Staat) für 300.000 GBP (heutiger Wert 55 Mio. €). Allerdings verblieben auch ein paar besondere Grundstücke und Immobilien im Eigentum der Gesellschaft. Das Unternehmen, das Kultstatus in Kanada hat, meldete 2025 Insolvenz an.
Ruperts Land: Das Gebiet mit einer Fläche von 4 Mio. qkm umfasste etwa 1/3 des heutigen Kanada und war damit mehr als 10-mal so groß wie die BRD. Es fungierte von 1670 -1870 als Privatkolonie der Hudson’s Bay Company.
Louis Riel: 1844 – 1885; Gründer der Provinz Manitoba; Anführer der Metis; kanadischer Politiker; Symbolfigur für Minderheitenrechte und indigenen Widerstand. 1869 boykottierte er im Namen der Indigenen den Verkauf eines Teil von Ruperts Land (es wurde eine massive Besiedlung von britischen Einwanderen befürchtet) mittels einer Rebellion und rief eine eigene Provinz Manitoba aus. Letztlich konnte er den Verkauf nicht verhindern, jedoch die Bedingungen verbessern. 1885 sollte er auch für die Indigenen der Nachbarprovinz Saskatchewan entsprechende Verhandlungen führen. Jedoch wurde die Rebellion niedergeschlagen und Riel in der Folge hingerichtet.
Bison: Die Tiere werden in Kanada auch kommerziell gezüchtet. Die Fleischqualität ist immer bestes Bio-Fleisch. Relation Bestand Rinder: Bison in Kanada = 11 Mio.: 150.000 Tieren.Read more
005 Reisebericht Canada 19. – 29.05.26
June 1 in Canada ⋅ ☀️ 27 °C
005 Reisebericht Canada 19. – 29.05.26
Die bisherige Reisestrecke ist analog dem letzten Bericht 3.040 km.
Unser nächster Teilabschnitt Niagara Falls – Barrie - Greater Sudbury – Sault St. Marie –
Wawa – Rossport – Thunder Bay - Barwick – Kenora - umfasst insgesamt 2.120km.
Die Niagara Falls sind die Verbindung zwischen Ontariosee und Eriesee. Der nun
folgende Teilabschnitt bis nach Kenora führt mehrheitlich entlang des Huronsees und des Oberen Sees. Alle 4 Seen bilden auch die jeweilige Grenze zu den USA. Damit haben wir 4 der 5 Großen Seen berührt. Die 5 miteinander verbunden Seen bilden der Fläche nach das größte Süsswasserseensystem der Erde. Übrigens sind wir noch nicht schwimmen gegangen, die Umstände waren nie wirklich passend. Im Huronsee sehen wir zu unserer Überraschung ein Kreuzfahrtschiff. Wir recherchieren, tatsächlich werden Cruises angeboten „Great Lakes – Unvergessliche Erlebnisse auf allen fünf Großen Seen“. Es gibt sogar Reisen, die starten in Hamburg, überqueren den Atlantik und befahren die fünf Großen Seen über den Sankt-Lorenz-Strom. Nun gut, wir fahren lieber
mit MANí durch die Landschaft.
Die Landschaft ändert sich auf diesem Teilabschnitt mehrfach. Im Süden, rund um den Ontariosee und dem Eriesee, sehen wir ähnlich der Gegend um den Sankt-Lorenz-Strom eine starke landwirtschaftliche Nutzung. Ackerflächen, Plantagen mit Obstbäume und auch Weinreben dominieren. Es ist beinahe so flach wie am Niederrhein. Entlang des Huronsees verändert sich die Fauna, zunächst Mischwälder, danach reine Nadelwälder.
In der Taiga finden sich immer wieder Seen, von klein bis groß. Viele Seen, unzählig viele Seen, die teilweise lustige Namen haben: Lake Mom, Lake Baby, Lake Dad. Kajak- oder Kanufahren wird überall angeboten. Aber man muss das Kayak dann auf das Auto schnüren und selbst zum Wunschgewässer transportieren. Das klappt mit MANí nicht so gut. Nun, wir werden bestimmt noch an einem anderen Ort Gelegenheit finden. Es gibt viele Wanderwege, die Trails führen jedoch mehrheitlich durch dichten Wald (das ist eben Taiga) – nicht wirklich spannend. Außer du würdest vielleicht einen Elch oder einen Bären treffen. Die Küste ist mehrheitlich steinig, teilweise schroffe Felsen, hin und
wieder auch einmal ein Sandstrand. Es gibt auf der Strecke immer wieder Teilabschnitte, die touristisch gut ausgebaut sind (Perry Sound, Sault St. Marie, Nordküste vom Oberer See, Lake of the Woods), aber auch lange Teilstrecken, die sehr einsam sind. Immer nur Bäume, Bäume, Bäume. Die Landschaft wirkt bei schlechtem Wetter dann auch schnell melancholisch bis eintönig und deprimierend. Hier noch für die Geologen unter uns: Das Tiefland vom St- Lorenz-Strom grenzt nördlich an das sogenannte kanadische Schild. So nennt sich der geologische Kern von Nordamerika. Es erstreckt sich über fast die Hälfte von Kanada, dabei handelt es sich um uraltes Gestein (bis zu 4 Mio. Jahre). Das Schild ist übrigens reich an Bodenschätzen, das haben schon die Goldgräber zu schätzen gewußt.
Jetzt die einzelnen Etappen:
Von den Niagara Falls fahren wir bis Barrie. Dabei quälen wir uns dieses Mal durch den dichten Verkehr um Toronto. Das ist sehr zeitaufwendig und manchesmal nervig.
Teilweise 6-spurige Strassen, das ist schon ordentlich. In Barrie kommen wir am späten Nachmittag an; kaum stehen wir, setzt ein Starkregen ein. Im MANí ist es schön trocken, aber der Regen trommelt schon heftig auf das Dach und die Sicht ist arg gering. Gut, dass wir den Highway schon verlassen haben. Unseren Stellplatz finden wir neben einem Sportplatz, die fussballspielenden Kids haben ihr Training abbrechen müssen. Die Nacht war dann erfreulicherweise regenfrei.
Von Barrie geht es entlang des Huronsees bis nach Greater Sudbury. Wir fahren jetzt auf dem Trans-Canada-Highway (TCH), eine Traumstrasse, die eine Ost -West Verbindung ist. Der TCH ist fast 8.000 km lang, verbindet 10 kanadische Provinzen und ist der drittlängste Highway weltweit. Er führt von Toronto bis Vancouver. Auf unserer Teilstrecke machen wir einen Zwischenstopp in Perry Sound. Der Ort ist gefällig, das touristische Angebot können wir erahnen. Denn es ist Vorsaison und alles steht noch in den Startlöchern. Wir konstatieren nach unserem einstündigen Spaziergang einen kleinen Ort, der für die Gegend aber ein Zentrum darstellt, mit einem umfangreichen touristischen Angebot. Sehr sympathisch. Aber unser heutiges Ziel ist Greater Sudbury
(160.000 Ew), wo wir einen schönen Platz auf einem großen Parkplatz neben einer Parkanlage vorfinden. Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang im Park, spielen mit den Eichhörnchen und haben unsere Freude. Auf dem Parkplatz haben sich mittlerweile noch 3 weitere Womos zu MANí gesellt – alle aus der Heimat. Insgesamt verbringen wir eine ruhige und entspannte Nacht.
Am nächsten Morgen geht’s weiter nach Sault St. Marie (knapp 80.000 Ew), die hier auch The Soo genannt wird. Eine Grenzstadt zu den USA und eine Zwillingsstadt zur gleichnamigen USA-Stadt am gegenüberliegende Flußufer. Die beiden Städte gehörten in der Vergangenheit zusammen und wurden in Folge des britisch-amerikanischen Krieges (1812-1815) seperariert. Wir müssen hier direkt an Berlin denken. Aber jedenfalls steht hier keine Mauer!!! So oder so ist es traurig, wenn eine Stadt auseinandergerissen wird. In der Stadt finden wir einen schönen Stellplatz – wieder neben einer gepflegten Parkanlage. Wir spazieren am Seeufer, spielen mit den Hörnchen – alles wie gehabt.
Hier gefällt es uns gut. Wir verbringen 2 Nächt an diesem Ort. Wir finden ein
kanadisches Brauhaus, und ja, so ein kühles Blondes schmeckt immer noch. Im
Ortskern gibt es auch mehrere Bars, aber unter der Woche herrscht hier nicht viel Betrieb. Also betätigen wir uns kulturell – und gehen in ein Kino. “The Devil wears Prada”. Unterhaltsamer Film für alle, die an Haute Couture interessiert sind, es werden tolle Outfits präsentiert. Mit Meryl Streep – einfach göttlich.
Im Ort besichtigen wir noch eine Schleusenanlage. Der Fluß St. Marie verbindet den Huronsee mit dem Oberer See. Mit der Schleuse wurde für die Schifffahrt die Verbindung zwischen den Seen ermöglicht. Heute gibt es eine Schleuse auf der kanadischen Seite, die aber nur für kleinere Schiffe ausgelegt ist. Auf der amerikanischen Seite werden die großen Frachtschiffe und
Kreuzfahrtschiffe bedient. Wir spazieren noch durch den im Flussdelta befindlichen Provincial Park St. Marie. Die First Nations haben hier früher in ihren Kanus gefischt. Sie haben sich in dem rauschenden Fluß treiben lassen und mit ihren Speeren die Fische aufgespießt. Keine Angel, kein Netz – so wird es uns jedenfalls erzählt. The Soo ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Unser nächster Stopp auf unserem Roadtripp ist Wawa, einem kleinen Ort am Oberer See. Wir stehen außerhalb des Ortes mit Blick auf den See. Wunderbar, einer der besten Plätze ever. Vor unserer Tür ist ein breiter Sandstrand, phantastisch. Nur das Wetter spielt leider noch nicht mit. So bleibt es bei einem Strandspaziergang. Wir lernen einen Anwohner (ca. Mitte 70) kennen, der mit seinem Hund am Strand spaziert. 35 Jahre lebt er schon hier. Ein Leben hier im irgendwo mitten im Nirgendwo. Wir sind zwar neugierig, aber nachfragen ist vielleicht bei einem ersten Gespräch auch nicht opportun. Als er uns dann fragt, welchen Monat wir haben …… So kann das Leben spielen. Eine nette, nein
eine schöne Begegnung. Am späten Nachmittag füllt sich der Strand. Plötzlich sind dort 6 Quads, die sich austoben. Die machen zwar Lärm, aber es ist auch lustig zu beobachten. In der Dämmerung haben wir diesen wunderbaren Spot dann für uns. Jetzt noch ein Sonnenuntergang, aber nein es windet und wettert, das wäre vielleicht dann auch fast schon kitschig gewesen. Alles in allem ist dies ein toller Platz. Wir danken – einmal mehr Park4night. Es war traumhaft!!!!
Weiter geht es Richtung nordwest nach Rossport. Die Strecke führt größtenteils durch das Landesinnere. Und hier mitten im irgendwo im Nirgendwo unser Jackpot: der erste Bär! Es ist ein Schwarzbär, der direkt neben dem Highway intensiv am suchen und schnüffeln ist. Der bringt uns bestimmt Glück. Bei unverändert durchwachsenen Wetter legen wir einen Zwischenstopp in Marathon ein. Hier hat die Kommune an einem kleineren See ein Naherholungsgebiet eingerichtet mit Badestrand – und was für uns viel
wichtiger war: warme Duschen!!!!!! Wir können zwar auch in MANí duschen, doch es ist schon arg beengt und unser Wassertank fasst auch nur 90 Liter! Auf jeden Fall, der Gemeinde danken wir sehr. Heute ist wohl unser Glückstag.
Kurz vor Rossport, direkt am Highway, gibt es einen hübschen Wanderparkplatz mit Seeblick. Wieder traumhaft. Der Oberer See ist nur 2 Meter von MANí entfernt. Nach der langen Fahrt und frisch geduscht, laufen wir auch ein Stück des Costal Trails. Später verschlechtert sich Wetter zunehmend. Schwere Nebelbänke hüllen uns am frühen Abend ein und nehmen uns vollständig die Sicht auf den See. Die Atmosphäre außerhalb unseres Rolling Homes ist schon ein wenig unheimlich. Da bleiben wir lieber „zuhause”, kniffeln, lesen und entspannen.
Thunder Bay (110.000 Einwohner, 2.größte Stadt in Nordontario) heißt unser nächstes Ziel. Hier ist unsere Erwartung hoch. Auch hier halten Kreuzfahrtschiffe. Vielleicht gibt es ja wieder einen netten Pub mit Live Music? Bereits vor der Stadt locken interessante Highlights. So gibt es hier die längste Hängebrücke (183 Meter) für Fussgänger in Kanada. Blöd ist hierbei nur der Eintrittspreis mit CDN 23 p.P., das erscheint uns dann doch unangemessen und wir verzichten. Stattdessen besuchen wir den Ouimet Canyon mit einem auf der Höhe gelegenen kleinen Trail und Aussichtungspunkten. Die Schlucht ist wirklich imposant, nur schade, dass wir sie aus ökologischen Gründen nicht betreten
dürfen. Viele Erläuterungen insbesondere zu dem kanadischen Schild, interessante Informationen, aber letztlich sind das für uns auch nur Steine und Felsen……, ja wir sind Ignoranten. Vor der Stadt liegt noch eine Touristeninformation, wo uns eine nette Mitarbeiterin, die uns wohl innerhalb von Sekunden in ihr Herz geschlossen hat, mit allen Informationen über Thunder Bay, über sich und über Gott und die Welt versorgt.
Unser Preis: Wir mussten uns in das Gästebuch eintragen. Gern geschehen. In den Minen um die Stadt kann jede/jeder nach Edelsteinen graben, insbesondere nach Amethysten. Diese zumeist dunkel violetten Edelsteine sollen eine heilende Wirkung haben. Sie vertreiben schlechte Träume und helfen bei Depression. Na, wer uns das wohl alles erzählt hat. Wir wollen jedoch weder nach Gold graben, noch Edelsteine suchen. Stattdessen interessiert uns die Stadt.
Im Zentrum steuern wir die Marina und die empfohlene Waterfront an. Doch interessant ist alleine der Blick auf den See. Mehrere große Frachtschiffe liegen vor der Stadt. Thunder Bay hat sich zu einem wichtigen Verladebahnhof für die großen Getreidemengen der Prärieprovinzen entwickelt. An der Waterfront befinden sich viele teure Geschäftshäuser, jedoch sind oft auch schmutzige Ecken direkt nebenan. Es sind nur wenige Leute sind unterwegs. Häufig sind es Personen, die offensichtlich am unteren Rand der Gesellschaft leben. Wir finden das insgesamt nicht einladend und verziehen uns zu unserem Stellplatz, der am Stadtrand neben einem kleinen Freundschaftspark und einer Sportanlage liegt. Ein netter Mitarbeiter der Sportanlage erlaubt uns das Übernachten. Glück gehabt. Das schlechte Wetter setzt sich durch. Ein heftiger Platzregen, der in Dauerregen übergeht, begleitet uns in die Nacht. Auf einen Pubbesuch verzichten wir. Zuhause ist es auch schön.
Wir verabschieden uns von den großen Seen und reisen weiter westwärts. Unser
nächstes Ziel ist der unscheinbare Ort Barwick, der auch wieder direkt an der USA-Grenze liegt. Wir kommen in eine neue Zeitzone. Die Zeitverschiebung gegenüber Overath beträgt jetzt 7 Stunden. Wir finden einen tollen Stellplatz, den die Stadt zur Verfügung stellt. Sogar Strom und Duschen werden gestellt. Für uns ist das ein wahrer Segen, denn bei über 30° C Außentemperatur, heizt MANí richtig auf. Für die Nutzung unserer Klimaanlage benötigen wir immer einen Stromanschluss, daher 1.000 Dank an die kleine Gemeinde. Wir bummeln ein wenig am Fluß, der die Grenze zu den USA bildet, schauen den Anglern zu. Insgesamt haben wir einen der Temperatur und dem Ort angemessenen schönen und ruhigen Nachmittag. Und dank der Klimaanlage auch eine
entspannte Nacht.
Bei unverändert hohen Temperaturen, strahlend blauen Himmel und Sonnenschein verabschieden wir uns von Barwick und steuern nach Kenora. Dabei passieren wir den zu Recht berühmten “Lake of the Woods” , eine Seenlandschaft mit zigtausenden Inselchen. Wunderschön! Die Gegend, die früher Sitz der Sioux, der Crows u.a. First Nations war, ist mittlerweile stark touristisch geprägt. Ein Haus am See, ein kleines Motorboot davor und vielleicht noch ein Kanu. Hier werden solche Träume wahr.
Erstaunlich, wieviele sich diesen Traum erfüllt haben – irgendwo im Nirgendwo; denn die nächste größere Stadt ist wirklich weit entfernt. Die Geschichte der First Nations ist hier noch sehr präsent und wird auch kommerziell vermarktet. So stehen vor dem Pub drei bunte Marterpfähle. In der Grocery “Tomahawk” mit Souvenirs gibt es überall kleine Hinweise hierzu.
Der letzte Teilabschnitt nach Kenora führt dann durch eine Landschaft, die teilweise nicht mehr Taiga ist, sondern in landwirtschaftliche Flächen übergeht. Unseren Stellplatz finden wir mitten im Ort auf einem öffentlichen Parkplatz. Hier bleiben wir 2 Nächte. Und dieses Mal finden wir einen wunderbaren Pub, besonders entzückt waren wir dort übrigens von dem Flipperautomaten – da haben wir einige Silberlinge gelassen – und viel Spass gehabt. In Kenora hat die Saison wohl schon begonnen. So werden hier äußerst umtriebig zahlreiche kleine Motorboote zu Wasser gelassen. Auch hier wird der Traum vom kleinen Haus am See gelebt. Von unserem Stellplatz aus können wir immer die Baseballspiele verfolgen, die direkt nebenan stattfinden. Das ist unterhaltsam, die Mannschaften sind häufig gemischt, Frau und Mann, alt und jung, sportlich und stets bemüht. In der nahen Umgebung wandern wir 4 Stunden den Trail of Tunnel Island auf einer kleinen idyllischen Halbinsel. Hier treffen wir neben vielen Vögeln sogar Schildkröte. Übrigens hat einer von uns jetzt auch Bisonfleisch probiert. Nicht überraschend, es erinnert an Rinderfleisch, hat jedoch einen intensiveren Geschmack. Die Zeit in Kenora war sehr gefällig und kurzweilig.
Unser Fazit: Die Taiga ist unabhängig vom Wetter wenig einladend. Die Wälder sind undurchdringbar. Es ist für uns schwer vorstellbar, wie in dieser garstigen Landschaft früher ganze Völker gelebt haben sollen. Gleichwohl gibt es immer wieder schöne Hotspots. Wir verstehen jetzt, warum hier nur wenige Ansiedlungen verzeichnet werden. Dieser Tourenabschnitt war vielleicht nicht der schönste, aber wir haben ein guten Einblick in eine Landschaft erhalten, die wir sonst eher nicht bereisen.
Jetzt wollen wir jedoch weiter gen Westen ziehen. Die Provinz Manitoba und der Ort Winnipeg rufen. Bleibt also gespannt!
Good to know:
> Demografie: Kanada ist ein beliebtes Einwanderungsland. Der Einwanderungsanteil
gehört zu den höchsten der Welt, gleichwohl waren zuletzt Bestrebungen erkennbar, diesen zu “optimieren”. Insofern betreibt die Regierung eine aktive Einwanderungspolitik und bemüht sich z.B. um die Migration von Fachkräften. Interessante Perspektive: Die allgemeine globale Erwärmung macht künftig weitere große Flächen des Landes bewohnbar. Unter dieser Prämisse soll die Anzahl der Bevölkerung bis zum 22. Jahrhundert verdoppelt werden!!! Vielleicht sind das ja nur FAKENEWS.
> Metis: Die Nachkommen von First-Nations und Europäern werden als Metis bezeichnet. Sie gelten in Kanada heute als eigenständiges Volk mit besonderen Rechten. Um als Meti anerkannt zu werden, muss die Abstammung nachgewiesen werden.
> Indigene Völker: es gibt in Kanada die folgenden drei offiziell anerkannten indigenen Völker:
>: Inuit, Metis, First-Nations. Die indigenen Völker machen 5% der
Gesamtbevölkerung aus. Heute findet ein Prozess zur Aussöhnung statt, hierbei geht es primär um Gleichberechtigung und Entschädigung. Nicht einfach, eine derart lange Diskrimierung und Unterdrückung zu beenden.Read more
004 Reisebericht Canada 14. – 19.05.2026
May 20 in Canada ⋅ ⛅ 16 °C
Jetzt haben wir schon 3.040 km zurückgelegt. Unser letzter Teilabschnitt von Cobourg zu den Niagarafällen führte uns an Toronto
vorbei.
Im Stadtgebiet von Toronto leben über 3 Mio. Einwohner, die Metropolregion von Toronto zählt knapp 7 Mio. Einwohner. Toronto ist die Hauptstadt von Ontario und die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt von Kanada. Erwartungsgemäß ist hier das Verkehrsaufkommen auch deutlich dichter. Wir kommen auf dem Highway noch verhältnismäßig gut voran, passieren Toronto und freuen uns auf die Niagarafälle.
Wir finden bei den Falls sehr zentral einen guten Stellplatz auf einem Parkplatz. Hier bleiben wir tatsächlich insgesamt 5 Nächte, da wir technische Probleme mit MANí haben.
Wir berichten dieses Mal über die berühmten Niagarafälle und die Höhen und Tiefen eines Wohnmobilisten.
Die Niagarafälle sind wohl die berühmtesten Wasserfälle auf unserem Planeten, es gibt
sicherlich noch größere – aber kein anderer ist so bekannt und hat einen derartigen Nimbus. Warum ist das so?
Die Niagarafälle sind gut zugänglich und werden auch schon länger kommerziell genutzt. Für besondere Stunts, für Kinofilme, in Kunst und Literatur.
Die Fälle liegen an der Grenze zu den USA, so ist ein Teil der Fälle auf amerikanischen Gebiet und ein anderer Teil auf kanadischer Seite. Der imposanteste Abschnitt, die
Horseshoe Falls liegen auf kanadischer Seite (sind aber auch von USA einsehbar). Von den Viewpoints in Kanada lassen sich neben den Fällen auch die Amerikaner auf der
anderen Flussseite gut beobachten. Die Fälle werden durch den Fluß Niagara gespeist, welcher den Eriesee und den Ontariosee verbindet. Tatsächlich ist die Sicht auf die Fälle
ohne jegliche Eintrittsgebühren wunderbar vom Flussufer aus möglich. Aber natürlich gibt es auch viele (kostenpflichtige) Sonderaktionen. Wir entscheiden uns für die legendäre Bootstour mit den City Cruisers. Die Tour führt mitten hinein in die aufpeitschende Gischt des Hufeisenfalls. Zum Glück wurden wir mit Regenponchos ausgerüstet. Die Fahrt ist eine feuchte Riesengaudi. Trotz Poncho werden wir untenrum nass – die Gischt kommt von allen Seiten. Auf dem Boot ist ein Riesengeschrei in allen Sprachen. Handys werden versteckt, mitten in der Gischt ist ein Fotografieren aufgrund der “Dusche” schlichtweg unmöglich. Ein besonderes Erlebnis und unbedingt empfehlenswert. Jeden Abend werden beide Falls in allen Farben illuminiert und in den
Sommermonaten gibt es fast täglich zusätzlich noch ein Feuerwerk.
Der Tourismus blüht insbesondere auf der kanadischen Seite. So gibt es hier viele Hotels, Casinos und die Vergnügungsmeile Clifton Hill. Es erinnert uns ein wenig an Las Vegas. Viele kommen hierher wegen der Vergnügungen und weniger wegen der Falls. Neugierig besuchen wir
ein Casino. Tagsüber sitzen hier vornehmlich ältere Gäste und spielen an den Automaten. Abends waren die großen Säle voll von spielfreudigen Touristen, ein gutes von Drittel Asiaten. Nach unseren Beobachtungen werden hier oft innerhalb von ein paar Minuten mal eben 100 CDN verdaddelt.
Fasziniert sind wir lediglich von Black Jack, aber das wird hier an den Tischen so schnell gespielt, da trauen wir uns dann doch nicht ran.
Unser Budget soll ja noch für ein paar Monate reichen ……. Und wir wollen ja auch nicht mit unserem Glück die Bank sprengen….; haben stattdessen in der Vergnügungsmeile jetzt das Billiardspielen angefangen, gefällt uns sehr gut. Es sind aber auch andere
Attraktionen fußläufig im Umfeld erreichbar, so z.B. Flora, Vogelhaus, Buddhatempel, Marineland (allerdings aktuell geschlossen) und ein kleiner Park „Dufferin Islands“ in dem wir neben den allgegenwärtigen Eichhörnchen, Kanadagänsen auch Streifenhörnchen und Schildkröten vorgefunden haben. In den Tagen hier haben wir erstaunliche Temperaturunterschiede. Anfangs war es so kalt (Tagsüber 6-8° und starker Wind), sodass wir quasi alles angezogen haben, was wir so dabei haben. Innerhalb von vier Tagen ist das Thermometer dann auf 31,5° hochgeschossen, das war dann schon zu viel des Guten. Starke Winde sind allgegenwärtig. Wie auch immer, unser Highlight sind eindeutig die Falls – und das ist schon wieder eine unbedingte Empfehlung.
Unser Probleme mit MANí haben wir schon angesprochen. Jedes Wohnmobil hat mehrere Batterien, eine Starterbatterie für den Motor und eine oder mehrere
Aufbaubatterien für die Versorgung des Wohnequipments (Heizung, Kühlschrank, Wasserpumpe, Licht und Steckdosen zum Aufladen von Akkus, Handys). Letztere zwei Batterien waren leider beinahe leer, weil das Solarpanel ausgefallen ist und nach mehreren „Standtagen“ (ohne das Fahrzeug zu bewegen) hat die Starterbatterie auch nicht die
beiden Aufbaubatterien aufgeladen. Das bedeutet kein Licht, keine Heizung, kein Wasser etc. Zum Glück haben wir eine Werkstatt gefunden, die uns weiterhelfen konnte.
Ersatzteile mussten jedoch erst bestellt werden, daher unser verlängerter Aufenthalt an
den Falls. Jetzt ist wieder alles gerichtet, und wir sind optimistisch gestimmt ….. Drückt uns bitte den Daumen.
Die Provinzen in Kanada gehen mit Wohnmobilisten unterschiedlich um. Während wir uns in den ersten Provinzen über gute Angebote und Unterstützung freuen konnten, ist
das in Ontario doch deutlich reduzierter. Es ist grundsätzlich verboten freistehend zu übernachten, es gibt kein Angebot um Wasser nachzutanken. Selbst an mehreren
Tankstellen, die wir um Hilfe gebeten haben, wurde abgewinkt. Wir haben auch Geld für Wasser angeboten, aber es blieb beim Nein. Hat die Provinz Wassermangel? Aber
rundherum sind so viele Seen, daher für uns nicht wirklich verständlich.
Da wir noch einige Zeit durch Ontario reisen werden, hoffen wir natürlich, dass sich unser erster Eindruck nicht weiter bestätigen wird.
Aber wir machen auch gute Erfahrungen. So haben wir am Ontariosee nachmittags am Ufer geparkt, um die Sonne zu genießen und am Strand zu schlendern. Leider haben wir neben einem Hydranten geparkt; ojeh – das wird teuer!
Aber der Polizist war nett, und nach einem kurzen Schwatz konnten wir ohne Ticket weiterfahren.
Also: niemals neben einem Hydranten parken!!!
Wie geht es weiter: Richtung Norden, also bleibt gespannt!!!!!
Good to know:
> Victoria Day: Das ist ein kanadischer Bundesfeiertag, der am letzten Montag vor dem 25. Mai zu Ehren von Königin Victoria, der Mutter der Konföderation begangen wird, zuletzt
am 18.05.2026.
> Der siebenjährige Krieg (1755 – 1762): In diesem Krieg kämpften die Großmächte England und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika. So lange ist das schon her. Gleichwohl haben wir rund um den Sankt-Lorenz-Strom immer wieder Denkmäler und Hinweistafeln gesehen, die sich auch heute noch mit diesem Krieg beschäftigen.Read more
003 Reisebericht Canada 09. - 14.05.26
May 14 in Canada ⋅ ☁️ 12 °C
1.970 km hatten wir bisher zurückgelegt. Unser nächster Teilabschnitt Québec – Montréal – Ottawa – Cobourg – Niagara Falls umfasst insgesamt 1.070 km.
Von Québec aus fahren wir entlang des Sankt-Lorenz-Stromes nach Montréal. Wir fahren teilweise über den Chemin du Roy (Route 138) auf einer Königsroute, die älteste Überlandstraße Kanadas. Unser Weg führt durch historische Dörfer des 17. und 18. Jahrhundert. Doch bald sind wir uns einig, im Bergischen ist es viel schöner. Wir wechseln daher auf den schnelleren Highway.
Dank Park4Night finden wir in Montréal einen tollen Stellplatz an einem Park mit direkter Metro Anbindung zur Innenstadt (knapp 8 km entfernt). Montréal – oder besser Teile der Stadt – erkunden wir am nächsten Tag zu Fuß. Wir beginnen mit Vieux- Montréal (Altstadt). Die Basilika Notre-Dame de Montréal ist eine neugotische Kirche mit einer prachtvollen blau-goldenen Innengestaltung. Sie ist wirklich beeindruckend und wunderschön, hier stimmt die Atmosphäre; unser unbedingter Tipp für jeden Besuch in Montréal. Der Eintritt kostet übrigens 16 CDN/P. (ca 10.30€/P.). Auch der Kölner Dom kostet demnächst Eintritt, aber wenn du Mitglied im ZDV (Zentral-Dombau-Verein) bist (aktuell Mitgliedsbeitrag 20€ p.a.), ist der Eintritt kostenfrei. (ein Tipp für alle Freunde des Kölner Doms)
Die touristische Altstadt ist sehr gemütlich; viele alte Gebäude dominieren das Viertel. Wir wechseln das Szenario und begeben uns in das Quartier der Spectacles. Hier gibt es Gastro und Pubs für jeden Geschmack.
Kennt ihr Poutine? Das ist das Nationalgericht hier in Montréal. Es handelt sich um Pommes frites, die zunächst mit einer Käsesauce überzogen werden und dann auch noch eine Bratensauce on top bekommen. Ein echter Renner, wir lehnen jedoch dankend ab.
Schnell lernen wir, dass die Gastro sich räumlich themenorientiert sortiert, eine Straße hat italienische Gastro-Angebote, die nächste libanesische und Chinatown gibt es auch, etc.
Es gibt Musikkneipen mit Live-Musik. Das ist wirklich toll. Hier kannst du tagelang flanieren und immer wieder ein neues Highlight entdecken. Wir haben z.B. eine Musikkneipe mit Schwerpunkt Blues besucht, die hat uns ausgesprochen gut gefallen; die zweite Musikkneipe mit Schwerpunkt Rockmusik war zwar wesentlich besser besucht, jedoch ein wenig wie eine Spelunke…… Also für Musikliebhaber ist Montréal auf jeden Fall empfehlenswert.
Und siehe da – ein Flitzer. Splitterfasernackt, und etwas verschämt. Was mag da für eine Geschichte dahinterstecken? Wir wissen es nicht, aber der Phantasie sind keine Grenzen gesteckt…!
Wetterbedingt haben wir unseren Aufenthalt nicht verlängert und sind am nächsten Morgen weitergezogen zum 200km entfernten Ottawa.
Wir finden einen Stellplatz - Park4Night sei Dank - in Gatineau, der Zwillingsstadt von Ottawa, die lediglich durch einen Fluss namens Ottawa getrennt ist.
Während Gatineau noch zur Provinz Québec gehört, liegt Ottawa bereits in Ontario. So nah die beiden Städte einander sind, so unterschiedlich sind sie. In Ottawa wird mehrheitlich englisch gesprochen, in Gatineau französisch. Ottawa ist durch den Status Hauptstadt natürlich privilegierter; die prächtigen Regierungsgebäude prägen die Innenstadt. Touristen-Hotspot! Gatineau hat eher einen gemütlichen Shabby Look mit viel Graffities. Einige Häuser bzw. Straßenzüge haben sicherlich schon bessere Zeiten erlebt.
Unser Schwerpunkt ist natürlich Ottawa. Hier können wir Einblick nehmen in das politische System von Kanada. Dabei gibt es starke Parallelen mit dem britischen System. Kanada besitzt eine parlamentarische Monarchie (tolles Wortspiel) und eine föderative Demokratie. Der Monarch in Kanada ist der Generalgouverneur und aktuell eine Frau (wie zuletzt “Lizbeth” in England). Die Exekutive wird vom Premierminister angeführt, das ist aktuell der Liberale Mark Carney. Es gibt ein Oberhaus (nennt sich in Kanada Senat) und ein Unterhaus – analog zum britischen System. Zu besichtigen im Rahmen von Führungen sind sämtliche Räumlichkeiten des politischen Systems. Das Unterhaus, der Senat, der Amtssitz des Generalgouvernements, das Büro des Premierministers.
Uns stellt sich die Frage: Wann arbeiten die denn?
Egal, wir entscheiden uns für das Epizentrum der Macht, nämlich für das Unterhaus! Führung leider nur auf französisch, die englische ist schon ausgebucht. Whatever, Hannes muss für Jürgen dolmetschen. Nach einigen Sicherheitskontrollen haben wir Zugang zum Epizentrum. Erwartet haben wir am 12.05., dass alle Abgeordneten für Jürgen Spalier stehen und “Happy Birthday” anstimmen. Aber, was sollen wir sagen - quelle surprise - war nicht so. Die haben alle frei!!!
So haben wir den Saal für uns, sieht aus wie das britische Unterhaus (kennst du aus dem Fernsehen, wo die wilden Wortgefechte stattfinden).
Der kanadische Saal, ein hergerichteter Innenhof des Gebäudes ist deutlich heller und moderner. Früher haben die Abgeordneten hier ihre Pferde “geparkt”. Unser Tour Guide weiss viele Geschichten zu erzählen, und manche sind sogar interessant bis witzig. Insgesamt fühlen wir uns gut aufgehoben und sind sicherlich nicht dümmer geworden. Übrigens sind sämtliche Führungen am Parliament Hill kostenfrei. Danach haben wir ausgiebig das Gastroangebot in Ottawa getestet.
Unser Eindruck: während in Ottawa die klassisch, kanadische Küche (Burger, Pizza, Fast Food) dominiert, gibt es in Gatineau tatsächlich auch französische Restaurants.
Abends besuchen wir einen Pub mit Livemusik, macht einen netten Eindruck. Angekündigt ist Musik ab 21.00 Uhr; um 22.00 Uhr hat die Gruppe dann auch wirklich schon ein Lied vorgetragen, danach mussten sie erst kulinarisch aufgebaut werden; um 23.00 Uhr hatten wir dann aber keine Lust mehr. Ein rundum bescheidenes Konzept. Und wir haben wieder was gelernt.
Aber insgesamt haben wir einen sehr guten Eindruck von Ottawa.
In unserem persönlichen Ranking der drei Städte Québec, Montréal, Ottawa sind wir nicht einig: Hannes präferiert Ottawa, Jürgen präferiert Montréal.
Weiter geht es Richtung Niagarafälle, bleibt also gespannt!!!
Good to know:
> Ontario: Ontario ist die mit Abstand bevölkerungsreichste (16 Mio. bzw. 40 % der Gesamtbevölkerung) und flächenmäßig die zweitgrößte Provinz des Landes. Toronto ist die Hauptstadt der Provinz. Ontario ist ein irokesisches Wort und bedeutet “Schönes Wasser”.
> Montréal: In der Kernstadt leben 2 Mio. Einwohner, in der Metropolregion werden rund 4,4 Mio. Einwohner gezählt. Montréal ist die zweitgrößte Stadt in Kanada und nach Paris die weltweit zweitgrößte Stadt mit einer primär französischsprachigen Bevölkerung. Die Stadt liegt mehrheitlich auf einer Insel im Sankt-Lorenz-Strom.
> Ottawa: Ottawa ist die Hauptstadt von Kanada. Die Kernstadt zahlt 1,1 Mio. Einwohner, die Metropolregion zählt 1,5 Mio. Einwohner. Ottawa liegt in Ontario, direkt an der Grenze zur Provinz Québec. Auch die Staatsgrenze zu den USA ist lediglich 50 km entfernt. Der Name Ottawa bedeutet “Händler” in der Sprache der Algonkin (Ureinwohner).Read more
002 Reisebericht Canada 03.05.-09.05.26
May 9 in Canada ⋅ ☁️ 5 °C
002 Reisebericht Canada vom 03.05. bis 09.05.2026
520 km Strecke haben wir bereits für unseren ersten Teilabschnitt (Reisebericht 001) zurückgelegt. Unser nächsten Teilabschnitt Ingonish – North Sydney – Moncton – Saint John – Riviere du Loup – Québec umfasst 1.450 km.
In North Sydney fanden wir einen schönen ruhigen Stellplatz direkt am Yachthafen. Erkundet haben wir den Ort aufgrund des feuchten Wetters nicht. Wir sind direkt am nächsten Morgen weitergereist bis Moncton, das war mit knapp 500 km Länge unser bisher längster Reiseabschnitt. So haben wir das anhaltend schlechte Wetter als Reisetag genutzt. Eigentlich ein interessanter Streckenabschnitt, der in Nova Scotia noch an riesigen Seen vorbeiführt. In den Sommermonaten sind die Seen sicherlich stark vom Tourismus geprägt, Infrastruktur für Wassersport, Kayaking und Angeln ist vorhanden. Das kann bestimmt schön sein. Am Atlantik ist natürlich grundsätzlich auch Whale Watching und Tauchen möglich. Jedoch werden all diese Aktionen erst in der Saison angeboten. Die Strassenverhältnisse bewerten wir insgesamt mit gut, ja es gibt auch Strassen mit Schlaglöchern (wie in Köln), aber grundsätzlich sind die Strassen breiter und wirklich einfach zu befahren. Wir reisen noch in der Vorsaison, das bedeutet auch weniger Verkehr. Dafür können wir die Riesentrucks – mit bis zu 8 Achsen – bewundern, wenn sie an unserem kleinen MANí vorbeirauschen. Unsere Reisegeschwindigkeit ist auf den Highways zwischen 90 und 110 kmh. Höchstgeschwindigkeit auf den Highways liegt bei 110 km/h, die auch von allen Verkehrsteilnehmern eingehalten wird. Spritpreise liegen für Diesel bei 2,20-2,40 CA$ (1,40-1,55€). Von 10 Zapfsäulen an einer Tankstelle bietet übrigens nur 1 Zapfsäule Diesel an.
In Moncton, dieser Ort liegt in der Provinz New Brunswick, stehen wir an einem Sportplatz, fußläufig zur Innenstadt. Nach der langen Fahrt spazieren wir in die Innenstadt, dort kehren wir in einen feinen Pub ein und lassen es uns gut gehen. Unser Rückweg führt entlang des Petitcodiac Rivers. Er wird von den Einheimischen aufgrund seiner Farbe auch liebevoll Chocolate River genannt. Und nein, wir haben die Schokolade nicht probiert! Das Besondere an diesem Fluß ist die Tidal Bore, das ist eine Gezeitenwelle, die aus dem Atlantik kommend flussaufwärts wandert und den Pegelstand des Flusses 2 x täglich deutlich erhöht. Ein tolles Phänomen, das wir weiterverfolgen. Die Bay of Fundy, an der wir uns gerade befinden, weist die höchsten Gezeitenunterschiede weltweit auf. An manchen Stellen wurden Gezeitenunterschiede von 20m beobachtet. Wir besuchen den Hopewell Rocks Provencial Park, der direkt an der Bay liegt. Zu bestaunen gibt’s Steinformationen mit Nicknames wir Elephant Rock oder Diamond Rock, deren Form sich durch den Tidehub so entwickelt hat. Wir besuchen diese Küstenabschnitte zweimal, zum Zeitpunkt des Wasserhöchststand und -tiefstand. So lassen sich die Gezeitenunterschiede am besten feststellen. Ergebnis: die 20 Meter wurden sicher nicht erreicht, aber auch 8 Meter Gezeitenunterschiede machen sich bemerkbar. Zum Vergleich: an der Nordsee beträgt der Tiedenhub bis zu max. 4 Meter. Zum Tiefstand entsteht auch am Bay of Fundy ein Wattenmeer, jedoch ist eine Schlickwanderung streng untersagt. Es besteht die Gefahr, dass Kleinstlebewesen im Schlick, die die Lebensgrundlage für viele Seevögel darstellen, ansonsten zerstört werden. Also keine Schlickwanderung, und wieder was gelernt.
Nach einem Stop in Alma, wo es für Jürgen die beste Lobsterrolle ever gegeben hat, setzen wir den Weg weiter fort nach St. John. Außerhalb des Ortes finden wir einen wunderbaren Stellplatz mit Meerblick, nur leider ist es schon dunkel. Am nächsten Morgen besuchen wir in der Innenstadt eine Markthalle, von der wir uns mehr versprochen hatten. Danach besichtigen wir die älteste Steinkirche innerhalb des Ortes. Diese wird interessanterweise mittlerweile vielfältig genutzt. Gottesdienst ist nur sonntags, ansonsten stehen die Räumlichkeiten sozialen Vereinen zur Verfügung. Diese haben sich hier innerhalb der Kirche abgetrennte Büros und Zimmer eingerichtet. Die Vereine haben – so wurde uns versichert – nicht zwingend einen kirchlichen Träger. So wird dieses schöne alte Gebäude erhalten und hat noch eine sinnvolle Funktion. Gut gemacht!!!! Insgesamt finden wir jedoch St. John nicht wirklich sehenswert und machen uns daher schnell wieder on the road.
Unser Ziel ist jetzt die Provinz Québec. Wir fahren bis Riviere-du-Loup eine Strecke von 500 km, wieder ein kompletter Fahrtag. Und wieder regnet und windet es. Die Natur ist hier übrigens noch nicht so weit wie zuhause im Bergischen. Bei dem Wetter verwundert uns dies auch nicht wirklich. Schätzungsweise vier Wochen ist die Natur zurück, die Wiesen sind schon grün, an den Bäumen erkennen wir erste Knospen, aber nirgends sehen wir blühende Blumen. Québec hat eine andere Zeitzone, jetzt beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland sechs Stunden.
In Reviere-du-Loup finden wir einen exzellenten Stellplatz mit Blick auf den Lorenz-Strom. Fantastisch. Und wir werden auch mit einem schönen Abendlicht belohnt. Wunderbar. Der Lorenzstrom ist ebenso wie die Bay of Fundy bekannt für umfangreiche Walbesuche – auch schon im Mai. Schwerpunktmäßig sind diese jedoch auf der anderen Seite des Stromes, wo der Saguenay in den Strom fließt. Aufgrund der höheren Wassertemperatur (und der daraus resultierenden höheren Plankton- und Kleintieranzahl) ist dies das Schlaraffenland für die Wale. Wie auch immer – Wale sehen wir leider keine. Aber es ist hier wirklich schön.
Am nächsten Morgen ziehen wir weiter nach Québec Stadt. Der Tag ist noch jung, und so fahren wir direkt weiter zur Basilika in Sainte-Anne-de-Beaupre außerhalb der Stadt. Die heilige Anne ist die Mutter der Jungfrau Maria. Die Basilika gilt als der älteste Pilgerort Nordamerikas und als einer der heiligsten Orte in Kanada. Die jetzige Kirche (es ist die 5. an diesem Standort), die ca. 1945 errichtet wurde, ist zwar sehr groß, aber erreicht nicht den Umfang des Kölner Doms. Sie ist ähnlich strukturiert wie der Dom, jedoch empfinden wir beide, dass die „erhabene“ Atmosphäre fehlt. Woran liegt das – wir haben keine Antwort. Vielleicht sind wir einfach „verwöhnt“ von unserem Dom. Eine Besonderheit ist sicherlich das Duplikat der Pieta von Michelangelo. Das Original befindet sich im Petersdom in Rom. Aber da es eine detailgetreue Kopie ist, können wir uns jetzt den Weg nach Rom sparen. Es ist wirklich ein wunderschönes Kunstwerk, welches unseres Erachtens die Basilika deutlich aufwertet.
Im Québec finden wir 3 km von der Innenstadt einen praktischen Stellplatz. Wir lernen Patrick kennen, ein Globetrotter aus Hochdahl (Kreis Mettmann). Das ist Jürgens alte Heimat. Er reist mit einem über 30 Jahre alten, roten Mercedes Transit (ehemaliges Fahrzeug der Feuerwehr) mit einem H-Kennzeichen. Besonders beeindruckt hat uns seine Erfahrung über Außendusche in Nebraska auf Schnee und Eis. Und seine Augen leuchteten.
Da wir in etwa ähnliche Reiserouten verfolgen, tauschen wir unsere Kontakte. Womo-Reisende helfen sich untereinander.
Wir bleiben zwei Nächte in Québec. Am ersten Abend besuchen wir das Konzert „The Queens of Music“ im Theatre Capitole. Hier singen 4 Lady aus Québec bekannte Songs der weiblichen Superstars nach. Sie präsentieren sich in Pailettenkleidern in rot, schwarz, gold und silber. Gecovert werden Songs von Aretha Franklin, Ella Fitzgerald, Liza Minelli, Donna Summer, Whitney Houston, Dolly Parton, Celine Dion, Beyoncé, Madonna und anderen mehr. Eben die Queens 👸 of Music. Die Show in diesem wunderbaren Theater ist sehr unterhaltsam und hat sich gelohnt. Allein die Location lohnt schon der Eintritt. Es ist ein gelungener Abend, wir haben viel Freude gehabt.
Am nächsten Tag trecken wir durch die Stadt, das Wetter ist wieder einmal durchwachsen. Québec ist sehr touristisch. Hier dominieren jedoch nicht die Wanderer und Wohnmobilisten, es ist mehr die „upper class“. Viele schöne neue Autos, teure Boutiquen, erlesene Restaurants. Das Herzstück ist dabei das Luxushotel Château Frontenac. Es ist architektonisch äußerst beeindruckend und dominiert einen ganzen Stadtteil.
Am nächsten Tag besuchen wir noch die Montmorency Falls, die außerhalb der Stadt liegen. Sie haben eine um 30 Meter höhere Falltiefe als die Niagarafälle, sind aber nicht so breit. Über die Fälle laufen wir auf einer Holzbrücke, das gibt einen wirklich schönen Einblick. Super schön und spektakulär.
Fazit für Québec: Eine sehr attraktive Stadt, die uns sehr gut gefällt. Eine klare Empfehlung, wenn ihr mal in der Gegend seid.
Weiter geht es nach Montréal – bleibt spannend 🧐 !!!!!!!
Good to know:
> New Brunswick: Die Provinz hat 750.000 Einwohner und ist flächenmäßig ein wenig kleiner als Bayern. Es ist die einzige offiziell zweisprachige Provinz in Kanada. New Brunswick wird auch Neubraunschweig genannt. Den Namen hat die Provinz von der britischen Königsfamilie Braunschweig-Lüneburg aus dem Hause Hannover.
> Québec (Provinz): Die Provinz hat 8,5 Mio. Einwohner und hat von allen Provinzen den größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Flächenmäßig ist es die größte Provinz von Kanada und ungefähr 4 x so groß wie Deutschland.
Québec (Stadt): Die Metropolregion Québec besitzt 850.000 Einwohner. Architektonisch gilt Québec als die europäischste Stadt Nordamerikas. Das Stadtbild gilt als französisch geprägt.
> Whale watching: Die beste Zeit ist zwischen Mai und Oktober. Während man im Westen (rund um Vancouver) Grauwale und Orcas beobachten kann, sind im Osten (Bay of Fundy, Lorenzstrom) Blau- und Buckelwale unterwegs.Read more

Traveler
Québec hat mir bei unseren beiden Besuchen auch sehr gut gefallen. 🙋🏼♀️🇨🇦
001 Reisebericht Canada 28.04-03.05.26
April 29 in Canada ⋅ 🌬 4 °C
001 Reisebericht Canada vom 28.04. bis 03.05.26
Lange hat es gedauert, aber jetzt sind wir wieder on the Road.
Wir werden begleitet von Bobby und MANí. Unser Rolling-Home für die nächsten sieben Monate bietet uns MANí. MANí ist unser Wohnmobil, ein MAN – und da der Rheinländer gerne verniedlicht - also unser innig geliebter MANí.
Ja, und Bobby ist unser Hauskater – im Format Plüschtier, der uns schon seit vielen Jahren begleitet.
Was haben wir vor? Wir wollen Teile von Kanada und Teile der USA erkunden. Die Reise ist bisher nur in groben Zügen geplant, wir schauen mal, dann sehen wir schon, wo‘s uns hinführt.
MANí und Bobby haben den Anfang gemacht, sie haben den Atlantik mit dem Schiff überquert, waren zwölf Tage von Hamburg bis Halifax/Kanada unterwegs, und uns dort erwartet. Wir sind etwas später mit dem Flieger gefolgt. Unser Wiedersehen verlief, wie kann es sein, sehr herzlich….
In Halifax-Dartmouth hatten wir zunächst für zwei Tage ein schönes Hotelzimmer und einen Leihwagen, um in Ruhe und ohne Stress unser Wiedersehen vorzubereiten. Das war auch gut so. Denn es sind doch einige Formalitäten und Besorgungen erforderlich gewesen: erst beim Spediteur, dann beim Zoll und schlußendlich am Hafen – alle drei nicht gleich um die Ecke….
Wetterbedingt haben wir die Stadt jedoch nicht wirklich erkundet. Temperaturen um 5°C und Dauerregen haben dazu geführt, dass wir die Stadt schnell verlassen haben.Read more







































































































































