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  • Day32

    Otago

    January 1 in New Zealand ⋅ ☁️ 20 °C

    Die Otago Peninsula ist vor ca. 13 Millionen Jahren aus einem Vulkan entstanden. Der Vulkan bildete sich aus dem Meer heraus, direkt an der Küste der damals noch flachen Landschaft. Nach und nach brachen die Reste von dem Krater ab und es entstand die teilweise sanfte und schroffe Landschaftsform, wie sie heute ist. Ursprünglich war es eine Insel, allerdings versandete ein Teil und verband sich mit dem "Festland". Heute befindet sich genau an dieser Stelle das Stadtzentrum von Dunedin.

    Wir gingen in einer kleinen Gruppe zu 6 Personen mit einem jungen Maori. Er begrüßte uns stolz in seiner alten Sprache und erzählte uns auch gleich etwas in dieser für uns fremden Sprache über das Stück Land, auf dem wir uns befanden.
    Nun ich verstand gar nichts und schaute ihn etwa ratlos an. Andere lachten etwas verlegen. Er lachte auch und begann nochmal von vorn in Englisch. Er erzählte von den Maori. Man fand Überresten aus Erdöfen in der großen Sandbucht Okia Flat. Dies belegt, dass hier Māori gesiedelt haben. James Cook fuhr ca. 1770 diese Küste entlang. Er berichtete von den vielen Robben und Walen, die dort zu finden seien. Das rief erstmal 🐳 Walfänger zu der Halbinsel. Mit der Landung der ersten schottischen Siedler kam der Wendepunkt. Die Walfangzeit wich der organisierten Besiedlung.
    Bis dahin lebten die Maoris auf dieser Halbinsel. Allerdings nicht friedlich. Mit der Ankunft der Europäer kamen für die Māori auch eingeschleppte Krankheiten und Siechtum, wodurch die ohnehin schon durch Stammesfehden dezimierte Bevölkerung weiter abnahm. Um 1848 herum zählten die Einwohner der Māori-Siedlung Otakau noch etwas über 100 Einwohner. Als Thomas Burns 1848 sie nach seiner Ankunft in ihrer Siedlung Ōtākou besuchte, war er über die Lebensverhältnisse, die dort herrschten erschüttert. Von nun an sollten sich die Lebensbedingungen der maorischen Bevölkerung in diesem Gebiet etwas bessern.

    Aber mit den Schotten kam auch die Landwirtschaft. Damit ergaben sich dramatische Veränderungen für die Tier- und Pflanzenwelt der Otago Peninsula. Wenn auch die Geländestruktur im Wesentlichen unverändert blieb, so wurde doch der Urwald und die Buschlandschaft für die Rinderzucht und Milchwirtschaft gerodet, wo es möglich und wirtschaftlich erschien. Bäume, Büsche und einheimische Pflanzen fielen der Pflanzung exotischer Graslandschaften zum Opfer.
    Nach der Jahrhundertwende (1900) bekam die Otago Peninsula mehr und mehr Besuch von Erholungs- und Freizeitsuchenden. Sie wurde zu einem wichtigen Naherholungsgebiet für Dunedin.
    Um 1914 setzte der Wandel von der Milchwirtschaft zu Schafzucht ein, was mehr Geld einbrachte.
    Und damit kam dann ein Schäfer ins Spiel, der feststellte, dass die Anzahl der Pinguine immer mehr abnahm. Er beobachtete die Tiere in ihrem Verhalten und stellte fest, dass durch die Rodung und die Viehweiden der natürliche Lebensraum für die Gelbaugen Pinguine 🐧 immer mehr eingeschränkt wurde. Er begann, das Verhalten der Tiere noch mehr zu studieren und schuf dann nach und nach neue Pinguin Landschaften. Das ist bis heute so geblieben. So siedelten sich wieder Robben an und sogar der Königs Albatross begann dort zu brüten. Heute ist Otago die einzige Brutstätte von Königs Albatrosse auf einem Festland.

    Die bis zu 60 cm großen Gelbaugen Pinguine wurden als gefährdete Tierart eingestuft und an der Küste der Otago Peninsula besonders geschützt. Besucher können über geführte Touren und in Unterständen versteckt den Tieren sehr nahe kommen ohne sie zu belästigen.

    Mich überraschte, dass diese Tiere nicht auf Felsen leben und nisten, sondern im Wald. Sie brauchen Wald und Busch für ihre Nisthöhlen. Wer hätte das gedacht. Der junge Maori hilft mit, diese Tierart zu erhalten und pflegt kranke oder verletzte Pinguine wieder gesund, bis man sie wieder auswildern kann.

    Randbemerkung: Ein Schotte hat in der Nähe auch ein Schloss gebaut.
    Larnach Castle, erbaut 1871 von dem Bankier und Politiker William Larnach. Es wird gern als das einzige Schloss Neuseelands bezeichnet. 200 Arbeiter waren 3 Jahre damit beschäftigt den Kern des Gebäudes zu errichten. Europäische Handwerker benötigten weitere 12 Jahre für den Innenausbau, bei dem die unterschiedlichsten Materialien aus vielen europäischen Ländern zum Einsatz kamen. Er ruinierte sich und nahm sich auf diesem 🏰 auch das Leben.
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