Etappe 5 - Odeceixe -> Aljezur
12 Mac, Portugal ⋅ 🌙 13 °C
Wir starten den Tag mit einem entspannten Frühstück in Odeceixe. Es ist ein besonderer Tag, Jens feiert heute seinen 60. Geburtstag!🥂🥳
Während wir unseren Kaffee schlürfen und das Geburtstagskind ein wenig hoch leben lassen, klingelt plötzlich Christians Handy.
Er nimmt das Gespräch an, geht kurz um die Ecke und.... kommt ewig nicht zurück. Irgendetwas stimmt nicht. Ich laufe zu ihm hin.
Dann die Nachricht, die uns wie ein großer Kübel Eiswasser ins Gesicht klatscht: Es gab einen weiteren Trauerfall in der Familie.
Seine Oma.💔
Und damit wird eine meiner größten Sorgen wahr: Etwas schlimmes passiert...und wir sind weit weg. Zudem mussten wir uns zuletzt in kurzer Zeit schon von mehreren lieben Menschen verabschieden. Es ist zuviel in dem Moment. Gefühlt 1.000 Fragen kommen auf.
Was machen wir jetzt? Weiter laufen? Abbrechen? Zurückreisen?
Nach ein paar Telefonaten und reiflicher Überlegung entscheiden wir uns schließlich, unsere Portugal-Reise fortzusetzen. Vor Ort in Deutschland können wir gerade absolut nichts tun. Es ist alles geregelt. Und "Richtig" fühlt sich gerade eh nix an.
Der Plan für heute ist also: Weiter laufen und ablenken, ablenken, ablenken.
24 km Strecke sollten dafür reichen. Hoffentlich.
Diese sind zunächst gefüllt mit weiteren Telefonaten und gedankenverlorenem Schweigen. Fast schon automatisch machen wir Fotos, beobachten Störche, begutachten Küstenszenerien.
Was aber wirklich stimmt: Laufen hilft. Monoton ein Bein vor das andere setzen macht den Kopf irgendwann...leer.
Zudem kommt als allerbeste Ablenkung das Geburtstagskind Jens in Sichtweite. Auch wenn durch die Nachricht die allgemeine Stimmung am Morgen etwas gedämpft wurde, lässt er sich nichts anmerken.
Wir setzen den Weg gemeinsam fort und Jens verwickelt uns munter in ein Gespräch über dieses und jenes.
Im Ort Rogil machen wir eine Pause, wo wir in einem Süßkartoffel-Café einkehren (hier in der Gegend wird viiiiel Süßkartoffel angebaut). Danach laufen wir landeinwärts über Straßen und Feldwege und sind die ganze Zeit so sehr mit Schnattern beschäftigt, dass wir sogar zweimal den Abzweig verpassen und ein gutes Stück zurück laufen müssen. Mehr Ablenkung geht wohl nicht.
Weitere Erkenntnis: Je mehr man quasselt, desto weniger merkt man die Strecke in den Knochen. Obwohl es die längste Etappe ist, fühlen sich die Beine nicht danach an - zumindest bei mir.
So kommen wir schließlich in Aljezur an.
Hier endet der Fischerpfad für uns. So richtig realisieren wir es noch nicht. Die Tage gingen einfach zu schnell um und wir haben gefühlt eben erst einen Rhythmus gefunden.
Jens hat noch ein paar Etappen vor sich, er wird den Fischerpfad komplett weiter laufen bis Lagos. Wir haben uns für unterwegs schon mal verabredet.
Ich glaube, ihm ist gar nicht bewusst, was für einen Gefallen er uns heute mit seiner Gesellschaft getan hat.
Damit er seinen Ehrentag nicht alleine beenden muss, gehen wir spontan wieder gemeinsam essen (Robert hat einen Pausentag in Odeceixe eingelegt und Lisa ist auf dem Rückweg nach Deutschland).
Und so stoßen wir an auf den liebenswerten Jens und wünschen ihm auch für die nächsten 60 Jahre von Herzen alles Gute, viel Gesundheit und noch mehr tolle Wanderungen und Reisen.🍀🫶🏼🥂🥾Baca lagi


























PengembaraIch kann Euch sehr gut verstehen und Ihr habt gut entschieden, in solchen Momenten ist Ablenkung das Beste. Leider unumkehrbar und je älter man wird, umso öfter muss man leider mit solchen Nachrichten leben 🫂 Behaltet die Oma im Herzen und nehmt sie so immer ein Stückchen mit in Eurem Leben.
PengembaraDem schließe ich mich an..... was am Ende bleibt sind Geschichten. Also, weiterhin welche sammeln 🧿🧿🧿
PengembaraDas werden wir machen. Vielen Dank🫶🏼