004 Reisebericht Canada 14. – 19.05.2026
20 maggio, Canada ⋅ ⛅ 16 °C
Jetzt haben wir schon 3.040 km zurückgelegt. Unser letzter Teilabschnitt von Cobourg zu den Niagarafällen führte uns an Toronto
vorbei.
Im Stadtgebiet von Toronto leben über 3 Mio. Einwohner, die Metropolregion von Toronto zählt knapp 7 Mio. Einwohner. Toronto ist die Hauptstadt von Ontario und die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt von Kanada. Erwartungsgemäß ist hier das Verkehrsaufkommen auch deutlich dichter. Wir kommen auf dem Highway noch verhältnismäßig gut voran, passieren Toronto und freuen uns auf die Niagarafälle.
Wir finden bei den Falls sehr zentral einen guten Stellplatz auf einem Parkplatz. Hier bleiben wir tatsächlich insgesamt 5 Nächte, da wir technische Probleme mit MANí haben.
Wir berichten dieses Mal über die berühmten Niagarafälle und die Höhen und Tiefen eines Wohnmobilisten.
Die Niagarafälle sind wohl die berühmtesten Wasserfälle auf unserem Planeten, es gibt
sicherlich noch größere – aber kein anderer ist so bekannt und hat einen derartigen Nimbus. Warum ist das so?
Die Niagarafälle sind gut zugänglich und werden auch schon länger kommerziell genutzt. Für besondere Stunts, für Kinofilme, in Kunst und Literatur.
Die Fälle liegen an der Grenze zu den USA, so ist ein Teil der Fälle auf amerikanischen Gebiet und ein anderer Teil auf kanadischer Seite. Der imposanteste Abschnitt, die
Horseshoe Falls liegen auf kanadischer Seite (sind aber auch von USA einsehbar). Von den Viewpoints in Kanada lassen sich neben den Fällen auch die Amerikaner auf der
anderen Flussseite gut beobachten. Die Fälle werden durch den Fluß Niagara gespeist, welcher den Eriesee und den Ontariosee verbindet. Tatsächlich ist die Sicht auf die Fälle
ohne jegliche Eintrittsgebühren wunderbar vom Flussufer aus möglich. Aber natürlich gibt es auch viele (kostenpflichtige) Sonderaktionen. Wir entscheiden uns für die legendäre Bootstour mit den City Cruisers. Die Tour führt mitten hinein in die aufpeitschende Gischt des Hufeisenfalls. Zum Glück wurden wir mit Regenponchos ausgerüstet. Die Fahrt ist eine feuchte Riesengaudi. Trotz Poncho werden wir untenrum nass – die Gischt kommt von allen Seiten. Auf dem Boot ist ein Riesengeschrei in allen Sprachen. Handys werden versteckt, mitten in der Gischt ist ein Fotografieren aufgrund der “Dusche” schlichtweg unmöglich. Ein besonderes Erlebnis und unbedingt empfehlenswert. Jeden Abend werden beide Falls in allen Farben illuminiert und in den
Sommermonaten gibt es fast täglich zusätzlich noch ein Feuerwerk.
Der Tourismus blüht insbesondere auf der kanadischen Seite. So gibt es hier viele Hotels, Casinos und die Vergnügungsmeile Clifton Hill. Es erinnert uns ein wenig an Las Vegas. Viele kommen hierher wegen der Vergnügungen und weniger wegen der Falls. Neugierig besuchen wir
ein Casino. Tagsüber sitzen hier vornehmlich ältere Gäste und spielen an den Automaten. Abends waren die großen Säle voll von spielfreudigen Touristen, ein gutes von Drittel Asiaten. Nach unseren Beobachtungen werden hier oft innerhalb von ein paar Minuten mal eben 100 CDN verdaddelt.
Fasziniert sind wir lediglich von Black Jack, aber das wird hier an den Tischen so schnell gespielt, da trauen wir uns dann doch nicht ran.
Unser Budget soll ja noch für ein paar Monate reichen ……. Und wir wollen ja auch nicht mit unserem Glück die Bank sprengen….; haben stattdessen in der Vergnügungsmeile jetzt das Billiardspielen angefangen, gefällt uns sehr gut. Es sind aber auch andere
Attraktionen fußläufig im Umfeld erreichbar, so z.B. Flora, Vogelhaus, Buddhatempel, Marineland (allerdings aktuell geschlossen) und ein kleiner Park „Dufferin Islands“ in dem wir neben den allgegenwärtigen Eichhörnchen, Kanadagänsen auch Streifenhörnchen und Schildkröten vorgefunden haben. In den Tagen hier haben wir erstaunliche Temperaturunterschiede. Anfangs war es so kalt (Tagsüber 6-8° und starker Wind), sodass wir quasi alles angezogen haben, was wir so dabei haben. Innerhalb von vier Tagen ist das Thermometer dann auf 31,5° hochgeschossen, das war dann schon zu viel des Guten. Starke Winde sind allgegenwärtig. Wie auch immer, unser Highlight sind eindeutig die Falls – und das ist schon wieder eine unbedingte Empfehlung.
Unser Probleme mit MANí haben wir schon angesprochen. Jedes Wohnmobil hat mehrere Batterien, eine Starterbatterie für den Motor und eine oder mehrere
Aufbaubatterien für die Versorgung des Wohnequipments (Heizung, Kühlschrank, Wasserpumpe, Licht und Steckdosen zum Aufladen von Akkus, Handys). Letztere zwei Batterien waren leider beinahe leer, weil das Solarpanel ausgefallen ist und nach mehreren „Standtagen“ (ohne das Fahrzeug zu bewegen) hat die Starterbatterie auch nicht die
beiden Aufbaubatterien aufgeladen. Das bedeutet kein Licht, keine Heizung, kein Wasser etc. Zum Glück haben wir eine Werkstatt gefunden, die uns weiterhelfen konnte.
Ersatzteile mussten jedoch erst bestellt werden, daher unser verlängerter Aufenthalt an
den Falls. Jetzt ist wieder alles gerichtet, und wir sind optimistisch gestimmt ….. Drückt uns bitte den Daumen.
Die Provinzen in Kanada gehen mit Wohnmobilisten unterschiedlich um. Während wir uns in den ersten Provinzen über gute Angebote und Unterstützung freuen konnten, ist
das in Ontario doch deutlich reduzierter. Es ist grundsätzlich verboten freistehend zu übernachten, es gibt kein Angebot um Wasser nachzutanken. Selbst an mehreren
Tankstellen, die wir um Hilfe gebeten haben, wurde abgewinkt. Wir haben auch Geld für Wasser angeboten, aber es blieb beim Nein. Hat die Provinz Wassermangel? Aber
rundherum sind so viele Seen, daher für uns nicht wirklich verständlich.
Da wir noch einige Zeit durch Ontario reisen werden, hoffen wir natürlich, dass sich unser erster Eindruck nicht weiter bestätigen wird.
Aber wir machen auch gute Erfahrungen. So haben wir am Ontariosee nachmittags am Ufer geparkt, um die Sonne zu genießen und am Strand zu schlendern. Leider haben wir neben einem Hydranten geparkt; ojeh – das wird teuer!
Aber der Polizist war nett, und nach einem kurzen Schwatz konnten wir ohne Ticket weiterfahren.
Also: niemals neben einem Hydranten parken!!!
Wie geht es weiter: Richtung Norden, also bleibt gespannt!!!!!
Good to know:
> Victoria Day: Das ist ein kanadischer Bundesfeiertag, der am letzten Montag vor dem 25. Mai zu Ehren von Königin Victoria, der Mutter der Konföderation begangen wird, zuletzt
am 18.05.2026.
> Der siebenjährige Krieg (1755 – 1762): In diesem Krieg kämpften die Großmächte England und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika. So lange ist das schon her. Gleichwohl haben wir rund um den Sankt-Lorenz-Strom immer wieder Denkmäler und Hinweistafeln gesehen, die sich auch heute noch mit diesem Krieg beschäftigen.Leggi altro
003 Reisebericht Canada 09. - 14.05.26
14 maggio, Canada ⋅ ☁️ 12 °C
1.970 km hatten wir bisher zurückgelegt. Unser nächster Teilabschnitt Québec – Montréal – Ottawa – Cobourg – Niagara Falls umfasst insgesamt 1.070 km.
Von Québec aus fahren wir entlang des Sankt-Lorenz-Stromes nach Montréal. Wir fahren teilweise über den Chemin du Roy (Route 138) auf einer Königsroute, die älteste Überlandstraße Kanadas. Unser Weg führt durch historische Dörfer des 17. und 18. Jahrhundert. Doch bald sind wir uns einig, im Bergischen ist es viel schöner. Wir wechseln daher auf den schnelleren Highway.
Dank Park4Night finden wir in Montréal einen tollen Stellplatz an einem Park mit direkter Metro Anbindung zur Innenstadt (knapp 8 km entfernt). Montréal – oder besser Teile der Stadt – erkunden wir am nächsten Tag zu Fuß. Wir beginnen mit Vieux- Montréal (Altstadt). Die Basilika Notre-Dame de Montréal ist eine neugotische Kirche mit einer prachtvollen blau-goldenen Innengestaltung. Sie ist wirklich beeindruckend und wunderschön, hier stimmt die Atmosphäre; unser unbedingter Tipp für jeden Besuch in Montréal. Der Eintritt kostet übrigens 16 CDN/P. (ca 10.30€/P.). Auch der Kölner Dom kostet demnächst Eintritt, aber wenn du Mitglied im ZDV (Zentral-Dombau-Verein) bist (aktuell Mitgliedsbeitrag 20€ p.a.), ist der Eintritt kostenfrei. (ein Tipp für alle Freunde des Kölner Doms)
Die touristische Altstadt ist sehr gemütlich; viele alte Gebäude dominieren das Viertel. Wir wechseln das Szenario und begeben uns in das Quartier der Spectacles. Hier gibt es Gastro und Pubs für jeden Geschmack.
Kennt ihr Poutine? Das ist das Nationalgericht hier in Montréal. Es handelt sich um Pommes frites, die zunächst mit einer Käsesauce überzogen werden und dann auch noch eine Bratensauce on top bekommen. Ein echter Renner, wir lehnen jedoch dankend ab.
Schnell lernen wir, dass die Gastro sich räumlich themenorientiert sortiert, eine Straße hat italienische Gastro-Angebote, die nächste libanesische und Chinatown gibt es auch, etc.
Es gibt Musikkneipen mit Live-Musik. Das ist wirklich toll. Hier kannst du tagelang flanieren und immer wieder ein neues Highlight entdecken. Wir haben z.B. eine Musikkneipe mit Schwerpunkt Blues besucht, die hat uns ausgesprochen gut gefallen; die zweite Musikkneipe mit Schwerpunkt Rockmusik war zwar wesentlich besser besucht, jedoch ein wenig wie eine Spelunke…… Also für Musikliebhaber ist Montréal auf jeden Fall empfehlenswert.
Und siehe da – ein Flitzer. Splitterfasernackt, und etwas verschämt. Was mag da für eine Geschichte dahinterstecken? Wir wissen es nicht, aber der Phantasie sind keine Grenzen gesteckt…!
Wetterbedingt haben wir unseren Aufenthalt nicht verlängert und sind am nächsten Morgen weitergezogen zum 200km entfernten Ottawa.
Wir finden einen Stellplatz - Park4Night sei Dank - in Gatineau, der Zwillingsstadt von Ottawa, die lediglich durch einen Fluss namens Ottawa getrennt ist.
Während Gatineau noch zur Provinz Québec gehört, liegt Ottawa bereits in Ontario. So nah die beiden Städte einander sind, so unterschiedlich sind sie. In Ottawa wird mehrheitlich englisch gesprochen, in Gatineau französisch. Ottawa ist durch den Status Hauptstadt natürlich privilegierter; die prächtigen Regierungsgebäude prägen die Innenstadt. Touristen-Hotspot! Gatineau hat eher einen gemütlichen Shabby Look mit viel Graffities. Einige Häuser bzw. Straßenzüge haben sicherlich schon bessere Zeiten erlebt.
Unser Schwerpunkt ist natürlich Ottawa. Hier können wir Einblick nehmen in das politische System von Kanada. Dabei gibt es starke Parallelen mit dem britischen System. Kanada besitzt eine parlamentarische Monarchie (tolles Wortspiel) und eine föderative Demokratie. Der Monarch in Kanada ist der Generalgouverneur und aktuell eine Frau (wie zuletzt “Lizbeth” in England). Die Exekutive wird vom Premierminister angeführt, das ist aktuell der Liberale Mark Carney. Es gibt ein Oberhaus (nennt sich in Kanada Senat) und ein Unterhaus – analog zum britischen System. Zu besichtigen im Rahmen von Führungen sind sämtliche Räumlichkeiten des politischen Systems. Das Unterhaus, der Senat, der Amtssitz des Generalgouvernements, das Büro des Premierministers.
Uns stellt sich die Frage: Wann arbeiten die denn?
Egal, wir entscheiden uns für das Epizentrum der Macht, nämlich für das Unterhaus! Führung leider nur auf französisch, die englische ist schon ausgebucht. Whatever, Hannes muss für Jürgen dolmetschen. Nach einigen Sicherheitskontrollen haben wir Zugang zum Epizentrum. Erwartet haben wir am 12.05., dass alle Abgeordneten für Jürgen Spalier stehen und “Happy Birthday” anstimmen. Aber, was sollen wir sagen - quelle surprise - war nicht so. Die haben alle frei!!!
So haben wir den Saal für uns, sieht aus wie das britische Unterhaus (kennst du aus dem Fernsehen, wo die wilden Wortgefechte stattfinden).
Der kanadische Saal, ein hergerichteter Innenhof des Gebäudes ist deutlich heller und moderner. Früher haben die Abgeordneten hier ihre Pferde “geparkt”. Unser Tour Guide weiss viele Geschichten zu erzählen, und manche sind sogar interessant bis witzig. Insgesamt fühlen wir uns gut aufgehoben und sind sicherlich nicht dümmer geworden. Übrigens sind sämtliche Führungen am Parliament Hill kostenfrei. Danach haben wir ausgiebig das Gastroangebot in Ottawa getestet.
Unser Eindruck: während in Ottawa die klassisch, kanadische Küche (Burger, Pizza, Fast Food) dominiert, gibt es in Gatineau tatsächlich auch französische Restaurants.
Abends besuchen wir einen Pub mit Livemusik, macht einen netten Eindruck. Angekündigt ist Musik ab 21.00 Uhr; um 22.00 Uhr hat die Gruppe dann auch wirklich schon ein Lied vorgetragen, danach mussten sie erst kulinarisch aufgebaut werden; um 23.00 Uhr hatten wir dann aber keine Lust mehr. Ein rundum bescheidenes Konzept. Und wir haben wieder was gelernt.
Aber insgesamt haben wir einen sehr guten Eindruck von Ottawa.
In unserem persönlichen Ranking der drei Städte Québec, Montréal, Ottawa sind wir nicht einig: Hannes präferiert Ottawa, Jürgen präferiert Montréal.
Weiter geht es Richtung Niagarafälle, bleibt also gespannt!!!
Good to know:
> Ontario: Ontario ist die mit Abstand bevölkerungsreichste (16 Mio. bzw. 40 % der Gesamtbevölkerung) und flächenmäßig die zweitgrößte Provinz des Landes. Toronto ist die Hauptstadt der Provinz. Ontario ist ein irokesisches Wort und bedeutet “Schönes Wasser”.
> Montréal: In der Kernstadt leben 2 Mio. Einwohner, in der Metropolregion werden rund 4,4 Mio. Einwohner gezählt. Montréal ist die zweitgrößte Stadt in Kanada und nach Paris die weltweit zweitgrößte Stadt mit einer primär französischsprachigen Bevölkerung. Die Stadt liegt mehrheitlich auf einer Insel im Sankt-Lorenz-Strom.
> Ottawa: Ottawa ist die Hauptstadt von Kanada. Die Kernstadt zahlt 1,1 Mio. Einwohner, die Metropolregion zählt 1,5 Mio. Einwohner. Ottawa liegt in Ontario, direkt an der Grenze zur Provinz Québec. Auch die Staatsgrenze zu den USA ist lediglich 50 km entfernt. Der Name Ottawa bedeutet “Händler” in der Sprache der Algonkin (Ureinwohner).Leggi altro

Viaggiatore
Bis jetzt hatte ich Kanada nicht auf dem Schirm, bei den Bilder bekommt man einen tollen Eindruck und Reiselust 👍
002 Reisebericht Canada 03.05.-09.05.26
9 maggio, Canada ⋅ ☁️ 5 °C
002 Reisebericht Canada vom 03.05. bis 09.05.2026
520 km Strecke haben wir bereits für unseren ersten Teilabschnitt (Reisebericht 001) zurückgelegt. Unser nächsten Teilabschnitt Ingonish – North Sydney – Moncton – Saint John – Riviere du Loup – Québec umfasst 1.450 km.
In North Sydney fanden wir einen schönen ruhigen Stellplatz direkt am Yachthafen. Erkundet haben wir den Ort aufgrund des feuchten Wetters nicht. Wir sind direkt am nächsten Morgen weitergereist bis Moncton, das war mit knapp 500 km Länge unser bisher längster Reiseabschnitt. So haben wir das anhaltend schlechte Wetter als Reisetag genutzt. Eigentlich ein interessanter Streckenabschnitt, der in Nova Scotia noch an riesigen Seen vorbeiführt. In den Sommermonaten sind die Seen sicherlich stark vom Tourismus geprägt, Infrastruktur für Wassersport, Kayaking und Angeln ist vorhanden. Das kann bestimmt schön sein. Am Atlantik ist natürlich grundsätzlich auch Whale Watching und Tauchen möglich. Jedoch werden all diese Aktionen erst in der Saison angeboten. Die Strassenverhältnisse bewerten wir insgesamt mit gut, ja es gibt auch Strassen mit Schlaglöchern (wie in Köln), aber grundsätzlich sind die Strassen breiter und wirklich einfach zu befahren. Wir reisen noch in der Vorsaison, das bedeutet auch weniger Verkehr. Dafür können wir die Riesentrucks – mit bis zu 8 Achsen – bewundern, wenn sie an unserem kleinen MANí vorbeirauschen. Unsere Reisegeschwindigkeit ist auf den Highways zwischen 90 und 110 kmh. Höchstgeschwindigkeit auf den Highways liegt bei 110 km/h, die auch von allen Verkehrsteilnehmern eingehalten wird. Spritpreise liegen für Diesel bei 2,20-2,40 CA$ (1,40-1,55€). Von 10 Zapfsäulen an einer Tankstelle bietet übrigens nur 1 Zapfsäule Diesel an.
In Moncton, dieser Ort liegt in der Provinz New Brunswick, stehen wir an einem Sportplatz, fußläufig zur Innenstadt. Nach der langen Fahrt spazieren wir in die Innenstadt, dort kehren wir in einen feinen Pub ein und lassen es uns gut gehen. Unser Rückweg führt entlang des Petitcodiac Rivers. Er wird von den Einheimischen aufgrund seiner Farbe auch liebevoll Chocolate River genannt. Und nein, wir haben die Schokolade nicht probiert! Das Besondere an diesem Fluß ist die Tidal Bore, das ist eine Gezeitenwelle, die aus dem Atlantik kommend flussaufwärts wandert und den Pegelstand des Flusses 2 x täglich deutlich erhöht. Ein tolles Phänomen, das wir weiterverfolgen. Die Bay of Fundy, an der wir uns gerade befinden, weist die höchsten Gezeitenunterschiede weltweit auf. An manchen Stellen wurden Gezeitenunterschiede von 20m beobachtet. Wir besuchen den Hopewell Rocks Provencial Park, der direkt an der Bay liegt. Zu bestaunen gibt’s Steinformationen mit Nicknames wir Elephant Rock oder Diamond Rock, deren Form sich durch den Tidehub so entwickelt hat. Wir besuchen diese Küstenabschnitte zweimal, zum Zeitpunkt des Wasserhöchststand und -tiefstand. So lassen sich die Gezeitenunterschiede am besten feststellen. Ergebnis: die 20 Meter wurden sicher nicht erreicht, aber auch 8 Meter Gezeitenunterschiede machen sich bemerkbar. Zum Vergleich: an der Nordsee beträgt der Tiedenhub bis zu max. 4 Meter. Zum Tiefstand entsteht auch am Bay of Fundy ein Wattenmeer, jedoch ist eine Schlickwanderung streng untersagt. Es besteht die Gefahr, dass Kleinstlebewesen im Schlick, die die Lebensgrundlage für viele Seevögel darstellen, ansonsten zerstört werden. Also keine Schlickwanderung, und wieder was gelernt.
Nach einem Stop in Alma, wo es für Jürgen die beste Lobsterrolle ever gegeben hat, setzen wir den Weg weiter fort nach St. John. Außerhalb des Ortes finden wir einen wunderbaren Stellplatz mit Meerblick, nur leider ist es schon dunkel. Am nächsten Morgen besuchen wir in der Innenstadt eine Markthalle, von der wir uns mehr versprochen hatten. Danach besichtigen wir die älteste Steinkirche innerhalb des Ortes. Diese wird interessanterweise mittlerweile vielfältig genutzt. Gottesdienst ist nur sonntags, ansonsten stehen die Räumlichkeiten sozialen Vereinen zur Verfügung. Diese haben sich hier innerhalb der Kirche abgetrennte Büros und Zimmer eingerichtet. Die Vereine haben – so wurde uns versichert – nicht zwingend einen kirchlichen Träger. So wird dieses schöne alte Gebäude erhalten und hat noch eine sinnvolle Funktion. Gut gemacht!!!! Insgesamt finden wir jedoch St. John nicht wirklich sehenswert und machen uns daher schnell wieder on the road.
Unser Ziel ist jetzt die Provinz Québec. Wir fahren bis Riviere-du-Loup eine Strecke von 500 km, wieder ein kompletter Fahrtag. Und wieder regnet und windet es. Die Natur ist hier übrigens noch nicht so weit wie zuhause im Bergischen. Bei dem Wetter verwundert uns dies auch nicht wirklich. Schätzungsweise vier Wochen ist die Natur zurück, die Wiesen sind schon grün, an den Bäumen erkennen wir erste Knospen, aber nirgends sehen wir blühende Blumen. Québec hat eine andere Zeitzone, jetzt beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland sechs Stunden.
In Reviere-du-Loup finden wir einen exzellenten Stellplatz mit Blick auf den Lorenz-Strom. Fantastisch. Und wir werden auch mit einem schönen Abendlicht belohnt. Wunderbar. Der Lorenzstrom ist ebenso wie die Bay of Fundy bekannt für umfangreiche Walbesuche – auch schon im Mai. Schwerpunktmäßig sind diese jedoch auf der anderen Seite des Stromes, wo der Saguenay in den Strom fließt. Aufgrund der höheren Wassertemperatur (und der daraus resultierenden höheren Plankton- und Kleintieranzahl) ist dies das Schlaraffenland für die Wale. Wie auch immer – Wale sehen wir leider keine. Aber es ist hier wirklich schön.
Am nächsten Morgen ziehen wir weiter nach Québec Stadt. Der Tag ist noch jung, und so fahren wir direkt weiter zur Basilika in Sainte-Anne-de-Beaupre außerhalb der Stadt. Die heilige Anne ist die Mutter der Jungfrau Maria. Die Basilika gilt als der älteste Pilgerort Nordamerikas und als einer der heiligsten Orte in Kanada. Die jetzige Kirche (es ist die 5. an diesem Standort), die ca. 1945 errichtet wurde, ist zwar sehr groß, aber erreicht nicht den Umfang des Kölner Doms. Sie ist ähnlich strukturiert wie der Dom, jedoch empfinden wir beide, dass die „erhabene“ Atmosphäre fehlt. Woran liegt das – wir haben keine Antwort. Vielleicht sind wir einfach „verwöhnt“ von unserem Dom. Eine Besonderheit ist sicherlich das Duplikat der Pieta von Michelangelo. Das Original befindet sich im Petersdom in Rom. Aber da es eine detailgetreue Kopie ist, können wir uns jetzt den Weg nach Rom sparen. Es ist wirklich ein wunderschönes Kunstwerk, welches unseres Erachtens die Basilika deutlich aufwertet.
Im Québec finden wir 3 km von der Innenstadt einen praktischen Stellplatz. Wir lernen Patrick kennen, ein Globetrotter aus Hochdahl (Kreis Mettmann). Das ist Jürgens alte Heimat. Er reist mit einem über 30 Jahre alten, roten Mercedes Transit (ehemaliges Fahrzeug der Feuerwehr) mit einem H-Kennzeichen. Besonders beeindruckt hat uns seine Erfahrung über Außendusche in Nebraska auf Schnee und Eis. Und seine Augen leuchteten.
Da wir in etwa ähnliche Reiserouten verfolgen, tauschen wir unsere Kontakte. Womo-Reisende helfen sich untereinander.
Wir bleiben zwei Nächte in Québec. Am ersten Abend besuchen wir das Konzert „The Queens of Music“ im Theatre Capitole. Hier singen 4 Lady aus Québec bekannte Songs der weiblichen Superstars nach. Sie präsentieren sich in Pailettenkleidern in rot, schwarz, gold und silber. Gecovert werden Songs von Aretha Franklin, Ella Fitzgerald, Liza Minelli, Donna Summer, Whitney Houston, Dolly Parton, Celine Dion, Beyoncé, Madonna und anderen mehr. Eben die Queens 👸 of Music. Die Show in diesem wunderbaren Theater ist sehr unterhaltsam und hat sich gelohnt. Allein die Location lohnt schon der Eintritt. Es ist ein gelungener Abend, wir haben viel Freude gehabt.
Am nächsten Tag trecken wir durch die Stadt, das Wetter ist wieder einmal durchwachsen. Québec ist sehr touristisch. Hier dominieren jedoch nicht die Wanderer und Wohnmobilisten, es ist mehr die „upper class“. Viele schöne neue Autos, teure Boutiquen, erlesene Restaurants. Das Herzstück ist dabei das Luxushotel Château Frontenac. Es ist architektonisch äußerst beeindruckend und dominiert einen ganzen Stadtteil.
Am nächsten Tag besuchen wir noch die Montmorency Falls, die außerhalb der Stadt liegen. Sie haben eine um 30 Meter höhere Falltiefe als die Niagarafälle, sind aber nicht so breit. Über die Fälle laufen wir auf einer Holzbrücke, das gibt einen wirklich schönen Einblick. Super schön und spektakulär.
Fazit für Québec: Eine sehr attraktive Stadt, die uns sehr gut gefällt. Eine klare Empfehlung, wenn ihr mal in der Gegend seid.
Weiter geht es nach Montréal – bleibt spannend 🧐 !!!!!!!
Good to know:
> New Brunswick: Die Provinz hat 750.000 Einwohner und ist flächenmäßig ein wenig kleiner als Bayern. Es ist die einzige offiziell zweisprachige Provinz in Kanada. New Brunswick wird auch Neubraunschweig genannt. Den Namen hat die Provinz von der britischen Königsfamilie Braunschweig-Lüneburg aus dem Hause Hannover.
> Québec (Provinz): Die Provinz hat 8,5 Mio. Einwohner und hat von allen Provinzen den größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Flächenmäßig ist es die größte Provinz von Kanada und ungefähr 4 x so groß wie Deutschland.
Québec (Stadt): Die Metropolregion Québec besitzt 850.000 Einwohner. Architektonisch gilt Québec als die europäischste Stadt Nordamerikas. Das Stadtbild gilt als französisch geprägt.
> Whale watching: Die beste Zeit ist zwischen Mai und Oktober. Während man im Westen (rund um Vancouver) Grauwale und Orcas beobachten kann, sind im Osten (Bay of Fundy, Lorenzstrom) Blau- und Buckelwale unterwegs.Leggi altro

Viaggiatore
Québec hat mir bei unseren beiden Besuchen auch sehr gut gefallen. 🙋🏼♀️🇨🇦
Halifax Canada
29 aprile, Canada ⋅ 🌬 4 °C
001 Reisebericht Canada von 28.04. bis 03.05.2026
Lange hat es gedauert, aber jetzt sind wir wieder on the Road.
Wir werden begleitet von Bobby und MANí. Unser Rolling-Home für die nächsten sieben Monate bietet uns MANí. MANí ist unser Wohnmobil, ein MAN – und da der Rheinländer gerne verniedlicht - also unser innig geliebter MANí.
Ja, und Bobby ist unser Hauskater – im Format Plüschtier, der uns schon seit vielen Jahren begleitet.
Was haben wir vor? Wir wollen Teile von Kanada und Teile der USA erkunden. Die Reise ist bisher nur in groben Zügen geplant, wir schauen mal, dann sehen wir schon, wo‘s uns hinführt.
MANí und Bobby haben den Anfang gemacht, sie haben den Atlantik mit dem Schiff überquert, waren zwölf Tage von Hamburg bis Halifax/Kanada unterwegs, und uns dort erwartet. Wir sind etwas später mit dem Flieger gefolgt. Unser Wiedersehen verlief, wie kann es sein, sehr herzlich….
In Halifax-Dartmouth hatten wir zunächst für zwei Tage ein schönes Hotelzimmer und einen Leihwagen, um in Ruhe und ohne Stress unser Wiedersehen vorzubereiten. Das war auch gut so. Denn es sind doch einige Formalitäten und Besorgungen erforderlich gewesen: erst beim Spediteur, dann beim Zoll und schlußendlich am Hafen – alle drei nicht gleich um die Ecke….
Wetterbedingt haben wir die Stadt jedoch nicht wirklich erkundet. Temperaturen um 5°C und Dauerregen haben dazu geführt, dass wir die Stadt schnell verlassen haben.Leggi altro

ViaggiatoreTolle Bilder, Euch eine wunderschöne Reise, liebe Grüße aus Münster von Udo💪👍😘









































