• Vom Fjell zum Fjord

    June 22 in Norway ☁️ 4 °C

    Wir entscheiden uns doch nochmal für einen Schwenk zurück zu den Fjorden. Wenn eh kein richtiges Sommerfeeling aufkommen mag, dann kann man auch direkt die Flucht nach vorne antreten... Also hinein in die Wolkenfront.

    Mit dem täglichen Gebäck aus der berühmten Bäckerei in Lom bewaffnet (hier fahren Leute teils stundenlang extra her!) brechen wir auf zu einem 108 km langen Roadtrip.
    Das Sognefjellet gehört zu den nationalen Landschaftsrouten und irgendwie haben wir es geschafft, diese Strecke bisher auszulassen.

    Keine Ahnung, wie uns das passieren konnte... Denn es ist. Mal wieder. Spektakulär.

    Kurve um Kurve schrauben wir uns langsam hoch zurück in den Winter. Und je niedriger die Temperaturen fallen, desto besser werden die Ausblicke. Bald scheinen die wuchtigen und schneebedeckten Gipfel des Jotunheimen fast Spalier zu stehen an der engen Straße. Wir fahren beeindruckt hindurch und bekommen die Köpfe nicht mehr hoch genug gerenkt. Vor Staunen drohen uns sogar beinahe die Zimtkrümel aus dem Mund zu fallen. Nicht auszudenken!🫣😱

    Zum Glück gibt es aber überall Aussichtspunkte und Haltebuchten, die das Problem lösen. Und zum Glück liegen überall Schafe auf der Strecke, die uns Grund geben, NOCH einen Ticken langsamer zu fahren...😏🐑🐑🐑

    An der Sognefjellshytta auf 1.400 Meter wähnen wir uns schließlich komplett in einer Parallelwelt angekommen.
    Es hat 5 Grad Außentemperatur. Die Sonne scheint, im See glitzern Eisschollen und überall liegt Schnee. Durch diesen fährt gerade eine große Gruppe Ski-Langläufer hindurch. Ende Juni.😯

    Möglich macht's ein Sommerskigebiet.
    Echt surreal, dass man hier entspannt mit dem Auto vorbei fahren kann!

    Danach geht's im absoluten Stop-und- Go Modus langsam weiter. Gefühlt alle 20 Meter müssen wir anhalten für ein weiteres Foto. Berg, Schnee, Eis....für uns sieht es an jeder Ecke einfach noch schöner, noch beeindruckender, noch winterlicher aus.🤩 Auf den Bildern wirkt hingegen alles.... gleichförmig weiß und braun. Na egal.

    Wir sind auch nicht die Einzigen. Vor uns zieht sich eine lange Karawane, die bald eine Art skurriles WoMo-Ballett aufführt.

    Absolut synchron wird hintereinander in die Haltebucht ausgeschert.
    Parallel reißen die Türen auf. Raus springen, dabei Jacke zu zuppeln, hüpfend Handys zücken, Türen zu, weiter zockeln...und dann in der nächsten Parkbucht das gleiche Schauspiel von vorne.
    Wir zücken, zuppeln und zockeln mittendrin und dabei. Es ist eine sehr universelle Choreographie.

    Langsam arbeiten wir uns so zurück Richtung Tal, dem tiefblauen Sognefjord entgegen.
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