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  • Day4

    Antsirabe - Ranomafana

    December 24, 2019 in Madagascar ⋅ ⛅ 17 °C

    Unser Tag beginnt heute um 6.00, denn bereits um 7.30 geht unser Programm los. Nach einem ausgiebigen Frühstück, machen wir erst einen kleinen Ausflug zum Kratersee Andraikiba, zu dem wir etwa eine halbe Stunde fahren. Der Kratersee ist schön gelegen und bietet, von einer nicht mehr so sicher aussehenden Platform, einen wunderschönen Ausblick. Wir sehen Frauen beim Wäsche waschen, Kinder beim Baden und werden schnell von einigen Verkäufern und Jugendlichen belagert, die wir mit Kugelschreiber versorgen. Stifte, die wir als selbstverständlich hinnehmen, werden hier als kostbares Gut gesehen und so können wir ab und zu einem Kind oder Jugendlichen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Natürlich kommen wir auch den Verkäufern nicht aus und so erstehen wir eine Handtasche und einen Deko-Baobab- Baum zum Touristenpreis von €10.

    Nach dem Kurzausflug geht unsere Reise wieder zurück nach Antsirabe, wo wir der Miniaturfabrik, wo Figuren aus "Müll" hergestellt werden und der Zebuhorn- Fabrik einen Besuch abstatten. Überall wird für uns zu demonstrationszwecken etwas kleines hergestellt, in der Miniaturfabrik ein Reifen eines Fahrrads und in der Zebuhornfabrik ein Löffel. Die beiden Fabriken sind Mini, es wird jeder Arbeitsschritt per Hand mit einfachsten Mitteln produziert und trotzdem können Dinge hergestellt werden, die am Ende schön aussehen. Natürlich verlassen wir die 2 Minifabriken auch nicht, ohne eine Kleinigkeit, die wir zuhause vermutlich nicht mehr so recht gebrauchen können, zu erstehen. Aber irgendwie fühlen wir uns fast verpflichtet, wenigstens ein paar wenige Euro auszugeben und die Leute zum Lächeln zu bringen.

    Bevor wir Richtung Ranomafana aufbrechen, macht Hery noch eine kleine Stadtrundfahrt mit uns. Sehenswürdigkeiten gibt es in den Städten Madagaskars nicht wirklich, Hery zeigt uns aber das erste Thermalhotel Antsirabes, den stillgelegten Bahnhof (die Schienen sind seit Jahren zerstört, daher verkehren hier auch keine Züge mehr), die Three Horses Beer Brauerei und das Unabhängigkeitsdenkmal, das leider auch keine wirkliche Schönheit ist. Viel spannender finden wir wieder das Leben das sich auf den Straßen abspielt. Eine Besonderheit Antisrabes sind die Pus Pus - Rikshaähnliche Transportmittel, die von Personen gezogen werden. Schaut enorm schweißtreibend aus!

    In einem Dorf namens Ambrodita machen wir einen Halt um Mittag zu essen und eine Holzfabrik zu besichtigen. Auch hier wird alles mit einfachsten Mitteln produziert und daher ist es umso spannender den schon etwas älteren Herr, der in der Fabrik arbeitet, bei seinem Tun zu beobachten.

    Dann stehen uns noch weitere 4 Stunden über kurvige, von Schlaglöchern übersähten Straßen bevor, aber auch heute ist es wieder hochinteressant neue Landschaften und Dörfer, durch die wir fahren, zu erkunden. Wir sehen Menschen bei der Reisernte, völlig ohne Maschinen, nur ab und an müssen Zebus noch mithelfen, wir machen einen kurzen Stopp im quasi Nirgendwo, wo ein paar Kessel stehen und Öl aus Geranien produziert wird und wir treffen auch auf viele Straßenkinder, die mit verschiedensten Arbeiten ihre Familien finanziell unterstützen. Da wir bei jedem Essen viel zu viel bekommen, lassen wir uns die Überreste immer einpacken und verteilen sie im Laufe des Tages an die Straßenkinder, die ihr Glück, Essen geschenkt zu bekommen, oft gar nicht fassen können. Man wird soviel bescheidener, wenn man das Leben der Menschen, die trotz aller Widrigkeiten, lebensfroh, dankbar, hilfsbereit und freundlich sind, sieht.

    Gegen 18.00 kommen wir im Hotel Cestret in Ranomafana an. Nur über viele Treppen gelangen wir zu unseren Zimmern, die zwar sauber sind, die wir aber mit ein paar Gekos und anderen Kleintieren teilen müssen. So ist das halt im Regenwald.

    Um 18.30 brechen wir noch zu einer Nachtwanderung auf, die wir aber aufgrund des ziemlich starken Regens, zu einer Nachterkundungsfahrt umwandeln. Wir können trotzdem Frösche, verschiedene Chamäleons, tagaktive Tiere, die des Nächtens an Zweigenden schlafen, und Mauslemuren, die winzig sind, entdecken.

    Im Hotel zurück geht es nur schnell unter die Dusche und anschließend ins Hotelrestaurant, wo wir gemeinsam mit Hery, den wir selbstverständlich einladen, ein X-mas Dinner verspeisen. Es gibt Ente an Pflaumensoße und Früchte mit Schokolade. Für uns nicht so berauschend (für den Großteil der Madegassen ein unerschwingliches Mahl), aber wir haben uns in Madagaskar, einem so armen Land, in dem viele Menschen heute vielleicht gar nichts zu essen haben, auch nicht so viel erwartet und genießen das Essen trotzdem in vollen Zügen. Ein schöner Abend mit netten Gesprächen und einem zufriedenen Guide, der sich sehr über unsere Einladung gefreut hat! Glückliche Gesichter, das ist es doch, was an Weihnachten zählt!!
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