Nigardsbreen
June 22 in Norway
☁️ 7 °C
Nach dem Kurztrip durch den Winter beschließen wir, den Tag mit einem kleinen Eis thematisch abzurunden.
Und mit klein meine ich natürlich *norwegisch*-klein.
Also schlappe 40 km lang, bis zu 15 km breit und 500 Meter dick.
Tatsächlich ist der Jostedalsbreen sogar der größte Gletscher auf dem europäischen Festland. Mehrere Gletscherarme ziehen sich durch die Landschaft, und hier im Herzen des Jostedalsbreen-Nationalparks kann man sie auf verschiedenen Wanderungen besuchen.
Da wir erst am späten Nachmittag ankommen, entscheiden wir uns für die kürzeste Tour zum Nigardsbreen. Ist natürlich der meistbesuchte Gletscherarm, aber der späte Start hat auch Vorteile: Die lange Touristenkarawane kommt uns stetig entgegen. Schon bald sind wir weitgehend unter uns. Der Weg windet sich über glatten Fels und mit Leitern versicherte Passagen. Wer hier einen breit ausgebauten Schotterweg für Jedermann erwartet hat, wird also enttäuscht. Wir hingegen freuen uns umso mehr, dass die Füße doch noch ein bisschen was zu tun bekommen.
Ein stetig eisiger werdender Windhauch kündigt den Gletscher an. Und dann liegt der Nigardsbreen in voller Pracht auch schon vor uns. Wie immer bei Gletschern sind wir völlig hin und weg. Einfach unvorstellbar, was die Natur über Jahrtausende geschaffen hat. Und wie winzig die Menschen vor diesen riesigen Eismassen wirken!
...Und trotzdem kriegen genau diese Winzlinge es hin, völlig sinnbefreit innerhalb kurzer Zeit alles abzuschmelzen.😔
Denn auch der Jostedalsbreen ist zum Tode verurteilt. Schon in ein paar Jahrzehnten könnte es ihn nicht mehr geben, Klimawandel sei Dank. Keine Ahnung, wie manche diesen noch leugnen können, wenn man hier doch direkt davor stehen und ihn SEHEN und SPÜREN kann.
In unserem Fall sogar anfassen. Bis ganz ran an das Eis führt der Weg. Durch den Gletscherrückgang muss man inzwischen noch eine kleine Kraxelstelle überwinden.
Und dann stehen wir vor ihm.
Zeitweise ganz alleine, um uns herum nur Eis, Fels und das Rauschen des Schmelzwassers.
Wow.
Wir bleiben bestimmt über eine Stunde. Machen unzählige Fotos aus unzähligen Winkeln, testen das Schmelzwasser (Überraschung: kalt!), fühlen das Eis (Überraschung: dreckig!) und speichern diesen Ort tief in unseren Köpfen ab.
Am Gletscher und auf dem Rückweg treffen wir dann noch ein anderes Paar und kommen ins Gespräch. Seit 4 Jahren fahren die beiden Vollzeit durch Europa. Beruf: Privatier, bald Rentner.
Wohnsitz: Ihr 8,50m Wohnmobil. In Deutschland wurden alle Zelte abgebrochen, alles verkauft und dann ging's los in die Welt.
Staunend hören wir zu. Die beiden leben ja schon ein bisschen unseren Traum.
Der Rückweg zum Parkplatz vergeht da wie im Flug. Wir verabschieden uns herzlich von den beiden, und viel zu spät fällt uns ein, dass wir noch wichtige offene Fragen haben:
Zum Beispiel: Wie schult man eigentlich zum Privatier um? Gibt es da auch einen Quereinstieg...oder braucht man zwingend eine Ausbildung...?🤔😉
Falls jemand Tipps oder Angebote für eine passende Berufsberatung hat - nehmen wir sehr gerne an.🙃
Bis dahin...fahren wir aber erstmal zurück zu unserer Campinghütte. Mit dem Blick auf Fjord und Wasserfall befinden wir uns als reich genug. Zumindest... für den Moment.😇Read more































TravelerSehr schön geschrieben. Ja leider gibt es so viele Laute Menschen die alles als Lüge bezeichnen. Wir mussten sogar ein paar Kontakte abbrechen da die Diskussionen zu schräg wurden. Wir sind auch total fasziniert von Gletschern und sind glücklich und auch traurig diese noch zu sehen.
TravelerOh nein, das tut mir leid zu hören 😕 Wir haben da auch schon einige Erfahrungswerte sammeln müssen, aber nicht bis zum Kontaktabbruch. Die Menschheit wird iwie immer komischer und irrationaler...🤔😔
Traveler
Wow